Forstwissenschaft/Forstwirtschaft ist ein über 200 Jahre altes Hochschulstudium – aber auch ein Lehrberuf. Es steht nach wie vor für eines der letzten Fachgebiete, das den Namen „Studium Generale“ verdient hat. Wie muss man sich das vorstellen?
Das Video erschien ursprünglich auf dem Youtube-Kanal CumTempore von Prof. Andreas Schulte. Es ist im Rahmen der wissenschaftlichen Tätigkeit von Prof. Dr. Andreas Schulte an der Universität Münster entstanden.
Prof. Dr. Andreas Schulte, geb. 1958, ist ein deutscher Waldökologe und Forstwissenschaftler und Inhaber des Lehrstuhls für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Müsste man es nicht überhaupt „ Landwirtschaft der Wälder “ nennen ? Oder auch seit einiger Zeit „Plünderung des wertvollen Altbestandes“ ? Wenn keiner hinschaut . Die meisten Menschen können
einen Wald nicht unterscheiden von einer gewachsenen Baumfarm , es sind einfach nur Bäume , wie für die , deren Beruf es ist , sie zu Geld zu machen . – Also , „ Landwirtschaft des rasch nachwachsenden
Geldes ohne kulturgeschichtlichen Bezug “ . Gibt es eigentlich noch Ulmen ? Wenn ja , wo ?
Um es kurz zu machen. Was kommt nach 15 Jahren Studium heraus. Fichten Monokulturen und Waldzustandsberichte
Dieser Artikel zeigt eine wirklich inakzeptable akademische Arroganz: Ich habe als Episode in meinem Leben Waldbau betrieben und wurde zum Waldarbeiter ausgebildet, selbstredend habe ich im Hieb, im Wegebau und bei den Jungbeständen mitgearbeitet. Inkl. Wertholzastung in Seiltechnik habe ich so ziemlich alles im Wald gearbeitet, was es zu arbeiten gibt. Wer 15 Jahre herumstudiert, um sich dann zu erdreisten was vom Waldbau zu erzählen, der muß gänzlich Bestands- Fruchtwechsel – blind und unbegabt sein. Um zu erkennen, welche Naturverjüngung prädestiniert ist, oder welche Bestockung der Boden hergibt brauch ich keine Jahre auf irgendelchen Laberhochschulen zubrignen um dann als „Fachmann“ sich vor einer Gruppe Waldarbeiter zum Gespött zu machen, weil der Herr Studiosi eine Douglasie nicht von einer Fichte unterscheiden kann. Wer Sturmwurf aufgearbeitet hat, der ist Förster, wer die Holzsortimente schon weiß, wenn man anweist, der ist Förster, der Rest sind Isotope aus dem Gymnasium. Wir haben definitiv das Problem daß zuviele Leute von den Prüfungen und dem Papier herkommen und zuwenige von der Säge und dem Bandmaß. Ein guter Forstwirt fängt mit der Lehre an und geht dann und erst dann ins Studium. Alles andere ist ein Witz, den man nicht ernstnehmen kann. Sägenloser Waldbau aus den Büchern ist wie theoretischer Sex, – da kommt nichts bei rum und Spaß macht es auch nicht. Die Achse verkommt zu einem akademischen Kaffeezirkel. Die Lebenswirklichkeit liebe Autoren aus der Theorie sieht zwischen kaputten Magnetventilen am Rückefahrzeug und gefährlichen Hängern anders aus, als das TV – Klischee aus dem Forstamt. Die Forstbetriebe werden in der Regel von gelernten Arbeitern betrieben, sehr selten von den Hochschul – Fasanen, die schon beim Anblick des Fällhebers umfallen. Akademisch geht die Welt zugrunde und der Wald durch den Magen des Borkenkäfers.