Wolfgang Röhl / 06.08.2014 / 16:19 / 10 / Seite ausdrucken

Auf nach Elbe-Elster!

Okay, auf den ersten Blick hat der Landkreis Elbe-Elster nicht viel zu bieten. Weder kann er mit großen Söhnen oder Töchtern punkten, noch nisten hier Zukunftstechnologien. Hier findet auch kein krachendes Open Air-Festival statt, nur das biedere Finsterwalder Sängerfest. Und ob man die Abraumförderbrücke F60 im Besucherbergwerk von Elbe-Elster wirklich gesehen haben muss, ist umstritten. Aber ein Riesenplus hat der Kreis im südlichen Brandenburg doch. Nur 12 von den 107.781 Einwohnern kaufen an Werktagen die „Süddeutsche Zeitung“. Das hat eine Auswertung der IVW-Verbreitungsanalyse 2014 ergeben, in der die Hoch- und Tiefburgen deutscher Holzmedien erfasst sind. Heißt, dass man durch Elbe-Elster praktisch ohne Risiko reisen kann, von irgendjemandem mit aus der Prantl-Prawda Nachgeplappertem belästigt zu werden. Ein Standortvorteil, der sich gewaschen hat. SZ-allergische Münchner, fahrt zur Kur nach Elbe-Elster!
http://meedia.de/2014/08/06/wo-verkaufen-sich-sueddeutsche-und-faz-am-besten-wo-am-schlechtesten/

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Caro Neufert / 06.08.2014

Schöne Einleitung und schön für die FAZ, nur glaube ich, sie wird es in dieser Form und Konstellation nicht mehr so lange geben - leider. Und ob muss man die F60 gesehen haben ! Ich bin zwar nicht schwindelfrei, aber es war ziemlich beeindruckend und ich hab viel erfahren ...

Hubert Appenrodt / 06.08.2014

Ich war auf die Wiedervereinigung gut vorbereitet und habe vom ersten Tag an, ab dem es möglich war, die FAZ gelesen – das erste Exemplar war eine Freitagausgabe mit dem berühmten FAZ-Magazin, darin die wöchentlichen großartigen Notizen des wunderbaren, unvergessenen Johannes Groß, auf einer ganzen Seite im Innenteil. Am Sonnabend gab es die weltberühmte Tiefdruckbeilage. Ich bin bei der FAZ geblieben. In Deutschland gibt es eine Besonderheit, man findet eigentlich in allen Blättern– neben Schauderhaftem - auch immer etwas Lesenswertes, Intelligentes, Annehmbares - im SPIEGEL, im stern, in der ZEIT, sogar in linken Blättern wie taz und FR, seltsamerweise auch im neuen deutschland (insbesondere in deren Wochenendbeilage). In ihren alljährlichen Weihnachtsausgaben sind sie alle gut. Außer dem SPIEGEL. Um Weihnachten wetter das Sturmgeschütz immer gegen Jesus und die katholische Kirche. Die SZ übers Jahr mit Heribert ist etwas besonderes. Ich versuche einmal eine Antwort im Heribert-Prantl-Stil: „Man kann die SZ links liegen lassen, man muß die SZ unbeachtet lassen, wenn man bei Verstand bleiben will.“ Jedenfalls an manchen Tagen. Der Kyffhäuserkreis, mein Heimatkreis, nimmt deutschlandweit Platz 8 der SZ-Meider ein, unser Nachbarkreis Nordhausen Platz 9. Wenigstens Vera Lengsfeld, gemeinsame Heimatstadt Sondershausen, sollte hin und wieder zur notleidenden SZ greifen – aus solidarischer Solidarität mit den Unbeachteten dieser Welt, insbesondere im SZ-Ignoranten-Osten, in Thüringen der Heribert-Nichtversteher. Die SZ hatte im Osten von Beginn an schlechte Karten, sie wetterten in allen Kommentaren und aus allen Prantl-Rohren gegen die Wiedervereinigung. Warum sollte ich in meiner Freude über das wiedervereinigte Deutschland so was vergessen?

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