Quentin Quencher / 12.08.2022 / 14:00 / Foto: Bildarchiv Pieterman / 24 / Seite ausdrucken

Auf dem Spielplatz

Früher war ich traurig, wenn ich die anderen Eltern sah, die ihren Kindern mit überängstlichen Ermahnungen die Lust am Klettern verdarben. Heute erfasst mich ein ähnliches Gefühl, wenn ich Kinder mit Masken sehe.

Ein Bild, das ich nicht vergessen kann und sich immer wieder mal ins Bewusstsein schiebt. Die beiden Jüngsten waren noch klein, ca. 6 und 4 Jahre alt, da ging ich hin und wieder mit ihnen auf den Spielplatz, und dort, wie auf vielen Spielplätzen, stand eine aus Seilen bestehende Kletterpyramide. Meine Kids erkletterten sie jedes Mal bis zur Spitze und winken dann fröhlich von oben herunter.

Natürlich waren noch mehr Kinder dort, auch andere Eltern oder Großeltern. Aber die verhielten sich anders als ich, zeigten andere Emotionen. Ständig ergingen Warnungen an ihre Kinder, dass sie bitte aufpassen sollten, besser innen hochklettern mögen und nicht bis ganz noch oben. Vereinzelt hatten welche einen Fahrradhelm auf. Diese so ermahnten Kinder hatten keinen Spaß mehr an dem, was sie taten, sie wirkten verklemmt, die Ängstlichkeit der Aufsichtspersonen ist auf sie übertragen worden.

Befürchtungen, dass meinen Kindern etwas zustoßen könnte, hatte ich natürlich auch und war jedes Mal erleichtert, als sie wieder wohlbehalten unten waren. Aber niemals hätte ich ihnen dies gezeigt, denn eine andere Angst war ebenfalls in mir: nämlich die, mit zu viel Ermahnungen ihnen die Freude am Spielen zu nehmen, oder die Chance der Selbsterfahrung, auch der, was die Grenzen der eigenen Fähigkeiten betrifft.

Wir werden viele gute Psychiater brauchen

Warum aber drängt sich dieses Bild in letzter Zeit immer wieder ins Bewusstsein? Damals war ich traurig, wenn ich die anderen Kids beobachtete, wie ihnen Lebens- und Spielfreude genommen wurde, die Chance auf Selbsterfahrung. Mühsam nur konnte ich den Drang in mir, die Eltern oder Großeltern zu beschimpfen, unter Kontrolle bringen. Nur ein paar zornige Blicke mussten sie von mir ertragen. Ob sie die auch richtig gedeutet haben? Wahrscheinlich nicht! Zwar hat es hin wieder auch ein paar oberflächliche Unterhaltungen mit ihnen gegeben, aber nie an der Kletterpyramide.

Ja, warum denke ich in den letzten zwei Jahren wieder so oft an den Spielplatz? Weil mich wieder die gleiche Traurigkeit erfasst, heute allerdings, wenn ich Kinder mit Masken sehe. Es hat sich also nichts geändert, nein, es ist nur noch schlimmer geworden. Wir werden in zehn oder zwanzig Jahren viele, viele gute Psychiater brauchen, die den dann Erwachsenen ihre Ängste, mit denen sie in der Kindheit misshandelt wurden, bewusst machen.

Dieser Text ist ebenfalls auf Quentin Quenchers Blog Glitzerwasser erschienen.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Leserpost

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Susanne Weis / 13.08.2022

Besonders irritierend finde ich folgendes, von mir in letzter Zeit häufig beobachtete Phänomen: Eltern tragen KEINE Maske, aber das Kind, welches sie dabeihaben, nicht selten erst im Vorschul- bzw. Kleinkindalter, trägt Maske! Heute erst wieder mehrfach gesehen, bei über 30 Grad. Oder gestern beim Betreten einer Postfiliale: Mutter ohne Maske, ca. 8-jähriger Junge zieht nicht sofort, aber nach ca. einer halben Minute die Maske auf. Ich glaube ernsthaft, dass etliche Kinder die Maske mittlerweile gerne tragen und freiwillig aufsetzen. Anders kann ich mir das, beim besten Willen, nicht erklären. Für alle, die, wie ich, beruflich oder sonst im Leben viel mit Kindern zu tun haben, ist dieses Phänomen doch vor 3 Jahren noch unvorstellbar gewesen. Es ist unfassbar, dass “sie” in so kurzer Zeit geschafft haben, eine ganze Generation an diese “neue Normalität” zu gewöhnen.

Sigrid Leonhard / 12.08.2022

@ S. Wietzke , “Eine dem Untergang geweihte Gesellschaft aus Psychowracks braucht keine “Psychiater”. Nicht nur weil die in der Regel auch einen an der Klatsche haben,” Wie jemand anderer sinngemäß schon schrieb. Bei “Wir brauchen in der Zukunft viele (!)  gute Psychiater”. Da ist das Ding schon rum ums Eck - derzeit jedenfalls.

Hans-Peter Dollhopf / 12.08.2022

sLehnhoff: “Diese Leute sollten keine Kinder haben.”  Awff! - - - - Daran arbeiten die doch, oder etwa nicht?

Peter Wachter / 12.08.2022

Werbung von Lagnese:” 1982 lockte die Sonne Deutschlands Eisfreunde bis in den Oktober an Seen und Strände. Passend zu den hohen Temperaturen brachte Langnese den Flutschfinger auf den Markt - zunächst noch einfarbig rot, aber schon damals erfrischend und mit Spaßfaktor. So zu sehen auch im legendären TV-Spot “Like Ice in the Sunshine” von 1985, der die Lebensfreude und den Zeitgeist der 80er widerspiegelt.” Und nu, Übertemperatur, dafür kein Spassfaktor und schon gar kein lecken, an irgendeinem Flutschfinger !?

Martin Beyer / 12.08.2022

Schuld an allem sind die Medien. Wahn und Hysterie wird über die Medien verbreitet , so dass nur eine strenge Auswahl bleibt , um den Restmüll der Informationen von meinem Geist fern zu halten. Meine Auswahl ist Pi-News , Tichyseinblick , Die Achse des Guten , Dr. Markus Krall , Prof. Max Otte , die Plattformen und Personen sind in der Lage mir diesen ganzen Wahnsinn aufzuarbeiten , so dass ich nichts mehr anderes brauche.

Arnold Balzer / 12.08.2022

Neulich bei der Anmeldung bei meinem Hausarzt: Schlange von 3, 4 Leuten vor mir, alle vorschriftsmäßig mit Rotzlappen in der Visage. Ich trage meinen als Bartbinde, um der albernen Vorschrift halbwegs Genüge zu tun. Dann, als nur noch einer vor mir steht und gleich an den Tresen treten darf, holt dieser, ein junger Mann, auf Anfang 20 geschätzt, einen zweiten (!) Lappen aus der Tasche und hängt sich den vor sein Fuckin’ Face Piece! Ich bin vom Glauben abgefallen. Immer wenn ich solche Leute mit Lappen auf der Straße sehe, denke ich: “Wer hat euch ins Hirn geschissen?” Ich in deren Alter war jedenfalls anders gestrickt. Da wurde alles staatlich Verordnete erstmal in Frage gestellt!

Leo Hohensee / 12.08.2022

Hallo Herr Quencher, genau so ist es, wir (Frauen “behüten“ vor) nehmen den Kindern die Möglichkeiten, sich auszuprobieren / mutig zu sein. Das ist gleichbedeutend damit, Gefahrengrenzen auszuprobieren oder nicht, diese zu erkennen und zu vermeiden oder eben nicht. Ich erzähle ein Beispiel. Bei einem Urlaub mit den Kindern und Freunden am Chiemsee unternahmen wir einen geführten Bergaufstieg irgendwo (?) im Chiemgau. Steil nach oben waren die Kinder schneller als wir. Am kleinen Gipfelplatteau mit Gipfelkreuz angekommen, sahen wir unsere beiden Jungs an der “überhängenden Felskante” stehen im Wettstreit wer den höheren Pinkelbogen über den Abhang (mehrere hundert Meter) erzeugen konnte - direkt an der überhängenden Kante stehend. Wissen Sie was passiert wenn Ihnen das Blut in den Adern gefriert? Ich war Hobbyturner, auch ein Salto vom 10 Meterbrett, vorwerts wie rückwerts war kein Problem - aber in diesem Moment krampfte das Scrotum. Keiner von uns in der Gruppe ist ausgerastet, alle behielten die Nerven - und heute haben wir mutige erwachsene Kinder. Ich habe allerdings keine Zweifel daran, denen würde es heute mit ihren eigenen Kindern nicht anders ergehen als uns damals - es gefriert das Eis in den Adern.

A.Schröder / 12.08.2022

“Wir werden viele gute Psychiater brauchen”. An dieser Stelle ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.

E. Franke / 12.08.2022

@Jörg Themlitz Erst jetzt wird mir immer wieder bewusst, welch freie Kindheit wir erleben durften. Mutter auf dem Spielplatz? Undenkbar. Zumal es zu meiner Zeit so etwas wie “Spielplätze” fast gar nicht gab. Unser Spielplatz war überall und niemanden hat es interessiert wo wir herumgeklettert sind. Wir waren frei wie der Wind und mußten zu Hause sein, wenn es dunkel wird. Vielleicht liegt es auch daran, daß die Menschen zu früheren Zeiten noch etwas mehr Gottvertrauen hatten und nicht ständig durch irgend ein “Panikorchester” hysterisiert wurden. Und sowas wie “Kids” gab es schon gleich zweimal nicht. Wir waren Kinder.

Wolfgang Richter / 12.08.2022

@ Annette Mueller - “bis zum Anschlag genadelt” und “Von diversen anderen Autoimmunerklankungen” - Ich habe diese Tage noch eine Studie zum Kinder-Spiken gelesen, wonach ca. 1/3 nach der 2. Spritze Herzprobleme haben. Und dann gibt es immer noch Verfechter dieser Medizintechnik, die allen Ernstes behaupten, Entzündung des Herzmuskels bilden sich zurück und seien kein gesundheitliches Problem für die Zukunft. Ich weiß nicht, ob die auch nur “Medizin-Ökonomie” studiert haben, um Krankenhausbetten “sozialverträglich” abzubauen.

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