Von Hans-Hermann Tiedje.
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https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/augen-zu-cdu-angela-merkels-wohlfuehldeutschland-ld.1312722
Hans-Hermann Tiedje war Medienberater von Bundeskanzler Kohl. Er ist Aufsichtsratschef der Medienagentur WMP EuroCom AG in Berlin. Zuerst erschienen in der Neuen Züricher Zeitung.
Für mich ist Frau Merkel die bleierne Kanzlerin. Da ist einerseits ihr träges Beharrungsvermögen, wenn es darum geht die Fehlerlosigkeit der eigenen Politik zu verteidigen. Gleichzeitig ihre Weichheit und Formbarkeit was Grundsätze angeht, gepaart mit einem niedrigen Schmelzpunkt, d.h. sobald es politisch zu heiß wird, geht sie in den flüssigen Zustand über und vermag jede bliebige neue Kontur anzunehmen. Und da ist nicht zuletzt die schleichende Giftigkeit. Menschen mit Bleivergiftung stumpfen ab und werden teilnahmslos, genau wie es der deutsche Wähler zu tun scheint.
Auf dem Weg zurArbeit habe ich heute ein CDU- Plakat entdeckt, auf dem stand: "MEHR RESPEKT VOR FAMILIEN". Zuerst dachte ich, welch eine Verhöhnung der Familie, nachdem man die "EHE FÜR ALLE" durchgepeitscht hat.... . Aber nein- nach den gestrigen Zahlen zum Familiennachzug bekommt die scheinbare Wahlwerbung einen ganz anderen Sinn.
Damit das deutsche Volk nicht weiter der Amnesie verfällt, sollten solche Beiträge in vielen Medien, die glatt gebügelten Mainstreamer sind da sicher interessenlos, veröffentlicht werden. Hilft gegen das Ver- gessen. Danke, Herr Tiedje!
Vielen Dank Herr Tiedje. Eigentlich sind alle Fakten klar erkennbar und trotzdem wird Mutti wohl wiedergewählt, wahrscheinlich mit kleinen Abstrichen. Es ist schlicht zum Verzweifeln.
Ich könnte Weinen vor Wut, wenn ich an diese Dame denke. Sie hat unserem Land in den letzten Jahren einen Bärendienst erwiesen und profitiert heute noch von den "Verdiensten" ihrer Vorgänger. Ich finde sie völlig unwählbar, genau wie Ihren Gegner Schulz. Und da haben wir das riesen Dilemma. Es ist niemand am Horizont zu sichten, welcher diesen Laden wieder aufpäppeln könnte. Aber man soll die Hoffnung ja bekanntlich nicht aufgeben.
Ich halte es allmählich für möglich, daß die CDU, wenn erst einmal die merkelsche Epoche beendet sein wird, ein ähnliches Schicksal erleiden wird wie die Democrazia Cristiana seinerzeit in Italien. Das wäre dann auch ein Verdienst der amtierenden Bundeskanzlerin.