Der Dichter Frank Wedekind hatte sich in einem Spottgedicht für den Simplicissimus über die Palästina-Reise des Kaisers lustig gemacht und musste dafür sechs Monate in Festungshaft absitzen. Annalena Baerbock tritt jetzt in seine Fußstapfen (die des Kaisers).
Die amtierende Außenministerin der Bundesrepublik geht derzeit juristisch gegen einen Mann vor, der sie als die „dümmste Außenministerin der Welt“ bezeichnet hat. Grundlage ihrer Klage ist § 188 des Strafgesetzbuches, der an die Stelle der im Kaiserreich strafbewehrten „Majestätsbeleidigung“ getreten ist. Bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe riskiert, wer eine Person des politischen Lebens beleidigt, verleumdet oder ihr übel nachredet.
Ob es sich bei der Qualifizierung als die „dümmste Außenministerin der Welt“ um Beleidigung, üble Nachrede oder Verleumdung handelt, darüber wird ein Gericht demnächst in öffentlicher Verhandlung befinden, nachdem die Staatsanwaltschaft vergeblich versucht hat, die Sache diskret mit einem Strafbefehl aus der Welt zu schaffen. Der Übeltäter seinerseits wird sich möglicherweise auf einen 126 Jahre alten Fall beziehen, der Ende 1898 für Aufsehen sorgte.
Wilhelm II war nur einmal in Palästina
Der Dichter Frank Wedekind hatte sich in einem Spottgedicht für den Simplicissimus über die Palästina-Reise des Kaisers lustig gemacht und musste dafür sechs Monate in Festungshaft absitzen. Was Wilhelm II freilich von der amtierenden Außenministerin unterscheidet und für die rechtliche Bewertung des Falles von Bedeutung sein könnte: Der Regent ist nur einmal nach Palästina gereist, die deutsche Außenministerin im Laufe eines Jahres gleich elfmal. Man soll daraus keine voreiligen Schlüsse ziehen, weder über den Kaiser noch die Außenministerin, was es aber bedeutet, immer wieder denselben Versuch zu unternehmen und jedes Mal ein anderes Ergebnis zu erhoffen, darüber hat sich schon Albert Einstein Gedanken gemacht.
Die Behauptung, Annalena Baerbock sei die „dümmste Außenministerin der Welt“, lässt sich empirisch weder verifizieren noch falsifizieren. Auch das Licht kann sowohl mit der Wellen- wie mit der Korpuskeltheorie erklärt werden. Und der "Satz vom ausgeschlossenen Dritten" („Tertium non datur“) wurde vom deutschen Gesetzgeber mit der Option für ein drittes Geschlecht überzeugend widerlegt. Es gilt, Ambiguitätstoleranz zu üben, die Fähigkeit, mehrdeutige Situationen auszuhalten. Was die deutsche Außenministerin angeht, bedeutet das: Lassen wir sie selbst zu Wort kommen. Hören wir uns an, was sie nach einer Fraktionsklausur über die Kraft des Miteinander und wie man den Terrorismus bekämpft, zu sagen hatte.
Miteinander von demokratischen Akteuren
„Diese Kraft des Miteinander, diese Kraft von Millionen von Menschen, egal ob sie in Deutschland geboren sind oder hier nicht geboren sind, sondern zugezogen sind, diese Kraft dieser Gesellschaft, dass Millionen von Menschen mit beiden Füssen auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, diese Kraft müssen wir jetzt nutzen. Und das können wir nur, indem wir deutlich sagen, Terrorismus bekämpft man nicht mit Hysterie, sondern Terrorismus bekämpft man in einer liberalen, in einer rechtsstaatlichen Gesellschaft mit dem größten Miteinander von demokratischen Akteuren, aber vor allen Dingen mit der gemeinsam vielfältigen Gesellschaft…“ (Hier)
Redet so die „dümmste Außenministerin der Welt“? Unmöglich! Um so reden zu können, ohne sich an den eigenen Worten zu verschlucken, muss man oder frau außerordentlich klug sein, klug und mutig und von keinerlei Zweifel an sich selbst geschwächt. Annalena Baerbock ist mitnichten die „dümmste Außenministerin der Welt“, sie ist die klügste Außenministerin, die Deutschland je hatte, mit Ausnahme von Heiko Maas, aber der war auch keine Frau, sondern bestenfalls „divers“.
Henryk M. Broder ist einer der Herausgeber der Achse des Guten.

Sie schreiben: „Die Behauptung Annalena Baerbock sei die “dümmste Außenministerin der Welt„ lässt sich empirisch weder verifizieren noch falsifizieren.“ Da muss ich widersprechen. Da es auf dieser Welt nur eine Handvoll Außenministerinnen gibt, ist diese Frage durchaus einer empirischen Prüfung zugänglich. Ich bin sehr gespannt, ob das Gericht sich auf diesen Pfad begeben will. Das wäre bestimmt ein spannender Fall für Herrn Steinhöfel!
Die Aussage, Baerbock sei die dümmste Außenministerin der Welt, halte ich für gefährlich. Vielleicht fühlt sich Bearbock gerade als Mann und ist deshalb tief gekränkt über das weibliche Wort „Außenministerin“.
Die Dummen halten sich oft für schlau, daran hegen sie auch keinen Zweifel. Wie denn auch?…Nur der Schlaue zweifelt ständig an seinen Nichtwissen….Von daher ist Dummheit vielleicht doch eine messbare Größe.
In der Politik sind die gefährlichsten Leute immer die dummen Menschen, da sie sich für schlau halten und die Folgen ihres Handels nicht überblicken. Daher muss man wirklich Angst haben, da derzeit sehr viele von denen Ämter innehaben.
Alles was ich hier über Frau Baerbock schreiben würde, würde Frau Faeser und Frau Baerbock und einigen Staatsanwälten nicht gefallen. Warum schreibt man Faeser und Baerbock mit ae und nicht mit „ ä “ ??? Lässt Herr Kaeser hier grüßen ?
Warten wir ab, ob Frau Bärböck es gelingt einen noch dümmeren Außenminister auf dieser Welt zu finden. Dann würde sie vor Gericht gewinnen. Der Mann wegen Falschaussage zur Rechenschaft gezogen. Nun bin ich juristischer Laie, weiß nicht wie das Gericht Dummheit bewertet. Nach politischem oder finanziellen angerichteten Schaden? Die Zahl betretener Fettnäpfe? Die Gesamtwartezeit bei Staatsempfängen an der Flugzeugtür? Es wird wohl schwierig für das Gericht bei der Bewertung. Jedenfalls weiß ich jetzt, das sechs Monate Festungshaft so etwa auf heute umgerechnet drei Jahre Freiheitsstrafe entsprechen. Dieser Zeitunterschied ist wohl der Tatsache geschuldet, das Schüler für Abitur und Studium achtmal so lange brauchen wie früher. Herr Broder, ich hoffe Sie bleiben dran und informieren, rein aus meiner Neugier.
Die Ministerin hat auch Fähigkeiten und Qualitäten, ohne jede Frage. Nur sind diese eben nicht die zur Führung eines Außenamtes notwendigen und insoweit ist das Ministerium nicht geeignet für die Amtsinhaberin.