Vera Lengsfeld / 06.10.2016 / 18:52 / 6 / Seite ausdrucken

Antifa jagt Attentäter

Wer geglaubt hat, das absurde Theater, das uns von Politik und Medien um den 3. Oktober herum geboten wurde, sei kaum noch zu toppen, der wird jetzt eines Besseren belehrt. Nachdem die Polizei bei der Suche nach den „Sprengstoffattentätern“ der Fatih- Moschee in Dresden erfolglos zu bleiben scheint, nimmt jetzt die Antifa die Sache in die Hand. Sie hat auf ihrer Hetzplattform linksunten.indymedia eine Belohnung ausgesetzt für  – auch anonyme – Hinweise, die zu dem oder den Tätern führen könnten.

Wörtlich: „Hinweise können eingereicht werden per E-Mail (leipzig at inventati.org) oder über ein Kontaktformular. Eine Verschlüsselung mittels PGP wird empfohlen. Soweit HinweisgeberInnen anonym bleiben möchten, sollte im Hinblick auf eine mögliche spätere Beanspruchung der Belohnung gemeinsam mit dem Hinweis ein frei gewähltes Stichwort übermittelt werden. Hinweise nimmt auch jede örtliche Antifagruppe entgegen.“ Ob sie auf der Suche nach den Attentätern auch die eigenen Reihen beleuchten? Zum Beispiel die  Apoistische Jugendinitiative, die sich jüngst zu Brandanschlägen auf Autos „türkischer Faschisten“ in München, Kassel und Köln bekannte? Für unseren Fall ist folgendes Bekenntnis interessant: 

„Solange die BRD diese Politik des Krieges unterstützt, werden wir als Apoistische Jugend unseren Widerstand auch auf den Straßen Deutschlands fortsetzen. Alle FaschistInnen, alle Institutionen des türkischen Staates (UETD, DITIB, ADD, AYTK) sowie ihre deutsche/europäische UnterstützerInnen stellen für uns Angriffsziele dar. Niemand soll uns dazu aufrufen diese Aktionen zu beenden. Wir rufen hiermit alle revolutionären Jugendliche, allen voran die revolutionäre kurdische Jugend, zu Aktionen auf.“

Die DITIB-Fatih-Moschee in Dresden ist hier als Anschlagsziel inkludiert. Hat man Kanzlerin Merkel, als sie zu einem Besuch in die Moschee eilte, nicht auf diesen Fallstrick hingewiesen? Was, wenn sich herausstellt, dass der oder die Täter apodistische Antifanten waren? Dann wird es ihr ergehen wie einst Kanzler Schröder, der die Mutter eines angeblich von rechtsradikalen Sachsen in Sebnitz in aller Öffentlichkeit ertränkten Jungen zu einer persönlichen Audienz empfing. Dann wurde bekannt, dass der Junge an seinem Herzfehler gestorben war. 

Wird die Antifa ihre Suche auch auf das dubiose Foto ausdehnen, das von den Medien verschwiegen wurde? Es war einige Tage auf der Facebook-Seite der Fatih-Moschee zu sehen, bevor die Seite vom Netz ging. Dann war es noch einige Zeit in einem Cache zu finden, doch auch das ist inzwischen nicht mehr abrufbar. Das Foto zeigt den Moment der Explosion des „Sprengsatzes“, der wohl eher ein Molotow-Coctail war, wie er von Linksextremen gern eingesetzt wird. Hat die Polizei jemals nachgeforscht, wer dieses Foto zur Verfügung gestellt hat? Und was hat es mit der Tür auf sich, die von der Wucht der Explosion eingedrückt worden sein soll, deren Glasscheiben aber unversehrt blieben? Es gibt viele Fragen, denen die Antifa nachgehen kann.

Ob die Antifanten sich dafür Zeit nehmen, ist allerdings ungewiss. Sie sind sehr beschäftigt mit Farbattacken auf Büros und Wohnhäuser von AfD-Abgeordneten und dem „Durchprügeln“ von AfD-Veranstaltungen. Siehe hier und hier und hier und hier und hier. Damit der „Kampf gegen rechts“ nicht erlahmt, veröffentlicht linksunten.indymedia Adressen von AfD-Mitgliedern, auf die man noch Anschläge verüben kann. Da alles im Namen der Toleranz, Vielfalt und des Antifaschismus. Die Antifa kann sich der klammheimlichen Zustimmung vieler Vertreter von Politik und Medien sicher sein, wie des ungebremsten Geldflusses aus der Staatskasse. 

Außer mit Anschlägen ist die Antifa zur Zeit sehr mit sich selbst beschäftigt. Seit das dubiose linksradikale Bekennerschreiben zum Anschlag auf die Fatih-Moschee auf Indymedia aufgetaucht ist, geht es dort zu, als wäre der Fuchs im Hühnerstall eingebrochen. Obwohl das Corpus delicti  schnell von der Seite entfernt und zur Fälschung erklärt wurde, scheint es für tiefgehende Verwirrung bei den Antifanten gesorgt zu haben. Es erschien ein langer, verwirrter Text, aus dem nicht hervorging, ob das Bekennerschreiben nicht doch von der Antifa stammt und als Satire gemeint war.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Satz, der erhellt, wie sehr die Antifa unter einer Einbusse der Diskurshoheit zu leiden scheint: "Gegen 10 Uhr hatten die Ratten (sic! Anmerkung der Autoriin) der medialen Reproduktionsmaschine die Meldung (über das Bekennerschreiben) aufgegriffen, bei Gmx, web.de, yahoo, uvm. wurde die "Sensation" unter den Top 3 Meldungen geführt…“ Das allein sei „besorgniserregend“, weil es zeige, „wie sehr sich der gesellschaftliche Rollback bereits im politischen Diskurs manifestiert hat und wie wenig progressive Gruppen, Gruppierungen und Einzelpersonen zur Zeit in der Lage sind, auf den Diskurs Einfluss zu nehmen und ihn selbst mit zu gestalten.“

Nicht nur der sinkende Einfluss auf den Diskurs wird beklagt, sondern auch, dass linksunten.indymedia nun in aller Munde ist: "In unserem Fall kam aber noch etwas anderes erschwerend hinzu, was für eine neue Qualität dargestellt hat: Bei jeder (!) Meldung, egal wo und in welchem hinterletzten Drecksmedium (sic!) sie verbreitet wurde, bei jeder einzelnen Meldung wurde linksunten voll ausgeschrieben als Quelle direkt benannt! Uns ist kein einziger Fall gekannt, in welchem eine Meldung mit auch nur ansatzweise vergleichbarer Reichweite und politischer Relevanz linksunten auch nur erwähnt hat! Bürgerliche Medien berichten zwar ganz gerne, was hier so veröffentlicht wird, aber in mindestens 99% der Fälle bleibt die Quelle ungenannt und es wird nur schwammig auf eine "linke Plattform" verwiesen.“

Bei den Anitfanten ist also großes Wundenlecken angesagt. Jetzt können sie nicht mehr aus dem Dunkel heraus agieren, sondern eine breite Öffentlichkeit kann sich informieren, wes Geistes Kind sie sind. Es sollten möglichst viele Menschen davon Gebrauch machen. Es gibt keine bessere Entlarvung der Antifa, als ihre eigenen Texte.

Zuerst erschienen auf "freedom is not free"

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Leserpost

netiquette:

Volker Greve / 07.10.2016

Danke Frau Lengsfeld, es gibt eben Deutschland und den Rest der Welt . Und ich kann nur jedem empfehlen eine gewisse Zeit im Ausland zu leben . Dann wird er bei der Rückkehr schon feststellen das vieles bei uns gaga läuft . Scheinbar ist im ” deutschen Volkskörper ” ein Ideologie Gen das den Verstand beeinträchtigt . Insofern tun sich Links-und Rechtsextremismus sowohl in ihrem Habitus wie auch in den erklärten Zielen nicht viel . Weiter so bei achgut .

W. Steinle / 07.10.2016

Danke für den Artikel, Frau Lengsfeld. Ich bin erschüttert, dass solche Seiten Offenbar als unproblematisch eingestuft werden - wäre hier viel eher angebracht, dass Herr Maas mal “aufräumt”, denn wenn man weiter klickt, erscheinen ganze Listen von Adressen von AfD Mitgliedern, die offenbar von der Antifa zum “Abschuss freigegeben” sind. Ist dergleichen rechtens?? DDR und Drittes Reich lassen grüßen. Das riecht verdammt nach Denunziation. Deutschland 2016… Welcher Unterschied besteht zwischen den Antifanten und den Rechten, die sie bekämpfen wollen? Gar keiner. Unsäglich, was diese Regierung mit ihrer Politik an Brandstiftung derzeit leistet. Ich hätte nie gedacht, dass das noch einmal möglich werden könnte. Aber die Geschichte wiederholt sich und der Mensch lernt nicht dazu. Ist ein vernünftiger und sachlicher Diskurs überhaupt noch möglich, ohne dass ein Kritiker sich derzeit als Pack, Nazi oder dergleichen beschimpfen lassen muss? Wenn das so weitergeht, bedeutet das nichts Gutes.

Wolfgang Kaufmann / 07.10.2016

Wo bleibt hier unser bewährtes Horch&Guck;-Personal aus der Hate Speech Task Force? Gloria? Viktoria? Erika? Sind die etwa linksunten blind?

Hans Meier / 07.10.2016

Ganz wichtig ist, wie still der Heiko & Kahane sind, so als ob, sie den Früchtchen ihrer Förderung Beihilfe leisten.

Karla Kuhn / 06.10.2016

Ein “Hoch” auf die Denunzianten. Wie erbärmlich ist das denn, Wenn man denkt, schlimmer gehts nimmer, kommt es noch viel schlimmer und das Irre ist, es hört nicht auf, die Nachrichten werden von Tag zu Tag krasser.  Das Übel ist, daß die Antifas ungehindert agieren können, das muß endlich unterbunden werden und zwar vonseiten der Justiz.

Udo Thron / 06.10.2016

Liebe Frau Lengsfeld, Sie haben mir aus dem Herzen geschrieben. Meine Tochter war Polizistin in Hamburg und sie hat mir immer wieder die links-autonome Szene als das Übelste in der Gesellschaft geschildert. Schreiben Sie weiter, es ist so wichtig!!!

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