Der Verband der „Familienunternehmer“ hatte AfD-Politiker zu einem Parlamentarischen Abend eingeladen. Diese Einladung hat nun Folgen. Die Deutsche Bank, in deren Räumen seit längerer Zeit die Parlamentarischen Abende des Verbandes stattfanden, storniert den Mietvertrag für die nächste Ausgabe der Reihe. Das passierte gerade in dem Moment, in dem sich der Verband von der Brandmauer gegen die AfD verabschiedet hatte. Im Oktober hatte der Verband erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen, unter diesen war auch der wirtschaftspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Leif-Erik Holm.
Trotz der Gespräche kann von einer wirklichen Nähe des Verbandes zur AfD gar nicht die Rede sein, da man sich keine Regierungsbeteiligung mit der AfD wünsche, wie Hauptgeschäftsführer Albrecht von der Hagen betonte. Vertreter des Verbandes bewerten das Wirtschafts-, Sozial- und Familienprogramm der AfD als „schiere Katastrophe“, wie die Webseite Apollo News berichtet. Sie warnen, die Umsetzung zentraler Forderungen würde zu einem „phänomenalen Schiffbruch“ für Betriebe und Staatsfinanzen führen. Umso unverständlicher ist der Austritt mehrerer Unternehmen aus dem Verband, wie die Drogeriemarktkette Rossmann, der Elektrogerätehersteller Vorwerk oder der Szene-Brause Hersteller Fritz-Kola. Zeitgleich setzt das Aktivistenportal Campact Firmen unter Druck, sich vom Verband der Familienunternehmer zu distanzieren. Ferner ruft der Aktivistenverein zum Boykott der Drogeriemarktkette dm auf, deren Geschäftsführer sich für die Gespräche ausgesprochen hatte.
Der Fall zeigt deutlich die Panik in linksaktivistischen Kreisen, aber auch die Ängste von Unternehmen, die stark im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Hier wäre es unbedingt nötig, jene wirtschaftlich zu stärken, die sich für einen offenen Diskurs und gegen toxische Brandmauern einsetzen. Angst ist immer der schlechteste Ratgeber, egal ob in der Politik oder im Business.
Ein Dominikaner lehrt die Jesuiten das Fürchten
Von nun an ist es geklärt, dass ein Dominikaner, der im Mittelalter lebte, bis heute die Jesuiten das Fürchten lehrt. Ausbaden musste dies aktuell leider ein renommierter zeitgenössischer Philosoph. Sebastian Ostritsch, Redakteur der katholischen Wochenzeitung Die Tagespost und Privatdozent für Philosophie, wurde auf Druck weniger Studenten von der Hochschule für Philosophie (HFPH) in der Münchner Maxvorstadt ausgeladen (Achgut berichtete). Diese Hochschule wird von den Jesuiten betrieben. Ostritsch wollte dort sein jüngstes Buch „Serpentinen. Die Gottesbeweise des Thomas von Aquin nach dem Zeitalter der Aufklärung“ vorstellen. Darin hat er sich mit der heutigen Bedeutung der Gottesbeweise von Thomas von Aquin (Dominkaner, lebte von 1225 bis 1274) im Lichte der Kritik von Immanuel Kant befasst. Das Thema ist derart komplex, dass es sich an dieser Stelle mit seiner Nennung bewenden soll. Ostritsch ist Autor mehrerer philosophischer Fachbücher. Er hat zu Hegel gearbeitet und eine Ethik des Computerspiels verfasst. Als Redakteur, aber auch als Ethiker hat sich Ostritsch in der Vergangenheit zu Fragen der Abtreibung und der Ehe für alle geäußert. Er ist auch schon mit einem Vortrag in der Bibliothek des Konservatismus in Berlin aufgetreten. Das hat den Tugendwächter*glucks*innen des Wokeismus in München nicht in den Kram gepasst. Statt sich mit den Thesen des Wissenschaftlers auseinanderzusetzen, setzte man lieber die Leitung der Universität unter Druck, den Vortrag abzusagen. Es gelang. Feigheit ist die neue Realität der Universität.
Für die Jesuiten in München geht der Schuss allerdings gewaltig nach hinten los. Berichte über diesen Akt jesuitischer Cancel Culture finden sich in zahlreichen Zeitungen und Internetportalen, darunter Die Welt und Die Tagespost. Das Internetportal Corrigenda, wo Ostritsch eine Kolumne schreibt, sowie andere Medien hatten bei der Hochschule angefragt. Es gab keine Reaktionen. Ebenso hatte die Universität den Referenten im Rahmen des Entscheidungsprozesses nicht informiert. Die woken Aktivisten hatte die Professorenschaft allerdings zu Wort kommen lassen. Die erhobenen Vorwürfe gegen den Referenten sind die übliche argumentenfreie Leier von Kontaktschuld und Menschenfeindlichkeit. Er spricht an den falschen Orten und schreibt in den falschen Medien. Tröstlich ist immerhin dies: Eine Studentin verstieg sich, so meldet Corrigenda unter Bezug auf einen Teilnehmer am Gespräch mit der Hochschulleitung, zu der Äußerung: „Herr Ostritsch wünscht sich wie Charlie Kirk zu sein, wir können Sie aber beruhigen: Erschießen werden wir ihn nicht.“ Der Grund dafür dürfte eher nicht in deren edler Gesinnung liegen, sondern schlicht in der Tatsache, dass man in Deutschland nicht so leicht an Waffen kommt. Da machen wir uns bitte nichts vor. Durch die gewaltige Publicity, die der Vorgang ausgelöst hat, dürfte nun ein Buch über die Gottesbeweise seit Jahrhunderten erstmals wieder die Bestsellerlisten stürmen.
Die falsche Haltung zum Krieg
Jeffrey Sachs ist ein gern gesehener Vertreter der Wissenschaft, wenn es um die Verteidigung des European Green Deal oder die Verteufelung von US-Präsident Donald Trump geht. Jeffrey D. Sachs ist Universitätsprofessor, Autor und Berater von Regierungen weltweit sowie der Vereinten Nationen. So war es in der Einladung der Gewerkschaft der EZB-Angestellten (IPSO) zu einem Webinar über „Geopolitik und Frieden“ zu lesen. Sachs ist Direktor des Zentrums für nachhaltige Entwicklung an der Columbia University und Präsident des UN-Netzwerks für nachhaltige Entwicklungslösungen. Ferner ist er Kommissar der UN-Breitbandkommission für Entwicklung. Jeffrey Sachs wurde zweimal vom Time Magazine unter die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt gewählt. Der Economist stufte ihn unter die drei einflussreichsten lebenden Ökonomen ein.
Vor wenigen Tagen sagte die IPSO die Veranstaltung wieder ab. Die Einladung sei hauptsächlich kritisiert worden, da ihm im Ukraine-Konflikt eine prorussische Haltung unterstellt werde, begründet die Gewerkschaft ihre Absage. Man habe erkannt, so die Mail weiter, dass man die jüngste Entwicklung seiner Denkweise gründlicher hätte prüfen müssen und dass es ein Fehler war, ihn unter den aktuellen Umständen einzuladen, da der Krieg auch an der (Des-)Informationsfront stattfinde. Die Einladung von Jeffrey Sachs sei als kritischer Meinungsaustausch gedacht gewesen. Es sei nicht die Absicht der IPSO gewesen, eine prorussische Position im Ukraine-Konflikt zu vertreten. Im Gegenteil, IPSO unterstütze die Ukraine seit Beginn des Angriffs, auch auf deren Website, bekräftigte man in der Veranstaltungsabsage seine „richtige“ Gesinnung. Wir lernen daraus, dass man in der schönen Welt des Wokeismus zu 99,99 Prozent die richtigen Ansichten vertreten kann, aber für eine 0,01-prozentige Abweichung von der richtigen Haltung leider den Scheiterhaufen besteigen muss. Dabei ist es eigentlich ein alter Hut, dass jede Revolution ihre Kinder frisst.
Game over – bevor es begonnen hat
Laut Entwickler des politischen Satirespiels „The Great Rebellion: Edition 2084“ habe der Nintendo eShop beschlossen, Versionen des Spiels aus den US- und UK-Läden zurückzuziehen. Das meldet das Portal Niche Gamer. Die Sperre geschah offensichtlich trotz mehrerer Zensurkompromisse, die der Anbieter eingegangen sei, um globale Standards einzuhalten. „The Great Rebellion“ kam im vergangenen Jahr für Computer raus und hat seitdem auf einschlägigen Portalen eine „Überwältigend positiv“-Bewertung. Im April des vergangenen Jahres, nur zwei Monate nach Erscheinen, hat der Anbieter Steam das Spiel jedoch in Deutschland gebannt und einfach postuliert, dass es hier nicht erlaubt sei. Laut Bericht des Portals Niche Gamer gab die Mail von Steam nicht an, was genau das Problem sei. Aber man könne sich vorstellen, so das deutsche Fachportal Keyforsteam, dass der Grund im dem ziemlich „anti-woken“ Satire-Content des Spiels und dem Bezug auf reale politische Figuren lag.
Das Spiel war in anderen Regionen weiterhin auf Steam kaufbar. Dennoch wurde erwartet, dass das Spiel wahrscheinlich bei Nintendo nicht durchgehen werde. Das war der Grund für die Entwicklung von „The Great Rebellion: Edition 2084“, einer abgemilderten Version des Originals, die bei Nintendo eingereicht und genehmigt wurde. Die Seite ging zunächst online und Spieler konnten es auf ihre Wunschliste setzen. Einen Tag vor dem Release am 21. November 2025 wurde das Spiel aus dem Nintendo eShop in UK und den USA entfernt. Der Hersteller Kvlt Games berichtet, Nintendo habe erklärt: „Nach Prüfung von The Great Rebellion: Edition 2084 hat Nintendo entschieden, dass es Inhalte enthält, die schädlich für Nintendos Ruf oder Marke sein könnten.“ In der Gamer-Szene wird dieser erneute Akt von politischer Zensur scharf kritisiert.
Schüler schützen – AfD zum Schweigen bringen
Das Kabinett der hessischen Landesregierung hat beschlossen, dass die nächsten Kommunalwahlen am 15. März 2026 stattfinden. Obwohl das Wahlalter bei Kommunalwahlen in Hessen noch bei 18 Jahren liegt, gehört es zum Bildungsauftrag der Schulen, sich mit den Themen der Kommunalwahl auseinander zu setzen. Dazu laden Schulen inzwischen Kommunalpolitiker ein, um über örtliche aber auch große politische Themen zu sprechen. In Frankfurt am Main haben zu diesem Zweck nun Schüler unter Beteiligung der linkspopulistischen Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) und Elternvertretungen ein Aktionsbündnis gegen Rechts gegründet. Das meldet die Frankfurter Rundschau. Forderung der Aktivisten ist unter anderem, zur Kommunalwahl im kommenden Jahr bei Podiums-Veranstaltungen die AfD nicht einzuladen.
Die linksgerichtete Schülerinitiative vertritt die Ansicht: „Eine Einladung der AFD ist nicht mit den demokratischen Werten vereinbar, die Schulen vertreten sollen.“ Dies sagte Leo Decker von den „Schülis gegen rechts“ am Freitag in der Max-Beckmann-Schule. Aus diesem Grund, so die Zeitung, habe die Gruppierung mit Unterstützung von rund 30 Initiativen einen offenen Brief an die Schulleitungen in Frankfurt geschrieben: „Wir bitten Sie: Laden Sie keine Vertreter:innen der AfD zu solchen Veranstaltungen ein.“ Ob „Vertreter:außen“ eingeladen werden dürfen, ist ungewiss. Ferner ist bezeichnend, dass sich die Schüleraktivisten mit dem infantilen Wort „Schülis“ bezeichnen. Kindersprache und Ideologen nachahmende Gendersprache zeugen von nur geringer Reife der verantwortlichen Schüler, die von Eltern und Gewerkschaftsaktivisten unterstützt werden. Es braucht nur wenig Fantasie, um sich vorzustellen, dass Schüler, denen man erklärt, dass die AfD pfui und böse und ganz verboten ist, die Wahlinformationen von keiner Partei so aufmerksam studieren werden, wie die der AfD. Denn wer weiß nicht aus seiner Schülerzeit, dass die verbotenen Früchte immer die süßesten sind?
Einst bekannter Forensiker – jetzt Paria
Der ehemalige Chefarzt des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kantons Zürich, Frank Urbaniok, ist der bekannteste Forensiker der Schweiz – und Kritik gewohnt. Mal kam sie von rechts, weil er Straftäter verhätschle, mal von links, weil er sie zu lange wegsperre. Nun ist er Opfer von Cancelling, weil er vor einem halben Jahr unter dem Titel „Schattenseiten der Migration: Zahlen, Fakten, Lösungen“ ein Buch aus dem beliebten Endlich-sagts-mal-einer-Segment veröffentlicht hat. Nun kommt der Applaus aus der rechten Ecke. Für viele Linke ist er endgültig zum roten Tuch mutiert. Urbaniok schreibt, es gebe einen Zusammenhang zwischen der kulturellen Prägung und der Gewaltbereitschaft. Und benennt konkret jene Nationalitäten, die in den Kriminalstatistiken besonders herausstechen – von Afghanistan bis Syrien.
In einer Buchhandlung in Basel war nun eine Lesung mit Urbaniok geplant. Doch stattfinden wird sie nicht. Linksradikale hatten zu einer Kundgebung vor der Buchhandlung aufgerufen. Die Absage sei in Absprache mit dem Autor und den Sicherheitskräften gefällt worden: „Wir können keine störungsfreie Veranstaltung garantieren aufgrund von angekündigten Demonstrationen.“ Frank Urbaniok selbst sagte dem Schweizer Portal Blick, die Buchhandlung in Basel sei ein Ort, der nicht gut gesichert werden könne. Er könne die Absage daher nachvollziehen. „Doch dass es so weit kommen musste“, so der Autor wörtlich weiter, „zeigt einen problematischen Trend – die Meinungsräume werden immer enger, und unbequeme Wahrheiten dürfen nicht ausgesprochen werden.“
Der Müllwagen als Paria
Es ist mehr ein Schildbürgerstreich als ein Fall von Cancel Culture, doch sollte in Bielefeld künftig der Müll auf der Straße liegen bleiben, so liegt das daran, dass man sich auf der Suche nach Alternativen zum guten alten Dieselöl in den Wirren der vermeintlich klimaneutralen Antriebe verrannt hat. Werfen wir unseren Blick auf das ostwestfälische Schilda: Laut der örtlichen Regionalzeitung „Westfalen Blatt“ kaufte der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld zwecks Klimaschonung sieben Müllfahrzeuge mit Wasserstoffbetrieb. Die Kosten pro Fahrzeug beliefen sich auf eine Million Euro. Zum Vergleich: ein mit Diesel angetriebenes Fahrzeug ist für 250.000 Euro zu bekommen.
Leider verfügt die Stadt Bielefeld noch nicht über eine Wasserstofftankstelle für Entsorgungsfahrzeuge. Diese war für 2027 geplant, kann aber vorläufig nicht gebaut werden. Bis dahin wollte man sich mit einer etwa 30 Kilometer entfernten anderen Tankstelle behelfen. Doch auch diese wird leider bald geschlossen. Die nächste verfügbare ist 66 Kilometer entfernt und auch diese wird bald geschlossen. Letzte Möglichkeit ist das Tanken in Münster. Das ist über 80 Kilometer entfernt. Hin- und Rückfahrt entsprechen in etwa der Reichweite einer Tankbefüllung der Wasserstoffmüllfahrzeuge. Die vorhandene Wasserstofftankstelle in Bielefeld wurde vom Land für den Personennahverkehr gefördert, also nur für Busse. Müllwagen dürfen hier aus rechtlichen Gründen nicht befüllt werden. Außerdem gäbe es noch technische Tankprobleme, die dazu führten, dass die Müllwagen nur die halbe Reichweite hätten. Jetzt befasst sich der Landtag mit dem Schildbürgerstreich. Die Stadt wiegelt ab, da man, so eine Sprecherin des Umweltbetriebs, langfristig sowieso auf elektrisch betriebene Müllwagen setze. Diese kämen allerdings erst 2029, weil die benötigten Ladekapazitäten noch nicht vorhanden seien.
Da können wir sehr, sehr froh sein, dass diese Geschichte vielleicht einfach nur frei erfunden sein kann, denn erstens wird kein Umweltbetrieb so dumm sein, die guten alten und zuverlässigen Diesel-LKWs zu canceln und zweitens … Bielefeld, ich sage nur, Bielefeld!
Die Gute Nachricht zum Schluss:
Das Webmagazin Spiked, aus dem gelegentlich übersetzte Artikel bei Achgut.com erscheinen, hat eine Filmdokumentation zum Thema Meinungsfreiheit gedreht. Diese war von einem Kino in Ost-London zunächst als Premiere ins Programm gesetzt und dann abgesagt worden. Es gab in England und darüber hinaus zahlreiche Proteste. Daraufhin wurde die Absage zurückgenommen.
Das Portal schreibt: „Danke an alle, die sich gemeldet haben, um ihre Solidarität und Unterstützung zu zeigen, seit das Rich Mix Kino die Premiere unserer Meinungsfreiheitsdokumentation Think Before You Post abgesagt hat, mit der Begründung, der Film stimme nicht mit seinen 'Werten' überein.“
Hier endet der allwöchentliche Überblick des Cancelns, Framens, Empörens, Strafens, Umerziehens, Ausstoßens, Zensierens, Denunzierens, Entlassens, Einschüchterns, Moralisierens, Politisierens, Umwälzens und Kulturkämpfens. Bis nächste Woche!
Ein Archiv der Cancel Culture in Deutschland mit Personenregister finden Sie unter www.cancelculture.de. Um auch weniger prominente Betroffene aufnehmen zu können, sind die Betreiber der Website auf Hinweise angewiesen. Schreiben Sie ihnen gerne unter cancelculture@freiblickinstitut.de
@Jochen Lindt, „F.J. Strauß (“ Rechts von der Union darf es keine demokratisch legitimerte Partei geben„)“ — Ein echter Prophet!
„Hier kommt die AfD ins Spiel, keineswegs als Retter in der Not, das nicht. Aber sie wird halt gefragt, was sie anstelle von “Weiter so„ anders machen würde.“ — Die Antwort von Weidel lautet: „Neoliberalismus“, d.h. „weiter so“.
@Sam Lowry, Sie werden es in diesem Leben nicht mehr lernen: „76 Prozent (der Doitschen, Anm. d. Verf.) geben an, sich regelmäßig impfen zu lassen.“ (n-tv) Unfassbar…„ — Unverzeihlich auch, dass die das noch können. Müssten doch längst alle todkrank oder tot sein.
Wenn der Ost-Ritsch wirklich auf den Osten bezogen würde, wäre er falsch geschrieben. Ich erinnere mich mit Grauen an meinen Kollegen aus dem bairischen Sprachraum, der auf eine Dienstreise nach Grosz-Zschocher zum VEB BBG (heute Amazonen Werke) geschickt wurde und mit Tränen in den Augen erkannte, dass er es gar nicht aussprechen kann. Also richtig: Ost-Ritzsch!
Woke Haltungsbekundungen und Cancelling-Aufrufe kosten den Bekunder i.d.R. nicht viel…oder gar nix. Sie verbreiten ein wohliges Feeling, auf der „richtigen“ Seite zu stehen, Schulterklopfen der Anschauungsbrüder oder gar öffentliche Publicity sind im Preis inbegriffen. Echte Gefahren – ob wirtschaftlich oder leiblich – sind eher selten zu befürchten. Alles in allem: Ego-Wixe für lau. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die angestachelte Meute sich intensiv mit dem Cancel-Objekt beschäftigt und ggf. die eigenen Mistigkeiten des Initiators übersieht.
Daher sehen wir auch recht selten Cancel-Attacken gegen Länder, die Menschen- und Arbeitsrechte aktiv mit Füssen treten…im Gegenteil: Diese Woche lief auf Phoenix wieder mal eine Reise-Werbe-Doku über Oman…ungeachtet dessen, dass dort Schwule im Knast landen, die Scharia für Recht und Ordnung sorgt und ein autoritäres Regime herrscht. Aber es ist einfach scheee dort…und Öl und Gas haben sie auch.
Stand vorhin in Emden (Friesland) beim Wochenendeinkauf zwischen zwei parallel liegenden Drogeriemärkten (nur durch eine grusige Kneipe getrennt):
Links DM – Rechts Müller (das ist jetzt Zufall, das Links und Rechts).
Die Links-Billigwareverhökerer ignoriert,
Das Rechts-Qualitätsgeschäft zu günstigen Preisen mit einem fetten Einkauf friesischer Spezialitäten (Lakritzstangen, Salmiakpastillen, Küstennebel, Anislikör etc) bedacht. Und Arbeitsplätze bei Müller gesichert.
Das Kriechen im Schlamm des rotgrünen Geistes einen Namen bekam: Rossmannen jetzt heißt es.
Im Grunde hat die CDU ihren Kurs verlassen, als sie die Ansage von F.J. Strauß („ Rechts von der Union darf es keine demokratisch legitimerte Partei geben“) über Bord warf. Die SPD wird sogar untergehen, weil sie Herbert Wehners Warnung von 1982 ignorierte: „Wenn wir uns weiterhin einer Steuerung des Asylproblems versagen, dann werden wir eines Tages von den Wählern, auch unseren eigenen, weggefegt.“ Dazwischen stehen dann solche Verbände, wie diese Familienunternehmer, die natürlich eine planbare Zukunft für ihren Laden suchen, und bei den regierenden Ideologen nicht fündig werden. Denn die retten erst mal das Weltklima, die Beamtenpensionen, dann die Ukraine, Syrien, Afghanistan, Palästina, Afrika, den brasilianischen Urwald (die Brasilianer nicht, nur die Amazonasindianer), die Demokratie in der Türkei, Albanien, USA und Ungarn, und und und. Das alles hilft dem Familienunternehmer nicht, der Gehälter, Mieten und Lieferanten bezahlen muss. Hier kommt die AfD ins Spiel, keineswegs als Retter in der Not, das nicht. Aber sie wird halt gefragt, was sie anstelle von „Weiter so“ anders machen würde. Das ist legitim und hat nichts mit Rechtslastigkeit zu tun. Wenn die SPD nicht mehr existiert und die CDU sich zerlegt hat, ist es vollkommen richtig einen Plan B zu haben. Zumal dann, wenn man nicht nur die eigene Familie zu ernähren hat.