Wie bereits berichtet, wurden im Vorfeld des von der “Deutsch-Israelischen Gesellschaft” und der “Jüdisch-Christlichen Arbeitsgemeinschaft” Leipzig veranstalteten Israeltages am 7. Mai 2009 zahlreiche Veranstaltungsplakate über Nacht mit “israelkritischen” Parolen beschmiert.
Am Israeltag selbst wurde das bis dahin vorliegende Ergebnis noch getoppt.
Auf einem der Plakate war nunmehr “Juden stoppen!” und “Das ist Völkermord!” zu lesen. Darüberhinaus wurde versucht, eines der Plakate in Brand zu stecken. Und ein Minderjähriger aus gutem Hause reagierte seine Aggressionen gegen Israel kreativ mit Springerstiefeln an einem der Plakate ab, während seine sudelnden Kumpels die Flucht ergriffen.
Heute nun begab ich mich zum Polizeirevier in Leipzig, um beim Staatsschutz als Zeuge einer “Anzeige gegen Unbekannt” auszusagen.
Zunächst gab der Vernehmer seine Auffassung zum Besten, derzufolge es sich hier lediglich um “Sachbeschädigung”, nicht jedoch um “Volksverhetzung” handele. Nachdem ich ihm in diesem Punkt energisch widersprochen hatte, knickte er ein und meinte, auch letzterer Tatbestand könnte ggf. erfüllt sein. “Aber Sie wissen ja, wie die Staatsanwälte darüber denken!” “Nein”, sagte ich, “weiß ich nicht!” “Nun ja, sie legen die Meinungsfreiheit nach GG, Art. 5 halt extrem weit aus!” bekam ich zur Antwort.
Auf meinen Hinweis, daß sowohl der einzige konkret mit Namen ermittelte Täter wie auch dessen Eltern, ein Museumsdirektor und eine Richterin, das Verhalten ihres Sohnes offenkundig billigten bzw. um Verharmlosung bemüht waren - “Zu Hause tritt unser Sohn alles in Klump, was ihm nicht paßt!” - zeigte sich der Vernehmer enttäuscht darüber, daß die sog. “Wertevermittlung” heutzutage selbst in den besten Häusern bisweilen versage. “Da kann man halt nichts machen!”
Schließlich fragte er, ob es nicht in der Schule irgendwelche “Anti-Aggressions-Trainingskurse” o.ä. gäbe. Das hörte sich für mich so ähnlich an, wie die einstmals äußerst zündende Idee der Polizei in Magdeburg, durch gemeinsame Fußballspiele zwischen “Glatzen” und “Bullen” “deeskalierend” zu wirken und erstere auf den Pfad der Tugend in puncto Verhalten gegenüber “Ausländern”, pardon “Mitbürgern mit Migrationshintergrund”, zurückzuführen.
Mal seh´n, was jetzt passiert…
Vermutlich wird die Polizei die Eltern der Täter, darunter eine Mutter, die zugleich Juristin ist, vorladen, eine Vorladung, der beide nicht Folge leisten müssen, wie die Mutter sicher weiß.
Am Ende verläuft die Sache dann so ziemlich sicher im Sande, denn welcher Staatsanwalt bzw. welcher Richter in Deutschland möchte sich schon an dem äußerst heißen Tatbestand der antisemitischen “Volksverhetzung”, pardon “Israelkritik”, in Verbindung mit (leichter) “Sachbeschädigung” die Pfoten verbrennen.