Eigentlich kam bei den Wahlen in Bayern und Hessen alles wie erwartet: Die Regierungskoalitionen bleiben, die Ampel-Parteien werden abgestraft, die FDP muss ein Parlament verlassen und bleibt im anderen nur mit knapper Not. Aber Wachstum gab es hinter der Brandmauer.
Angesichts der Erwartungen an die Landtagswahlen in Bayern und Hessen konnten die Ergebnisse keinen Beobachter mehr überraschen. Mancher war vielleicht enttäuscht, weil die Signale der Regierten an die Regierenden doch nicht so deutlich ausgefallen sind wie erwartet. Da Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit 37 Prozent der Stimmen nur ganz leicht hinter sein Ergebnis von 2018, seinerzeit das schlechteste CSU-Resultat jemals, zurückgefallen ist, werden wohl ambitionierte Parteifreunde demnächst noch nicht an seinem Stuhl sägen.
Und die FDP, die in Bayern mit drei Prozent aus dem Parlament flog, hat es in Hessen ganz knapp geschafft, wieder in den Landtag einzuziehen. Das bewahrt die Berliner Ampelmännchen der Partei auch davor, Konsequenzen ziehen zu müssen. Und – das war nicht anders zu erwarten – Hessens SPD-Spitzenkandidatin und Bundesinnenministerin Nancy Faeser will selbstverständlich nicht aus ihrem Berliner Amt scheiden, nur weil sie von den Wählern mit einem rekordschlechten Ergebnis bedacht wurde.
Die Regierungskoalitionen dürften auch bleiben. In Bayern sind die Freien Wähler erwartungsgemäß gewachsen und mit 15,8 Prozent die zweitstärkste Partei geworden. Rein rechnerisch könnte Söder auch mit jeder anderen im Landtag vertretenen Fraktion eine Regierung bilden, aber das wäre aus seiner Perspektive Unsinn. Den Ballast einer unpopulären Ampel-Partei will er sich sicher nicht ans Bein binden und bei der AfD gibt es ja die Brandmauer, die den Gedanken an eine solche Konstellation verbietet.
Die AfD ist in Bayern auch auf 14,6 Prozent gewachsen, was angesichts der Konkurrenz durch die Freien Wähler durchaus beachtlich ist. Die Wahl-Berichterstatter und Kommentatoren von ARD und ZDF fassten gern mal zusammen, dass in Bayern 30 Prozent der Wähler „rechts von der CSU“ gewählt hätten. Richtig daran ist wohl, dass 30 Prozent der bayerischen Wähler damit ausgedrückt haben, dass sie insbesondere bundespolitisch eine klare Kurskorrektur wünschen. Aber was wollen uns die Kollegen damit sagen, wenn sie die in Bayern mitregierenden Freien Wähler und die hinter die Brandmauer verbannte AfD jetzt in einen Topf werfen? Dass die Brandmauer auch in ihren Köpfen brüchig wird?
Ruf nach der Notbremse?
Die Wähler jedenfalls sorgten auch in Hessen für ein deutliches Wachstum hinter der Brandmauer. Mit 18,4 Prozent ist die AfD dort zweitstärkste Partei geworden. Vor ihr liegt nur der Wahlsieger dieser Wahl, CDU-Ministerpräsident Boris Rhein. Seine Partei konnte einen Zugewinn von 7,6 Prozent verbuchen und kam auf 34,6 Prozent der Wählerstimmen. Rein rechnerisch gäbe es zwar eine satte Mitte-Rechts-Mehrheit im hessischen Landtag, aber das spielt keine Rolle, denn mit der AfD will die CDU möglichst nicht einmal bei unverfänglichen Sachthemen gemeinsam abstimmen. Was die nächste Landesregierung angeht, so ist eine Fortsetzung der Koalition mit den Grünen wohl wahrscheinlich: der Wahlgewinner mit einem Wahlverlierer.
Die AfD-Ergebnisse in Bayern und Hessen zeigen, dass der Partei der konsequente Brandmauerkurs der Anderen eher nutzt als schadet. Sie wird stärker und stärker, in Ost wie West. Offenbar verlieren immer mehr Menschen die Scheu, die politisch Unberührbaren zu wählen, um ihren Regierenden auf diese Weise mitzuteilen, dass sie beispielsweise bei der Migration in die Sozialsysteme oder bei der sogenannten Energiewende bitte schnell die Notbremse ziehen sollten.
Wer der AfD keinen Stimmenzuwachs gönnt, muss genau diese Probleme angehen, über die offen zu sprechen derzeit schon als heikel gilt. Handeln die Regierenden hier nicht, wird die AfD durch das politische Versagen der anderen absehbar immer stärker und stärker. Wenn sie dann, wie es sich in den Ost-Ländern abzeichnet, stärkste Partei ist, was dann?
Solche Fragen stellte niemand an diesem Wahlabend. Die Wahlberichterstatter und Kommentatoren im Staatsvertragsfunk lieferten das gewohnte Programm und der geneigte Zuschauer konnte sich allenfalls am realsatirischen Unterhaltungswert einiger Szenen erfreuen.
Die SPD, die ja in Bayern (8,4 Prozent) und in Hessen (15,1 Prozent) von den Wählern mit den jeweils historisch schlechtesten Wahlergebnissen bestraft wurde, gab beispielsweise ein unterhaltsames Bild ab. Einerseits gaben sich die Genossen zerknirscht, aber andererseits vermochten sie nicht zu erkennen, etwas falsch gemacht zu haben. Wie Wahlverlierer so sind, waren zum einen die schweren Zeiten und Umstände schuld am Debakel, und dann wäre es leider wieder einmal nicht gelungen, den Menschen die Weisheit der eigenen Politik zu vermitteln.
Bei all den Ergebnissen, die in den Medien an Wahlabenden ständig wiedergegeben werden (die vorläufigen amtlichen Endergebnisse finden Sie hier und hier) wird ein Resultat heutzutage nur noch unzureichend gewürdigt: die Wahlbeteiligung. Hier gibt es zwischen Bayern und Hessen Unterschiede. In Bayern ist sie von 72,3 Prozent auf 73,3 Prozent leicht gestiegen. In Hessen hingegen ist sie von 67,3 Prozent auf 66 Prozent gesunken. Ein Drittel der hessischen Wahlberechtigten hat nicht gewählt. Das ist auch eine Aussage.

t-online bringt heute auf nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100255924/hessen-wahl-von-dieser-partei-wanderten-die-meisten-waehler-zur-afd ein buntes Balkendiagramm, welches einem mit einem Click zeigt, wie viele Wähler welcher Parteien gestern in Bayern und Hessen jeweils zu anderen Parteien abgewandert sind.
Demnach bekam die CDU in Hessen von allen ehrbaren, rechtschaffenen Parteien insgesamt 229 000 neue, aufrechte, lupenreine Demokraten mit Haltung und Anstand geschenkt, während die gewissenlosen Rattenfänger von der AfD mit ihren „erschreckend infamen und hinterfotzigen“ (Joachim Herrmann, lupenreiner CSU´ler) Methoden, ihren perfiden Tricks und Täuschungen, 79 000 ehemaligen Demokraten ihre Wählerstimmen abluchsen konnten.
79 000 neue AfD-Wähler, denen erst die lupenreine Ampelpolitik so richtig bewußt gemacht hat, was für fiese kleine Nazis sie doch in Wirklichkeit sind.
Danke, Ampel! ++++++++ Doch was, wenn die AfD„… wie es sich in den Ost-Ländern abzeichnet, stärkste Partei ist, was dann?“ Nicht auszudenken!! Drum rettet die Ampel! Mach Merz Rückgrat again! Holt Merkel zurück, sprecht Lauterbach heilig und verleiht Böhmermann das Bumsverdienstkreuz. Noch ist nicht alles kaputt! DA GEHT NOCH WAS!
Es zeichnet sich die Rettung des linken Lagers ab. Die CSU verliert ihre Stammwähler durch Wegsterben, und die Entwicklung seit der letzten Landtagswahl 2018 macht ein Ausscheiden der CSU aus dem Bundestag wahrscheinlich. Da die relativ stärksten Unions-Figuren in Kiel und Ddorf sitzen, ist die Option blau/schwarz versperrt, und die Restunion wird nur noch in der Lage sein, auf Bundesebene linke Politkonzepte zu unterstützen. Das gibt der Linken noch fünf bis zehn Jahre, ihre Pfründe durch Vertiefung des europäischen Rätestaates und die Volkskammerisierung des Bundesparlamentes zu sichern.
Mit der „Brandmauer“ sichern sich die selbsternannten Demokraten der bunten Parteien die Macht, indem sie einen unliebsamen Konkurrenten, der als demokratische Partei zu allen demokratischen Wahlen gesetzlich zugelassen ist, als „Nazi“, „rechtsextrem“ und „undemokratisch“ ausgrenzen. Wenn die AfD tatsächlich so wäre, wie von dem Parteienkartell nimmermüde gehetzt wird, dann wäre sie längst verboten worden. So einfach ist der Beweis des Gegenteils.
Allein wie die sogenannten Journalisten die AfD-Leute in den Gesprächsrunden behandelten, war schon zum Fremdschämen. Die linke Presse hat nichts aber auch gar nichts verstanden, ebenso wie in der Mehrzahl der dumme Wähler nichts dazugelernt hat.
Ganz offensichtlich wirkt die tägliche ÖRR Gehirnwäsche doch, anders kann ich mir die Wahl in Hessen nicht erklären. Wer dort CDU gewählt hat, hat letztlich Grün und „weiter so!“ gewählt. Dumme Schafe!
Das die AFD hinter der Brandmauer, der geistig-ideologischen Variante des Antifaschistischen Schutzwalles der DDR, immer stärker wird, ist logisch. Dass war bei dem hier erwähnten historischen Vorläufer auch so. Die Bundesrepublik entwickelte sich damals prächtig und die DDR versank immer mehr in ihrer ideologischen Sackgasse. So wird das mit einem Festhalten an globalkommunistischen Flausen auch sein. Die AFD muss lediglich jeden Tag beten, dass die Hauptakteure auch schön im Amt bleiben und Merkel weiterhin ausgezeichnet, geehrt und vor jeder Wahl zu einem Interview geladen wird. Und vor allem muss sie darum beten, dass Merkel auch Immer hingeht. Aber den Verdacht, nicht eitel zu sein, scheint sie ja inzwischen auch nicht mehr zu bedienen. Also alles bestens für die AFD.
Diese hessische Ministerpräsidentenkandidatin ist ein Sinnbild für die Zerstörung deutscher Interessen. Genau das ist den Wählern klar geworden und haben Faeser dafür abgestraft. Und die SPD gleich mit. Aber was tut diese SPD, gibt sie dieser Abrissbirne den Laufpass? Mitnichten, sie lobt Faeser über alle Maßen und belässt sie im Amt. Soviel über den politischen und geistigen Zustand der SPD. Dieser Partei ist jeder Sensor für Probleme der Bürger abhanden gekommen. Sie hat sich von den Grünen in einen ideologieverseuchten Zustand manövrieren lassen, der ihr noch mehr schadet, als den Grünen selbst. Die Wähler haben erkannt, dass sie bei der AfD besser aufgehoben sind, als bei rot/grün. Dass noch so viele bei der Union gelandet sind, liegt wohl daran, dass der direkte Schritt zur AfD manchen noch schwerfällt. Entweder hofft man, dass die Brandmauer doch bald fällt und eine Zusammenarbeit AfD/Union möglich wird, oder die Union wird als Zwischenschritt hin zur AfD gewählt, um dies zu korrigieren, wenn die Union sich wieder von rot/grün vereinnahmen lässt und sich die Wahlversprechen als Lug und Trug erweisen, Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn sich in Deutschland keine Politikwende zugunsten der Bürger bewerkstelligen ließe. An der AfD wird es sicher nicht liegen.