Atomunfall: Was geschah in Nyonoksa?

Am 8. August gab es auf dem Raketenversuchsgelände der russischen Marine in Nyonoksa wieder einmal ein Nuklearunglück mit (wahrscheinlich) acht Toten. Knapp einen Monat nach einem Brand auf einem Atom-U-Boot, bei dem 14 Besatzungsmitglieder starben. Zum Glück ist diesmal die Freisetzung von radioaktiven Stoffen nicht so groß wie in Tschernobyl – alles andere jedoch – wie gehabt: Geheimniskrämerei, nur Dinge zugeben, die bereits in „West-Medien“ veröffentlicht sind und Täuschung durch Falschinformationen. Trotzdem soll hier versucht werden, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Übereinstimmend wird von einem Anstieg der γ-Strahlung in Severodvinsk am 8.8.2019 in der Zeit von 11:50 bis 12:30 (lokal) auf 2 μSv/h berichtet. Sie soll gegen 16 Uhr wieder auf ihren Normalwert zurückgegangen sein. Greenpeace spricht von einer Erhöhung auf das 20-fache des Normalwerts. Es gibt keine näheren Angaben über die Isotopenzusammensetzung oder die genauen Ausbreitungsverhältnisse.

Severodvinsk ist eine Großstadt mit ca. 185 000 Einwohnern, 45 km westlich von dem militärischen Versuchsgelände in Nyonoksa. Anders als noch in Tschernobyl ist dort die Bevölkerung sensibilisiert (zwei Marinewerften, auf denen auch Atom-U-Boote gewartet werden) und vorbereitet (private „Geigerzähler“ etc.). Gleichwohl verbreiteten die Nachrichten Angst und Schrecken unter der Bevölkerung. Insbesondere der Transport der Verletzten und Toten durch Hilfskräfte unter Vollschutzkleidung.

So wird zum Beispiel von Panikkäufen von „Jodtabletten“ aus den Apotheken der Stadt berichtet. Ganz offiziell wurde für die Dvina Bay das Schwimmen und Fischen „wegen giftigem Raketentreibstoff Heptyl“ für einen Monat untersagt. Es ist mal wieder das typische Verhalten russischer Regierungen: Geheimniskrämerei und Halbwahrheiten, die das Vertrauen der eigenen Bevölkerung untergraben.

Leider muß man auch diesmal wieder dem „Westen“ eine gewisse Komplizenschaft unterstellen. Westliche Geheimdienste wissen über das Geschehen viel mehr, als sie bereit sind zu veröffentlichen. Hat sich doch dieser Murks nur 300 Kilometer entfernt von der finnischen Grenze ereignet. Es ist offensichtlich nach wie vor die Forderung von Edward Teller aus den 1980er Jahren richtig, alle Geheimdiensterkenntnisse öffentlich zu machen. Manch einem gutgläubigen „Putin-Versteher“ würde sicherlich Hören und Sehen vergehen.

Bis auf einen – alle Marschflugkörper beim Start explodiert

So ging schon 2015 ein Test auf dem gleichen Versuchsgelände in Nyonoksa schief: Die Kontrolle über einen Marschflugkörper ging verloren und dieser raste in ein Wohngebäude. Aber die Unglücksserie reißt nicht ab: In Sibirien ging im gleichen Zeitraum ein Munitionslager hoch – mit umfangreicher Zerstörung in der Umgebung. Man stelle sich nur mal vor, die Bundeswehr oder das US-Militär hätte eine solche Pannenserie mit so vielen Toten und so viel Umweltverschmutzung in nur einem einzigen Monat. Zumindest das Staatsfernsehen könnte sich vor lauter Sondersendungen mit „Atomexperten“ gar nicht wieder einkriegen. Aber schon meine Mutter sagte: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.

Übereinstimmend wird berichtet, bei dem Unglück (es fällt mir schwer, so etwas noch als Unglück zu bezeichnen) handelt es sich um einen Fehlstart eines Burevestnik (NATO Bezeichnung: Skyfall) Marschflugkörpers mit einem Kernreaktor als Antrieb. Bisher gab es 13 Tests, die – bis auf einen – alle beim Start explodiert sind. Gleichwohl protze Putin in einer Fernsehsendung mit einem Video seiner Wunderwaffe und verkündete, daß diese noch dieses Jahr an die U-Bootflotte übergeben werden sollte.

Hoffentlich nicht, denn dann wäre ein zweiter Fall Kursk vorprogrammiert. Damals war auch ein neuartiger „Wundertorpedo“ Ursache für den grausamen Tod der Besatzung. Nichtsdestotrotz schwelgte Putin in seiner Fernsehshow von der Überlegenheit dieses Marschflugkörpers, der locker um die Welt fliegen kann und jede „Raketenabwehr“ austrickst. Glaubt dieser „Führer“ tatsächlich, daß seine Untertanen solchen Blödsinn glauben?

Wir leben heute im „Internet-Zeitalter“. Wenn man den Arbeitsaufwand nicht scheut, kann man eine Menge Fakten zusammentragen. Es gibt auch in Russland Menschen, die ungewöhnliche Dinge in ihrer Umgebung mit der Kamera festhalten und ihre Kenntnisse weiterleiten – und nicht zuletzt private Umweltschützer, die akribisch frei zugängliche Satellitenaufnahmen auswerten. Nur Öffentlichkeit kann die Putins dieser Welt zwingen, die Karten aufzudecken.:

  • Ort Am 8. August 2019, gegen 9:00 Ortszeit gab es eine heftige Explosion nahe der Stadt Nyonoksa, einer Hafenstadt an der Dvina Bucht, etwa 20 km (45 Straßenkilometer) von der Schiffbaustadt Severodvinsk entfernt. Nyonoksa ist seit Jahrzehnten ein Testgelände für Marineraketen einschließlich auch Interkontinentalraketen (ICBMs). Der Luftraum war großräumig in der Zeit vom 8.–11. August gesperrt (NOTAM).
  • Installation Satellitenbilder zeigen, daß der Versuch auf einem Ponton, etwa 4 km vor der Küste stattfand. Die Bevölkerung wurde vor Trümmerteilen am Strand gewarnt. Warum der Test nicht in den vorhandenen Anlagen an Land ausgeführt wurde, ist unbekannt.
  • SEREBRYANKA ist ein Spezialschiff für die Bergung und den Transport von radioaktiven Abfällen. Es befand sich auf Reede in der Nähe des Pontons und kam unmittelbar nach dem Vorfall zur Hilfe. Dieses Schiff wurde auch schon bei den Tests auf Novaya Zemlya beobachtet.
  • Messungen Zufällig (?) stellten die Überwachungsanlagen der CTBTO (Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty Organization) in Dubna, Kirov, Bilibino und Zalesovo wegen angeblicher technischer Schwierigkeiten die Datenübermittlung während des Tests ein. Ein norwegisches Forschungsinstitut geht sogar von zwei Explosionen (eine unter Wasser und eine oberhalb) aus. Das Norsar Research Institute unterhält eigene Seismographen und Infraschallstationen in Skandinavien.
  • Opfer Offiziell hat es acht Tote gegeben. Drei Soldaten und fünf Techniker von Rosatom (Alexei Vyushin, Evgeny Koratayev, Vyacheslav Lipshev, Sergei Pichugin und Vladislav Yanovsky).
  • Strahlung Es sind zahlreiche Messwerte aus verschiedenen Orten vorhanden. Sowohl offizielle (Regionalbehörden, Meteorologische Stationen etc.), aber auch von Bürgern und Umweltschutzorganisationen. Alle sind bemerkenswert übereinstimmend. Man kann wohl mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass keine Gefahr für die Bevölkerung besteht (Kurzzeitig bis 20-fach der Hintergrundstrahlung). Das medizinische Personal wurde nicht über die radioaktive Belastung der Verletzten informiert. Nachdem Ärzte aus den Krankenhäusern massiv Kritik äußerten, bot der Gesundheitsminister kostenlose Untersuchungen in einer Spezialklinik in Moskau an. Bei einem Arzt wurde dort eine Inkorporation von Caesium-137 festgestellt. Die Opfer wurden unter Schutzkleidung nach Moskau transportiert. Dies ist durch zahlreiche Bilder und „Handy-Filme“ dokumentiert. Eine Woche nach dem Vorfall registrierten Luftmessstationen in Norwegen Spuren von Jod.
  • Testreihe Der aktuelle Versuch hat nach Valentin Kostyukov, Leiter des Forschungszentrums von Rosatom, eine „intensive Vorbereitung“ von mehr als einem Jahr erfordert. Nach Angaben aus den USA ist dies die 14. Versuchsreihe. Nur zwei waren teilweise erfolgreich. Bisher wurden die Versuche überwiegend auf dem alten Kernwaffentestgelände in Novaya Zemlya durchgeführt. In diesem ohnehin hoch belasteten Gebiet konnte man ungestört weiter rumsauen. Eine Erklärung für die Verlegung in bewohnte Gebiete weiter südlich dürfte die routinemäßige Überwachung durch Seeaufklärer sein, die nach Spuren von Kernwaffentests suchen.

Wer einen Nachbarn wie Russland hat, braucht keine Feinde mehr

Marschflugkörper sind, technisch betrachtet, Flugzeuge. Wegen der kleinen Tragflächen brauchen sie eine hohe Mindestgeschwindigkeit um den notwendigen Auftrieb zu erzeugen. Werden sie aus einem Starter (Schiff oder LKW) abgeschossen, benötigen sie eine zusätzliche Raketenstufe um erstmal ihre Mindestgeschwindigkeit erreichen zu können. Genau diese scheint bereits explodiert zu sein (Warnung vor Heptyl in der Bucht). Fliegt so eine cruise missile erst mal, kann sie trotz ihres kleinen Triebwerks und Treibstoffvorrats mehrere tausend Kilometer entfernte Ziele treffen. Der Witz dabei ist, dass sie dabei möglichst tief fliegt, um unter gegnerischem Radar hindurchzutauchen und dabei stets ihre Richtung ändert. Ihr Vorteil liegt also in ihrer schweren Entdeckbarkeit. Ist sie erst mal entdeckt, kann sie wegen ihrer relativ geringen Geschwindigkeit leicht abgeschossen werden.

Anders verhält es sich mit ballistischen Raketen. Je weiter sie fliegen sollen, um so höher müssen sie aufsteigen. Sie sind dadurch leicht aus großer Entfernung auszumachen. Ihre Flugbahn ist gut vorhersehbar, und sie können trotz ihrer hohen Geschwindigkeit relativ treffsicher abgeschossen werden.

Die Idee, einen Marschflugkörper mit Kernreaktor zu bauen, ist nicht nur verbrecherisch, sondern auch ziemlich idiotisch. Man diskutiert immer wieder den Einsatz von Kernreaktoren im Weltraum. Allerdings ist man sich darüber einig, solche Reaktoren erst in Betrieb zu nehmen, wenn sie sicher in der Umlaufbahn angekommen sind. Ab dem Moment, wo sie kritisch werden, produzieren sie nämlich Spaltprodukte und Neutronen in großer Zahl. Ein Marschflugkörper, angetrieben durch einen Kernreaktor, ist also fliegender Atommüll. Schon jeder Testflug ist damit vorsätzliche Umweltverschmutzung. Der einzig gelungene Testflug der Burevestik endete im Polarmeer. Bisher wurden die Reste noch nicht erfolgreich geborgen. Wer solch einen Nachbarn wie Russland hat, braucht keine Feinde mehr.

Der militärische Nutzen scheint äußerst fragwürdig. Man kann zwar in einem Staustrahltriebwerk die Brennkammer durch einen Reaktor ersetzen, gewinnt dadurch aber nicht viel. Was will man mit einem Marschflugkörper, der um die Welt fliegt oder ewig im Zielgebiet kreist. Je länger er unterwegs ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden. Aufgrund des schlechten Wirkungsgrades eines Staustrahltriebwerks bei der geringen Geschwindigkeit eines Marschflugkörpers würde er wie ein Stern leuchten. Seine Abstrahlung ist leicht mit Standardmitteln völlig passiv zu orten. Hinzu kommt noch die hinterlassene Spur seiner ionisierenden Strahlung. Er wäre für jede F-35 auf Patrouille ein leichtes Opfer. Um was geht es also wirklich bei diesen Tests in Nyonoksa? Die Frage stellt sich um so mehr, da die USA schon in den 1950er Jahren ein ähnliches Projekt – SLAM (Supersonic Low Altitude Missile), auch „The Big Stick“ genannt – verfolgt und aufgegeben haben.

Dementis auf dem Niveau eines Knaben beim Kirschen klauen

Kaum ein Politiker versucht die Menschen so dreist für dumm zu verkaufen. Das Verhaltensschema ist spätestens seit der Annektion der Krim bekannt: Erst heißt es, Uniformen und Waffen könnte man in jedem Militaria-Shop kaufen, dann sind es Soldaten, die ihren Urlaub nutzen, und darauf hätte er natürlich keinen Einfluss, um nach erfolgreicher Aktion ganz offiziell die Truppen zu ehren. Immer, wenn schon Bilder durch die Welt gehen, Dementis auf dem Niveau eines Knaben, der beim Kirschen klauen auf frischer Tat ertappt wurde. Ist die Aktion in seinem Sinne erfolgreich verlaufen, war es natürlich seinem langfristigen Plan zu verdanken. Schuld sind von Anfang an die anderen, er war ja nur gezwungen zu reagieren, um die Ehre seines Russland zu retten.

Mit bekannter Unverfrorenheit reicht er genau jetzt eine Resolution im Sicherheitsrat gegen die USA ein, wegen der nicht Verlängerung des INF-Vertrages und eines nuklearen Wettrüstens. Das alles, nachdem er seit Jahren an einem Marschflugkörper mit Kernreaktor rummurksen lässt. Was wäre denn gewesen, wenn der Test erfolgreich gewesen wäre? Noch letztes Jahr hat er doch – in einer eher peinlichen Fernsehshow – genau dieses Teufelsding als Wunderwaffe gepriesen, mit dem sein Russland (Nigeria with Nukes) einen Vorsprung von Jahrzehnten hätte.

In was eigentlich, in Umweltzerstörung? Welchem sozialistischen Modell eifert er nach? Der Volksrepublik China wohl eher nicht, die inzwischen die Welt mit Autos, Computern und Mobiltelefonen überhäuft, sondern wohl eher dem Hungerkommunismus Nordkoreas. Man sollte erwarten, daß er durch die Politik von Ronald Reagen und dem Zusammenbruch des Sowjetreiches etwas gelernt hat: Steigen die USA auf seine nuklearen Fieberträume ein, reicht all sein Öl und Gas nicht aus. Was aber soll dann China machen? Seelenruhig zuschauen wohl kaum. Wenn es jetzt nicht gelingt, Putin zu stoppen, wird eine weltweite nukleare Rüstungsspirale ausgelöst, gegen die der kalte Krieg nur ein Kindergeburtstag war. An irren Ideen mangelt es nicht, man muss sich nur Russlands derzeitige (nukleare) Aufrüstung anschauen.

Die Rolle von Rosatom

Besonders beängstigend in diesem Sinne ist die zivile und militärische Verknüpfung der Kerntechnik in Russland. Fünf der acht Todesopfer waren Techniker von Rosatom. Sie wurden bereits am 12. August in Sarov, 400 km östlich von Moskau, mit militärischen Ehren beigesetzt. Sarov mit über 90.000 Einwohnern ist bis heute noch eine „geschlossene Stadt“ (d.h. Zutritt nur mit Sondererlaubnis). Größter Arbeitgeber ist nach wie vor das Forschungslabor von Rosatom. Es besteht seit 1947, und in ihm wurde zum Beispiel die größte Kernwaffe (Zar-Bombe) aller Zeiten gebaut. Heute ist man stolz, auch Kernbrennstoffe für zivile Reaktoren herzustellen.

Liegt in dieser engen örtlichen und personellen Verknüpfung an verschiedenen Standorten der Grund für die Exporterfolge von russischen Kernkraftwerken in Iran, China, Indien, Türkei, Ägypten usw.? Geht es dabei wirklich nur um elektrische Energie? Schauen wir mal, wie problemlos die Kooperation in Finnland läuft. Die Finnen haben mit Sicherheit kein Interesse an Kernwaffen, sind aber nicht bereit, irgendwelche Kompromisse in Sicherheit und Qualität einzugehen. Dieser Exporterfolg könnte noch richtig teuer für Russland werden.

Die Rolle unserer „Atomkraftgegner“

Alle, die immer noch glauben, bei den Grünen und Greenpeace ginge es nur um die Gefahr und Angst vor Strahlung, müssen sich doch langsam wundern, warum nun eine solche Stille in diesem Lager herrscht. Frau Sylvia Kotting-Uhl etwa, die sich von jedem Castor-Behälter bedroht fühlt und um die Asse nicht in den Schlaf kommt, fühlt sich etwa nicht durch fliegenden Atommüll gefährdet? Der Genosse Trittin, der jedes „AKW“ bekämpft hat und heute die Rücklagen für den „Atommüll“ mit verwaltet, findet die Versenkung von ausgebrannten Kernreaktoren im Polarmeer tatsächlich in Ordnung? Das kann doch wohl nicht sein.

Eine intensive Nachfrage bei jedem Auftauchen dieser Herrschaften und ihrer Parteigenossen scheint deshalb dringend angeraten. Oder sollte es wirklich böse kapitalistische und gute sozialistische Strahlung geben? Kardinal Marx und der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm als berufliche Moralisten sollten ihre geliebte Kanzlerin schnellstens auffordern, eine weitere Kommission einzusetzen. Nicht zuletzt alle Naiven, die glauben, Kernenergie ist gut fürs Klima (weil doch so „CO2-arm“), werden spätestens dann merken, wohin die Reise geht, wenn Kanzler Habeck den Mantel der Geschichte ergriffen hat.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf der Webseite von Klaus Humpich hier

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Rolf Lindner / 27.08.2019

Wenn man alarmistisch vom Zwanzigfachen der natürlichen Radioaktivität schreibt, sollte erwähnt werden, dass auch dieses Zwanzigfache so gut wie keine Strahlenbelastung darstellt. Es wären großzügig gerechnet 500 Bq (0,5 kBq). In den verschiedensten täglichen Anwendungen in Laboren liegt die Grenze des ungeschützten Umgangs (nennt sich Freigrenze) für die meisten Isotope bei dem Tausendfachen. Man sollte diese Spielerei mit radioaktivem Material weder klein reden noch aufbauschen. Solange Nato und Russland sich als Gegner brauchen, um die Rüstungsausgaben begründen zu können (Russland gibt angeblich bedeutend weniger aus), wird es derartige Unfälle weiterhin geben. Die Unfälle taugen jedoch nicht zur Begründung für die Einstellung solcher Versuche, sonst dürften wir uns z.B. nur zu Fuß auf dieser Welt bewegen.

Dirk Kern / 27.08.2019

Also schon ziemlich hetzerisch dieser Artikel. Leider wird unterschlagen, dass die aggressive Ausdehnungspolitik der NATO Russland mit nur 1/10 des Verteidigungungsbudgets zu möglicherweise riskanten Aufrüstungsanstrengungen treibt. Vor allem vor dem Hintergrund der schon in Polen und dem Balkan stationierten westlichen Raketenabwehrsysteme. Da bleibt nur eine asymetrische Antwort als möglicher Handlungspfad. Das hätte man sich alles ersparen können.

Karsten Paulsen / 27.08.2019

Mit dem Inhalt des Artikels stimme ich nicht überein, aber ich finde es gut, dass auf der Achse kontrovers diskutiert wird.

B. Jacob / 27.08.2019

Russland hat zumindest mit Wissenschaftlern und auch Wissenschaftler anderer Nationen daran geforscht, das Atomkraft im zivilen Sinne der Nutzung seine Schrecken verliert, was natürlich bei Militärwaffen nicht der Fall ist. Von daher haben Atomkraftwerke schon längst den katastrophalen Schrecken von Tschernobyl verloren und sind sehr viel sicherer geworden, weniger schädlich, wie grüne Windspargel und Solarparks, die unsere Umwelt und Natur nachhaltig schädigen. Es war die SPD - Grüne Regierung, die von Frankreich hauptsächlich hochgradig radioaktiven Atommüll damals einkaufte und in Deutschland einlagerte und damit viele Erz Minen, Steinkohlevorkommen über Jahrzehnte unbrauchbar machte. Auch ist Merkel ihr CO2 Geschwafel für gebildete Menschen unerträglich, denn CO2 hat den geringsten Anteil in der Luft, in etwa 0,3 Prozent, ist nicht giftig und Pflanzen brauchen es zum Leben. Die Wahrheit dahinter ist, das Schadstoffe die früher als Immissionen bekannt waren von Brüssel 2005 als Finanzhandelsgut entdeckt wurden und als Irreführung Emissionen heißen und als CO2 Zertifikate auch an der Börse gehandelt werden.  Statt moderne Technik und wissenschaftlichen Fortschritt zu fördern, auch um Immissionen ein zu dämmen, kann man so in Brüssel über das CO2 Zertifikat Finanzprodukt satte Gewinne mit den Strafzahlungen von Unternehmen machen.

beat schaller / 27.08.2019

Interessante Einblicke, Herr Humpich. Sie stellen aber selber auch fest, dass es bei solchen Vergehen nicht nur um Putin geht. Vielleicht kann er sowas einfacher verstecken? Man muss es nicht gut heissen, aber verstehen? Er kommt ja immer und von überall unter druck, er hat mit seinem grossen Land andere Voraussetzungen als Deutschland. Ich würde mir zwar wünschen, dass alle vernünftig mit solcher Technik umgehen. Das würde allerdings bedingen, dass man sich gemeinsam an einen Tisch setzt und sich auf etwas kontrollierbares einigt. Darum hüte ich mich, einfach Putin in die Schmuddelecke zu stellen. Merkel ist dagegen viel besser? Und Macron auch? Sie steigen den Iranischen Mullas förmlich in den Ar…. im vollen wissen, was dort abgeht. Kein Problem also, wenn man auf der guten Seite steht. Da gibt es ja auch eine Ideologie, die genau so tödlich sein kann, aber sie breitet sich langsam aus.Politiker sollten viel mehr kontrolliert werden. Danke für Ihr Zusammentragen der bisher bekannten Fakten. b.schaller

Anders Daire / 27.08.2019

Es bleibt wie es war, im flächig größten Land der Welt, mit dem relativ größten Staats-, Partei- und Geheimdienstapparat.  Das sich noch als Großmacht ver-steht, jedoch am Absaufen ist.  Man muss das schonungslos-objektiv sehen. Es tut mir um die Russen leid, solch eine Last tragen zu müssen.  Dabei ist der Suff der Massen, als Volkskrankheit, nur ein Besorgnis erregender Aspekt.  Das Land verliert pro Jahr rund 800.000 Bürger an die Überalterung und Frühsterblichkeit.  In 2050 werden es noch lausige 105 Mio. Russen sein.  Das Durchschnittsalter der Männer liegt heute bei 65 Jahren.  Die Verschiebung der Rentengrenze auf 65 Jahre ist ein Katastrofe !  Mittlerweile liegt das russ.  BIP bei ungefähr 18.000 Dollar.  Das der USA beim Dreifachen.  Zudem wächst die US-Bevölkerung und wird jünger.  Der Prozess des Verfalls des PUTIN-Russland ist bereits unumkehrbar.  Nicht zuletzt, wie sollen die rund 30 Millionen Sibirier gegen die chinesische Infil-tration standhalten?  Putins Politk ist überall grundfalsch.  Dagegen richten sich die Demos vieler Russen, nicht gegen ohnehin gewohnte Kleinigkeiten. Die Militärunfälle sind dabei quasi “Randglossen”.  Die Verluste Putin’scher Kriege in Syrien, der Krim und dem Donbass tun richtig weh, auch der russischen Seele.

Dr. Ralph Buitoni / 27.08.2019

Ja glaubt denn der Autor tatsächlich, bei ähnlichen Unglücken würde es im “freien” Westen irgendwie anders zugehen mit den Geheimdiensten und so? Glaubt der Autor tatsächlich, dass all die Unglücke and Pannen auf US-Basen und Testgeländen auch nur halbwegs objektiv an die Öffentlichkeit - wenn überhaupt - kommuniziert würden? Militärbashing gibt es im Westen nur in Deutschland, und auch da hauptsächlich, wenn es um den harmlosen Papier-und Gender-Tiger Bundeswehr geht. Wenn es aber drauf ankommt, und die westlichen Regierungen allen Grund haben “ihre Interessen” zu wahren und das eigene Militär zu schützen, dann bleibt die “freie Presse” mucksmäuschenstill. Eher würde diese “freie Presse” noch objektiv vom neusten Zufallsopfer von Merkels Willkommenspolitik berichten, unter Nennung von Klarnamen und identifizierbaren Täterbeschreibungen. Und Putin als “Großsprecher” darzustellen - nur weil einer tatsächliche oder angebliche Erfolge seiner Regierung oder seines Landes darstellt, ist er noch kein “Großsprecher”. Tatsächlich zeichnet sich Putins Sprachduktus durch ein recht leises,  aber konzentriertes Sprechen aus. Gar nichts von Pathos und dröhnendem Unterton. Eher würde von Stil und Auftritt die Bezeichnung “Großsprecher” auf Trump zutreffen, aber den muss man hier gar nicht kritisieren, denn die wirklichen Großsprecher und Maulhelden befinden sich im Westen alle auf der Linken, die jeden Tag ihre großsprecherischen Phrasen von “Liberalität” (Facebook, Youtube und Internetzensur), Toleranz (Import von islamofaschistischen IS-Kämpfern nebst Familienanhang), Offenheit (für Verbrecher aller Art und Couleur aus der ganzen Welt) und Fortschritt (Zerstörung aller gewachsenen sozialen und kulturellen Verhältnisse) mit Hilfe der “freien Presse” hinausposaunen.

Rudi Knoth / 27.08.2019

Gab es ich auch mal viel früher die Idee, Flugzeuge mit Atomkraft anzutreiben? Diese wurde aber verworfen.

Anders Dairie / 27.08.2019

Den kürzesten und besten, zusammenfassenden, Kommentar über das “Arme Russland” findet man in der FAZ von 14.4.14.  Verfasser war Prof. SIMON, Uni Köln. Unter PUTIN hat sich nichts strukturell gebessert.  Obwohl damals eine Ölpreiskrise nicht bestand sowie die USA noch nicht größter Ölproduzent war. Die über 100 Dollar pro Fass Öl konnte im von Putin absolut beherrschten Staat nicht zur allseitig-harmonischen Entwicklung der Infrastruktur genutzt werden.  Schon gar nicht in der Landesfläche. Statt dessen flossen die Exportgewinnen wieder in den (unprodukiven) Staatsapparat, von dort in die Taschen der Oligarchie. Es gibt keinerlei Grund dem Waldemar irgendwelche Verdienste zuzuschreiben. Er hat von JELZIN ein Drittweltland übernommen und hat den alten Zustand treu und ineffizient verwaltet.  Dies   ist ein “Obervolta, jedoch mit Raketen” (Helmut Schmidt, um 1970) geblieben.  Die Wirtschschaftsleistung entsprach der von HESSEN,  was schwer glaublich aber zutreffend ist.  Die Putinfreunde sollten merken:  Es bleibt aussichtslos mit den “Freunden”!

J.G.R. Benthien / 27.08.2019

Ich habe hier die Artikel von Manfred Haferburg gelesen: Bericht aus Belojarsk – Energiezukunft ohne Deutschland (1) und (2). Demnach ist Russland in der Produktion von Atomkraftwerken weltweit führend. Insofern verstehe ich nicht, dass Sie alles derart negativ darstellen, was mit Atomkraft in Russland zu tun hat. Natürlich ist jedes Opfer eins zu viel und natürlich bin ich gegen eine irrsinnige (Auf-) Rüstung sowie Drohnen mit Atomantrieb. Die braucht die Menschheit nicht. Das alles liesse sich meiner Meinung vermeiden, wenn der Westen Russland nicht isolieren, sondern technologisch — auch im Bereich Atomkraft — mit Russland kooperieren würde. Putin und »die Russen« immer nur als dumme Jungs hinzustellen zeugt nicht von Intelligenz oder Weitsicht.

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