Manfred Haferburg / 30.01.2019 / 16:00 / 9 / Seite ausdrucken

Antisemitismus auch in Frankreich zurück

Wenn seit 2014 in Deutschland antisemitische Parolen gebrüllt und Israelflaggen verbrannt werden, zeigen sich die Politiker und ihre medialen Büchsenspanner irgendwie verdruckst. „Wir brauchen ein starkes gesellschaftliches Zeichen gegen Antisemitismus – ob importiert oder nicht“, äußerte Jens Spahn kryptisch, als im Dezember 2017 in Berlin Aufrufe zum Mord an Juden aus palästinensischen Unterstützungs-Demonstrationen laut wurden. 

Schon 2014 konnte eine bunte Mischung aus Linken, Palästinensern und andere arabische Demonstranten in Frankfurt über ein Polizeimikrofon ungehindert und unverhaftet rufen: „Kindermörder Israel“ und Israelflaggen verbrennen und zertrampeln. Der Frankfurter Polizeipräsident Achim Thiel entschuldigte sich und gab zu, dass der Einsatz „nicht optimal“ verlaufen sei. Sozusagen dumm gelaufen, mehr nicht.

Sechs Monate später sagte der regierende Bürgermeister von Berlin Müller in einem Anfall von Amnesie nach muslimischen Übergriffen auf eine jüdische Schülerin, es handele sich um "einen furchtbaren und besorgniserregenden Vorfall – der hoffentlich nur ein Einzelfall ist und bleibt". 

So veröffentlichte Spiegel-Online im August 2018 eine Studie, welche die Realität auf den Kopf stellt: „62 der in Berlin registrierten Taten seien nach Erkenntnissen der Polizei von "rechten Antisemiten" begangen worden, berichtete die Zeitung. Bei acht Delikten seien Tatverdächtige mit "ausländischer Ideologie" festgestellt worden, womit etwa israelfeindliche Migranten gemeint seien. Bei drei weiteren Fällen gehe die Polizei von Tätern mit "religiöser Ideologie" aus, womit in der Regel Islamisten gemeint seien. Drei Delikte wurden demnach Linken zugeordnet, bei vier Straftaten sei kein ideologisches Milieu zu erkennen gewesen“. In einer knappen Fernsehreportage von einer Minute über eine Palästinenserdemo kann man diverse Straftaten sehen und Täter-Gesichter in HD ohne jeden Respekt vor dem deutschen Rechtsstaat.

Wegschwurbeln,  wer da in Deutschland antisemitisch agiert

Wie kommt es, dass die deutschen Eliten auf den so offenkundig importierten Judenhass so verdruckst reagieren? Beispiele dafür in Deutschland gibt es viele. Sie haben alle eins gemeinsam: für die Verbreiter von linkem und muslimischem Judenhass gibt es so gut wie keine oder geringe Konsequenzen. Wie könnte es auch – sind doch entsprechend des gültigen Mainstream-Narrativs die Muslime nach Deutschland vor Krieg und Verfolgung geflüchtet und somit per se von allem Negativen ihrer Kultur freigesprochen. Lieber installiert man Antisemitismusbeauftragte, die wegschwurbeln,  wer da in Deutschland antisemitisch agiert.

Andere Länder, andere Sitten. So stehen den deutschen Freitagsschulschwänzern für das Klima (kann man eigentlich auch gegen das Klima sein?) die französischen Gelbwesten in Frankreich gegenüber, die – notabene nach Feierabend – für ein auskömmliches Leben statt der Regulierung der Weltdurchschnittstemperatur demonstrieren. Sie wollen auch nicht, dass die europäische Aufklärung auf dem Altar der Zwangsweltverbesserung einer durchgeknallten Staatselite geopfert werden. 

Und in Frankreich es sind nicht nur die einfachen Leute mit ihren gelben Warnwesten, die den Mund aufmachen, und sagen was ist. In dem zweimonatig erscheinenden Magazin „Mairie 17“ der Stadt Paris Januar/Februar fand ich die folgenden klaren Worte eines ehemaligen französischen Ministers und Berater der Stadt Paris, Professor Bernard Debré:

Der Antisemitismus ist in Frankreich zurück

Diese Statistiken erzeugen Wut und Angst – ein Anstieg von 69 Prozent antisemitische Handlungen in einem Jahr! 

Schon kommt einem wieder das Gespenst der 1930er Jahre in den Sinn! Nazi-Deutschland, die Gesetze des Vichy-Regimes, die extreme französische Rechte. Entsetzen ja, aber ist es wirklich das Gleiche wie damals? Wenn es noch rechte Antisemiten gibt, sind sie fast vollständig verschwunden. 

Dieser neue Antisemitismus ist ganz anders. Es ist das Werk fanatischer Islamisten, die vom Iran und anderen muslimischen Ländern ausgebildet wurden; es zirkuliert über soziale Netzwerke, es verwüstet einige französische Vororte. 

Er äußerte sich durch die Verbrechen, die Slogans dieser jungen Islamisten, die den Samen des Terrorismus in Frankreich liefern. Von Jung und Alt, die unter der Kontrolle radikaler Imame stehen, verbreitet sie sich heimtückisch und gewinnt viele rebellische Gehirne. Manchmal getragen von Ultra-Linken, die selbst antisemitisch und islamistisch sind. 

Es ist notwendig, von exemplarischer Strenge zu sein, um diese schmutzige Hydra zu stoppen, die zu tödlichen Folgen führen könnte. Der Unterricht in Schulen und Gymnasien, die Kontrolle salafistischer Moscheen, die Verpflichtung, auf Französisch zu predigen, rechtliche Strenge.  

Frankreich ist ein tolerantes, säkulares Land, aber es muss den Antisemitismus wie jeden anderen Extremismus ablehnen, egal woher er kommt.

Professor Bernhard Debre

Ehemaliger Minister, Berater der Region Paris“

Französischer Originaltext

L'antisémitisme est retour en France

Le Statistiques tombent le son de la fureur et de l'angoisse - plus 69% actes antisémites en un an ! 

Deja le spectre des années 30 revient en mémoire ! L'Allemagne Nazie, les lois promulguées par le régime de Vichy, l'extrême droite Français. 

L'horreur, mais est ce véritablement les mêmes qu'à cette époque ? S'il reste encore des antisémites de droite, ils ont presque totalement disparu. 

Ce nouvel antisémitisme est bien diffèrent. Il est le fait des islamistes fanatiques, entrainés par l'Iran et d'autres pays musulmans ; il circule par les réseaux sociaux, il gangrène certaines banlieues Françaises. 

Il s'est exprimé au travers des crimes, des slogans portes par ces jeunes islamistes qui fournissent les graines du terrorisme en France.

Par des jeunes et des moins jeunes qui sont sous la coupe d'imams radicaux il se répand insidieusement et gagne de nombreux cerveaux révoltés. 

Parfois véhiculé par des ultragauchistes eux-mêmes antisémites et islamistes. 

Il faut être d’une sévérité exemplaire pour arrêter cet hydre immonde risque d'entrainer des conséquences mortelles. 

L'enseignement dass lés écoles et les lycées, le contrôle des mosquées Salafistes, l'obligation des prêches en Français, la sévérité juridique.  La France est un pays laïc tolérant, mais elle doit refuser l'antisémitisme comme tout autre extrémisme, d’où qu'il vienne.

Professor Bernhard Debre, Ancien Ministre, Conseiller du Paris

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netiquette:

Thomas Taterka / 30.01.2019

Kommen dadurch diejenigen,  die bereits die Flucht ergriffen haben, wieder zurück? Hat jemand sie gefragt, warum sie gegangen sind ?  Haben die nicht etwa ihre ” Heimat” verloren ? Schert das die Regierung irgendwie? Tut die Regierung etwas für die? Oder sind die einfach nur weg ?

Wolfgang Kaufmann / 30.01.2019

In Deutschland kann das ja gar nicht passieren. In Deutschland haben wir ja aus der Geschichte gelernt. Das wird uns in unserer politisch korrekten Echokammer jeder bestätigen; der Rest lacht sich über unsere Einfalt kaputt…

Frank Volkmar / 30.01.2019

Es ist verwunderlich, das den “Eliten” hierzulande diese Problematik in Frankreich so völlig “abgeht”. Aus der Befürchtung heraus, das die Schlußfolgerungen daraus nicht in das Weltbild passen ? Sonst wird alles und jedes auf der weiten Welt kommentiert und besserwisserisch begleitet, von Trump über Polen und Ungarn bis zu Kurz in Österreich. Hierzu schweigt man sich aus.

Th.F. Brommelcamp / 30.01.2019

In jedem moslemischen Land, sei es Malaysia, Indonesien, Nordafrika, Deutschland oder auch Frankreich ist der Antisemitismus zu Hause. Gegeben durch Mohammeds Erfahrungen, wiedergegeben in Hadiths. Gestärkt durch dummplatte Sprüche der Regierenden wie “der Islam gehört zu Deutschland“. Bar jeglicher Ahnung von dieser Religion und mit festem Blick auf den Anus seiner Claqueure.

Sven Kaus / 30.01.2019

Unvermeidbare Folge der fortschreitenden Islamisierung Westeuropas: Längst leben in Deutschland, Frankreich, Groß-Britannien und anderen Ländern ungleich mehr (zumeist juden- und Israel-feindliche) Muslime als Juden. Etablierte Politiker, Kirchen und Medien - von denen diese Fehlentwicklung kräftig gefördert wird - sowie Polizei, Justiz, Behörden, Bildungseinrichtungen und andere Institutionen haben sich längst darauf eingestellt.  In Westeuropa haben Juden allenfalls eine Ghetto-ähnliche Zukunft als unwichtige Minderheit. Muslime sind die neue Macht. Allahu akbar!

Marc Blenk / 30.01.2019

Lieber Herr Haferburg, man stelle sich die Sätze von Bernard Debré hier in Deutschland vor und welche Reaktion sie auslösen würden, kämen sie aus der Feder eines autochthonen Deutschen. Da wäre aber was geboten. Andererseits lassen sich auch hier immer weniger Leute davon abhalten, selbiges zu tun.

Nina Herten / 30.01.2019

Jetzt darf sich die Frage gestellt werden, ob Professor Debre mit seinen klaren Hinweisen bei maßgeblichen Stellen Gehör findet und endlich etwas gegen die besorgniserregende Entwicklung unternommen wird - oder ob nun zu befürchten ist, dass er von den namentlich erwähnten Verursachern verbal und anderweitig attackiert wird. Welche der beiden Optionen ist wohl wahrscheinlicher? - Dass Linke für den Islam schwärmen, ist nun wirklich nicht verwunderlich. Gleich und Gleich gesellt sich nun einmal gern; haben sie doch (zum Teil) gemeinsame Zielsetzungen. Mit dem Unterschied, dass die Linken (noch) nicht begreifen, dass sie früher oder später selbst zu Opfern der von ihnen geförderten Ideologie werden.

R. Gremli / 30.01.2019

Fast unmöglich, dass ein ähnlicher Text von einem deutschen Politiker kommen könnte…

Donald Adolf Murmelstein / 30.01.2019

Ob der Döner oder die Falafel im Marais dadurch billiger wird?

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