Gastautor / 25.04.2019 / 06:14 / Foto: Mazzelman / 39 / Seite ausdrucken

Antisemitismus im Deutschrap

Von Ben Salomo.

Es ist nicht der Deutschrap an sich, der antisemitisch, antijüdisch und antiisraelisch ist. Hip-Hop ist eigentlich sogar im Gegenteil Ausdruck einer besonderen Offenheit für andere Kulturen und Lebenseinstellungen. So war es zumindest am Anfang, und so sollte es auch sein. Das ist auch das, was die Szene gerne von sich behauptet und über sich kommuniziert. Fühlt sie sich angegriffen, reagiert sie aber leider schnell aggressiv und abweisend und zeigt, wie wenig kritikfähig sie ist. Deshalb weist sie auch den Vorwurf zurück, es gebe antisemitische Tendenzen im Deutschrap. Sie zieht sich dann gerne auf die Freiheit der Kunst zurück, die für sie ein absolut unantastbares Gut ist. 

Tatsächlich ist die Freiheit der Kunst ein sehr wichtiges Element unserer Demokratie, nicht umsonst ist sie durch das Grundgesetz besonders geschützt. Aber auch die Freiheit der Kunst ist nicht grenzenlos, wie viele Deutschrap-Fans glauben. Auch sie hat ihre Grenzen – nämlich genau dort, wo Kunst, in diesem Fall also die Rapmusik, anfängt, andere Gruppen pauschal zu diffamieren, herabzuwürdigen, zu beleidigen, zu entmenschlichen und zu diskriminieren.

Die Übergänge zwischen dem, was gerade noch erlaubt ist, und dem, was die Grenze überschreitet, sind im Deutschrap wahrscheinlich so fließend wie in keinem anderen Bereich der Gesellschaft. Das gilt besonders für den Battle-Rap, der ja gerade davon lebt, den Gegner zu dissen und herabzusetzen. Aber es geht eben um den einen konkreten Gegner, nicht um eine ganze Gruppe von Menschen. Bei Rap am Mittwoch war für mich an dieser Stelle die Grenze überschritten. Viele Fans wollten das nicht einsehen und kritisierten mich scharf; sie warfen mir „Zensur“ vor. Ich glaube trotzdem, dass meine Haltung die richtige war und ist, zumal das Problem des Antisemitismus immer größer wird.

Es braucht guten Willen und Einsicht

Was kann man also tun, um antisemitische Tendenzen im Rap einzudämmen und damit zugleich dem Antisemitismus in der Gesellschaft stärker entgegenzutreten? Ich habe mir acht Punkte überlegt, die helfen könnten, das Problem zu bekämpfen. Sie umzusetzen, braucht guten Willen und Einsicht ebenso wie konkrete – auch gesetzliche – Maßnahmen.

Die Rap-Künstler selbst müssen sich ihrer Verantwortung, die sie gerade als Künstler für die Gesellschaft und in ihrem speziellen Fall für die Jugendlichen haben, bewusst werden. Natürlich werde ich mit diesem Appell bei denjenigen, die meinen, was sie rappen, die also echte antisemitische Grundüberzeugungen haben, auf taube Ohren stoßen. Aber es gibt ja auch diejenigen, die mit antijüdischen Narrativen spielen, weil sie gelernt haben, dass sich Holocaust- oder Juden-Lines positiv auf den Stand ihres Kontos auswirken. Von ihnen darf man erwarten, dass sie darüber nachdenken, auf solche Andeutungen zu verzichten. Sie müssen erkennen, dass sie Jugendliche – gerade durch die ständige Wiederholung und eine permanente Ausdehnung der Grenzen – in eine Richtung beeinflussen, die gefährlich für die gesamte Gesellschaft ist. Schließlich wollen die Rapper als Künstler ernst genommen werden – sonst würden sie nicht in so hohem Maße sozialkritische Texte bringen. Es muss klar sein: Antisemitismus ist keine Kunst und keine Meinung und kann und darf deshalb auch nicht durch die Freiheit der Kunst oder der Meinung geschützt werden.

Die Deutschrap-Szene muss sich dem Problem des Antisemitismus in den eigenen Reihen viel stärker stellen als bisher. Dazu gehört es, antisemitische Texte von Künstlern zu kritisieren, aber vor allem auch, Judenhasser und Israelfeinde in den eigenen Reihen zu bekämpfen. Es muss klargemacht werden, dass der weitverbreitete Hass auf den Staat Israel und die „Zionisten“ keine Äußerung im politischen Meinungskampf um die richtige Nahost- Politik ist, sondern purer Antisemitismus. Wer Israel von der Landkarte tilgt, wie es Bushido auf dem Foto seines Twitter-Accounts getan hat, will letztlich nichts anderes als alle Israelis ins Meer treiben. In der Konsequenz macht es aber keinen Unterschied, ob man Juden in der Gaskammer ermordet oder im Meer ertrinken lässt. Es mag sein, dass sich viele Deutschrap-Fans, die zum Beispiel in Facebook-Kommentaren fordern, dass Israel „weg“ müsse, sich dessen gar nicht so richtig bewusst sind. Dann hilft nur eins: nachdenken, sich informieren und seine Meinung auf eine fundiertere Basis stellen.

In hohem Maße gefragt sind die Eltern. Vielen Eltern ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, welche Art Musik ihre Kids hören. Hinschauen und hinhören ist wichtig! Wenn Jugendliche immer und immer wieder hören, dass Juden scheiße sind und die Rothschilds die Welt beherrschen wollen, besteht die große Gefahr, dass sie das irgendwann auch glauben. Und was in den Köpfen erst einmal drinnen ist, ist schwer wieder heraus zu bekommen. Wir kennen das von Jugendlichen, die in die Neonazi-Szene abgerutscht sind, wobei übrigens auch da oft rechtsradikale Rockmusik eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Wenn Eltern also beispielsweise am Frühstückstisch bemerken, dass ihr Sohn ein Deutschrap-Video auf YouTube anschaut, heißt es: hinschauen – und das im Zweifel auch verbieten, wenn es einen antisemitischen oder menschenverachtenden Charakter hat. Im Kopf des Sprösslings setzen sich solche Aussagen genauso fest wie ein extremer Pornofilm. Und welche Eltern würden es erlauben, wenn ihr 16-jähriger Sohn beim Frühstück einen Porno schaut? Verbieten allein reicht aber natürlich nicht aus. Die Eltern müssen mit ihrem Kind reden und es darüber aufklären, dass die antijüdischen und antiisraelischen Narrative falsch sind. Das Gleiche gilt für andere Inhalte wie Rassismus, Frauenverachtung und Homophobie. Die Eltern müssen versuchen, sich den Einfluss zurückzuholen, den sie vielleicht an einen Rapper wie Kollegah verloren haben.

Lehrer können etwas tun 

Auch Lehrer kämpfen mit dem Problem, dass sie von Schülern längst nicht als eine Autorität angesehen werden wie die großen Rap-Stars, zu denen die Jugendlichen oft aufschauen – besonders, wenn Stars wie Kollegah sich als „Der Boss“ inszenieren, der in allen Lebenssituationen Rat weiß. Das Beispiel des Lehrers, der seinen Schülern zum Vergleich das Bild eines Bodybuilders und das eines Auschwitz-Insassen zeigte, macht klar, dass Lehrer etwas tun können, wenn sie Kreativität an den Tag legen. Sie müssen das Problem aber überhaupt erst erkennen und dürfen nicht weghören, wenn das Wort „Jude“ oder das N-Wort als Schimpfwort benutzt wird. Lehrer müssen den Kids erklären, dass Respekt eine wichtige Voraussetzung für den Umgang von Menschen, Personengruppen und Staaten ist.

Gefragt ist aber auch die Schallplattenindustrie. Labels verdienen viel Geld mit den Künstlern, daher ist ihre Lust, im Sinne des demokratischen Konsenses Flagge zu zeigen, nicht unbedingt sehr groß. Kollegah beispielsweise verlor seinen Plattenvertrag erst nach der Aufregung um die Echo-Verleihung – dabei hätte es doch vorher wahrlich Gründe genug gegeben, ihm zu kündigen. Natürlich haben die Rapper immer die Möglichkeit, eigene Labels zu gründen, und viele tun das ja auch. Aber wenn große Plattenfirmen ganz bewusst wegen antisemitischer Texte Künstler rausschmeißen, wäre das ein wichtiges Signal. Auch die Wirtschaft trägt eine Verantwortung für die Gesellschaft.

Ebenso müssen die Veranstalter von Rap-Konzerten darauf achten, was die Künstler eigentlich auf ihren Bühnen von sich geben und was die Crowd jubelnd aufnimmt. Auch hier muss gelten: Antisemitische Inhalte und Menschenverachtung auf der Bühne gehen gar nicht. Der Zugang zu solchen Konzerten muss zudem für Jugendliche unter 18 Jahren verboten werden. Das hat nichts mit der Unterdrückung der Kunst- oder Meinungsfreiheit zu tun, denn wie schon gesagt: Antisemitismus ist keine Kunst und keine tolerierbare Meinung.

Wir müssen realistisch sein: Die hier beschriebenen Punkte 1 bis 6 sind wichtig und bilden die Grundlage dafür, dass sich etwas ändert. Aber sie allein werden niemals ausreichen. Wir brauchen strengere Regeln durch die Behörden und den Gesetzgeber. Das bedeutet zunächst, dass die zuständigen Behörden viel strenger hinschauen und hinhören und viel mehr Songs indizieren müssen. Dann gelangen sie nicht mehr zu den jugendlichen Hörern. Diese Maßnahme gibt auch Eltern und Lehrern ein zusätzliches Argument an die Hand – sie können darauf verweisen, dass bestimmte Songs verboten sind. Gegenwärtig können die Jugendlichen immer wieder mit Recht behaupten, dass diese Songs ja erlaubt seien.

Noch gefährlicher als Neonazi-Musik

Last but not least müssen aber auch gesetzliche Regelungen und Maßnahmen her, um den grassierenden Antisemitismus in der Rap-Szene zu stoppen. Antisemitische Rapmusik muss genauso verfolgt werden wie Neonazi-Musik, denn sie ist noch gefährlicher als diese, einfach deshalb, weil sie ungleich mehr Jugendliche erreicht. Mit gesetzgeberischen Maßnahmen müssen beispielsweise Konzertveranstalter dazu gezwungen werden, darauf zu achten, was auf ihren Bühnen gerappt wird, und gegebenenfalls auch einzuschreiten. Antisemitische Rapper müssen genauso beobachtet und verfolgt werden wie Neonazis, und zwar auch vom Verfassungsschutz.

Mir ist klar, dass die Deutschrap-Szene bei diesen Forderungen empört aufschreien und sich auf die „Kunstfreiheit“ berufen wird. Aber Antisemitismus darf nicht geduldet werden, auch nicht als Form der Kunst. Das Problem ist größer als die Rap-Szene – der Antisemitismus hat sich in der ganzen Gesellschaft ausgebreitet. Gesellschaft und Politik müssen aufwachen und gegen diese Tendenzen einschreiten. Das gilt auch und gerade für die Deutschrap-Szene. Leider aber ist sie eher Teil des Problems denn Teil der Lösung, weil sie die antisemitischen Tendenzen ignoriert, verniedlicht oder gar leugnet.

Man fühlt sich größtenteils als links und frei – wie sollte es da sein, dass es Antisemitismus in den eigenen Reihen gibt! Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf. Viele Juden in Deutschland denken inzwischen darüber nach, das Land zu verlassen und nach Israel auszuwandern. Sie fühlen sich nicht mehr wohl, sie fühlen sich hier diskriminiert und mit ihren Ängsten nicht ernst genommen. Viele haben Angst, und es werden nach jedem antisemitischen Vorfall mehr. Ich weiß aus persönlicher jahrzehntelanger Erfahrung, wovon ich spreche. Wenn die Gesellschaft insgesamt und die Deutschrap-Szene im Speziellen das Problem des schleichenden, aber stetig anwachsenden, oftmals hinter einer Kritik am Staat Israel und den „Zionisten“ versteckten Antisemitismus nicht in den Griff bekommt, wird Deutschland bald zu einem Land werden, in dem Juden nicht mehr leben können. Es wird „judenfrei“, so wie Adolf Hitler sich das einstmals vorstellte. Wollen wir das wirklich?

Auszug aus dem neu erschienenen Buch Ben Salomo bedeutet Sohn des Friedens, Euro-Verlag.

 

Ben Salomo wurde 1977 unter dem bürgerlichen Namen Jonathan Kalmanovich in der israelischen Stadt Rechovot geboren. Im Alter von vier Jahren siedelte er gemeinsam mit seinen Eltern in das damalige West-Berlin um. Hier hielt er Kontakt zur Jüdischen Gemeinde und wuchs zugleich in den Hinterhöfen von Schöneberg unter arabischen und türkischen Migranten auf. 1997 begann er, Hip-Hop-Musik zu machen. Acht Jahre hostete er auf Youtube die erfolgreiche Battle-Rap-Veranstaltung „Rap am Mittwoch“ mit rund 417.000 Abonnenten und über 112 Millionen Views. Im Mai 2018 gab er das Musikformat wegen der starken antisemitischen Tendenzen in der Deutschrap-Szene auf. Für sein Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus wurde ihm 2018 das Robert-Goldmann-Stipendium verliehen.

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A. Meier / 25.04.2019

Einige von Ihnen gehostete Veranstaltungen habe ich mir eine Zeit lang auf yt reingezogen. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich als Kunst bezeichnen würde, für mich ist das eher eine Art Wortsport. Fasziniert hat mich die Schlagfertigkeit einiger Teilnehmer. Der eine schimpft auf den anderen und der andere greift die Beschimpfung auf und richtet sie senkundenschnell zurück auf den anderen, garniert mit einem Reim. Das Ganze findet im Rahmen eines Wettbewerbs statt, wo nach jedem Battle einer der eine Runde weiterkommt bzw. ausscheidet bis zum Finale. So in der Art stelle ich mir Preisboxen in Hinterhofkaschemmen vor 100 Jahren vor nur halt ohne Fäuste… Wahrscheinlich habe ich die Clips verpasst, wo es zu Antisemitismus kam. Was aber praktisch in jedem Beitrag zu vernehmen war, waren unflätige Herabwürdigungen von Frauen (Fotzen) und Homosexuellen (Schwuchteln). Dazu kommen Gewaltexzesse mit Wumme und Abstechen als immer wiederkehrende Leitmotive. Pädagogisch könnte man sagen, das ist sinnvoll, weil die Rapper nachdem sie sich gebattelt haben,  meist sportlich die Hand reichen anstatt es auszuagiert zu haben. Nur verstehe ich nicht, warum Sie sich den Aspekt des Antisemitismus herauspicken und zB kein Problem mit der ebenso verbalisierten Homophobie haben? Homosexuelle wurden bekanntlich auch von den Nazis ins KZ gesteckt. Was ist mit dem verächtlichen Frauenbild, was Sie durch Ihre Veranstaltungen durchgewunken und schenkelklopfend beklatscht haben?  Ich werde aus Ihrem Text nicht schlau. Wenn Sie eine linke Haltung haben, dann müssen Sie damit klarkommen, dass es den erlaubten Antisemitismus gibt, der, wie Sie richtig sagen, als politische Kritik an Israel getarnt, daherkommt. Ähnlich verhält es sich mit dem erlaubten Faschismus, der sich Antifa nennt. Ich finde Ihre Anregung gut, dass sich Labels und Jugendämter mal genauer mit dem Thema beschäftigen. Nur verstehe ich Ihre sehr späte Motivation nicht, weil Sie das Ganze über Jahre mit aufgebaut haben.

Frank Stricker / 25.04.2019

Der Antisemitismus ist doch längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es sind eben nicht nur die Neonazis , die den Holocaust vollenden wollen . Man muß sich nur anschauen , was in diesem Land so alles unter “Israel-Kritik” gesellschaftsfähig geworden ist. Wie sich z. B. führende Mitglieder der SPD über Israel äüßern , “Israel gleich Apartheidsstaat” ( Gabriel) , “strategische Partnerschaft mit Fatah-Bewegung” (Nahles) und unvergessen , eine der ersten Amtshandlungen von “Silberrücken” Steinmeier als Bundespräsident , Blumen am Grab von Arafat. Wie Netanjahu von den deutschen Medien dämonisiert wird , läuft alles natürlich unter “Israelkritik”. In diesem Klima können sich natürlich diese sogenannten “Deutschrapper” , vornehmlich mit arabischem Hintergrund, wunderbar austoben. Aber wehe man kritisiert diese Orks , dann ist man ruck-zuck islamophob und hat kein Verständnis für die “Kunstfreiheit”.

Stefan Lanz / 25.04.2019

Also ich will es hier auf keinen Fall “judenfrei”... Übrigens ein sehr guter Artikel von einem Fachmann zu diesem Thema! Aber trotzdem eine Frage zur AFD: Wieso wird das, was Sie sagen, nicht von den jüdischen Verbänden offiziell ebenfalls so gesehen? Wieso wird die AFD verteufelt und das eigentliche Problem nicht beim Namen genannt? Mir ist schon klar, dass es einige Drecksdeppen bei der AFD gibt, aber die offizielle Haltung (und ich schätze mal, die der allermeisten AFDler) ist Pro-jüdisch/israelisch ausgerichtet… Bei den übrigen Parteien ist das anders, wenn es ernst wird, interessieren die vorher wohlfeil gehaltetenen Worte nicht im Geringsten.

Christa Born / 25.04.2019

Reden wir nicht drumrum: Antisemitismus wie Homophobie, Rassismus, “Gutmenschentum”, Genderismus etc. sind erworbene Geisteskrankheiten. Wer nicht den Menschen als erstes sieht ist verbohrt und irregeleitet. Es gibt unter all den Unterschiedlichen Gute und Schlechte. Ich möchte wegen einer angeborenen Eigenschaft weder bevorzugt noch diskriminiert werden. So tue ich dies nach Kräften auch keinem Anderen an.

Herwig Mankovsky / 25.04.2019

Antisemitismus der legalen, weil linken Art: politische Gegner als Nazis diffamieren, vor 75 Jahren ermordete Juden scheinheilig betrauern - aber die jetzt Lebenden ihren Feinden, hauptsächlich importierten Anhängern der Religion des Friedens, ausliefern.

Sabine Lotus / 25.04.2019

Herr Salomo, es ist natürlich alles richtig, was Sie schreiben/fordern. Die Sache hat nur einen Haken: Es gibt so gut wie niemanden mehr, der das durchsetzen könnte. Die einen trauen sich nicht, den anderen ist es wurscht und die dritten sind aus tiefster Überzeugung selbst dabei. Der Marsch durch die Institutionen ist abgeschlossen und wir gucken jetzt mal dumm aus der Wäsche. Wir leben in Zeiten, in denen eher der Echo als Ganzes abgeschafft wird, als daß man sich damit auseinandersetzen würde, daß Judenhassrap mittlerweile solch hohe Verkaufszahlen erreicht, daß man ihm einen Echo verleihen ‘muss’. Lösungsansätze? Eigentlich müssten wir jetzt eine komplette Generation ‘tombstonen’, die Lehrer und Profs nach Nordkorea schicken, denn die Gehirnwäsche der letzten zwanzig Jahre bekommen Sie aus denen nicht mehr heraus. Das verhält sich ähnlich wie Jonny Burchards’ “Zickezacke hoihoi Sieg heil” (youtube).

U. Unger / 25.04.2019

Herr Salomo, Sie beschreiben eine Kunstscene, die ich kaum kenne. Die gelegentlichen Darbietungen aus der Rapper Szene, die es zu mir schafften, waren textlich entgrenzte Gewaltphantasien. Musik ist aber in jeder Form seit Urgesellschaften kriegerisch und propagandistisch, wie religiös, feinsinnig und unterhaltend. Der RAP als moderne Musikrichtung unterliegt den gleichen Strukturmerkmalen, wie vorherige Musik auch. Bei linken Künstlern muss ich immer lachen, da Künstler eigentlich alle Merkmale eines “Schumpeterschen Unternehmers” ausleben, nahezu idealtypisch, wie es der Ökonom darlegt und fordert. Sozial und gleich ist dieses Verhalten nur bei bester Tarnung, wenn sich das Publikum dem schärferen Nachdenken verweigert. Nun bin ich für freies Unternehmertum und freie Meinungsäußerung, Verbote halte ich für falsch. Die Gesellschaft muss sich insgesamt mit jeder Problematik befassen. Ihren Mut ein erfolgreiches Format einzustellen, weil persönliche Grenzen überschritten wurden, finde ich höchst bemerkenswert, da es das absolute Gegenteil zum Reflex der Benefizkonzerte ist. Sollten Sie auswandern, ich gehe mit. Lagerfeld hat die Verantwortliche benannt.

Jan-Hendrik Schmidt / 25.04.2019

Der Artikel eiert um den heissen Brei herum. Wer hat das Antisemitische in den Deutsch-Rap gebracht? Nicht Fanta 4 oder Fettes Brot, sondern Bushido, Haftbefehl & Co., Migranten mit islamisch-orientalischem Migrationshintergrund. Seit ungefähr 15 Jahren dominiert diese Gangster-Schiene in Deutschland die Szene bei gefühlt 99% Migranten als “Künstlern”. Letztendlich spiegelt sich hier auch die katastrophale und fehlgeschlagene Einwanderungspolitik (ich mag dieses Desaster gar nicht Politik nennen) der verschiedenen Bundesregierungen wider. Lange Zeit hat man sich aus Gründen der Bequemlichkeit und auch Feigheit nicht damit beschäftigen wollen, was das eigentlich für Menschen sind, die da zu uns kommen. Naiv hat man geglaubt, “westliche Werte” würden sich schon durchsetzen, wie Ralph Ghadban das mal vor ein paar Monaten in einem Text beschrieben hat. Nun weiß man spätestens seit zehn Jahren um all die Probleme, denen man nicht mehr Herr wird, lässt aber immer noch weitere Millionen Migranten dieser Sorte nachwandern. Ist das bescheuert oder ist das bescheuert? Man wird dieses Problem nicht ohne einen Einwanderungsstopp und einen Rückbau des Bevölkerungsanteils auch nur annähernd in den Griff bekommen. Es nützen keine “Du-darfst-nicht-antisemitisch-sein”-Appelle, wenn ständig neue Leute mit dieser Einstellung nachwandern, sich die Community millionenfach vergrößert und überall neue Moscheen aus dem Boden sprießen, wo solche Inhalte gepredigt werden. Man kapituliert doch schon vor der Macht der großen Zahl. Merkt das denn keiner? Die Islamisten kringeln sich am Boden vor Lachen. Etwas Dümmeres und Konfliktscheueres als den westlichen Toleranz-Politiker haben diese Leute kaum gesehen, er ist unbeabsichtigt ihr bester Verbündeter. Damit sich was ändert, muss im Westen ein fundamentaler Paradigmenwechsel erfolgen. Ein paar Politiker im verkrusteten Parteienstaat auszutauschen reicht nicht mehr.

Robert Jankowski / 25.04.2019

Entschuldige bitte, dass ich deine Aussgae zu Lehrern relativieren muss. Ich war über 20 Jahre mit einem Lehrer befreundet und die haben oftmals schlichtweg aufgegeben sich gegen die Vorgaben, die sie aus den Schulbehörden bekommen, aufzulehnen. Dazu gibt es den sogenannten Maulkorberlass in Hamburg. Da ist Schnauze halten angesagt, egal, wie schlimm es auch ist. Wer mit A13 (ca. 3000€ netto) monatlich nach Hause geht und dazu 12 Wochen frei im Jahr (Ja, ich weiß: zu Stoßzeiten haben Lehrer auch mal eine 60 Std, aber in anderen derart gut dotierten Jobs sind die Überstunden mit dem Gehalt abgeglichen), der weiß, was er seinem Arbeitgeber schuldet. Und im Zweifel gilt auch hier: wenns scheiße ist, streu Glitter drauf! Erwarte also von Lehrern möglichst wenig.

Wilfried Cremer / 25.04.2019

Ab 68 ging nur antideutsch in der Musik. Das ist jetzt die offizielle Politik, dank Merkel. Heute geht nur anti alles außer Allah. Da sieht man, wo es hingeht, danke nochmal, Merkel!

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