Reich, schön, bewundert, gefeiert und bestens bezahlt – dieses Bild vermittelten Influencer. Doch bei vielen schlägt die Wirklichkeit jetzt kalt zurück. Betrügereien kommen ans Licht, die Gastfreundschaft in exotischen Paradiesen schwindet, und das heimische Finanzamt schlägt zu.
Von den Ärmeren bewundert und beneidet zu werden, obwohl man selbst nicht zu den VIPs gehört, das war schon immer eine Triebkraft für Neureiche aller Art. Neureiche wurden von den Mächtigen auch Emporkömmlinge genannt, und in gewisser Weise sind viele Influencer dies heute auch: Sie wollen bekannt werden, um dadurch reich zu werden und mit dem Geld weiter an ihrem Bekanntheitsstatus arbeiten, um von möglichst vielen Menschen bewundert zu werden. Was früher das Ziehen des Hutes, die Verbeugung oder das ehrfürchtige Raunen war, sind heute die „likes“ und „shares“ in den sozialen Medien.
Dank der unbegrenzten Möglichkeiten des Internets ist man immer weniger auf die Medien angewiesen, um bekannt zu werden. Influencer haben dies als ihr Geschäftsmodell entwickelt: Das gewünschte Bild von sich schaffen, eine Zielgruppe finden und in dieser möglichst viele Anhänger (Follower) gewinnen. Diese werden wiederum als Kapital eingesetzt, mit dem man wuchern kann. Firmen bezahlen beziehungsweise „sponsern“ Influencer dafür, dass sie bei der Zurschaustellung ihres vermeintlich perfekten Lebens, was nur aus Luxusreisen und Boutique-Einkaufstouren zu bestehen scheint, bestimmte Produkte anpreisen.
Das Phänomen ist noch relativ neu und eine der vielen neuen „Berufe“, die es erst seit der Allgegenwärtigkeit des Internets gibt. So richtig ging es ab den 2010er Jahren los, als dank Smartphone der Zugang zum Internet immer und überall und für praktisch jeden möglich wurde und sich mit immer neuen Apps auch die Anzahl der Influencer immer schneller vermehrte. Im Prinzip ist ein Influencer eine Art moderner Guru, der auf einem Gebiet der vermeintliche Experte ist und Interessenten um sich versammelt, denen er täglich etwas dazu erklärt oder verkündet. Die Themen sind unendlich: Hausfrauen, die Tipps zum Reinigen oder Aufräumen geben; Finanzexperten, die über Anlagemöglichkeiten sprechen; Tierhalter, die der Welt ihren Hund oder ihre Katze zeigen und über Tierpflege reden; politisch oder religiös Motivierte, die andere überzeugen wollen; Models, die die neusten Modetrends zeigen und natürlich haufenweise Dauerreisende, die mit ihren Videos und Fotos („Schaut her, wie gut wir es uns gehen lassen an diesen tollen Orten, von denen ihr nur träumen könnt!“) den Massentourismus immer weiter steigern. Die üblichen Medien, auf denen sich die Influencer ausbreiten, sind Tiktok, Youtube, Instagram, Facebook und viele mehr.
Mancher tut es, weil es Spaß macht oder aus Idealismus für eine bestimmte Sache, aber die allermeisten wollen damit Geld verdienen oder tun es bereits. Mancher Influencer investiert viel Zeit und Geld, wie beim Aufbau einer Firma, und sehr viele, von denen man nie etwas hört, scheitern oder bleiben für immer klein. Je reichweitenstärker man durch Anhänger und Klicks ist, desto mehr interessieren sich die Firmen für einen als Vermittler für Werbung. Das kann einfach nur eingeblendete Werbung sein, die als solche gekennzeichnet ist, oder – was besser funktioniert – die Schleichwerbung, wenn man erzählt und zeigt, wie schön das Kleid von X sitzt und aussieht, wie gut Auto Y fährt, wie toll die Pauschalreise von Z war.
Bei den Großen ist es längst ein Selbstläufer: Ich bin bekannt, nicht weil ich etwas Besonderes mache, sondern weil ich -zigtausend Follower habe und dadurch jede Banalität zur Nachricht wird. Wobei man nicht mal durch harte Arbeit groß geworden sein muss: Manche machen sich durch Manipulation von Klickzahlen größer, als sie sind und werden es dann dadurch auch. Andere waren schon irgendwelche C-Class-Promis durch Teilnahme am Dschungelcamp oder als Playboy-Fotomodell und bauen darauf auf. Einige große Influencer präsentieren nicht nur eine Scheinwelt, sondern sind teilweise auch Betrüger.
Die Vertreibung aus dem Paradies
Dann beginnt der typische Influencer-Kreislauf: Man hat Geld durch Werbung bekommen, gibt es aus für allen möglichen Luxus (bzw lässt sich sponsern) und zeigt es aller Welt, um sie neidisch zu machen und Begierde zu wecken. Die Follower glauben den Schein und sind noch unzufriedener mit ihrem eigenen Leben und wollen dann auch so werden wie ihr Vorbild durch den Kauf der beworbenen Produkte.
Die Italienische Influencerin Chiara Ferragni ist da eine typische Vertreterin. Mit 28 Millionen Followern, also fast der Hälfte Italiens, ist sie reich an Einfluss und Geld. Von Natur aus schön und bereits aus einer privilegierten Familie stammend, machte sie alles richtig auf dem Weg nach oben: Sie vermarktete ihre Schönheit als Fotomodell und vermarktete sich selbst über alle denkbaren Kanäle. Werbeverträge mit großen Firmen folgten.
Zur Corona-Zeit, die eigentlich schädlich fürs Geschäft war, blieb Ferragni wie Fett oben schwimmen, entdeckte plötzlich Politik für sich und war mit der Kritik an Matteo Salvini, dem Chef der rechten Lega, dessen Stern bereits im Sinken begriffen war, genau auf der Höhe der Zeit und sicherte sich die Unterstützung des juste millieu, das auch in Italien tonangebend ist oder zumindest damals war. Zeitweise war sie die größte Influencerin der Welt.
Allerdings war ihr gezeigtes Leben von Schönheit, Familienglück und tollen Aktivitäten und dazu noch Engagement für das Gute eine Illusion: Ihre vermeintliche Wohltätigkeitsaktion zur Unterstützung eines Kinderkrankenhauses war Betrug, sie steckte das gesammelte Geld größtenteils selbst ein. Eine Millionenstrafe musste sie bereits bezahlen, aber die Ermittlungen gehen weiter und ihr droht sogar Gefängnis. Ihr Ruf ist schon ruiniert, und die Werbepartner verlassen sie so schnell, wie sie damals kamen. Während sie ihre „Community“ betrog, betrog ihr Mann, ein bekannter Rapper, sie jahrelang mit anderen Frauen. Wie so oft, wenn man alles hat, hat man trotzdem nie genug.
Noch weitere Influencer zerschellten an ihrer eigenen Hybris. Ellis Matthews, eine britische TikTok-Influencerin, wurde in Thailand verhaftet und steht vor der Abschiebung. Thailand ist ein beliebter Spielplatz der globalen Nomaden, aber auch dort gibt es Gesetze und Regeln, und auch dort haben Lügen kurze Beine. Die 32-Jährige, bekannt durch virale Videos, musste zugeben, dass ihre Inhalte alle erfunden waren. Sie behauptete online, in Thailand von britischen Sozialleistungen zu leben, was sich als unwahr herausstellte. Matthews sitzt mit ihrem Kind in einem Haftzentrum in Bangkok, nachdem ihr Visum am 21. Februar widerrufen wurde. Sie könnte wegen falscher Angaben in einem Computersystem nach thailändischem Recht mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen.
Auch ein lesbisches Pärchen aus den USA, Kristen Gray und Saundra Alexander, übertrat nicht nur das Aufenthaltsrecht von Indonesien, sondern trat auch örtliche Sitten und Gebräuche mit den Füßen. Während der Corona-Zeit im Jahr 2021 ließen sie es sich auf Bali gutgehen und verkündeten aller Welt, welch Paradies für globale Nomaden und vor allem für sogenannte LGBT-Personen dies sei, mit niedrigen Lebenshaltungskosten (für Amerikaner) und freundlichen Menschen. Auch bewarb Gray von dort ihr E-Buch, obwohl sie als Touristin eigentlich nicht im Gastland geschäftlich tätig sein durfte. Ganz abgesehen davon, dass man in Zeiten von Corona, in denen die ohnehin arme Bevölkerung Balis noch weiteren Einschränkungen und Einkommensverlusten ausgesetzt war, nicht sein Privileg herausposaunt. Die Ironie dabei: Gray und Alexander als farbige, lesbische Frauen sehen sich in der Pyramide der Privilegierten ganz unten, legten aber nach Meinung der Einheimischen eine Kolonialistenmentalität an den Tag. Mit der südostasiatischen Freundlichkeit und Toleranz war es dann auch bald vorbei, an der Rolle als neue „LGTB-Destination“ unsensibler Westler gab es wenig Interesse, und die Deportation folgte auf den Fuß. Die Folge ließe sich beliebig fortsetzen.
Wo Geld ist, ist die Steuerbehörde nicht weit
Was vielen Influencern nicht klar ist: Man kann nicht lügen und betrügen und gleichzeitig alle seine Informationen mit aller Welt teilen. Wer betrügen will, sollte dies im Verborgenen tun und anonym bleiben.
Der schöne, gelebte Traum mancher Influencer, als globale Nomaden durch die Welt zu reisen, dies zu filmen und dafür bezahlt zu werden, findet auch von anderer Seite nun jäh ein Ende: Wer mit Geld um sich wirft, macht den Staat, der immer sucht, wo es etwas zu holen gibt, auf sich aufmerksam. Nun sollen etliche Influencer zur Kasse gebeten werden, weil sie teilweise Millionen scheffeln durch ihre „Life-Style-Promotion“, ohne dies zu versteuern. Nordrhein-Westfalen macht den Anfang, das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) führt etwa 200 Verfahren gegen Influencer wegen Steuerhinterziehung, es geht um 300 Millionen Euro. Viele Influencer versteuern ihre Einnahmen aus Werbung auf sozialen Mediakanälen nicht korrekt oder gar nicht und besitzen teilweise nicht mal Steuernummern, obwohl sie hohe Summen verdienen. Um der Steuerlast zu entgehen, melden sie sich oft ins Ausland ab, vorzugsweise nach Dubai oder Zypern. Ein weiteres Problem ist, dass viele den geldwerten Vorteil aus gesponserten Luxusannehmlichkeiten nicht angeben. Als Beispiel: Eine Reise wird im Austausch für Werbung bezahlt, jedoch wird dies nicht beim Finanzamt deklariert.
Etliche Influencer bekommen nun das Muffensausen ob des plötzlichen Interesses der Steuerbehörden und eilen nach Hause, um schnell zu schauen, wann sie zuletzt Steuern bezahlt haben. Kann man ja mal vergessen, wenn man pausenlos auf Luxusreisen ist. Sarah Harrison, eine Influencerin, wie sie im Buch steht (Ich bin schön, ich bin reich, ich bin erfolgreich in allem, wohne in Dubai und reise ansonsten zu den Touri-Hotspots), musste nun ihren Bali-Urlaub mit ihrer Familie abbrechen und nach Dubai, wo sie seit 2020 wohnt, zurückkehren, angeblich weil sich plötzlich herausstellte, dass es dort kühler und dreckiger sei, als man es vom Paradies, das sie zuvor noch aller Welt gezeigt hatte, erwartet habe. Aber ihre Follower, die die Fake-Welt der Influencer für bare Münze nehmen, werden vermutlich auch diese Erzählung glauben. Harrison, gelernte Bankkauffrau mit dem Mädchennamen Nowak und gebürtig aus Günzburg in Bayern, lebt seit 2020 mit ihrem deutsch-amerikanischen Mann und Kindern in Dubai, bezieht ihre Werbeeinkünfte aber größtenteils aus dem deutschen Markt, wo sie ab dem Jahr 2015 mit ihren Youtube-Kanal aktiv ist, auf ihre damalige Bekanntheit als Playmate und Big Brother Teilnehmerin aufbauend.
Das LBF muss sich nun durch tonnenweise social media content arbeiten, das die Influencer dankenswerterweise im Internet zur Verfügung gestellt haben. Die künstliche Intelligenz nimmt dabei aber viel Arbeit ab und kann auch längst gelöschte Posts wiederfinden, das Internet vergisst bekanntlich nie. Das superschnelle Internet war die Voraussetzung für den Aufstieg der Influencer, nun ist es auch ihr größter Feind.
Sebastian Biehl, Jahrgang 1974, arbeitet als Nachrichtenredakteur für die Achse des Guten. Vor Kurzem erschien von ihm „Ein Volk sucht seinen Platz. Die Geschichte von Orania und dem Freiheitsstreben der Afrikaaner.“ Dieses kann hier oder hier bestellt werden.

Die ersten Influencer(Innen) meines Lebens habe ich soeben durch diesen durchaus „erhellenden“ Beitrag gesehen. Geld zu verdienen ist ja schön, aber dabei nicht an das immer gierige Finanzamt mit seinen (neidischen?) Beamten zu denken, ist mehr als doof.
„Wo Geld ist, ist die Steuerbehörde nicht weit“… In der Schweiz würde man gar kein Geschiss machen. Aber die Schweiz ist die Schweiz und Deutschland ist Deutschland. Es gibt nicht ein vitales Gewerbe, daß von deutschen Beamten nicht durch Pilzfäule zersetzt würde. „Wer betrügen will, sollte dies im Verborgenen tun und anonym bleiben.“ Ich kenne Betrüger, die sind so öffentlich, die werden regelmäßig von strohdummen Wählern gewählt. Der Trick als Betrüger und Steuerpreller durch zu kommen liegt darin, eine Partei zu gründen. Sollen sie eine Partei intellektuell demokratisch unabhängigen Influencer gründen, die PiDUI. Pegida trifft Pidui. Schwachsinn trifft Botox. Was ist die Achse jetzt, eine Kammermusik – der Spießbürger: Gegen den Staat solange bis man sich über eine Spritzlippe aufregt, dann doch wieder Preußen, nur nicht mit der SPD und den Grünen, aber wenn schon dann mit Räson. …. Des Deutschen Horror: Es könnte ja mal einer Erfolg haben…. dann wird totsicher nach der Strafgewalt der Übermutter geschrieen. Schuhbeck wird bemitleidet und der Influenzer soll sein Fett abkriegen. Man verteidigt die Schweinehaxe und eine junge Pute, fettfrei und im eigenen Saft geschmorrt, der soll man die Leviten lesen. Ein fetter Koch ist der Heilige und eine eingebildete Schönheit der Inbegriff der Sünde: Man muß ja nicht immer beweisen, nie weiter zu kommen als bis zum Gretchen im Kerker. Die deutsche Kultur ist krank, vom wegglegten Kind bis zur Friedhofsordnung. Es gibt grauenhafte Kulturen, es gibt dumme und schräge, aber die deutsche, die ist besonders, die ist steril boshaft, hier treibt man die Unternehmen durch das Zurückfordern der Corona – Hilfe in die Insolvenz und schreit dann herum: „Der Wirtschaft gehts schlecht“. Jetzt geht man dem Schmink – Monopol ans Leder und dann schreit man rum: „Schönheitsqueen braucht Bürgergeld“. Gehässige Schizophrenie ist das.
Manche unserer Politiker sind auch sowas wie diese Influencer. Sie sind auf einem Gebiet der vermeintliche Experte, der dem Volk etwas erklärt oder verkündet, was sich dann als unwahr oder nicht machbar herausstellt.
Wir wissen schon, daß Bill Gates mitliest. Das muß er wissen. Ist er eigentlich unsterblich, dieser alter Kacker? Wenige Minuten mit seiner Brut und sie wären außer Fassung. Ohne Gewalt und Sadismus. Aber sie leben in den höchsten Wolkenkratzern und den tiefsten Bunkern. Wie UvdL. Die beasty Boys haben mal einen sehr schönen Song über New York verfasst. Er ist nach wie vor gültig. Das gilt für die USA, aber nicht für Europa. Ich war nie ein Freund des Dalai Lama. Aber die Beasty Boys kann ich uneingeschränkt empfehlen. Arschkarte? Nee, Jungs! Da kennt Ihr mich schlecht.
Seit dem Siegeszug des mobilen Internets zu Beginn der 2000 er Jahre taumeln wir, nicht nur gefühlt, sondern fiskalisch, ökonomisch und politisch immer schneller in immer größere Krisen. Wie ? Das Internet hat damit gar nix zu tun ? Alles muss digital werden? Ach so Tschuldigung ….aber wenn ich schon so völlig falsch liege, hier noch ein flotte Prognose: Was man heute gern der AfD vorwirft, nämlich dass sie eine Rückkehr in die 50 – er Jahre anstrebe , also ich schätze, in weniger als 10 Jahren wird man hierzulande auf Knien rutschend, mit gefalteten Händen, tränenüberströmt dafür betteln! Nichts verkörpert in Wort und Tat besser das „Divide et impera!“ als das Netz. Die hier aufgeführten gelackten Püppis, „Influencer“ genannt, tragen die Verantwortung dafür, dass die Gehirne ganzer Kohorten mit nichts als belanglosem Kot gefüllt werden. Niemand wird ihnen Kränze flechten. Vielleicht ein 3 -D Drucker?
Haha. Idioten. Fuchteln mit Geldscheinen und wundern sich dann, dass das Finanzamt Witterung aufnimmt.
In den USA, wie so oft, läuft zur Zeit das Musterbeispiel ab. Jefferey Epstein Kundenliste. Es geht um Geld, Klicks, zusätzliche Werbeeinnahmen. Sex and Crime,
Unterstellungen verkaufen sich halt besser als Rechtsgutachten! Politik? Geschäft ist Geschäft , Steve Bannon, Matt Gaetz, Tucker Carlson,… ? Das rechne ich Achgut.com hoch an, dass es sich nicht vor diesen Karren hat spannen lassen. Ein klärendes Gewitter muss noch kommen,….