Volker Seitz / 24.09.2019 / 12:00 / Foto: Zenman / 9 / Seite ausdrucken

Armut im frankophonen Afrika: Ist die Währung schuld?

Der CFA-Franc BCEAO (Franc de la Communauté Financière d'Afrique), kurz auch CFA-Franc, ist die Währung der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA), also von Benin, Burkina Faso, der Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo.

Der frühere stellvertretende italienische Ministerpräsident und heutige Außenminister Luigi Di Maio von der linken Fünf-Sterne-Bewegung hat im Frühjahr 2019 Frankreich vorgeworfen, dass es durch seine Politik mit dem CFA die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika verhindere und zur Abwanderung von Flüchtlingen beitrage. Simon Inou, der in Duala/Kamerun Soziologie und in Wien Kommunikationswissenschaft studiert hat und Redaktionsleiter von afrikanet info und Herausgeber von FreshBlack Austrian Lifestyle Magazine, ist, schreibt in einem Kommentar für das Afrika-Magazin „LoNam“ vom Mai/April 2019, dass viele Afrikaner, die den CFA abschaffen wollten, „mit ihrem Leben für den Kampf dagegen bezahlt“ haben.

Er nennt den Sozialisten Modibo Keita, den ersten Präsident Malis (er wurde 1968 durch einen Militärcoup gestürzt und starb 1977 in einem Arbeitslager), den Wissenschaftler Joseph Tschundjang Pouemi, der ein Buch über die monetäre Freiheit des frankophonen Afrikas geschrieben hatte („Monnaie, servitude, liberté: la répression monétaire en Afrique“): „Er wurde vergiftet. Bis heute weiß man nicht, wer die Tat verübt hat.“ Auch der charismatische Präsident von Burkina Faso, Thomas Sankara (1983-87), der 1985 gesagt hatte, dass der CFA-Franc, der mit dem französischen Währungssystem verbunden ist, eine Waffe der französischen Herrschaft sei. Auch er wurde 1987 ermordet. Schließlich stünde die Ermordung von Gaddafi 2011 unter anderem in Zusammenhang mit seinen Initiativen, das „Frankophone Afrika aus den Krallen Frankreichs zu befreien“ und eine Alternative zum Franc CFA zu bieten.

In demselben Heft von LoNam wird der Unternehmer Alain Itoua Gassey zitiert. „Es wäre schön, wenn wir unsere eigene Währung hätten, aber heute nicht. Wenn man das heute einführen würde, würde es eine Katastrophe geben. Wir haben nicht die Strukturen.“ [Wirtschaftliche Strukturen wie Industrie, Anm. Volker Seitz]. „Wir können nicht die ganze Schuld auf die europäische Seite schieben. Wir auch, wir Afrikaner tragen eine Verantwortung für die Katastrophe, die sich in den letzten Monaten, Jahren abgespielt hat.“

Irgendwann nicht mehr konkurrenzfähig

Der CFA-Franc ist das gesetzliche Zahlungsmittel von 14 afrikanischen Staaten. Er wurde eingeführt, um nach der politischen Unabhängigkeit der afrikanischen Kolonialgebiete den Währungen Stabilität zu geben. Das französische Finanzministerium garantiert die Konvertierbarkeit durch Gewährung von Überziehungsfazilitäten an die afrikanischen Zentralbanken und einen Reservepool, der frei von den Risiken der Wechselkursschwankungen ist. Die Franc-Zone erkennt den Französischen Franc als Ankerwährung an, was den Verzicht auf Autonomie der Geldpolitik bedeutet. Bis zum 31. Dezember 1998 war der CFA-Franc an den Französischen Franc und seit dem 1. Januar 1999 an den Euro gebunden. Deshalb muss das Thema alle Euro-Länder interessieren.

Der CFA-Franc wird mit unterschiedlichen Banknoten herausgegeben von der Zentralbank der Westafrikanischen Staaten, UEMOA (Union économique et monétaire ouest-africaine) für Benin, Burkina-Faso, Côte d’Ivoire, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo sowie von der Bank von Zentralafrika, CEMAC (Communauté économique et monétaire de l’Afrique Centrale) für Äquatorialguinea, Gabun, Kamerun, Republik Kongo und die Zentralafrikanische Republik.

Der CFA-Franc dieser dreizehn Staaten und der Komoren-Franc sind mit fixem Wechselkurs an den Euro gebunden. Eine Fixbindung bietet den Vorteil, dass sich die Importe nicht verteuern (für die wenigen, die es sich leisten können), also weniger importierte Inflation; andererseits werden die eigenen (Agrar-)Exporte im Vergleich mit anderen Ländern, die freie Wechselkurse haben, schrittweise teurer und irgendwann nicht mehr konkurrenzfähig, mit dann oft krassen Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft.

Bittere Bohnen für ein verwöhntes Volk“

Der CFA wurde zuletzt 1994 abgewertet. Michael Birnbaum, Afrika-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung (1992-99) schreibt in seinem Buch „Die schwarze Sonne Afrikas“ von 2002: 

„Die Elfenbeinküste, ehemals Frankreichs Vorzeigekolonie und Musterländle des frankophonen Afrikas, mußte 1994 massiv abwerten. Die Währung, der CFA, drei Jahrzehnte fest an den französischen Franc gebunden, war plötzlich nur noch die Hälfte wert. Das sind bittere Bohnen für ein verwöhntes Volk, es trifft jeden, der sich an die vielen kleinen importierten Annehmlichkeiten gewöhnt hatte, die vormals billig und fast ausschließlich aus Frankreich kamen. Die Währungsreform beutelt die einst reiche Elfenbeinküste und hilft doch der lebenswichtigen Kakao- und Kaffeeproduktion wieder auf die Beine ...

Alles, was importiert wird, kostet nun doppelt so viel. Das trifft nicht nur die verwöhnten Eliten mit Autos, Mineralwasser oder Rotwein aus Frankreich. Die meisten CFA-Länder sind darauf angewiesen, Grundnahrungsmittel zu importieren, haben keine Industrieproduktion, geschweige denn Arzneimittel. All das kam bisher meist aus Frankreich zum Kurs von 50 CFA für einen FF. Der kostet nun 100 CFA ... Nach der Unabhängigkeit half den meisten CFA-Staaten die feste Bindung an Frankreich, Stabilität und Wirtschaftswachstum zu erreichen. Aber das Wundermittel der fest konvertierbaren Währung verkehrte sich in Gift. Der französische Franc, eingebunden ins europäische Währungssystem, veränderte laufend seinen Wert, aber 46 Jahre lang nicht sein Verhältnis zum CFA.

Die Überbewertung von den afrikanischen Machteliten zum Privatvorteil gewünscht und von Paris geduldet, höhlte die Wirtschaftskraft der Länder aus. Zu CFA-Preisen waren deren Güter auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig, die Arbeitslöhne zu teuer: Die Lohnkosten der Elfenbeinküste zum Beispiel waren doppelt so hoch wie die Malaysias, viermal so hoch wie in Ghana oder Nigeria ... 1992 mußte die Zentralbank in Paris neun Milliarden Franc für den Aufkauf von CFA ausgeben. Die strömten tonnenweise nach Europa auf Privatkonten der Staatschefs und Schwarzhändler. Mitte 1993 schob Paris einen ersten Riegel vor: Der CFA wurde nur noch innerhalb der CFA-Zone konvertierbar.“ (S. 278-280)

Größte Glaubwürdigkeit bei Investoren

Der Franko-Beniner Kémi Séba begann seine Kampagne zur Abschaffung des CFA 2016 mit dem öffentlichen Verbrennen eines 5000-FCFA-Scheines in Dakar/Senegal. Er erinnerte daran, dass niemand die ursprüngliche Bedeutung der Abkürzung vergessen habe: „Colonies francaises d’Afrique“. Die Abkürzung erinnere zu stark an die Kolonialzeit. (Frankreich hat indessen signalisiert, dass eine Namensänderung kein Problem sei.) Die Verteidiger des CFA wie Gouverneure der BCEAO (Westafrikanische Zentralbank) Tiémoko Meyliet Koné und der BEAC (Zentralafrikanische Zentralbank), Abbas Tolli, Präsident Alassane Ouattara (Côte d’Ivoire) und Lionel Zinsou (ehemaliger Ministerpräsident von Benin) sind gegen die Änderung des Namens. Wichtig sei nur der Wert des CFA, seine Stabilität und die Konvertierbarkeit. Der CFA habe größte Glaubwürdigkeit bei Investoren, die dürfe man nicht zerstören.

Seit Jahren läuft die Debatte über die Abschaffung des CFA. Aus Sicht von Ökonomen wäre sie ein äußert gewagter Schritt. Sie sind der Meinung, dass der CFA (immerhin Währung in 14 Ländern), allein durch die Bindung an den Euro überhaupt eine dauerhafte Währung sein konnte. Für ausländische Investoren bietet der CFA Währungsstabilität, da die französische Staatskasse (Le Trésor francais) unlimitierte Konvertierbarkeit garantiert. Dafür müssen die afrikanischen Staaten die Hälfte ihrer Devisenreserven (derzeit 11.000 Milliarden FCFA, etwa 16,8 Milliarden Euro) auf einem Konto des französischen Staates deponieren. Die Einlagen werden – besser als der Markt – mit 0,75 Prozent verzinst und können jederzeit abgerufen werden.

Der „Economist“ hat ausgerechnet, dass in 50 Jahren die Inflation in der Côte d’Ivoire 6 Prozent betrug und in Ghana (mit einer eigenen Währung) 29 Prozent. Gar nicht zu sprechen von der Hyperinflationen in Simbabwe, D.R. Kongo und Angola. Für zahlreiche Geschäftsleute aus Ghana und Nigeria wurde der CFA wegen der Risiken der eigenen volatilen Währungen zu einem sicheren Hafen.

Wirtschaftliche Argumente spielen dabei weniger eine Rolle als Vorwürfe postkolonialen Übergriffs und die afrikanische Würde. Die meisten Länder verfügen nicht über die notwendige stabile Wirtschaft für eine unabhängige Währung. Das ist allerdings weniger eine Folge französischer Dominanz, sondern der Unfähigkeit der Afrikaner, ihre Wirtschaft zu modernisieren und konkurrenzfähig zu machen. Mali hatte in seiner sozialistischen Phase eine eigene Währung (1962–1984) und kam wieder in den CFA-Verbund zurück, weil die Bevölkerung der eigenen Währung nicht vertraute. Der Außenhandel wurde trotz Strafandrohung weiterhin auf CFA-Basis abgewickelt. Einzelne Staaten können jederzeit aus dem CFA-Verbund austreten, Mauretanien hat dies 1973 getan und hat seinen Ouguiya (MRO). Mauretanien steht aber wirtschaftlich besser da als zum Beispiel Mali oder Niger. Guinea-Bissau, das nie französisch kolonisiert war, hat sich dennoch entschlossen, Teil der Währungsunion zu werden. Guinea hat die Währung 1960 abgeschafft und durch den guineischen Franc (GNF) ersetzt. Die wirtschaftliche Lage in diesem reichen Land (Bauxit, Gold) ist mindestens ebenso katastrophal wie in den meisten CFA-Staaten.

Frankreich ist verhandlungsbereit

Am 28. November 2017 sagte der französische Präsident Macron nach einer Rede vor Studenten der Universität Ouagadougou/Burkina Faso: „Niemand zwingt die Staaten, Mitglied des CFA Franc zu sein. Wenn Ihr Präsident morgen beschließt, die Union zu verlassen, dann ist Burkina Faso morgen raus aus der Währung. Die afrikanischen Mitgliedsstaaten des Franc CFA sind selbst Herren über ihr Schicksal. Die Entscheidung liegt ganz bei ihnen." (Antwort auf die Frage eines Studenten). Im Frühjahr 2018 hat Macron erneut angeboten, nur in den zentralafrikanischen XAF-Staaten, die immer noch viel zu viel importieren, den CFA abzuwerten und im Gegenzug in den westafrikanischen XOF-Staaten sogar leicht aufzuwerten, weil dort die Importbilanz verbessert werden konnte.

Frankreich bietet auch eine Namensänderung, den Verbleib der Devisen in Afrika an. Gambia und Ghana sind an einem Beitritt interessiert. Ein Beitritt von Nigeria (75 Prozent der Wirtschaftskraft der UEMUA) würde Frankreich überfordern. Eine Garantie der unlimitierten Konvertierbarkeit wäre ein unkalkulierbares Risiko für Frankreich (und damit auch für die EURO-Staaten).

Der Ökonom und ehemalige togoische Minister Kako Nubukpo kritisiert die Gegner des CFA: „La France attend de ses partenaires des propositions qui ne viennent pas.“ (Frankreich wartet auf Vorschläge seiner Partner, die nicht kommen.) Und Abdourahmane Sarr, senegalesische Ökonom und ehemaliger Vertreter des IWF in Togo und Benin sagt: „Toute personne raisonnable considère que modifier le fonctionnement de la Zone CFA est necessaire.“ (Jeder vernünftige Mensch ist der Ansicht, dass eine Reform der CFA-Zone erforderlich ist.) Beide wollen den CFA reformieren, aber nicht abschaffen.

Misswirtschaft, Korruption, Ausverkauf der Bodenschätze

Alassane Ouattara, Präsident der Côte d’Ivoire, äußerte sich in einem Interview mit der französischen Zeitschrift Jeune Afrique (Nr. 2995 vom 3.-9. Juni 2018, S. 25): „Le franc CFA est une monnaie solide, adaptée aux besoins des pays qui l’utilisent. Sinon, ils y auraient renoncé depuis longtemps. Maintenant, des réformes s’imposent, auxquelles nous sommes en train de réfléchir sereinement.“ (Der CFA-Franc ist eine stabile Währung, geeignet für die Länder, die ihn nutzen. Andernfalls hätten sie ihn schon längst aufgegeben. Jetzt sind Reformen nötig, über die wir unvoreingenommen nachdenken.)

Prof. em. Dr. Robert Kappel hält das Fehlen eigenständiger afrikanischer Währungspolitiken, die auf die Bedürfnisse afrikanischer Volkswirtschaften ausgerichtet sind, für ein Tabuthema. Künstlich überbewertete afrikanische Währungen, die an den US-Dollar oder den Euro gekoppelt sind, verteuerten afrikanische Exportprodukte auf dem Weltmarkt und verhinderten Auslandsinvestitionen in Afrika. So seien die CFA-Francs-Zonen in West- und Zentralafrika – ein Überbleibsel aus der französischen Kolonialzeit – der Versuch, eine Art Währungskolonialismus aufrecht zu erhalten: „Durch die überbewertete Währung des CFA-Franc behindern wir die Industrialisierung in den afrikanischen Ländern. Deren Unternehmen können auf dem Weltmarkt nie wettbewerbsfähig werden.“

Für die meisten Kenner West- und Zentralafrikas ist nicht der CFA für die Armut und die Fluchtbewegungen verantwortlich, sondern Misswirtschaft, Korruption und der Ausverkauf der Bodenschätze.

 

Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“. Die aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe erschien im September 2018. Zwei Nachauflagen folgten 2019. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.

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Volker Seitz / 24.09.2019

@J.P.Neumann: Ruanda war nie im C.F.A. In Ruanda gilt der dortige Franc. In der Hauptstadt Kigali kann aber auch mit US Dollar bezahlt werden.

Robert Jankowski / 24.09.2019

Korruption ist die Wurzel allen Übels in Afrika, dazu dann noch Stammespolitik und zack bringt man mit der Zeit auch das reiche Südafrika auf den Level von Simbabwe runter. Bodenschätze werden nicht mit der eigenen Bevölkerung und gekauften Maschinen abgebaut, wobei Alle am Wohlstand teilhaben würden. Nein, viel bequemer ist es doch, wenn man einem ausländischen Investor Alles überläßt und man selbst hält nur Hand auf. Afrika muss endlich erwachsen werden und Verantwortung für sich selbst übernehmen!

J.P.Neumann / 24.09.2019

War Ruanda nicht auch im Franc-CFA und ist erst nach dem Genozid auf Dollar umgestiegen?  Seitdem geht es mit der Wirtschaft bergauf.  Ich erinnere entsprechende Berichte von Freunden, dass der Franc in Ruanda ein Hassobjekt war/ist. ( Ich war allerdings selbst nie da und bin kein Kenner der Materie wie der Autor).

Lars Schweitzer / 24.09.2019

Tja, dann gebt ihnen halt “ihre Würde” - und dann auch sonst keinen Euro mehr. Dafür bräuchte die EU aber erst einmal ansatzweise so etwas wie Außengrenzen.

Frieda Wagener / 24.09.2019

Den Franzosen pauschal alle Schuld an der schwächelnden Wirtschaft zu geben hat Tradition. Habe ich schon vor Jahrzehnten aus Kamerun gehört. Habe ich aber damals schon nicht geglaubt, sondern für eine Ausrede gehalten. Schuld sind immer die anderen. Übrigens nicht die „Anderen”.

Jan Kandziora / 24.09.2019

Ich frage mich, welche und welche Mengen an afrikanischen Agrarprodukten da zu Kampfpreisen auf den Weltmarkt gedrückt werden sollen. Kaffee oder Gummi? Und werden die dann modern-industriell mit einem Minimum an Arbeitskräften oder wieder wie zu Zeiten Belgisch-Kongos hergestellt? Anders wird das nicht klappen mit der Teilnahme am Weltmarkt. Die reale Entwicklung geht völlig in die andere Richtung: Landnahme und Subsistenzwirtschaft, Autarkie der Familie. Weil die Menschen in Afrika eben auch nicht doof sind und schon anhand der lokal erzielbaren Preise merken, was geht und was nicht. Im Industriesektor ist dank unserer Umweltstandards, die wir ja inzwischen auf die ganze Welt ausdehnen, auch der Zug abgefahren. China konnte gerade noch aufspringen, in Bangladesh brennt schon die Hütte. Aber keine Sorge, wenn wir demnächst noch unsere Arbeitsschutz- und Arbeitszeitstandards exportieren, ist der Ofen ganz schnell aus. Was bleibt? Dienstleistungen. Also Touristik. Sinnlose Bettenburgen an Afrikas Stränden, Timesharing-Betontalmi und der große Puff. – Afrika ist zu spät dran, hat sich in der Dekolonialisierung verzettelt und erntet nun gar nicht.

Wolfgang Kaufmann / 24.09.2019

Lange war der Euro für Deutschland zu schwach und für die Olivenstaaten zu stark. Gesellschaften, deren herrschende Parteien ganze Klientelschaften mit Staatsgeschenken an sich zu binden pflegten, haben sich diese Geschenke durch eine schleichende Inflation zurückgeholt; Italien mehr, Frankreich weniger. – Über die beiden FCFA-Währungen hängen 175 Millionen Afrikaner, wirtschaftlich und bildungsmäßig weit abgehängt, am Euro und haben keinerlei Recht auf ihre nationale Währungspolitik. Lasst die Afrikaner eigenständig wirtschaften, dann sind sie für Erfolg oder Misserfolg selber verantwortlich. Bislang verstecken sie ihr Versagen hinter dem sozialistische Narrativ von der Ausbeutung der edlen Wilden durch den Alten Weißen Mann. – Übrigens sollte man auch den europäischen Nationen ihre Souveränität zurückgeben. Dann würde die Rolle der gleichgeschalteten Unfähigkeit deutlich, die die Berliner Republik gerne auf andere abwälzt.

Rolf Mainz / 24.09.2019

Da gibt es nur eine Lösung: rein in die Eurozone!

Volker Kleinophorst / 24.09.2019

Wie immer she klarsichtig. Und der letzte Satz passt es perfekt zusammen: “Für die meisten Kenner West- und Zentralafrikas ist nicht der CFA für die Armut und die Fluchtbewegungen verantwortlich, sondern Misswirtschaft, Korruption und der Ausverkauf der Bodenschätze.” Und ohne den CFA? Schlimmer geht immer. Das lehrt uns die Weltpolitik jeden Tag.

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