
Könnte es sein, dass an dem tragisch und beängstigend zu nennenden Mechanismus, den Alan Hart in seiner Trilogie “Zionism - The Real Enemy of The Jews” beschrieben hat, vielleicht doch etwas dran ist? Dann sähe es nämlich so aus: Seit John F. Kennedy hat sich kaum mehr ein US-Präsident getraut, der Regierung Israels, die sich im US-Kongress über Organisationen wie die AIPAC politisches Gehör verschafft (und das sowohl über Argumente wie auch massive Zahlungen), Widerworte zu geben. Der US-Präsident hat wegen der Wahlen und der dazwischengeschalteten Midterm Elections auch nur ganz kleine Zeitfenster, in denen er sich so etwas Unerhörtes erlauben dürfte. Die erste Spanne einer zweiten Amtszeit sei so eines, schreibt Hart. Allerdings würde zur Stützung des Präsidenten in diesem Ansinnen auch ein Kongress benötigt, dessen Abgeordnete mehrheitlich das israelische Einflüstern leid sind. Diese Konstellation kann es aber erst geben, wenn eine hinreichende Anzahl von Abgeordneten die Bindung an Israel als für die USA nachteilig erkennen, was wiederum voraussetzen würde, dass sich die überaus zahlreichen christlichen Zionisten unter ihnen von ihrer Fixierung auf das nahende Armageddon lösen könnten. Schwer genug all dies. Aber wenn es erst einmal zu einem weltweiten Widerwillen gegen die zionistischen Gängelungsversuche in der Weltpolitik kommt, ist die Chance gross, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird und die Stimmung in eine genuin antisemistische umschlägt. So würden dann die Juden dafür abgestraft, dass sie den Zionismus nicht rechtzeitig als eine für sie schädliche geistige Strömung erkannt und von sich gewiesen haben. Auch das wäre nicht gerecht, weil es pauschalisierend und wie Sippenhaft ist. Was aber in meinen Augen an Wahrheit darin steckt, ist dies: Im Lichte ihrer kulturell und wissenschaftlichen Überlegenheit haben viele Zionisten lange in dem Glauben gelebt, unter den Goyim seien nur solche, die es einfach nie oder immer nur zu spät mitbekommen, man also jeden Schabernack bedenkenlos mit ihnen treiben könnte. Das haben sie mit dem christlichen Erbe der Langmut und der Toleranz verwechselt. Eine Hand, die man lange als Faust in der Tasche geballt hat, ist, wenn man sie nach langer Zeit zum ersten Mal aus der Tasche zieht, zunächst immer noch eine Faust. Das lässt sich nicht betreiten, und dadurch wird es auch nicht besser. Schön ist das alles nicht. Es haben beide Seiten Anteil dran. Sich jetzt auf die kleinen Lichtchen zu stürzen, wirkt für einen aufgeklärten Menschen wie eine ohnmächtige Ersatzhandlung, so dass man sich fragen könnte: Was, so tief sind die schon gesunken? Dann müssen sie kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Oder haben sie einfach nur Langeweile - ich meine: Badische Zeitung: Tss!
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