Die FDP will ihre eigene Wiederauferstehung feiern: Die FDP. Der Heiland dazu ist auch schon gefunden: Wolfgang Kubicki, der Mann, den man montags besser nicht interviewt, da er da noch Resthitze vom Sonntagabend hat, aber ab Dienstag geht’s eigentlich. Er soll es nun nach dem traurigen Dürr reißen. Neben und bei ihm und den Restfreunden irrlichtert Marie-Agnes Strack-Zimmermann noch durch die Kulissen, schwärmte erst von einer „Doppelspitze“ mit Kubicki, unterstützt aber, nachdem dieser lachend abgewunken hat, nun den Gegenkandidaten Henning „my name is nobody“ Höne. Die Presse schreibt von einem „Machtkampf“. Als ob es um irgendeine Macht bei einer Partei ginge, die mit 67.400 Mitgliedern deutschlandweit ungefähr so viel „Macht“ zu verteilen hat wie der „Verein für Deutsche Schäferhunde“ mit etwa 50.000 Mitgliedern. Politisch gesehen wäre es da schlauer, sich um den Vorsitz von Bayern München mit 432.000 Mitgliedern zu bewerben. Allerdings auch gefährlicher.
Nichts gegen Wolfgang Kubicki: Ich bin sogar sicher, es ist dem Mann ein Herzensanliegen, „seine“ FDP – die nie seine FDP war – wieder auf die Beine zu bekommen. Für einen 74-Jährigen, der sich eigentlich aufs Altenteil zurückziehen wollte, ist das eine echte, anstrengende Herausforderung. Dafür jedenfalls „Hut ab“. Ich zweifle jedoch, dass dies gelingen wird: Kubicki, ebenso wie Lindner, neigen dazu, rechts zu blinken und dann scharf links abzubiegen, sobald die Dienstwagenschlüssel klingeln, um ein Bild des sterblichen Kanzlers Friedrich Merz zu bemühen, den Kubicki jüngst als „Eierarsch“ zieh, dem er es zeigen wolle.
Kubicki ist seit 2013 stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP und hat in dieser Zeit alles mitgetragen: Die Corona-Maßnahmen, die ganze linksgrüne Politik seit dem Beitritt zur Ampel, die Wahl von Fera Ataman zur „Antidiskiminierungsbeauftragten“, sogar die Weigerung der FDP-Fraktion, bei der Abstimmung über das Zuwanderungsgesetz vollständig anwesend zu sein, und letztlich sogar das grässliche Internetstasi-Portal „So Done“, gegründet und geleitet ausgerechnet von der Vorsitzenden der Jungliberalen, Franziska Brandmann.
Spätestens hier hätte Kubicki den „Aus“-Knopf drücken und Frau Brandmann erklären müssen, dass ihr Nachschnüffelportal, das es in den Hochzeiten auf 1.000 Strafanzeigen im Monat brachte, mit den Werten und Zielen einer freiheitlichen Bürgerrechtspartei unvereinbar ist. Das Problem dabei war und ist: Die FDP ist gar keine freiheitliche Bürgerrechtspartei (mehr), sie simuliert eine solche nur vor den Wahlen. Sie ist nicht einmal mehr ein „Fähnlein im Wind“, sondern wegen unverdrossener Anschleimerei an ihren erklärten Feind („Gegner“ ist ein zu schwaches Wort), die Grünen, ein angegrüntes Windrädchen, das sich lustig im politischen Wind dreht.
Die FDP hätte eine echte Alternative zur AfD sein können
Die FDP könnte heute bei jeder Wahl locker 18 Prozent holen, wenn sie sich endlich als bürgerliches Sprachrohr für Freiheit und Marktwirtschaft, statt für „Ökologie, aber mit Internetanschluss“ verstehen würde. Westerwelle hatte das erkannt und Lindner wenigstens ansatzweise begriffen. Und trotzdem weigert sich die FDP nach wie vor, eine solche Partei zu sein. Da torkeln immer noch viel zu viele linksliberale Etatisten durch die Kulissen, die ganz viel links und ganz wenig liberal sind.
Ich zweifle nicht an der Aufrichtigkeit Kubickis, ich zweifle an den Leuten in der zweiten Reihe, denen es immer noch nicht um die Bürger und deren Wünsche und Bedürfnisse, sondern nur um das eigene Ego und die Tröge der Steuerzahler geht. Die Wähler, die sich mehr Freiheit und mehr Wertebewahrung wünschen, haben das instinktiv begriffen: Die FDP verlor bei der letzten Bundestagswahl satte 1,3 Millionen Wähler an die Union und rund 900.000 Wähler an die AfD.
Und AfD wählt niemand gerne, sondern weil er muss. Aus Notwehr. Die FDP hätte eine echte Alternative zur AfD sein können, zumal diese bei den Themen Freiheit und Bürgermitbestimmung nicht so weit von den Grundkernen der FDP weg ist. Aber ach: Diese Spiegelschlagzeile will man natürlich im Hans-Dietrich-Genscher-Haus nicht gerne lesen…
Kein „Querdenker für den Neuanfang“
Jetzt also „WK“, wie er intern liebevoll genannt wird. Kubicki als liberaler Posterboy bedeutet nur leider nichts anderes als „alter Wein in alten Schläuchen“, solange die soeben abgewählten Granden in den Länderparlamenten und Orts- und Stadtvereinen immer noch am Drücker sind. Der „radikale Personalwechsel“ und der „personelle Neuaufbau“ darf nicht nur an der Spitze, sondern muss bereits unten, an den Wurzeln, stattfinden. Es kann mir niemand ernsthaft erzählen, dass sich die gleichen Leute, mit denen ich bis zu meinem Rauswurf 2013 am Stand stand, sich jetzt plötzlich wieder ihrer liberalen Tugenden bewusst geworden sind und DIESMAL – JA BRO, READ MY LIPS – DIESMAL alles anders und viel ehrlicher und besser machen werden. Nochmal: Da hat sich seit 2013 wenig bis nichts geändert. Zumal einzelne Verrückte schon die Rückkehr des abtrünnigen Volker Wissing, dieser Blaupause eines politischen Opportunisten, fordern.
Kubicki muss sich anrechnen lassen, dass er zwar „immer dagegen“ war, aber dann mit „dafür“ gestimmt hat, wenn es hart auf hart kam. Ich nehme ihm das nicht krumm, Parteidisziplin ist Parteidisziplin, aber der „Querdenker für den Neuanfang“, als der er jetzt verkauft wird, ist er nicht.
Und Henning Dingsbums? Der ist sogar in Parteikreisen unbekannter als der diesjährige Gewinner des Dschungelcamps. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, das Verklaggeschütz der FDP, unterstützt ihn. Angeblich. In der Hoffnung, da jetzt Doppelspitze zu werden. Es ist ehrenhaft und urdemokratisch, als Gegen-Kandidat seine Zipfelmütze in den Ring zu werfen – und beim Thema „Neuanfang“ auch einen neuen Mann an der Spitze zu haben. Nur sollte er dann nicht von einer „alten Frau“ bekleidet und begleitet werden.
Allein: Unter dem Strich wird es völlig egal sein, ob nun Kubicki oder Höne nach der nächsten Wahlklatsche vor die ohnehin nur noch mäßig, aber hämisch interessierten Medien treten und klagend verkünden, „dem Wähler seien die Ziele der FDP nicht richtig vermittelt worden“. Totgesagte leben zwar in der Regel länger, aber die FDP hat ein Problem, das andere Parteien nicht haben: Ihre Wähler sind intelligent und vergeben und vergessen nicht. Die Enttäuschung von 2013 hat sich 2025 wiederholt. Ich bezweifle, dass es eine dritte Chance geben wird. Vielleicht wäre sie notwendig – verdient wäre sie nicht.
Von Thilo Schneider ist in der Achgut-Edition erschienen: The Dark Side of the Mittelschicht, Achgut-Edition, 224 Seiten. Weitere alte Artikel des Autors unter www.politticker.de.
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@ Ewald Zettel, Fortsetzung:
Man kann natürlich die Causa Iran sehr unterschiedlich bewerten. Ich schließe mich in der Tendenz durchaus der Trump’schen Bewertung an. Was ich inständig erhoffe, ist der Regime Change. Das kann dauern, vielleicht noch ein halbes Jahr, wenn es dumm läuft auch noch ein Jahr oder gar noch länger. Die Mullah-Brut muss jedenfalls weg. Die stehen für eines der zwei, drei grausamsten, barbarischsten Regime dieser Erde – auch wenn leider sogar zahlreiche Rechtskonservative diese Mörderbande verharmlosen, dass es die Sau graust. Die Elsässer, Pohlmann und Ganser glauben den ganzen Propaganda-Quark der elenden Mullah-Bande und der Revolutionsgarden, weil sie diesen Bullshit aus ihren antiamerikanischen und antiisraelischen Obsessionen heraus glauben wollen.
Abgerechnet wird am Schluss – und dieses totalitäre Regime hat mächtig auf die Nüsse bekommen, weil ein solches martialisches, das eigene Volk unterdrückendes Regime nur durch Macht, Stärke, Terror und Angst fortbestehen kann. Und es hat eben schon lange nicht mehr das Volk hinter sich, sondern vielleicht noch 10 Prozent Jubelperser, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Rest setzt auf Trump und – ja, auch auf den! – Netanjahu.
Ich kenne zwei, drei Exil-Iraner seit alten Unitagen und die versorgen mich häufig mit Infos aus ihrer Heimat – und die klingen so übel nicht.
Übel ist allerdings, was dieses Satansregime gerade wieder anrichtet: Man hört von neuen Hinrichtungswellen in Bezug auf Oppositionelle. Unter Folter abgepresste Geständnisse, Schnellverfahren ohne Verteidiger und wenige Stunden später Vollstreckung durch die Islamfaschisten-Brut.
Ich sage, das Regime ist kurz vor dem Ersaufen und kann sich nur noch durch brutalstmögliche Gewalt etwas Zeit erkaufen, tauchen wir es unter, am besten in der Straße von Hormus. Und in Abwandlung von Peter Hahne: Ich will sie blubbern sehen. Wenn die weg sind, kann dieses einst große Kulturvolk wieder frei atmen – und das hat es wirklich verdient.
@ Ewald Zettel:
„Merz ist nicht frech. Kürzlich hat er sogar Trump kritisiert. Aber das war ja nicht frech, sondern bedeutet nur, dass Trump schon auf dem Abstellgleis steht und eine Ente ist, die man noch bis zu den Midterms quaken lässt.“
Es ist nicht alles falsch, was Sie schreiben, doch das sehe ich diametral anders. Der 2-Meter-Zwerg Merz hatte sich wahrscheinlich gerade bei Pfuschi in Brüssel Rückendeckung geholt und sich vorübergehend etwas stärker als sonst gefühlt. Wenn Trump den Fritze aber mal kurz streng anschaut, knickt der sogleich wieder auf Liliput-Maß ein. Mich erinnert das an die Merkel, die schon innere Zitterkrämpfe bekam, wenn Putin seinen Hund nur in ihre Nähe beordert hat.
Ein laut tönender Schwächling ist der Sauerländer eben, ganz im Gegensatz zum Don, der Mann ist fast 80 und schreibt fortlaufend Weltgeschichte. Er quasselt und fackelt nicht lange, sondern handelt und droht und handelt und lobt und handelt und droht ……. Das ist eben seine ganz spezielle Strategie – und sowas kennen seine Gegenüber nicht von den ganzen diplomatischen Leistretern auf der politischen Bühne und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Irgendwie schon verdammt clever, der olle Orange Man. Ich mag ihn und gehe davon aus, dass J.D. Vance ihn beerben wird und nicht der links-gegeelte Widerling Newsom.
Kommen wir also zu den Staaten selbst: Ich habe an die drei Dutzend Verwandte „drüben“, circa 25 davon in Utah, der Rest in Georgia. Und die finden den Trumpissimo nach wie vor saugut, soweit ich weiß wirklich alle. Die mögen an ihm, dass er geradeaus ist und vor allem, dass er seinem Volk immer wieder Respekt erweist, indem er Wahlversprechen um Wahlversprechen einlöst – immer nach der Devise „America first“, und genau das ist sein Job, und den erledigt er verdammt gut. Nix Europe first oder Germany first! Was der Mann in 15 Monaten bewegt und umgesetzt hat, ist gewaltig und nötigt ihnen, also meinen Leuten in den Staaten, wie mir Respekt ab.
Intelligente deutsche Wähler? Neueste Walforschung?
Einige Aussagen des Beitrages kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. „Ich zweifle nicht an der Aufrichtigkeit Kubickis…“ – Ich zweifle allerdings sehr an dieser „Aufrichtigkeit“. Dazu hat er auch während seiner gesamten politischen Laufbahn reichlich Anlass gegeben. Ich erspare mir eine Aufzählung. Das hat der Autor bereits getan. Kubicki ist der typische Talkshow-Liberale der, wenn’s drauf ankommt, immer rot, grün und etatistisch handelt.
„ Und AfD wählt niemand gerne, sondern weil er muss. Aus Notwehr.…“ . Auch diese Aussage ist völlig unverständlich. Die AFD ist inzwischen die Arbeiterpartei, die Partei des kleinen Mannes. Sie wird von vielen Millionen Wählern, Tendenz weiterhin steigend, aus voller Überzeugung gewählt. Ich kenne viele AFD-Wähler. Kein einziger wählt sie „notgedrungen“ und würde viel lieber eine Kubicki-FDP wählen. Alle sehen in der AFD die letzte Chance Deutschlands vor dem wirtschaftlichen Kollaps, der vollständigen Islamisierung und der Auflösung in einer zentralistischen EU-Diktatur.
Mit der Intelligenz haben Sie durchaus Recht. Was war das Jahr, in dem die FDP 18% geholt hat? Das kam durch das Versprechen, wirklich liberal zu sein und sich zu bemühen, die jüngste Verschärfung des Waffengesetzes, wenn schon nicht zu verhindern, dann wenigstens abzumildern (man kennt ja die Anlassgesetzgebung bei bestimmten Vorfällen, die aber an den Vorfällen nicht ein Jota ändern und auch zukünftige nicht zu verhindern mögen, wie auch?)
Und direkt nach der Wahl der schwedischen EU Kommissarin nach dem Mund zu reden und schleunigst eine Verschärfung zu unterzeichnen.
Das führte in der Wahl danach zu ihrem Spitznamen „Fast Drei Prozent“
Wendehälse kann nun mal niemand leiden, Politiker, die so dermaßen offensichtlich gar nicht vorhaben, sich an Versprechungen zu halten, auch nicht. Das betrifft bestimmt auch die großen Parteien, aber da geht es etwas in der Masse unter
@Lutz Liebezeit: Ist es ein Zufall, dass sie für die Charakterstik des deutschen Charakters ausgerechnet einen überzeugten Stalinisten zitieren? Man köönte ja jemand Besseren rausfinden, etwa Heinrich Heine…
Der Herr war doch einst Kollege im Bundestagspräsidium der ‚Deutschland verrecke‘ Spezialistin Roth und hatte damit offenbar kein Problem. Vielleicht ein gutes Omen für seine FDP?