Die Channel 4 Dokumentation „Sri Lanka’s Killing Fields“ hat mir gestern den Schlaf geraubt.
http://srilanka.channel4.com/index.shtml
(Man muss sich erstmal durchklicken und bestätigen, dass man über 18 ist. Bitte den Altersvorbehalt ernst nehmen. Kinder sollten diese Bilder keinesfalls sehen!)
Der Film zeigt, wie die Armee im Jahr 2009 den Endkampf gegen die Terrororganisation „Tamil Tigers“ im Norden der Insel führte. 330 000 Menschen wurden durch die perfide Strategie der Armeeführung in eine vermeintlich sichere Schutzzonen gelockt. Die Aktion war offenbar von vornherein darauf angelegt, diese Sammelstellen massiv unter Panzer- und Kanonenfeuer zu nehmen, wodurch etwa 40 000 Zivilisten ihr Leben verloren. Das ist die fünffache Opferzahl des Massakers von Sebrenica – doch die Welt nahm nicht die geringste Notiz davon (und die UN hielt sich raus). Die Bilder des Films – hauptsächlich von Opfern und Tätern per Handy aufgenommenes Amateurmaterial – sind kaum erträglich. Unerträglich ist auch, dass es der Regierung Sri Lankas gelang, ihre ungeheuren Kriegsverbrechen zu verbergen. Ich bin kein Sri-Lanka-Experte, die Arbeit der Channel-4-Journalisten erscheint mir jedoch professionell, sauber und fair. Selbst wenn nicht alles stimmen sollte, die Hälfte dessen, was dort gezeigt und berichtet wird, wäre immer noch eines der grauenvollsten Verbrechen des 21. Jahrhunderts.