Neulich warnte Erdogan die türkische Bevölkerung erneut vor einer unsichtbaren, aber existenziellen Gefahr – und er tat es mit einer Zahl, die er selbst als Mutter aller Zahlen bezeichnete: Die türkischen Frauen bekommen im Durchschnitt nur noch 1,48 Kinder. Eine dramatische, ja beinahe apokalyptische Botschaft, wenn man das hört. Was er nicht erwähnte: Der tatsächliche landesweite Durchschnitt liegt bei 1,99, und dieser Unterschied ist kein Zufall, sondern das Symptom eines tiefgreifenden demografischen Umbruchs. Bei dem genannten Durchschnitt von 1,99 sind nämlich auch die syrischen Frauen inklusive. Denn die „Invasion“ – so nennt man sie in der Türkei, ganz offiziell – hat längst begonnen: Syrische Migranten, seit Jahren millionenfach im Land, verändern die Bevölkerungsstruktur massiv.
Während türkische Frauen realistisch kaum noch über zwei Kinder hinauskommen – verständlich angesichts wirtschaftlicher und sozialer Verzweiflung –, liegt die Geburtenrate syrischer Frauen laut staatlichen türkischen Statistiken bei 5,6 Kindern. Ein Wert, der nicht nur auffällig, sondern schicksalhaft ist.
Folgendes muss man wissen: In die Türkei kamen nicht – wie in Deutschland – überwiegend junge Männer. In die Türkei kamen Familien. Viele. Sehr viele. Nach offiziellen Zahlen von Juni 2024 leben im Land rund 1,5 Millionen registrierte syrische Frauen. Die Dunkelziffer? Wahrscheinlich ähnlich hoch. Unregistrierte gibt es überall, zumal die Grenze nach Syrien schon immer offen war. Niemand will es aussprechen, aber jeder weiß es.
Kein Geld für ein zweites Kind
Rechnet man nach Adam und Madame Riese, ist das Ergebnis brutal klar: In absehbarer Zeit wird es in der Türkei mehr Syrer und Afghanen geben als Türken. Die Demografie frisst jede Ideologie und jede politische Schönfärberei. Erdogan hatte einst drei Kinder pro türkischer Familie propagiert. Heute ist er bei fünf bis sechs angekommen. Ein verzweifelter Appell eines Mannes, der offenbar nicht mehr die Wahrheit über sein eigenes Land erfährt – oder sie nicht hören will. Denn selbst wenn türkische Familien fünf Kinder haben wollten, könnten sie es längst nicht mehr.
Die wirtschaftliche Realität sagt alles: Laut Bianet leben 98 Prozent der türkischen Bevölkerung, das wären 83.750.000 Menschen, unterhalb der Hunger- und Armutsgrenze (2023). Diese Zahl wirkt natürlich zu hoch, aber sie basiert auf unterschiedlichen Berechnungsmethoden. Realistisch betrachtet: Wenn 15 Prozent der Bevölkerung 60 Prozent des gesamten Volksvermögens besitzen, dann leben zwangsläufig mindestens circa 80 Prozent der Menschen in Armut oder unmittelbarer Nähe zur Armut.
Und wer nicht einmal seine Miete zahlen kann, wer keine Hochzeit finanzieren kann, wer täglich zwischen Essen und Heizen wählen muss – wie soll der heiraten? Wie soll der Kinder bekommen? Das Drama ist nicht, dass türkische Frauen nur 1,48 Kinder bekommen. Das Drama ist, dass sie sich ein zweites Kind gar nicht mehr leisten können.
Und während die türkische Familie schrumpft, wächst die syrisch-afghanische Familie mit staatlich bestätigten 5,6 Kindern weiter – unaufhaltsam wie ein demografisches Erdbeben. Die Türkei steuert nicht auf eine Zukunft zu. Sie wird von der Zukunft überrollt. Was macht Deutschland?

Geburtendschihad at work. Die Türkei ist blind in die Falle getappt, weil Unsummen von Geld aus der arabischen Welt gelockt haben. Die Araber sind durchaus cool. Sie leiden aber an einem metastasierenden Krebsgeschwür, das man hart in die Zange nehmen muss. Das Problem muss man kennen und mit viel Erfahrung professionell bekämpfen, sonst stirbt man daran. Die Türkei ist voller „Syrer“. Und nun schaue man darauf, wer plötzlich in Syrien an der Macht ist. Das ist alles kein Zufall. Was in der Türkei schon weit fortgeschritten ist und Syrien komplett in Beschlag genommen hat, klopft seit 2015 auch bei uns an die Tür. Einen kräftigen Vorgeschmack davon gab es bei uns schon 2001. Darum sind wir in Deutschland ein wenig besser immunisiert. Die Türkei hat hingegen ihr Atatürksches Immunsystem zwischenzeitlich in voller Absicht runtergefahren, weil das Zuckerbrot zu verlockend war. Mit den zu erwartenden Folgen. Das lässt sich korrigieren. Wird aber für die Türkei noch viel härter ausfallen als für uns. Der Weg wird lang. Aber die ersten Schritte sind gemacht.
… demografisches Erdbeben, auch in der Türkei?