Von Frank Bothmann.
Im ersten Quartal 2025 gab es mangels Wind einen massiven Einbruch bei der Windstromproduktion. Und wenn man die Anzahl der Windräder verdoppelt, gibt es zweimal keinen Strom. Ist das wirklich so schwer zu begreifen?
Welche Nachrichten haben Sie, werte Leser, Anfang Juni diesen Jahres zur Kenntnis genommen? War darunter die Information, dass die Energieproduktion zu Beginn des Jahres durch Windkraftanlagen drastisch eingebrochen ist? Und dies trotz eines ungebremsten weiteren Ausbaus dieser Anlagen? Wie konnte dies geschehen? In der Tagesschau wurde die folgende Nachricht jedenfalls nicht gebracht.
Das Statistische Bundesamt veröffentlichte am 6. Juni 2025 folgende Pressemeldung mit dem Titel: „Stromerzeugung im 1. Quartal 2025 mehrheitlich aus fossilen Quellen“. Mit diesem Titel wird jedoch das Wesentliche verschwiegen und wird erst im Text erläutert:
- Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sinkt um 17,0 Prozent, konventionelle Stromerzeugung steigt um 19,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
- Die Stromerzeugung aus Windkraft sinkt im Vorjahresvergleich um 29,2 Prozent, demgegenüber 15,3 Prozent mehr Kohlestrom
- Insgesamt 1,9 Prozent weniger Strom ins Netz eingespeist als im Vorjahresquartal – Stromimporte steigen um 14,9 Prozent, Exporte sinken leicht um 3,0 Prozent
Die deutsche Energiewirtschaft ist mit dem Energiewirtschaftsgesetz hochgradig reguliert und gleicht einer Staatswirtschaft der untergegangenen DDR. Zu den Erfolgsmeldungen und ständigen Monitorings der Bundesnetzagentur zum Ausbau der sogenannten „Erneuerbaren Energien“ passt es leider auch nicht, dass eine „Energiewende“ nicht funktioniert, wenn das Wetter es nicht will. Wir müssen deshalb konsequenterweise von wetterabhängiger Energieproduktion zukünftig sprechen, also „WEP“ statt „EEG“.
Windarmes Quartal führt zu Rückgang der Stromerzeugung aus wetterabhängiger Energieproduktion
Die Stromerzeugung durch Windkraft sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um erhebliche 29,8 Prozent. Maßgebliche Ursache für den Rückgang war ein außergewöhnlich windarmes erstes Quartal 2025. Eine Zunahme der ineffektiven Solarstromproduktion um 34,6 Prozent konnte diese Verluste nicht ausgleichen. Der Anteil der wetterabhängigen Stromproduktion blieb unterhalb der Hälfte des bundesdeutschen Bedarfes.
Dieser wurde in dem ersten Quartal 2025 zu 50,5 Prozent des Bedarfes mit Hilfe von Kohle- (plus 15,3 Prozent) und Gaskraftwerken gedeckt.
Die benötigte Strommenge wurde zudem durch eine Zunahme der Stromimporte um 14,9 Prozent gedeckt. Die enormen Kosten der täglichen Stromim- und exporte erläutert Rüdiger Stobbe ja in seiner wöchentlichen Kolumne.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) hat bereits im April diese Minderleistung der Stromproduktion gemeldet, versteckt dies natürlich auch in einer anderslauternden Überschrift. Interessant ist hier, dass die Windstromproduktion gerade auf See um 31 Prozent gesunken ist. An Land immerhin noch um 22 Prozent.
Der Konjunktiv verhindert das Scheitern
In der gleichen Meldung des BDEW wird kundgetan, dass seit April 2024 insgesamt 872 Windernergieanlagen mit einer Leistung von 4,3 Gigawatt hinzugebaut wurden. Hoppla, wie geht denn das: massiver Kapazitätsausbau und dennoch ein massiver Ertragseinruch? Der BDEW kommentiert dies ganz köstlich mit einem Konjunktiv: „Bei vergleichbaren Witterungsverhältnissen wäre die Stromerzeugung aus Wind somit deutlich gestiegen“. „Hätte, hätte, Fahrradkette“, fällt mir dazu als ebenso nichtssagender Kinderreim ein.
Die Energieproduktion in Deutschland ist massiv wetterabhängig. Mehr vom immer Gleichen (Solar- und Windernergieanlagen) potenzieren das Energiemangelproblem in Deutschland. Nach Dunkelflaute und Hellbrise müssen also auch windschwache Monate als Bestandteil einer höchst unzuverlässigen Stromproduktion in Deutschland in Betracht gezogen werden. Und dies bei einer dauerhaften Strommangellage, wie uns das Agorameter ständig vor Augen hält.
Wahrscheinlich reagiert die Energie-Wende-Fraktion mit einem neuen Regulierungsansatz. Wie könnte der lauten nach dem Wind-an-Land-Gesetz und dem Solarstromspitzengesetz?
Frank Bothmann (Jahrgang 1962), Diplom-Geograph, ist als Landschaftsplaner im Ruhrgebiet tätig.
Ich empfehle jedem ein Experiment, um die Größenordnung der Probleme mit dem Wind zu verstehen. Das kann jeder von zu Hause testen:
Setzen Sie sich an Ihren Heimcomputer mit dem großen Bildschirm. Öffnen Sie bitte einen Internet-Browser und wählen Sie in der Adresszeile: energy-charts punkt de.
Im Menü wählen Sie bitte „Energie“ -> „Anteil Erneuerbarer Energien“. Rechts können Sie unter „Quellen“ wählen: „Anteil Wind“. Bei Datumsauswahl: Intervall Monat, Jahr: 2025 bzw. 2024. „alle Monate“. Zur Auswertung muss man noch wissen, dass das erste Quartal die Monate Januar, Februar und März beinhaltet, die als Monatsnummern 1, 2 und 3 dargestellt werden.
Gern können Sie mir Ihre Erfahrungen mit der Windenergie mitteilen. Danke.
Mittlerweile wünsche ich mir ja schon den menschengemachten Klimawandel.
Nicht meinetwegen und schon gar nicht im Namen der seriösen Wissenschaft, denn ich lass mich nicht gerne prügeln.
Nur damit der Haufen politisch infantiler Wichtigtuer endlich mal Ruh gibt.
@ Ilona Grimm: Ja wollen Sie etwa behaupten, der erleuchte Kreis des Club of Romes hat Unrecht ?
Zugegeben, mit allen, wirklich ALLEN seinen Thesen lag er daneben. Nicht nur ein wenig, oder etwas, sondern diametral. Quasi vollkommen. Selbst als Orakel ein Totalausfall. Und auch redet deren deutscher Vertreter seit bald 30 Jahren Blödsinn, wie „Deutschland müsse sich auf schnee- u. frostfreie Winter einstellen“.
Da können Sie doch nicht an deren Dogma des Peak-Oil rütteln. ????
Man darf es nicht so heiß essen wie es gekocht. Ich sehe dieses Szenario etwas lockerer. Wenn unsere Industrie, der Maschinenbau, die Auto Motive, die Chemiesparte usw. mit Gewalt zerstört worden ist, dann brauchen wir eventuell noch 2/5 (zweifünftel) des jetzt benötigten Stroms. Die grünen Unionisten sind uns denkender und dankender Weise einige Gaga Watt voraus. Achtung, könnte Ironie beinhalten!
>>Im ersten Quartal 2025 gab es mangels Wind einen massiven Einbruch bei der Windstromproduktion. Und wenn man die Anzahl der Windräder verdoppelt, gibt es zweimal keinen Strom. Ist das wirklich so schwer zu begreifen?<< ## Nein, es ist einfach falsch. Das liegt daran, dass offensichtlich auch die Geographen weder Logik, noch Mathematik lernen. Oder es kommt nichts an. Was geht da so radikal schief? Die Abstraktion der NULL, ein einziges Trauerspiel, seit Al Biruni und Daghighi, seit Cyrill und Method, Hermes und Cassiopeia. ZERO gibt es nicht. Und wer das Schild allzu hoch hält, wird vom Blitz getroffen. Wer einen Einbruch um 17% mit ZERO identifiziert, hat mehr als bei einer Gelegenheit komplett geschlafen. Aber es hat keinen Sinn, das rational diskutieren zu wollen. Es ist nicht rational. Es kommt immer aus der anderen Sphäre, dem Paralleluniversum. Wenn man seinen ganzen Text mit so einer „Lehre“ überschreibt, werden im Text darunter auch nur solche Weisheiten stehen. Alle Schlussfolgerungen kann man erst ziehen, wenn das Grundverständnis nicht komplett falsch ist. Das gilt für den IPCC genauso wie für Don Quichote.
@Theo Schatten, PS: In der Zeitspanne „x“ befinden wir uns seit knapp 2000 Jahren.
@Winston Smith: Tausend Dank! So mag ich das, wenn ich etwas wirklich Nützliches dazulernen kann!