Wolfgang Röhl / 06.08.2014 / 16:19 / 10 / Seite ausdrucken

Auf nach Elbe-Elster!

Okay, auf den ersten Blick hat der Landkreis Elbe-Elster nicht viel zu bieten. Weder kann er mit großen Söhnen oder Töchtern punkten, noch nisten hier Zukunftstechnologien. Hier findet auch kein krachendes Open Air-Festival statt, nur das biedere Finsterwalder Sängerfest. Und ob man die Abraumförderbrücke F60 im Besucherbergwerk von Elbe-Elster wirklich gesehen haben muss, ist umstritten. Aber ein Riesenplus hat der Kreis im südlichen Brandenburg doch. Nur 12 von den 107.781 Einwohnern kaufen an Werktagen die „Süddeutsche Zeitung“. Das hat eine Auswertung der IVW-Verbreitungsanalyse 2014 ergeben, in der die Hoch- und Tiefburgen deutscher Holzmedien erfasst sind. Heißt, dass man durch Elbe-Elster praktisch ohne Risiko reisen kann, von irgendjemandem mit aus der Prantl-Prawda Nachgeplappertem belästigt zu werden. Ein Standortvorteil, der sich gewaschen hat. SZ-allergische Münchner, fahrt zur Kur nach Elbe-Elster!
http://meedia.de/2014/08/06/wo-verkaufen-sich-sueddeutsche-und-faz-am-besten-wo-am-schlechtesten/

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Sybille Schrey / 09.08.2014

Hallo, Herr Dr. Rösler, es freut mich ebenfalls, wenn ich zu Ihrer Meinungsbestätigung beitragen konnte. Da es Herrn Röhl allerdings nicht um EE sondern um die SZ ging, ist das Thema an dieser Stelle nicht zu vertiefen. Bemerkenswert fand ich lediglich, zu welchem Kommentar sein Beitrag Sie inspiriert hat. Nur noch ein kleiner Hinweis, falls Sie mal wieder Lust auf eine Dunkelstunde haben. Die von 1165 bis 1541 bestandene Abtei befand sich nicht in Schilda, sondern in Dobrilugk (heute Doberlug-Kirchhain); in der Dorfkirche von Schilda befindet sich lediglich ein vermutlich aus dem Kloster stammendes Kapitell als Taufstein, daß Sie sicher „knipsen“ dürfen.

Dr. Hans-Peter Rösler / 08.08.2014

Sehr geehrter Frau Schrey, sehr geehrte Herr Schulz, Ihre Reaktionen freuen mich, so dass ich mich in meiner Meinung bestätigt fühle und sie auch nicht zu ändern gedenke. Herr Schulz, das Vattelfallkraftwerk, das ich meine, steht innerhalb des ehemaligen Geländes von Schwarze Pumpe, denn man kann (konnte 2012) durch den ehemaligen Eingang fahren bis man zur neuen Sperre gelangt(e). Das zweite Kraftwerk steht allerdings außerhalb des ehemaligen Geländes. Übrigens: Beide Kraftwerke liefern mehr Energie bei sauberer Umwelt als die (bereits in der DDR unter der Hand so bezeichnete) Riesendreckschleuder. Insofern ist es ein Segen, dass sie plattgemacht wurde! Frau Schreiy, so ganz erschließt sich mir Ihr Vergleich mit den Zisterziensern nicht. Immerhin steht in Schilda ein Gasthaus mit dem Namen “Zum Schildbürger”. Diese Bezeichnung kann man doch wohl auch als Mensch mit meiner Geisteskraft als Anspielung auf die legendären Schildbürger verstehen, gell? Dass Schilda im 14. JH im Besitz einer Zisterzienserabtei war, ändert daran auch nichts.  Dunkeldeutschlend ist übrigens nicht meine “Begriffserfindung” (Singular/Einzahl), Herr Schulz. Was bezwecken Sie eigentlich mit der Pluralbildung ” Ihre Begriffserfindungen “Dunkeldeutschland”? Herzlichst HPR

Eberhard Schulz / 07.08.2014

Sehr geehrter Herr Dr. Hans-Peter Rösler, sollten Sie es nicht wissen, dann sollten Sie auch nix sagen. Das Kraftwerk Schwarze Pumpe, betrieben von Vattenfall steht außerhalb des damals umzäunten Geländes des ehem. Konbinates Schwarzen Pumpe. Welches es sicher noch jetzt geben würde, hätte es der Westen nicht plattgemacht! Und wenn SIe schon über Schilda schreiben, sollten Sie aber unbedingt über die Energiewende schreiben, die diesen Namen verdient. Da brauchen Sie nicht nach Schilda zu fahren um diesen grün-schwarz-roten Irrsinn zu fotografieren . Ansonsten sprechen Ihre Begriffserfindungen “Dunkeldeutschland” eine beredte Sprache Ihrer Geisteskraft.

Sybille Schrey / 07.08.2014

Hallo, Herr Dr. Rösler, „Dunkeldeutschland“ ? Also, bei Licht betrachtet ist es hier gar nicht so schlecht. Wer allerdings nach Schilda fährt, weil ihm der Begriff Schildbürger geläufig ist und er es darum für eine Attraktion hält, hat Schuld eigene. Wäre Ihnen der Begriff Zisterzienser geläufig, hätten Sie womöglich Interessantes entdecken können. Übrigens, außer einer ganzen Reihe „Autobesitzer“ gibt es auch ein paar Einwohner die des Lesens und Schreibens mächtig sind, was Sie daran erkennen können, daß ich häufig auf diesem Blog mitlese und es sogar verstehe. Was die veralteten Straßennamen betrifft, muß ich ehrlich sagen, daß mich diese weit weniger stören, als die, deren „Hauptanliegen“ es nach 1989 war,  sie zu ändern. Denn das waren meist diejenigen, denen diese Namen vorher besonders wichtig waren. Es sind halt immer die Gleichen… Damit meine ich nicht Sie, denn ich kenne Sie ja nicht, aber ich habe einige „davon“ kennengelernt.

George Urbanski / 07.08.2014

Wenn die SZ in den dunklen Ecken der Ex-DDR, wo die Menschen tendenziell lieber ungebildet und undemokratisch sind, so wenig gelesen wird, ist das doch ein Hinweis auf die überdurchschnittliche Qualität der SZ. Ich werde noch heute die SZ abonnieren! George Urbanski

Asmus Asmussen / 07.08.2014

Wenn man die absoluten Zahlen betrachtet dann verkauft die SZ in ihren schwächsten Gebieten an 1,5 Millionen Einwohner genau 223 Zeitungen. Umgerechnet auf München (1,39 Mill. Einwohner) bedeutete dies einen reißenden Absatz von exakt 206 Exemplaren…

Dr. Hans-Peter Rösler / 06.08.2014

Hallo, Herr Röhl, ich bin zweimal durch diese Gegend gefahren, deren Einwohner, sofern sie Autobesitzer sind, das EE auf ihrem Nummernschild haben. Dies ist wirklich Dunkeldeutschland - auch politisch, wie die vielen Straßennamen mit verdienten Klassenkämpfern in nicht gar so wenigen Orten zeigen. Eine Attraktion haben Sie aber übersehen: Es gibt dort den Ort mit Namen Schilda, und Schilda wäre nicht Schilda, wäre es (zumindest bei meinem Besuch vor drei Jahren) nicht ein verschlafenes, heruntergekommenes Nest, das wirklich aus Schildbürgern zu bestehen scheint: Als wir an einem - heruntergekommenen - Lokal mit Namen “Schildbürger” hileten, um ein Photo zu machen, wurden wir von einem resoluten Herren in bestem DDRjargon darauf aufmerksam gemacht, dass Photographieren unerwünscht sei.  So kann man auch für einen berühmten Namen werben! Übrigens: Schwarze Pumpe - oder 20% des Geländes - wird jetzt von Vattenfall betrieben, dem Konzern, dem es zumindest in der Hamburger Region gelungen ist, die Strompreise - zuletzt mit der Begründung “Energiewende” - in den letzten vier Jahren auf das Dreifache zu erhöhen.

Kurt Rosshirt / 06.08.2014

Was? Nur 12? Das ist immer noch zuviel! Aber vielleicht sind das die Abos der Bibliotheken? Aus Sicht des SZ-geplagten Münchners allerdings ein gewaltiger Fortschritt. Danke für Ihr Mitgefühl, Herr Röhl. Hier werden über 107.000 verkauft. Dabei war die SZ mal eine richtig gute, (nicht links-) liberale Zeitung. Das gab es echte Meinungsvielfalt. Unglaublich, aber wahr! Das vor jedoch vor Heribert.

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