Zitiert aus gute-gene-schlechte-gene.de:
“…Eine Bundestagspetition für „Unabhängige Risikoforschung zu gentechnisch veränderten Pflanzen“ ist gescheitert: Nur knapp 3500 Unterzeichner kamen innerhalb von vier Wochen zusammen. Das Quorum von 50.000, bei dem sich der Bundestag mit dem jeweiligen Thema beschäftigen muss, wurde um Längen verfehlt. Erstaunlich, wo doch die in der Gesellschaft virulente Abneigung gegen die Agro-Gentechnik sich sonst bei jeder Gelegenheit in langen Unterschriftenlisten niederschlägt. Das Misstrauen gegen Behörden und die „offizielle“ Wissenschaft ist groß und der Vorwurf allgegenwärtig, sie seien mit der Agroindustrie verbandelt (wenn nicht gar von ihr gekauft). Eigentlich ein leichtes Spiel, um Politik und vor allem die wissenschaftsnahen Behörden wie EFSA, BVL und BfR gehörig unter Druck zu setzen.
Umso mehr erstaunt das Debakel der Petition. Und es war ja nicht irgendwer, der sie lanciert und in den Sozialen Netzwerken gepusht hat, sondern die großen Akteure der Zivilgesellschaft: BUND, NABU, BÖLW, ABL, Gen-ethisches Netzwerk, Save our Seeds, Lobby Control und noch ein paar andere. Warum nur mochten sich der in diesem Milieu fast selbstverständlichen Forderung, „die unabhängige Risikoforschung im Bereich Gen- und Biotechnologie zu stärken“, nur so wenige mit ihrer Unterschrift anschließen?
Sicher, viele mögen des ewigen Geraunes über die unkalkulierbaren Gefahren der Grünen Gentechnik überdrüssig sein, aber vielleicht liegt es auch daran, dass der Schlüsselbegriff der Kampagne merkwürdig nebulös geblieben ist: Unabhängigkeit…
…Aber ist es wirklich noch „unabhängige“ Wissenschaft, wenn sich einer der Träger der Petition, Christoph Then und sein Testbiotech-Institut, eine Studie über die Risiken gentechnisch veränderte Pflanzen vom BÖLW (Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft) finanzieren lässt? Oder der französische Toxikologe Gilles-Eric Séralini, Autor der berühmten, von der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler heftig kritisierten Rattenstudie, zu dessen Auftraggebern neben anderen auch Greenpeace zählt? Zudem finanzieren französische Supermarktketten wie Carrefour und Auchan, die sich mit „ohne Gentechnik“-Produkten im Lebensmittelmarkt profilieren wollen, über den erklärtermaßen gentechnik-kritischen Verein CRIIGEN Séralinis Projekte. Und gerade hat eineamerikanisch-australische Untersuchung zu gentechnisch veränderten Futterpflanzen an Schweinen (führt zu „ernsthaften Magenentzündungen“) Aufsehen erregt, deren Ko-Autor Howard Vlieger ist, Präsident und Mit-Gründer von Vertiy Farms, eines US-amerikanischen Unternehmens, das Natural Foods und „gentechnik-freies“ Getreide vermarktet…
Sowohl die großen Agro-Unternehmen, als auch Bioverbände, Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Futtermittelhändler und andere Anbieter von Produkten, für die „ohne Gentechnik“ (Oettinger-Bier!) zum Markenkern gehört, haben ein wirtschaftliches Interesse daran, dass Gentechnik weiterhin als etwas Unerwünschtes, Unnatürliches oder Gefährliches angesehen wird. Wäre das anders, entfiele ihre Geschäftsgrundlage. Und das gilt auch für BUND, NABU, Greenpeace & Co., für die die immer wieder neu geschürte Angst vor der Gentechnik äußerst nützlich für ihr Spendenaufkommen ist…”
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