Schleswig-Holstein erwägt Medienberichten zufolge die Einrichtung einer sogenannten Meldeplattform zur anonymen Anzeige von Steuerbetrügern nach dem Vorbild Baden-Württembergs, meldet zeit.de. «Bei der Digitalisierung der Verwaltung sollten wir möglichst keinen Bereich ausnehmen. In diesem Sinne prüfen wir auch die Einrichtung eines entsprechenden Online-Portals», werde die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) gleichlautend von «Welt» und «Handelsblatt» zitiert.
Zuvor sei Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz - ebenfalls von den Grünen - heftig für die Einführung des bislang bundesweit einmaligen Hinweisportals kritisiert worden. Kritiker aus verschiedenen Parteien hätten argumentiert, dass ein solches Portal Denunziantentum fördere.
Der Präsident der Bundessteuerberaterkammer, Hartmut Schwab, habe die baden-württembergische Online-Meldeplattform ebenfalls kritisiert, meldet welt.de: «Zu mehr Steuergerechtigkeit kann und wird ein solches Portal nicht führen», habe Schwab der «Bild» (Freitag) gesagt. «Online geht immer alles viel schneller und hemmungsloser. Da ist der ehemalige Arbeitgeber, das Konkurrenzunternehmen, der nervende Nachbar und sicher auch der untreue Ehepartner schnell mit einem Klick angeschwärzt.» Daher würde er davon ausgehen, dass man sich in dem Bundesland durch «jede Menge irrelevanter Meldungen» kämpfen müsse. Siehe auch: sueddeutsche.de und handelsblatt.com.