Peter Grimm / 08.10.2023 / 11:00 / 158 / Seite ausdrucken

Auch nach diesem Blutbad kein Aufwachen?

Noch wirkt das Erschrecken über den mörderischen Hamas-Angriff auf Israel. Noch erklärt man sich solidarisch, doch bald werden die Gegenschläge bestimmt wieder als "unverhältnismäßig" kritisiert, obwohl es für Israel immer ums Überleben geht. Aber das ist bei deutscher Staatsräson schnell vergessen.

Die meisten deutschen Nachrichtenkonsumenten sind wahrscheinlich immer noch schockiert vom Ausmaß und vom Blutzoll der derzeitigen Angriffswelle der islamistischen Hamas und ihrer Verbündeten auf Israel. Dass es Kämpfern der Hamas in offenbar größerer Zahl gelungen ist, nach Israel einzudringen, dass die israelische Armee um die Rückeroberung eigenen Landes kämpfen musste, dass (veröffentlichter Stand am frühen Sonntagmorgen) mehr als 300 Israelis getötet wurden, in größerer Zahl Gefangene und Geiseln genommen werden konnten, erscheint trotz jahrelanger Gewöhnung an die Nachrichten von wiederholten Angriffen aus dem Gazastreifen unfassbar.

Am Sonntagmorgen hieß es unter Berufung auf einen israelischen Armeesprecher, dass es noch acht Punkte im Süden des Landes gebe, wo nach möglichen Angreifern gesucht werde. Der Sperrzaun zum Gazastreifen wäre an 29 Stellen durchbrochen worden, doch diese seien inzwischen alle unter Kontrolle. Man greife aus der Luft potenzielle neue Angreifer an diesen Punkten an.

"Wir werden nach dieser unmenschlichen Attacke sehr hart gegen die Hamas vorgehen", wird Militärsprecher Richard Hecht in den Medien weiter zitiert. "Dies ist ein furchtbarer Morgen." Laut Militär seien unter den Toten auch 26 Soldaten, darunter auch ein Vize-General und ranghohe Kommandeure. Und wie diverse Politiker kündigt auch der Militärsprecher nach diesem massiven Angriff ein härteres Vorgehen gegen die Hamas an. 

Man werde vor Angriffen auf Hamas-Ziele im Gazastreifen Anweisungen an die dortige Bevölkerung geben, "um Kollateralschaden zu vermeiden", hieß es von Armeesprecher Hecht, aber es werde keine Evakuierung aus dem Palästinensergebiet geben. "Wir werden ihnen sagen, geht in den Norden, geht in den Süden, geht in den Osten." (Quelle: focus.de)

Dass in den nächsten Tagen nun heftige Luftangriffe auf Einrichtungen der Hamas zu erwarten sind, weiß jeder. Ebenso, dass es dabei auch zivile Opfer geben wird, zumal die militanten Islamistengruppen gern zivile Einrichtungen quasi als Schutzschilde verwenden. Leider braucht es auch keine prophetische Gabe, um vorauszusehen, wie die Reaktionen vieler Wohlmeinender in Politik und Medien hierzulande sein werden. Man wird Israel zur Mäßigung aufrufen, vor weiterer Eskalation warnen, und all die derzeit noch allgegenwärtigen Solidaritätsbekundungen mit Israel aus diesem Milieu werden wieder dem Räsonieren darüber, inwieweit Israel auch für diese Eskalation verantwortlich ist, Platz machen.

Es werden wahrscheinlich ganz schnell wieder alle Maßstäbe verlorengehen. Sehr bald wird man wieder die Stimmen hören, die fordern, dass trotz aller Gewalt doch auch Israel auf die Palästinenser zugehen müsse und dass es Verhandlungen und Verständigung braucht.

Nur, mit wem soll denn verhandelt werden? Mit der Hamas, die nicht nur Israel von der Landkarte tilgen will, sondern im eigenen Herrschaftsbereich, im Gaza-Streifen, ein islamistisches Terror-Regime errichtet hat? Ist das das Bild, das die Wohlmeinenden von einem palästinensischen Staat haben, der mit Israel friedlich koexistiert?

Ihr Programm und verinnerlichtes ideologisches Ziel ist die Vernichtung Israels. Gerade beweisen die islamistischen Terroristen ja auch unübersehbar für jeden, was geschieht, wenn dort die Wachsamkeit nachlässt. Sie fallen ins Land ein, morden, brandschatzen und entführen. Sie machen aus ihren Zielen auch kein Geheimnis. Doch diese Tatsache möchte man hierzulande nicht sehen und wird sich aller Solidarität-mit-Israel-Textbausteinen zum Trotz, schnell wieder in die eigene merkwürdige Märchenwelt zurückziehen, in der man mit Mördern zivilisiert verhandeln kann. 

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Leserpost

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Peter Meyer / 08.10.2023

Die 2-Staaten-Lösung ist gescheitert. Israel soll den Gaza-Streifen einnahmen, die Hamas als feindliche Kombattanten - entweder töten oder als Kriegsgefangene in Lager stecken- behandeln, die Zivilisten leben dann eben ab sofort im Staat Israel. Wenn sie das nicht wollen, es gibt 57 islamische Länder auf der Welt. In Deutschland sind sie NICHT willkommen!!!!!!!

Karsten Dörre / 08.10.2023

@Boris Kotchoubey, Danke für das Feedback. Aber die Leserbriefe im Achse-Forum sind nicht relevant, da hier keine offiziellen politischen Entscheidungen getroffen werden. Natürlich gab es am Anfang des Krieges die Gespräche zwischen Ukraine und Russland. Die wurden nur abgehalten, um so zu tun, als ob. Von dritter Seite kann man leicht schwadronieren, dass der Überfallene einfach “Frieden” blöken solle. Ich möchte diese deutschen Russenfreunde sehen, wenn in Deutschland ca. 600 Menschen, darunter Mütter und Kinder an einem Tag von arabischen Terroristen gekillt werden, was die dann uns Weises erzählen.

Mathias Rudek / 08.10.2023

Auf diese oberflächlichen, aalglatten Solidaritätsbekundungen dieser simplen Phrasendrescher gebe ich nichts mehr, prallt an mir komplett ab. Und unseren Bundesgrüßaugust brauche ich schon garnicht. Israel als starkes, enorm wehrhaftes Land, als starke Nation soll jetzt das tun, was es für richtig hält. Und die Israelis wissen das und da bin ich mir so sicher, wie die Tora in der Synagoge.

Bettina Landmesser / 08.10.2023

Warum haben die Israelis hier trotz Mossad keine Infos vorher bekommen? Oder sind in der israelischen Regierung genau die gleichen Verräter gegen ihr Land in Position gebracht wie in Deutschland? Krisen schaffen… Krisen schaffen

Martin Haber / 08.10.2023

Welche Barbarei ist hier wieder am Werke gegen das Volk Israels, zu den, nota bene, auch die nicht wenigen Palästinenser gehören, welche ihren persönlichen Frieden mit diesem Volk geschlossen haben und heute in relativer Sicherheit in seinen Grenzen leben können und dürfen? Es lohnt sich, einen Blick zurück zu werfen in die eigene Vergangenheit, als das Deutsche Volk die Paria unter den Völkern war. Unter grossem Blutzoll haben die freiheitlich gesinnten Nationen diesem Volk die Hand gereicht und ihm die Möglichkeit gegeben, wieder Teil der zivilisierten Gemeinschaft der Völker und Nationen zu werden, trotz der unbeschreiblichen Verbrechen, die in ihrem Namen und in nicht unerheblichem Masse auch mit ihrer Mitwirkung verübt worden sind. Aus dieser Perspektive müssen wir auch das Palästinensische Volk betrachten. Entweder es ist in der Lage, die Verbrecher, welche es momentan führt, abzuschütteln und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Oder es bedarf des Stimulus von aussen. Die Israelische Armee wird nun einen ersten Impuls leisten. Einen mächtigen Impuls! Möglicherweise werden sich auch andere Streitkräfte anschliessen, um der latenten Bedrohung Israels durch Kräfte ausserhalb des Einflussbereiches der Palästinenser endgültig Einhalt zu gebieten. Zu wünschen wäre es. Jedoch, was die aktuelle Situation betrifft: Entweder das Palästinensische Volk bekennt sich zu einer friedlichen und einträglichen Existenz mit Israel oder es wird für immer verschwinden. Als Irrtum der Geschichte. So, wie es uns selbst hätte ergehen können.

B. Zorell / 08.10.2023

Die Raketen und Drohnen, die die Hamas auf Israel abgefeuert hat, sind aus den Beständen, die Europäer an die Ukrainer geliefert. Viele ukrainische Militärs haben Raketen und Drohnen an jene Kräfte verkauft, die die Hamas unterstützen.

Carlo Mayer / 08.10.2023

@Bendix Der von Ihnen beschriebene unausgegorene Religionskitsch trieft schon deshalb vor Hass auf andere Religionen, weil er nur ein billiger Abklatsch derselben ist. Das ist der Geburtsfehler dieser Religion: dass sie mehr sein will als die Konkurrenz , die es 750 beziehungsweise 2500 Jahre vorher schon gab.  Daher auch der ständige Minderwertigkeitskomplex und die wilden Rechtfertigungen, dass Allah größer sei als alle anderen.

Wolfgang Richter / 08.10.2023

@ Tomas Wolter - “Die wird sich noch wundern, wie heftig hier eskaliert werden wird. Für Israel geht es um die Existenz gegen arabisch-islamische Todfeinde.” Sprichwörtlich ist die Hamas mit einem Messer zur Schießerei gekommen. Faktisch hat sie mit diesem Angriff ihre Auslöschung in die Wege geleitet. Nach dem kurzen Sortieren im Schock wird Israel das tun, was lange überfällig ist, die Demilitarisierung des Gaza-Streifens realisieren, um dem Spuk hoffentlich ein für alle mal das Ende zu bereiten. Auch als Warnung gegen andere, die infolge des gestern gezeigten Möglichen Morgenluft für die Umsetzung eigener Phantasien wittern. Und daran werden vermutlich auch die Geiseln in der Hand der Hamas nichts ändern.

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