Benny Peiser / 04.06.2013 / 11:33 / 0 / Seite ausdrucken

Aus aktuellem Anlass: Deutsche Hochwasser- und Niederschlagschronik

Manfred Mudelsee und Gerd Tetzlaff auf der 7. Deutschen Klimatagung im Oktober 2006:

Blickt ein Laie in die Tageszeitungen, besucht Online-Nachrichtendienste, schaut in Webseiten von Umweltministerien, so befällt ihn oder sie die Vermutung, daß es katastrophal mit unserem Klimasystem stehe. „Die Wetterextreme nehmen zu“ ist eine häufige dort anzutreffende Mitteilung. Ein Klimawissenschaftler dagegen mag mit Achselzucken eine systematische Verzerrung (only bad news are good news) vermuten. Außerdem wird er oder sie Anstoß an der Mitteilung nehmen und sich fragen, was denn nun zunehme: die Stärke von Extremereignissen oder deren Häufigkeit…

Unser Beitrag untersucht die Klimavariablen Abfluß und Niederschlag und das Potential, das Hochwasserrisiko in Deutschland in den vergangenen Jahrhunderten zu quantifizieren. Wir beschränken uns dabei vornehmlich auf eigene Untersuchungen. [...]

Ergebnisse und Schlußfolgerungen

Hochwasserchronologien von Elbe und Oder über die letzten 800–1000 Jahre wurden von Mudelsee et al. (2003) konstruiert und veröffentlicht. Inhomogenität durch Dokumentenverlust ist für beide Flüsse für den Zeitraum nach 1500 vernachlässigbar. Mudelsee et al. (2003) schätzten Risikokurven extremer Elbe- und Oderhochwasser; diese dokumentieren keinen Anstieg (Sommerhochwasser) bzw. einen Abfall (Winter) für das 20. Jahrhundert. Ursache des Abwärtstrends im Winter ist wahrscheinlich das seltenere Auftreten von starken Eisdecken, die im Frühjahr aufbrechen und hohe Wasserstände deutlich verstärken können.

Ursache der geringeren Flußvereisungen ist nicht erhöhte Verschmutzung, sondern regionale Erwärmung (Mudelsee et al., 2004). Die Trends für das 20. Jahrhundert sind in ungefährer Übereinstimmung mit den Trends des Risikos des Überschreitens des 25-jährigen Maxiums der Niederschlagszeitreihen (Hulme et al., 1998) in den Einzugsgebieten.

Eine Hochwasserchronologie für die Werra (1500–2003) und entsprechende Risikoschätzungen werden von Mudelsee et al. (2006) präsentiert. Seit 1760 nimmt das Sommerhochwasserrisiko der Werra ab; das Winterhochwasserrisiko zeigt signifikante Schwankungen und einen Aufwärtstrend für das 20. Jahrhundert.

Der Schluß (Houghton et al., 2001), eine erhöhte regionale Temperatur bewirke „automatisch“ eine Erhöhung des Hochwasserrisikos (Clausius–Clapeyron-Gleichung), ist zu einfach.

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