Ausgestoßene der Woche: Musk und die Mimosen

Seit Elon Musk die Plattform X, früher Twitter, übernommen hat, weht dort ein viel liberalerer Wind. Das passt so manchem Tugendwächter nicht. Die EU-Kommission unterstellt X den höchsten Grad an Desinformation. Und der Grüne-Jugend-Bundessprecher fordert auf Musks Plattform sogar dessen Enteignung.

Noch ist unklar, ob es einen tätlichen Angriff auf den AfD-Chef Tino Chrupalla bei einem Wahlkampfauftritt in Ingolstadt gegeben hat. Am Mittwoch hatte sich der Politiker in intensivmedizinische Behandlung begeben (Achgut berichtete). Zweifler sprechen von einem Schwächeanfall oder Ähnlichem ohne Fremdeinwirkung, parteinahe Kreise spekulieren über eine Spritze, die man dem Partei- und Fraktionsvorsitzenden vielleicht beim Selfieschießen verabreicht haben könnte. Die Kripo ermittelt, „eine oberflächliche Rötung bzw. Schwellung“ an Chrupallas Oberarm wurde behördlicherseits bereits bestätigt. Nachdem die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch mit Kot beschmiert worden war und angesichts einer der Partei feindlich gesonnenen Antifa, die schon Gegnern der Corona-Politik Parolen wie „Wir impfen euch alle“ zugeschrien hat, liegt ein solches Szenario nicht außerhalb des Vorstellbaren.

Chrupallas Doppelspitzen-Kollegin Alice Weidel nahm am Vortag einen wichtigen Auftritt im bayerischen Landtagswahlkampf nicht wahr. Am Nationalfeiertag hätte sie in Mödlareuth, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, bei einem Termin ihrer Partei sprechen sollen. Stattdessen meldete sie sich nur per Video. Sie befand sich auf Mallorca, wohin sie aus Sicherheitsgründen ausgewichen war. Am 23. September war sie mit ihrer Familie, wie Weidels Sprecher ausführt, von der Polizei aus ihrem Schweizer Wohnsitz geholt und eine Nacht anderweitig untergebracht worden. Offenbar befürchtete man einen Anschlag. Das deutsche Bundeskriminalamt bestritt zwar, speziell von der Wahrnehmung des Termins in Mödlareuth abgeraten zu haben; die Warnungen, denen die AfD-Vorsitzende gefolgt ist, könnten jedoch von der Schweizer Polizei oder von anderer Seite ausgesprochen worden sein.

Wenn Politiker wegen Attentatsgefahr ihrer Tätigkeit nicht in vollem Umfang nachgehen können, schränkt das die Funktionsfähigkeit unserer ohnehin stark dysfunktionalen Demokratie weiter ein. In den Niederlanden konnten nach der Ermordung des Regisseurs Theo van Gogh durch einen marokkanischstämmigen Islamisten 2004 zwei Abgeordnete eine Weile nicht einmal ihre Parlamentstätigkeit ausüben: Geert Wilders wurde unter anderem in Kasernen versteckt, darunter in Zellen, wo früher die libyschen Angeklagten des Prozesses um den Lockerbie-Anschlag inhaftiert waren. Achgut-Gastautorin Ayaan Hirsi Ali, die mit van Gogh an einem islamkritischen Film gearbeitet hatte, isolierte man monatelang auch in den USA und Deutschland, bevor sie ihre Arbeit als Parlamentsabgeordnete in Den Haag wieder aufnehmen konnte. Wurden gegen Wilders und Hirsi Ali noch Fatwen ausgesprochen, geht die Gefährdung von AfD-Politikern – folgt man der Argumentation des kritischen Journalisten Boris Reitschuster – nicht zuletzt auf eine berüchtigte Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) zurück.

Banken-Schranken

Vor über zwei Wochen war Beobachtern bereits der sehr präsente Personenschutz für Tino Chrupalla bei einem Wahlkampfauftritt in Nordhausen aufgefallen. Dieser begegnet uns heute aber auch noch aus einem anderen Grund. Chrupalla wurde nach eigener Darstellung kürzlich sein Konto bei der Postbank gekündigt – wegen seiner Parteizugehörigkeit. Das zur Deutschen Bank gehörende Kreditinstitut will das unter Verweis auf das Bankgeheimnis nicht ausdrücklich bestätigen. Das erinnert an den hier schon behandelten Fall Nigel Farage in Großbritannien und natürlich an den Fall des erwähnten Boris Reitschuster. Dieser weist darauf hin, dass die Kündigung von Farages Konto im Vereinigten Königreich große Medienaufmerksamkeit generierte und die Regierung veranlasste, tätig zu werden. In Deutschland, wie er beklagt: Fehlanzeige. Chrupallas AfD als Organisation hingegen dürfte solches nicht drohen, da Parteien sich auf besonderen grundgesetzlichen Schutz berufen können: Selbst die linksextreme MLPD darf ihre Konten bei – ausgerechnet – der Deutschen Bank behalten.

Brandmaueropfer

Vergangene Woche habe ich Ihnen vom Rücktritt Andreas Rödders als Vorsitzender der CDU-Grundwertekommission berichtet. Sowohl ihm als auch dem Augsburger Bischof Bertram Meier schlug der Wind ins Gesicht, weil sie keine totale Brandmauer gegenüber der AfD ziehen. Gleich danach erwischte es den Landesvorsitzenden der CDU in Bremen, Carsten Meyer-Heder. In einem Fernsehinterview hatte er vorgeschlagen, Zusammenarbeit mit der AfD auf kommunaler Ebene nicht völlig auszuschließen. Er habe vor der Linkspartei in der Bremer Bürgerschaft „mehr Angst als vor manchen Leuten in der AfD“. Kurz darauf verkündete Meyer-Heder am letzten Freitag seinen Rücktritt „in Abstimmung mit der Partei“. Er sei missverstanden worden und stehe der blauen Oppositionspartei keineswegs nahe. Sein Landesverband lobt ihn zum Abschied dafür, „den Weg für eine paritätische Liste und mehr Diversität 2023 geöffnet“ zu haben.

X-Propriation

„Elon Musk ist eine Gefahr für die Demokratie“, schreibt Grüne-Jugend-Bundessprecher Timon Dzienus. „Er gehört enteignet.“ Dzienus darf dies auf Twitter, der Plattform des afroamerikanischen Multimilliardärs, veröffentlichen. Letzterer darf aber offensichtlich nicht äußern, was er will, ohne solche Reaktionen hervorzurufen. Den Anlass für diesen Vorstoß bot Musks Retweet in Sachen Mittelmeer-Schlepperei (Achgut berichtete), den er mit der Frage versah, ob der deutschen Öffentlichkeit bekannt sei, dass Schleuser mit deutschen Steuergeldern subventioniert werden. Im Anschluss stellte Musk unter anderem in den Raum, ob die deutsche Regierung nicht gegen die Bevölkerungsmehrheit handle und abgewählt gehöre. Der Twitter-Eigner ist nicht das deutsche Volk, daher braucht er eine mögliche Enteignung weniger zu fürchten.

Auch in Brüssel hat man wenig für Musk übrig. Unter sechs großen sozialen Medien fände sich bei Twitter der höchste Grad an Desinformation, so kürzlich die EU-Kommission (Achgut berichtete). Kommissarin Věra Jourová verlangte Gesetzeseinhaltung und betonte, man beobachte das Unternehmen. Unverhohlene Drohungen der Eurokraten an Musks Adresse sind nichts Neues: Jourovás Kollege Thierry Breton hatte dem Twitter-Chef erst vor wenigen Monaten zu verstehen gegeben: „Man kann weglaufen, aber man kann sich nicht verstecken.“

Nachdem der Südafrikanischstämmige Ende letzten Jahres den Kurznachrichtendienst übernommen hatte, hofften einige seiner deutschen Gegner, in Mastodon eine Alternative gefunden zu haben. Offenbar mit begrenztem Erfolg, denn jetzt klammert man sich schon an den nächsten Strohhalm. BlueSky heißt der neue Anbieter, bei dem sich unter anderem die SPD-Politikerin Sawsan Chebli tummelt. Als „eine Art ‚Gated Community‘ der linken Schickeria“ sieht ihn Apollo News. Hauptsache, man bleibt dort von der Kritik Andersdenkender verschont – und am besten von der Realität insgesamt.

YouTube-Ampel

Wer von den Werbeeinnahmen seiner YouTube-Videos leben will, ist darauf angewiesen, dass die Plattform möglichst viele dieser Videos als werbefreundlich (grün) einstuft. Mit eingeschränkt werbeunfreundlichen (gelben) Filmen generiert man viel weniger Umsatz, mit ungeeigneten (roten) gar keinen. Manche YouTuber, die mit politischen Inhalten „anstoßen“, können ein Lied von willkürlich wirkenden Einschränkungen dieser Art singen. Einen kuriosen Fall meldete jüngst Alexander Raue alias Vermietertagebuch. Sein Video „Taiwan meldet 18-fachen Anstieg von Impfschäden“ über die Corona-Spritze wurde, nachdem es bereits 120.000-mal aufgerufen worden war, auf gelb zurückgestuft, und später wieder auf grün gestellt. Der Vorgang wiederholte sich in den nächsten Tagen. Diese – für Zuschauer der Videos nicht unmittelbar erkennbare – Veränderung führt Raue darauf zurück, dass Beschwerden gegen seinen Inhalt bei der automatischen Prüfung durch den Algorithmus zu je unterschiedlichen Resultaten geführt hätten – „trotz derselben Regeln“.

Faktenchecker unter sich

Raue ist auch auf Facebook unterwegs und hat dort mit Faktenchecker-Zensur zu tun. Deutschsprachige Faktenchecker trafen sich letzte Woche in Wien zu einer Tagung. Wie Magnus Klaue in der Welt berichtet, stach ausgerechnet eine YouTube-Lobbyistin mit der exzentrischen Forderung nach einem „offenen Internet“ hervor. Die übrigen Teilnehmer präsentierten sich „nicht als distanzierte Beurteiler der Nachrichten- und Meinungslage, sondern als Kriegsteilnehmer“ in einem Infokrieg. Sie werfen anderen vor, sich in ihrer Kommunikation abzuschotten, sind aber selbst, so Klaue, „Bewohner einer Blase […], die ihre Gewissheit, im Recht zu sein, der andauernden Wiederholung immergleicher Schlagworte und der Weigerung verdanken, sich mit der Welt außerhalb ihres eigenen Zirkels auseinanderzusetzen“.

True colours

Dass, wer wie weiland Martin Luther King für „Farbenblindheit“ im Umgang von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe plädiert, den Zorn der Anhänger der „kritischen“ Rassenlehre auf sich zieht, war vergangene Woche bei uns Thema. Dies widerfuhr auch Sean Corby (hier mit seiner Frau). Der Angestellte hatte im Intranet seines Arbeitgebers, einer britischen Behörde, den Ansatz der Black-Lives-Matter-Bewegung (BLM) kritisiert. Daraufhin erklärten einige Kollegen, sich in seiner Gegenwart „unsicher“ zu fühlen. Gegen Corby wurde sogar eine Untersuchung eingeleitet, was den Betroffenen an „Ostdeutschland“ erinnerte – er meinte wohl die DDR. Zwar wurden die Beschwerden gegen ihn abgewiesen, Corby aber aufgefordert, seine Posts zu löschen. Dem kam er nicht nach und brachte den Fall vors Arbeitsgericht. Dort erzielte er jüngst einen Erfolg: Seine Ablehnung der woken Rassenlehre gilt als gesetzlich geschützter „philosophischer Glaube“, aufgrund dessen er nicht diskriminiert werden dürfe.

Kritische Rassenreligion

Jenseits des Großen Teichs, im Black-Lives-Matter-Mutterland, sind jetzt sogar einschlägige Kirchenfenster eingeweiht worden. Anstelle zweier 2017 entfernter gläserner Darstellungen von Südstaatengeneralen zieren die Washington National Cathedral nun Abbildungen einer Protestaktion Schwarzer, die – wie Apollo News zu Recht schreibt – „verdächtig an die ‚Black Lives Matters [sic!]‘-Bewegung erinnern“. Das Gotteshaus in der US-Hauptstadt gehört zur Episkopalkirche, einer anglikanischen Glaubensgemeinschaft. Mittels der Fenster möchte sie sich den „Erbsünden des Rassismus und der Sklaverei“ widmen. Dabei stört es Dompropst Randolph Hollerith gar nicht, dass die neuen Kunstwerke – im Gegensatz zu den alten an gleicher Stelle – kein christliches Kreuz mehr enthalten. Das Thema Rassismus selbst sei religiös genug. Die Außenfassende der Kathedrale schmückt übrigens ein Darth-Vader-Kopf.

Studenten wollen canceln

Fälle von Veranstaltungen an Hochschulen, die im Vorfeld gecancelt oder in ihrem Ablauf gestört werden, weil einigen ihr Inhalt oder die Person eines Redners missfällt, tauchen öfters in dieser Kolumne auf. Eine Studie der Universität Konstanz bietet nun Datenmaterial zu diesem „De-Platforming“. Studenten sollten angeben, welches Vorgehen sie gegen bestimmte Vortragsredner an der Uni für akzeptabel halten. Die Auffassungen der Redner, zu denen dies abgefragt wurde, lauteten: Migration sollte begrenzt werden, es gibt nur zwei biologische Geschlechter, Einkommensunterschiede in einer Gesellschaft motivieren zu harter Arbeit.

Jeweils die Mehrheit der Befragten findet das Entfernen von Werbung für solche Vorträge (Flyer, Aushänge) absolut, eher oder vielleicht akzeptabel (bei allen drei Themen). Zum Teil erhebliche Minderheiten bewerten das Blockieren des Zutritts zum Vortrag, das Niederschreien des Redners oder sogar die Anwendung von physischer Gewalt genauso. „Aggressive Formen des Protestes lehnt die große Mehrheit der Studierenden ab“, schreiben zwar die Studienautoren, Welt-Wissenschaftsredakteur Axel Bojanowski macht sich jedoch einen anderen Reim darauf. Er rechnet die Zahlen der – allerdings nicht repräsentativen (!) – Studie auf alle deutschen Studenten hoch und gelangt so zu dem Ergebnis, „dass knapp 300.000 Studenten an deutschen Hochschulen physische Gewalt tolerieren könnten, um akademische Vorträge über legitime Thesen an ihrer Uni zu verhindern.

Das Klima an der Uni

Manchmal will man auch einen Professor gleich ganz loswerden. Eric Kaufmann, der Politikwissenschaft am Birkbeck College der Universität London lehrt, wechselt deshalb jetzt die Universität. Der Kanadier versteht sich als nationalkonservativ und befindet sich in Gegnerschaft zu den Woken. Einige Studenten und Kollegen an seiner Hochschule hätten in den vergangenen fünf Jahren – vorher habe er seine Ansichten weniger offen vertreten – regelrecht Jagd auf ihn gemacht. Dem Demographie-Experten mit europäisch-jüdischen, chinesischen und lateinamerikanischen Vorfahren wurde Nähe zu weißem Rassismus unterstellt, zu seiner Entlassung wurde aufgerufen, eine Mitarbeiterin erklärte öffentlich, wegen der „Rechtsaußen“-Orientierung Kaufmanns gekündigt zu haben, der sich sogar erdreiste, den „antisemitischen Begriff des ‚Kulturmarxismus‘“ zu verwenden.

Der Angegriffene befürchtet für die Zukunft eine Zunahme solchen Ärgers und tritt daher lieber eine Stelle an der privaten Universität Buckingham an, die der konservative Intellektuelle Roger Scruton mal als „am wenigsten politisch korrekte Universität in Europa“ apostrophiert hat. Kaufmann rechnet auch dort mit einer linken Mehrheit, sieht die Uni aber gut aufgestellt in Sachen Meinungsfreiheit; in der Universitätsspitze seien dort traditionell auch Konservative und Liberale vertreten. Er betont, dass es ihm um einen „ausgewogenen Freiraum“ geht. Außerdem möchte er ein „nicht-linkes“ Forschungszentrum einrichten. In Deutschland hatten wir dieses Jahr den Fall eines Professors zum Thema, der sich vom Wechsel von der Uni Marburg an die Uni Saarbrücken ein weniger ideologisches Klima verspricht.

Pass auf, was du postest

Die Tulane University in New Orleans hat eine lange Latte an Benimmregeln aufgestellt, was die Nutzung der anstaltseigenen IT-Infrastruktur angeht. Studenten dürfen sich zum Beispiel kein pornographisches, diskriminierendes oder potenziell jemanden belästigendes Material anschauen oder verbreiten. Das könne bereits das Surfen im W-LAN der Uni betreffen, befürchtet die Bürgerrechtsorganisation FIRE. Ansonsten drohen Strafen, bis hin zur Exmatrikulation. FIRE sieht in den Regelungen einen inakzeptablen Aufruf zur Selbstzensur.

Namen sind Dramen

Zuletzt geht es nach Spanien. Der Fußballverein FC Getafe benennt sein Stadium um. Bisher hieß es Coliseum Alfonso Pérez, künftig soll die Bezeichnung nur noch Coliseum lauten. Denn der Namensgeber Alfonso Pérez, ein früherer Fußballspieler, habe sich „sexistisch“ geäußert. Findet er, dass Frauen an den Herd gehören? Dass man ungehorsame Ehegattinnen schlagen soll? Oder gar, dass nur Männer Fußball spielen können? Nein, Pérez hat öffentlich die Meinung vertreten, dass es richtig sei, wenn im Frauenfußball niedrigere Gehälter an die Spielerinnen gezahlt werden als im Männerfußball, weil er weniger Aufmerksamkeit und weniger Geld generiert. Nach den Vorgängen um einen Kuss des früheren Verbandspräsidenten Rubiales liegen wohl die Nerven blank.

Und so endet der allwöchentliche Überblick des Cancelns, Framens, Empörens, Strafens, Umerziehens, Ausstoßens, Zensierens, Denunzierens, Entlassens, Einschüchterns, Moralisierens, Politisierens, Umwälzens und Kulturkämpfens. Bis nächste Woche!

Ein Archiv der Cancel Culture in Deutschland mit Personenregister finden Sie unter www.cancelculture.de. Um auch weniger prominente Betroffene aufnehmen zu können, sind die Betreiber der Webseite auf Hinweise angewiesen. Schreiben Sie ihnen gerne unter cancelculture@freiblickinstitut.de.

Foto: DonkeyHotey CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

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CKrull / 06.10.2023

Zitat: “Studenten sollten angeben, welches Vorgehen sie gegen bestimmte Vortragsredner an der Uni für akzeptabel halten.” Ich habe noch zu Zeiten studiert, da war es eine quasi eine Auszeichnung, überhaupt einen Platz zu bekommen. Man musste auch vordem in Aufnahmeprüfungen die Studierfähigkeit nachweisen. Es gab keine “ewigen” Studenten, die Lernwilligen die Plätze blockierten. Störungen des Uni-Betriebes? - undenkbar und mit Rausschmiß “belohnt”. Wer nach dem letzen Semester keinen Abschluß erreichte oder beim Beschiß erwischt wurde, war raus aus dem Rennen-ohne Gnade. So war das damals… Man sollte die Problematik ins Gegenteil wenden: “Dozenten sollen angeben, welches Vorgehen sie gegen bestimmte Studenten für akzeptabel halten, die ihr Previleg, studieren zu dürfen, massiv mißbrauchen und das universitäre Leben mit kriminellen Aktionen stören, Strafverfolgung inclusive.”

Moritz Cremer / 06.10.2023

Weidel wurde vom schweizer SEK “Luchs” gerettet! “Die Sondereinheit „Luchs“ der Schweizer Polizei kommt nur bei besonders brisanten Polizeieinsätzen zum Zuge. Demnach soll es im Ort auch zu umfassenden Kontrollen von Autos an „neuralgischen Punkten“ gekommen sein. Polizisten hätten alles, was auffällig aussah, beobachtet und durchsucht. Ein Sprecher von Alice Weidel bestätigte gegenüber NIUS, dass eine Sondereinheit zum Einsatz kam. Die Kantonspolizei Schwyz wollte weiterhin keine Auskunft zum Einsatz machen. Die Interventionseinheit „Luchs“ der Schweizer Polizei entstand 1986 aus den Anti-Terror-Spezialisten der Zentralschweizer Polizeikorps. Die Einheit kommt zum Einsatz, wenn ein hoher Gefährdungsgrad an Leib und Leben besteht. ... ...”

Christoph Lövenich / 06.10.2023

@Dieter Helbig: Ja, der Fall Danisch war vor einigen Wochen hier in der Kolumne Thema.

Ralf Pöhling / 06.10.2023

Und weiter: Das Problem, was da im ersten Absatz beschrieben wird, habe ich seit Jahren auch. Ich selbst arbeite im Sicherheitsapparat und haben deswegen einen strategischen Vorteil gegenüber durchschnittlichen Politikern aus dem Volk und Prominenten. Ich kann mich auch noch beschützen, wenn der organisierte Schutz drum herum mal schwächelt. Nichtsdestotrotz ist der Aufwand meiner Kollegen und Kolleginnen, mich am Leben zu halten, mittlerweile absolut enorm und überschreitet bisweilen sogar das, was da oben geschrieben steht. Jetzt soll mir mal jemand erklären, wie das in einer Demokratie, in einem freien Land überhaupt möglich werden kann, dass ein derartiger Aufwand getrieben werden muss, damit andere Meinungen und ein offener demokratischer Austausch überhaupt gewahrt bleiben. Das ist eigentlich ein Unding und lässt nur einen Schluss zu: Wir haben hier weder Demokratie noch Freiheit, denn die Freiheit ist ja eigentlich auch “immer die Freiheit der Andersdenkenden”, oder plötzlich doch nicht mehr? Niemand wird dazu gezwungen, auf Twitter/X seine Meinung kundzutun oder dort andere Meinungen lesen zu müssen. Und niemand wird dazu gezwungen, die AfD zu wählen. Aber es scheint mir so, nein es ist in der Praxis zu beobachten, dass immer mehr Menschen dazu gezwungen werden sollen, Twitter/X fern zu bleiben und die AfD nicht zu wählen. Und genau da fängt der Faschismus an. Also genau auf der Seite, die sich fälschlich als demokratisch verkauft und uns als antidemokratisch verteufelt. Das ist die Sache mit dem Machtvakuum: Wir treten zurück und lassen den anderen mehr Freiraum und die nutzen diesen Freiraum sofort aus, um unseren Freiraum zu begrenzen. Und da schreitet dann der Sicherheitsapparat ein, um die verfassungsmäßige Ordnung zu erhalten. Was im Extrem dann wieder zu Mauern, Stacheldraht und Gewaltandrohung führt, um den Missbrauch der Toleranz durch die Intoleranz zu verhindern. Werdet euch eurer eigenen(!) Intoleranz endlich bewusst, sonst wird das eskalieren.

Ralf Pöhling / 06.10.2023

Der Vorteil des Liberalismus ist gleichzeitig sein größtes Manko: Er gibt den Menschen maximal mögliche Freiheit. Leider auch denen, die die Freiheit abschaffen wollen. Genau das ist hier (wieder mal) passiert. Ich erinnere an Poppers Toleranzparadoxon: Wer gegenüber den Intoleranten auch tolerant ist, der schafft die Toleranz ab. Liberalismus ist ein Balanceakt zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Hier greift die Regel vom Machtvakuum: Wenn einer die Macht abgibt, wird sie von einem anderen direkt besetzt. Das ist so wie bei einem Konzert in voller Halle: Wenn ich freiwillig einen Schritt zurücktrete um mehr Distanz zu meinem Vordermann und damit mehr Luft zu bekommen, wird diese Lücke alsbald von irgendwem anders geschlossen, anstatt sie rücksichtsvoll frei zu halten. In der Theorie klingt liberales Gedankengut immer fantastisch. In der Praxis funktioniert es jedoch nur mit rücksichtsvollen Menschen, die permanent mitdenken. Das tut aber kaum jemand. Die meisten Menschen auf diesem Planeten sind rücksichtslose Arschlöcher, die überall nur ihre eigenen Vorteile ausnutzen und andere übergehen. Interessanterweise sind es meist die, die sich selbst für rücksichtsvolle und mitfühlende Menschen halten, die in der Praxis die rücksichtslosesten Arschlöcher sind. Also genau die, die andauernd von Unterdrückung, angeblichen Antidemokraten auf der Gegenseite und verletzten Menschenrechten faseln, sind genau die, die all das sofort ins Gegenteil verdrehen, wenn sie selbst am Ruder sind. Der Rassismus in den USA geht heute von den Schwarzen aus. Weil man sie aus Toleranz diese Grenze überschreiten lässt. Das gleiche gilt für den fundamentalen Islam. Die breiten sich hier nur deshalb so massiv aus, weil wir es aus Toleranz nicht verhindern. Und das führt dann sogar dazu, dass die, die das Problem dann beim Namen nennen, hinter massiven Sicherheitsvorkehrungen faktisch weggeschlossen werden müssen, damit sie vom intoleranten Mob verschont bleiben.

Sam Lowry / 06.10.2023

Der Mainstream versucht in Zusammenarbeit mit der Einheitspartei und der Polizei die AfD-Politiker zu diskreditieren. Und sie wissen, dass auch bei Widerruf immer etwas hängenbleibt. Wenn ein solcher überhaupt stattfindet…

Wilhelm Lohmar / 06.10.2023

Die Studie der Universität Konstanz sollte vielleicht noch aufgeschlüsselt werden nach Geschlechtszugehörigkeit ( sowohl biologisch als auch eingebildet ) und nach Studiengang, also MINT, Gesellschaftswissenschaften usw. Besonders interessant fände ich wohl die Ergebnisse für Politologie und Gender Studies.

Hans Buchner / 06.10.2023

“wenn im Frauenfußball niedrigere Gehälter an die Spielerinnen gezahlt werden als im Männerfußball”  -  So isses. Trotz allem Hype, der um die Mädels hier gemacht wird, ich behaupte: Selbst die weltbeste Frauenmannschaft würde nicht mal in der 4. Liga bestehen. Selbst 3. Liga ansehen ist ja meist schon eine Zumutung…

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