Aus dem Heldenleben eines deutschen Lehrers (4): Wie bleibt was hängen?

Als Kunstlehrer war ich in einer gewissen Sondersituation. Ich unterrichtete das einzige Fach, in dem sich die Schüler, etwas gelockert durch ihre manuelle Tätigkeit, im Sitzen relativ frei, ausreichend laut und unbefangen unterhielten. In der Regel wanderte ich durch die Reihen, korrigierte bei Einzelnen, gab Tipps und versuchte die Ermatteten weiterzuschieben. Bei mir gab es eine Art pädagogisches Schweigegebot. Ich erzählte nie was weiter, höchstens wenn die Anwürfe gegen Kollegen zu sehr unter die Gürtellinie gingen, fing ich an, leise zu knurren, was auch gewöhnlich sofort half. Dazu kommt noch, dass wohl bei keinem Unterricht die Persönlichkeit der Schüler so geradezu holzschnittartig deutlich wird wie im Fach Kunst. So weit, so gut!

Für die Schüler ist die Schule erst einmal Lebens- und Sozialraum. Die wichtigsten Akteure sind ihre Mitschüler. Interessant ist, wie sie sich zu ihrem schulischen Lebensumfeld äußern. An erster Stelle in oberen Klassen stehen Erinnerungen an Klassenfahrten: „Weißt du noch …“ Gerne auch mit Heldenberichten von nächtlichen Ausbrüchen und verbotenen Umtrünken. Dann folgen Wahrnehmungen an Lehrern, die sich keineswegs auf das Fachliche beziehen, sondern viel mehr auf die persönliche Wirkung, den Kollegen als Sympathie- oder Antipathieträger, seine Macken und dergleichen. Man kann fast sagen, je mehr einer ins Feuerzangenbowlische schlägt, desto eher bleibt er in Erinnerung. Oder er fasziniert die Schüler tatsächlich, über eine Kombination von Person und Fachkompetenz. Dazu kommen humoristische Situationen, das Kabarettistische, das Schule immer auch hat, wenn sich Generationen gegenüberstehen. Dann spät, sehr spät, kommen die Inhalte, oft verbunden mit der Frage, wo man die Hausaufgabe abfeilen kann.

Sagen wir es fei heraus: Der ganze ungeheure Aufwand, den wissenschaftliche Pädagogik, Schulbuchverlage, präfabrizierte Unterrichtseinheiten, Lehrfilme, Folien, Didaktiken, Lehrpläne und Handreichungen betreiben, ist für das Bewusstsein der Schüler, vor allem für den Inhalt ihres Langzeitgedächtnisses für die Katz. Es bleibt nichts hängen, niente, nada!

Die angekündigte Digitalisierung mit Tablets und Whiteboards, eine Art Armee Wenck der Bildungspolitik, wird’s mit Sicherheit nicht besser machen. Eher schlechter: Ein Filmchen rauscht noch schneller durchs Hirn als ein gedruckter Text.

Der Lehrer ist Agent des Schulbuchs

Ich versuche mal meine Auffassung von Schule zu formulieren: Schule ist die organisierte Weitergabe der kulturellen und wissenschaftlichen Tradition einer Gesellschaft an die nachfolgende Generation durch Personen. Klingt einleuchtend, ist aber nicht mehr der Fall.

Heute ist Schule die häppchenweise verabreichte und abgeprüfte Vermittlung von Lehrstoff unter dem Aspekt einer gewissen aktuellen politischen Perspektive, angereichert durch ein Ermahnungsregime, wobei die Person des Lehrenden in den Hintergrund treten soll (im Extremfall ist er nur noch Lernbegleiter, und ein vermittelnswerter Kanon ist eh nicht mehr klar und erwünscht).

Der Lehrer ist Agent des Schulbuchs, des Ministeriums, der Leistungsanforderungen und ihrer Abprüfung. Persönlichkeit stört dabei eher. Vor allem in der Referendarsausbildung wird systematisch der Rückzug geübt. Lehrervortrag, nein danke, Lehrermeinung: in der Cafeteria, aber nicht zu laut, alles soll aus dem Schüler geholt werden und wenn in einer Stunde nicht jeder mal dran war, gibt’s eine schlechte Beurteilung. Nur dem Lehrervortrag zuhören: Nein! Überforderung durch Komplexität, Seitenwege des Denkens: auf keinen Fall. Unterricht als Nürnberger Trichter: Nur was oben reinkommt, muss unten wieder rauskommen.

Eine gewisse Infantilisierung ist nicht zu verkennen

Ich hatte schon mal erwähnt, dass ich lange auch als Waldorflehrer gearbeitet habe. Hier mal zum Thema eine Ansicht Steiners, der ja auch nicht wenig zu pädagogischen Fragen gesagt hat. Er meint, dass ein Unterricht, der die Schüler nicht tendenziell immer leicht überfordere, dazu führe, dass diese unterbewusst den Lehrer für dumm halten. Er meint das genau so: Dumm, doof, debil! Besonders wendet er sich gegen den damals gehypten Anschauungsunterricht, bei dem alles aus dem reinen Phänomen entwickelt werden soll.

Ich habe den trüben Verdacht, der Mann könnte recht gehabt haben und einen Kern der gegenwärtigen pädagogischen Probleme treffen. In den präfabrizierten Unterrichteinheiten wird alles auf das Fassungsvermögen der Schüler heruntergebrochen. Eine gewisse Infantilisierung ist nicht zu verkennen, ich fürchte sogar, dass sie erfolgreich ist. Schon aus Zeitgründen, auch wegen des allgegenwärtigen Notenwahns, kann ein Pädagoge kaum über diese „Bildung“ in Häppchen hinausgehen. Er verschwindet hinter dem mund- oder hirngerecht zubereiteten Stoff.

Dazu eine Geschichte. Ich habe in den letzten Wochen aushilfsweise eine schwierige 12. Klasse unterrichtet. Thema: Dürrenmatts „Der Richter und sein Henker.“ Die von den Verlagen zubereiteten Unterrichtsmodelle waren supersimpel. Der Text ist im Grunde nicht ganz einfach, impliziert eine Auseinandersetzung mit Fragen individueller Schuld und mit Positionen des Nihilismus.

Ein bisschen was muss schon „los“ sein im Unterricht

Selten waren die eigentlich eher schwachen Schüler ruhiger als in der Stunde, in der ich ihnen diesbezügliche Zusammenhänge erklärt habe, inklusive eines Exkurses in den Existenzialismus. Das ging alles weit über die geforderten Interpretationen hinaus.

Aber klar: Warum sollte ein Schüler aufmerksam sein, wenn ihm eh nur das Lehrbuch vorgebetet wird. Ein bisschen was muss schon „los“ sein im Unterricht, und dazu muss der Lehrer spürbar sein.

Noch ein Exkurs: Ich habe mal bei einem Kollegen hospitiert, der massive Schwierigkeiten in seiner Kunstgeschichtsepoche hatte. Die Schüler waren undiszipliniert bis unverschämt, Lernen war kaum möglich, allerdings hatte auch das Unterrichtskonzept Schwächen. Ich habe damals den Kollegen gefragt, was er denn grundsätzlich in den drei Wochen vermitteln wolle, was sein eigentliches Anliegen sei. Die Frage hatte er sich nicht gestellt.

Dabei geht’s auf keinen Fall darum, Einzelbilder zu interpretieren oder historische Fakten zu vermitteln. Eine weltanschauliche Orientierung sollte hinter den Stunden stecken, etwas in der Art der Frage: Gibt’s überhaupt eine kulturelle Weiterentwicklung der Menschheit oder eher nicht? Das kann als Frage unbeantwortet stehenbleiben, aber Unterricht funktioniert, wenn diese existentiellen Fragen hintergründig spürbar sind. Um es kurz zu machen: Es hat geholfen.

Lesen Sie nächste Woche: Erinnerungen an meine Mentoren.

Teil 1 finden Sie hier.

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Wolfgang Kaufmann / 27.06.2020

„…dass diese unterbewusst den Lehrer für dumm halten“ — Wichtig ist auch ein Überschreiten der Fachgrenzen; sonst meinen die Schüler, dass sie viel mehr Fachgebiete beherrschen müssten als ihre Lehrer. Dann: mit der gebotenen Neutralität, Querverbindungen zur Aktualität; damit die Schüler merken, dass die Lehrer in der gleichen Welt leben wie sie. Drittens schließlich: widersprüchliche Botschaften und subversiver Humor, die zum Selberdenken anregen; auf keinen Fall fertige Meinungen, kopierfertig von der Stange. – Eltern und Erzieher sollten ihre Klienten nicht zu Klonen ihrer selbst machen, sondern dazu anhalten, eine eigene Position zu erwerben. Aber das wissen Sie als Waldorflehrer ohnehin.

P. Wedder / 27.06.2020

Und dann gibt es Lehrer, die sich komplett auf das Lehrbuch verlassen und nicht einmal mitbekommen, dass sich im abgedruckten Lösungsweg Zahlendreher befinden. Oder eine Lehrerin, die religiöse Beschneidung bei Jungs als „Handlung des Rabbiners im speziellen Bereich der Jungs“ beschreibt um dann, ohne Nachfragen zuzulassen, das Thema zu wechseln. Übrigens eine Woche vor dem angekündigten Sexualkundeunterricht, der dank Coronavirus nie stattfand.

Fanny Brömmer / 27.06.2020

Eine sehr guter Freund behandelt auch gerade Dürrenmatts “Der Richter und sein Henker” - in seiner NEUNTEN Klasse auf dem örtlichen Gymnasium… Und nein, die Schüler sind nicht überfordert, sondern kommen wohl immer wieder mit sehr interessanten Denkansätzen. Und lassen sich auf die des Lehrers ein, zum Beispiel zur Problematik des Primats der Moral über das Recht, wie vom Polizeikommissar praktiziert. Dafür können sie allerdings nicht ihren Namen tanzen.

Wolfgang Pfeiffer / 27.06.2020

“In den präfabrizierten Unterrichteinheiten wird alles auf das Fassungsvermögen der Schüler heruntergebrochen.” Das Herunterbrechen dieser Erklärungen des Lehrers auf mein “Fassungsvermögen” kann auch beleidigend wirken: “Sag’s ihm in Kindergartensprache, dann kapiert er es vielleicht”. + + + Erst meine Anstrengung, verstehen zu wollen, was jemand, der mehr weiß als ich, gemeint haben könnte, und meine nachfolgende eventuelle Frage an ihn, trainiert mich, und macht mich - hoffentlich - schlauer. Ein Beispiel: Ich habe vor fast zwei Jahrzehnten angefangen, mich mit der Einrichtung, Wartung und Anpassung von Linux Software an Powerpc Computer zu befassen. Ich hatte keine Wahl: denn die Architektur - powerpc - war wohl relativ neu, unfertig, und voller Bugs. Und ich hatte keine Ahnung von Software. Die Software Entwickler waren allerdings auf die Fehlerberichte der Nutzer angewiesen. Um nach so einem Fehlerbericht die von den Entwicklern korrigierte Software testweise einspielen zu können, waren Fähigkeiten des Nutzers Voraussetzung, die ich mir erst einmal unter Mühen beibringen musste: und ich wurde tatsächlich schlauer - kaum wegen irgend eines IQ’s, sondern weil ich mich für mein Wissen anstrengen musste. Die Erfahrung von Unwissenheit also ist per se nichts Schlechtes: im Gegenteil scheint sie mir ein wichtiges Agens für den Erwerb von Wissen, oder Bildung schlechthin zu sein.  + + + Ich empfehle Spitzer und vielleicht sein Buch “Digitale Demenz” wenn man verstehen will, wie wichtig das Training der Synapsen vor allem für Kinder ist.

Peter Volgnandt / 27.06.2020

Was Sie da schreiben Herr Geißler, das kann ich nur bestätigen. Ich habe fast vierzig Jahre an einer TH Chemie unterrichtet. Die ersten Semester sind fürchterlich, da hat man ein total heterogenes Publikum. Bis man die auf einen Nenner gebracht, das erfordert schon viel Geduld. Da gibt es Studenten, die langweilen sich, weil sie das was ich bringe im Chemie-Leistungskurs schon hatten. Andere sind überfordert, weil sie Chemie in der Mittelstufe abgewählt haben. Mathekenntnisse, da fang ich erst gar nicht an. In den ersten Wochen nach Studienbeginn ist ein Schwund von ca. 20% zu beobachten. Sie kommen einfach nicht mehr oder wechseln zu Sozialwesen, wenn da ein Platz frei wird. Disziplin ist auch so eine Sache. Muss ich im Hörsaal für Ruhe sorgen, man hat schließlich erwachsene Menschen dasitzen. Also wird man etwas heftig und droht mit Saalverweis, was man auf der Schule übrigens wegen der Aufsichtspflicht nicht darf. Tut man es nicht, dann wird man deswegen bei der nächsten Evaluation kritisiert: “Der Dozent sollte für mehr Ruhe sorgen!” Die Mehrzahl meiner Studenten haben mich meist sehr positiv evaluiert. Apropos Bulimielernen. Erworbenes Wissen sollte immer wieder verwendet und benutzt werden, sonst wird es tatsächlich vergessen. Das geht in Mathe und den Naturwissenschaften besser, die quadratische Gleichung taucht halt immer wieder auf, aber wenn der Dreißigjährige Krieg rum ist, dann ist er halt rum.

Volker Kleinophorst / 27.06.2020

@ Kunstlehrer an einer Waldoofschule. Nachdem ich mich vor Lachen wieder eingekriegt habe: Da wissen Sie ja Bescheid. “Ich habe in den letzten Wochen aushilfsweise eine schwierige 12. Klasse unterrichtet. Thema: Dürrenmatts „Der Richter und sein Henker.“ Die von den Verlagen zubereiteten Unterrichtsmodelle waren supersimpel. Der Text ist im Grunde nicht ganz einfach, impliziert eine Auseinandersetzung mit Fragen individueller Schuld und mit Positionen des Nihilismus.” War zu meiner Zeit für 18-jährige kein Problem. Einige hatten das Buch schon vorher gelesen. Ein Lehrer der diesen Text “Im Grunde genommen nicht ganz einfach findet” ist das Problem nicht die Lösung. Vielleicht wäre in “schwierigen Klassen” die Micky-Maus Taschenbuchreihe besser. Vor Jahren bei Günther Jauchs “Wer wird Millionär?. Ein Lehrer auf dem Ratestuhl. Jauch: Was muss ein Lehrer können?” Der Herr ganz trocken: “Angst erzeugen.” Empörung. Ich habe gelacht. Bei einem Gespräch darüber mit einem Schulfreund. “Weisste an wen…” Er lachte schon. “Herr… unser Mathelehrer.” Genau, da saßen die schlimmsten Rabauken ganz brav auf ihrem Platz und warteten (vielmehr fürchteten), das er sie ansprach. Der Mann war fair, gerecht aber knallhart, wenn man ihm auf dem Kopf rumtanzte. Der hat doch an der Tafel zum Molli gemacht, aber die Klassenarbeiten nie nach Sympathe bewert. Unser Niveua war so, dass man im ersten Semester Mathe an der Uni auf wenig Neues traf. Auf dem Fest zum 100-jährigen Bestehen unserer Schule war er der umlagerste Lehrer. Ein Lehrer muss ein Persönlichkeit sein, sonst kriegt der gar keine Chance zu lehren. Wenn die Schüler nicht mitkommen, dann sie vielleicht einfach zu blöde und habe auf einer höhrer Bildungsanstalt nix verloren. Mal darüber nachgedacht?

toni Keller / 27.06.2020

Ein Lehrer der es wagt “Der Richter und sein Henker” zu lesen muss gut sein, weil es ein sehr, sehr tiefes Buch ist, das genauso wie Dürrenmatts “Besuch der alten Dame”  sehr gut erklärt was hierzulande los ist. Wobei ich ich schon immer wieder frage wer denn bitte der Alfred der alten Dame, die dieses Land in den Untergang treibt, ist. Davon noch mal abgesehen sagen wir so, nicht nur die Schüler sind initialisiert, nein auch die Erwachsenen und die wurden teilweise noch ganz klassisch unterrichtet. Weiter sind in meinen Augen, seit Jahrzehnten die Walldorfschulen die Schulen der Eliten und Bessergestellten, aber diejenigen die da raus kommen, machen auch fleißig mit beim Gutmenschenzirkus. Möglicherweise ist das Problem ganz einfach: Unser Systeme sind zu groß und damit wird automatisch, zwingend der einzelne der darauf besteht Einzelner zu sein verhindert.

Hans buchner / 27.06.2020

“Die angekündigte Digitalisierung mit Tablets und Whiteboards, ... wird’s mit Sicherheit nicht besser machen.” Dazu einfach mal googeln:  prof. spitzer digitale demenz. Es ist definitiv falsch, in der Schule Smartphones, Tablets, etc. bis zum 18. Lj. überhaupt zuzulassen. In Südkorea (wo die vielen Smartphones produziert werden…) soll deren Einsatz generell verboten sein. Die eigenen dürfen auch nicht in die Schule mitgebracht werden. Und in den Schüler-Leistungstests liegt Südkorea deutlich vor D. Zufall?

Werner Geiselhart / 27.06.2020

Es kommt natürlich auch auf das Fach an, ob etwas hängen bleibt bzw. hängen bleiben muss, um die Folgejahre zu überstehen. Kunstgeschichte und soziale Fächer, na ja, da darf ich ruhig was vergessen, es wird in den letzten Klassen nichts verlangt, was früher gelerntes voraussetzt. Ganz anders sieht es bei den Fremdsprachen aus, wer den Stoff der ersten Klassen vergisst, hat später keine Chance mehr. Man nennt sowas ein Grundgerüst, das vermittelt wird. Erst recht bei den Naturwissenschaften und der Mathematik. Wer keine fundierten Grundlagen in die Folgeklassen mitbringt, ist verloren. Ganz besonders gilt das für die Grundschule. Hier sollte eigentlich das Fundament für die Folgejahre gebildet werden, die Schüler sollten ab Klasse 5 das große Einmaleins und die deutsche Sprache nicht jedesmal neu lernen müssen, sondern aus dem Ärmel hervorzaubern können. Soziale Kompetenz lernt sich von alleine, was muss da ein Lehrer dauernd dazwischen funken, außer bei Auffälligkeiten. Leider ist es inzwischen so, dass diese Selbstverständlichkeiten zugunsten des “sozialen Lernens” vernachlässigt werden. Das Wort Drill wird negativ konnotiert, obwohl es bei den Grundlagen ohne ständigers “stupides” Üben nicht geht. Schreiben nach Gehör ist einer der Auswüchse dieser falsch verstandenen Kuschelpädagogik. Ich wüsste auch keine Sportart, die ohne Drill auskommt, wenn man sie ernsthaft betreiben will. Also, für mich ist die Schule immer noch eine Lernfabrik, die die Grundlagen schaffen soll für eine selbstbestimmte Berufswahl. Über die Methoden des Lernens kann man sich natürlich Gedanken machen aber nicht über das ob oder ob nicht.

Jonas Kaufmann / 27.06.2020

Vielen Dank für Ihre Einblicke, Herr Geißler! Bezüglich der Erinnerungen: Sie haben Recht. Die Qualitäten eines Lehrers (m/w) können Schüler erst mit eigener Lebenserfahrung bewerten. Der kumpelhafte Pädagoge, der immer supergut ankam, entpuppte sich als Leergut bezüglich Gelerntem im späteren Ausbildungs- und Berufsleben. Unser Henryk Broder unterhält einen Harem. Wer hätte das gedacht. Seine jüngste Haremsdame ist Mitte sechzig. Sie gehört zu den fleißigsten Leserbrief-Schreiber-Damen. Na ja, das Durchschnittsalter der Paten der Achse liegt bei 63. Man könnte von Vergreisung sprechen!  Der nervende “strenge” Pädagoge hat die Bahnen vorgezeichnet fürs spätere Leben weil man da Gelerntes und eigenes Vermögen integrieren konnte. Ach Du liebe Zeit- ich denke an gute alte Zeiten zurück! Wie tief kann man sinken mit den Lebensjahren??

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