News-Redaktion / 23.12.2019 / 15:00 / 13 / Seite ausdrucken

An 2500 Autobahn-Bauwerken sind „Tragreserven aufgebraucht”

Die Bundesregierung hat eingestanden, dass der schlechte Zustand vieler älterer Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen zu einer Sicherheitsgefahr werden kann, meldet rp-online.de. „Aufgrund der Altersstruktur der Straßen- und Brückensubstanz und der schnellen Entwicklung des Verkehrsaufkommens, insbesondere des Schwerverkehrs mit erheblich gestiegenen Gesamtgewichten, sind bei älteren Brücken die Tragreserven allmählich aufgebraucht“, heiße es in der Antwort des Verkehrsministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Insgesamt wären 2506 Brücken und Teilbauwerke an Autobahnen und Bundesstraßen dringend sanierungsbedürftig. Dem Papier zufolge habe sich der Zustand der sanierungsbedürftigsten Brücken an Bundesfernstraßen im laufenden Jahr weiter verschlechtert. Erhielten 2018 noch gut 516.000 Brücken-Quadratmeter die Schulnote sechs, seien es 2019 bereits 533.000 Quadratmeter gewesen.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Sabine Heinrich / 23.12.2019

2 Beispiele aus Norddeutschland: Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal: 1972 fertiggestellt, sollte - deutlich höheres Verkehrsaufkommen berücksichtigt - 90 Jahre halten. 2013 wurden derart massive Schäden festgestellt, dass es seitdem Einschränkungen aller Art gibt. Köhlbrandbrücke über die Elbe in Hamburg: 1974 fertiggestellt, bereits 1978/79 massive Schäden, 2012 verkündet Olaf Scholz, dass die reparaturanfällige Brücke abgerissen werden soll. Seitdem wird darüber gestritten, ob es eine neue oder einen Tunnel geben soll. Zum Vergleich: Die berühmte Eisenbahnhochbrücke über den Nord-Ostsee- Kanal bei Rendsburg wurde in nur 2 Jahren von 1911 - 1913 erbaut, tut noch immer ihren Dienst - trotz gewaltig gestiegenen Verkehrsaufkommens.

Wolfgang Kaufmann / 23.12.2019

Irgendwas müssen die Römer anders gemacht haben, denn deren Beton hält seit 2000 Jahren. Vermutlich ist Stahlbeton von Natur aus auf 40 Jahre begrenzt. Die Armier-Eisen rosten langsam vor sich hin und sprengen den Beton von innen. Damals in großer Zahl billig gebaut, aber eben nicht für die Ewigkeit. – Bei der Morandi-Brücke in Genua war es zusätzlich eine Dummheit allererster Ordnung, sich auf ein einziges Tragseil zu verlassen und dieses auch noch mit Beton jeglicher Prüfung zu entziehen.

Waltraud Köhler / 23.12.2019

Wenn dann irgendwann die Brücken gesperrt werden ist sowohl Schluß mit der Mobilität der Bürger als auch mit dem Durchgangsverkehr Europas. Alles zum Wohle des Klimas. Welches Klima ich meine? Na, natürlich das Klima der Angst, der Unfreiheit, des Zwangs. Das erinnert mich ein wenig daran, dass, wenn die Industrie abwandert, der angeblich grüne Strom auch länger reicht.

Peter Wachter / 23.12.2019

In Ludwigshafen wurde dieses Jahr die Hauptverkehrsbrücke wegen Baufälligkeit gesperrt. Was braucht auch Dummland Strassen und Brücken, was wir brauchen sind Seenotrettungsschiffe im Mittelmeer. Das ist jetzt Popolismus, ist in Zukunft strafbar und bringt Euronen für Herz statt Hetze. Apopos, ein friedliches und Frohes Fest.

Daniel Oehler / 23.12.2019

Autobahnen und Brücken sind nicht für die heutige LKW-Flut gebaut worden, vor allem nicht für die Sintflut von 40-Tonnern. Tonnagebegrenzung ist billiger als der Neubau tausender Brücken. Für Schwertransporte gibt es immer noch die Bahn. Und eine saftige Maut wäre nicht verkehrt. Weshalb soll die Allgemeinheit über Steuern für Straßen- und Brückenbau den Profit der Spediteure finanzieren? Und das Auslagern der Lagerflächen auf die Autobahn könnte man zusätzlich mit hohen Mindestlöhnen einschränken. Das würde auch ausländische Billiganbieter abschrecken.

Michael Hoffmann / 23.12.2019

Ja, ja, das ist wie Weihnachten. Kommt total unverhofft, die Entwicklung des Verkehrsaufkommens. Oder der Pflegenotstand. Oder die Wiedervereinigung. War zwar eine Aufgabe von Verfassungsrang, aber man hatte keine Pläne in der Schublade und mußte angeblich mit heißer Nadel stricken. Wo sind die Staatsmänner, wenn man sie mal wirklich braucht?

Hans-Peter Dollhopf / 23.12.2019

Es führt über den Rhein eine Brücke aus Mannheim nach Ludwigshafen hinein, die heißt Adenauerbrücke und sie schließt für den Durchgangsverkehr in Richtung zu den seligen Hängen der Pfalz direkt an die Hochstraße Süd an. Diese Hochstraße ist nun seit Neustem einsturzgefährdet und voraussichtlich bis mindestens 2023 gesperrt. Der bisherige Autoverkehr aus und nach Mannheim wird durch die Innenstadt LUs geleitet. Auf Mannheimer Seite staut sich zu den Pendlerzeiten dann der Verkehr die B 36 entlang. Nun kann aber im Zentrum Ludwigshafens auch niemand mehr unter der Hochstraße hindurch. Davon ist auch der Autoverkehr zwischen den Stadtteilen Süd und Mitte betroffen und nur noch am Flussufer auf der Rheinallee und dann erst wieder in der Nähe des Hauptbahnhofs möglich. Gleichzeitig betrifft diese innerstädtische Barriere auch ebenso den Fußgängerverkehr, Radfahrer, die öffentlichen Busse und Straßenbahnen. Das hat ein gewisses Feeling von Eiserner Vorhang an sich. Zusätzlich gelangen vom zentralen Berliner Platz aus Straßenbahnen jetzt nicht mehr auf die Brücke hoch nach Mannheim rüber und ÖPNV-Drehscheibe Berliner Platz ist außer Betrieb gesetzt. Alle Straßenbahnen fahren durch das Nadelöhr unter dem Rathauscenter bei der Schumacherbrücke. So fängt es an und so wird es nun überall in Schland immer weiter gehen, in dem wir doch so gerne gut hatten leben wollen.

Alfons Kuchlbacher / 23.12.2019

“Germany is our problem”, Henry Morgenthau.: sein Buch über den nach ihm benannten Morgenthau-Plan zur völligen De-Industrialisierung Deutschlands nach dem Sieg der Alliierten. Es scheint, er wird etwas verspätet doch umgesetzt.

Rainer Brandl / 23.12.2019

Vor Jahren gab es mal ein Büchlein, indem auch Probleme zum Brückenbau beschrieben wurden. Hauptsächlich wurde über Spannbetonbrücken geschrieben und wer die Aufträge bekam. Bevorzugt wurden Brücken, die nach dem Takt-Schiebe-Verfahren gebaut wurden. Das Takt-Schiebe-Verfahren entwickelte „Betonpapst“ Prof. Dr. Fritz Leonhardt. Das ist der, der auch den Stuttgarter Fernsehturm konstruierte. Das Takt-Schiebe-Verfahren entwickelt, schon bei der Herstellung der Brücken, Risse. Die wurden von Prof. Dr. Fritz Leonhardt als Freunde beschrieben. Sind diese Behauptungen eine Recherche wert?

Jörg Themlitz / 23.12.2019

Wie gehabt. Wir warten bis eine Brücke eintstürzt, am besten mit Toten und Schwerverletzten. Dann ist das Geschrei groß. So ist das, wenn man die abgepressten Steuern nicht investiert, sondern auffrisst oder verschenkt. Da haben wir allerdings kein Alleinstellungsmerkmal. Kurz nachdem in Prag die Fußgängerbrücke (2017) einstürzte, es gab mehrere Schwerverletzte, wurden diverse Brücken landesweit gesperrt. An einigen wird schon gebaut. Es besteht Hoffnung.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen

Es wurden keine verwandten Themen gefunden.

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com