Die Ökologie war nicht immer eine Spaßbremse – wie heute die „Energiewende“ mit ihren Verboten, Schrumpf-Geboten, Rationierungen und Landschaftszerstörungen, um die Menschen für ihre angebliche Schuld am Klimawandel zu bestrafen. Als ich in den 1970er Jahren Biologie und Ökologie studierte, überwog noch die Neugier auf die Entdeckung bislang kaum bekannter Lebewelten und die privatwirtschaftlich finanzierte Suche nach technischen Neuerungen und Erleichterungen des menschlichen Daseins.
Heute versuchen Grüne NGOs im Namen der Ökologie, den Menschen, wo es nur geht, das Leben schwer zu machen. Sie predigen Sparen an allen Ecken und Enden – außer bei der staatlichen Bürokratie und der immer unverschämteren Subventionierung unzuverlässiger und unrentabler Techniken der Elektrizitätserzeugung. Die Franzosen verwenden dafür den anschaulichen Begriff „écologie punitive“ (Straf-Ökologie).
Von Ernst Haeckel zu Karl August Möbius
Doch die Ökologie kannte auch in Deutschland bessere Zeiten. Zwar denke ich da nicht in erster Linie an den ansonsten verdienstvollen Jenaer Zoologen Ernst Haeckel (1834–1919), der 1866 den noch heute gebräuchlichen Begriff „Ökologie“ prägte, weil sein Ansinnen, die Darwinsche Evolutionslehre zu einer gnostischen Religion des Monismus auszubauen, der eugenischen Praxis des Nazismus Vorschub leistete und heute der Rechtfertigung zur Errichtung einer globalen Öko-Diktatur unter dem Namen „Global Governance“ dienen kann. Haeckel gilt nicht von ungefähr als „Vater des deutschen Sozialdarwinismus“.
In seinem Werk „Generelle Morphologie der Organismen“ (1866) definierte Haeckel die Ökologie als „Lehre vom Naturhaushalt“. Zwar bedeutet der Begriff „Ökologie“, wörtlich übersetzt, tatsächlich „Haus-Wissen“. Doch legt man sich auf eine statische Weltsicht fest, wenn man dabei stehen bleibt. Die Haus-Metapher verleitet dazu, die Welt als geschlossenes System, als Ansammlung ein für allemal gegebener Ressourcen zu sehen, mit denen haushälterisch umgegangen werden soll. Eine von einem freiheitlichen Menschenbild ausgehende Humanökologie müsste die Welt hingegen meines Erachtens als grundsätzlich offen betrachten. Denn die Menschen finden ihre Ressourcen in der Regel nicht einfach in der Natur vor, sondern müssen diese im wahrsten Sinne des Wortes erfinden. Was als Ressource gilt, hängt von ihrem technischen Wissensstand und ihren Bedürfnissen ab. So landeten beispielsweise die sogenannten Seltenen Erden über Jahrhunderte auf den Abraumhalden des Bergbaus. Heute werden sie für die Elektronik benötigt und sind entsprechend wertvoll geworden. Nicht arithmetische Rationierung, sondern Kreativität ist hier also gefragt. Die Haus-Metapher hingegen kann ohne Weiteres zur Begründung einer weltweiten Öko-Diktatur dienen.
Als Vorläufer einer nicht repressiven und wirtschaftsfreundlichen Ökologie sehe ich eher den deutschen Hydrobiologen Karl August Möbius (1825–1908), der im Jahre 1877 in seinem Buch „Die Auster und die Austernwirtschaft“ den grundlegenden Begriff der Lebensgemeinde (Biozönose) prägte. Der Bau einer Eisenbahnlinie nach Husum hatte es den feinen Leuten in der aufstrebenden preußischen Hauptstadt Berlin ermöglicht, an größere Mengen frischer Austern zu gelangen. Doch die Austernbänke waren wegen der steigenden Nachfrage bald erschöpft. So bekam Möbius den Auftrag, vor Ort zu erforschen, ob es nicht möglich wäre, an der deutschen Nordseeküste nach dem Vorbild der Austernzuchten an der französischen Atlantikküste künstliche Austernbänke anzulegen. Möbius erkannte, dass die Auster eines komplexen Beziehungsgeflechts zwischen verschiedenen Organismenarten bedarf, das an der Nordseeküste nur punktuell gegeben war. So musste er seine Auftraggeber enttäuschen. Hätte er nicht diesen klaren Auftrag gehabt, hätte es wahrscheinlich noch lange gedauert, bis den Biologen ein Licht aufgegangen wäre, denn der von Möbius geprägte Begriff der Lebensgemeinschaft hat sich erst im 20. Jahrhundert durchgesetzt.
Hätte Möbius nach etwas anderem gesucht, wäre er sicher zu einem anderen System von Beziehungen gelangt. Ökosysteme sind also Modelle der Forschung, die im Hinblick auf bestimmte Erkenntnis- und Nutzungsinteressen konzipiert werden. Sie sind keine Überorganismen, sondern mehr oder weniger sinnvolle theoretische Konstrukte. Unabhängig vom jeweiligen interessegeleiteten Blickwinkel der Menschen gibt es sie nicht. Da ich mich als Berater des WWF selbst jahrelang mit Fragen des Arten- und Biotopschutzes beschäftigt habe, wäre ich sicher der Letzte, der einzelnen Arten und Lebensgemeinschaften einen „Eigenwert“ unabhängig von mehr oder weniger bornierten Erkenntnis- und Nutzungsinteressen absprechen würde. Aber wir können die Natur nur mit unseren eigenen Augen sehen. Deshalb sprach der Kantianer Jakob von Uexküll in seinem Werk „Theoretische Biologie“ von 1920 immer von „Umwelten“ und niemals von der Umwelt. Es ist ausgeschlossen, die Natur „ganzheitlich“ zu erfassen und zu verstehen.
Ansätze einer menschenfreundlichen Ökologie
Angesichts der Vielfalt und Komplexität der realen Welt ist es uns auch mit den aufwändigsten Instrumenten nicht möglich, letzte Wahrheiten zu erfassen. Mithilfe unserer fünf Sinne (und mit dem Herzen) sind wir aber in der Lage, Muster zu erkennen und von wirtschaftlichen (und ästhetischen) Interessen geleitete Fragen zu beantworten. Dabei können Forscher, wie das Beispiel Möbius zeigt, ganz nebenbei auch tiefere und bleibende Erkenntnisse gewinnen. Mein liberaler Freund Hardy Bouillon hat das in einer Monografie über die kritizistische Wissenschaftstheorie am Beispiel der Klimadebatte, die ich hier besprochen habe, näher ausgeführt. Im Unterschied zur Straf-Ökologie, die darauf aus ist, den ganzen Globus zu managen und die realen Menschen zu Sklaven einer „Großen Transformation“ zu machen, geht es einer humanen, d.h. technik-affinen und industriefreundlichen Ökologie zuallererst um die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse, soweit diese den Zehn Geboten nicht widerspricht.
Es geht beim Vergleich mit früher also nicht allein um das Kriterium der Wissenschaftlichkeit, denn auch die Adepten der Straf-Ökologie benutzen naturwissenschaftliche (Pseudo-)Argumente. Wer recht hat, ist allein aufgrund der Datenlage oft nicht klar. Zumal auch die exakten, auf reproduzierbaren Messungen beruhenden Naturwssenschaften nur relative Wahrheiten erkennen können. Sie sind schnell überfordert, wenn das Verständnis des Verhaltens größerer Systeme wie des Waldes, des Ozeans, des Erdklimas, des Sonnensystems oder ganzer Galaxien gefragt ist.
Die Tiefsee als Terra incognita
Obwohl Biologen wie Ernst Haeckel, der ein begabter Zeichner war, viele kleine und größere Meeresorganismen wie Radiolarien und Schwämme beschrieben haben, war über die Beziehungen zwischen den Lebewesen unter Wasser bis zum Ausgang des Zweiten Weltkriegs wenig bekannt. Trotz einiger erfolgreicher Expeditionen wie vor allem der britischen Challenger-Expedition und den im berühmten Ozeanografischen Museum gezeigten Mitbringseln der Expeditionen von Prinz Albert de Monaco war über das Leben in der Tiefsee im Prinzip nicht viel mehr bekannt als über die Rückseite des Mondes. Man kannte Meeresorganismen hauptsächlich über die in der Regel küstennahe Fischerei und von Explorationen mithilfe primitiver Tauchgeräte. Die mit der Ideenwelt der Romantik und mit der Wandervogel-Bewegung verknüpften Vorstellungen von Naturschutz beschränkten sich in der Regel auf das Landleben. Zwar wurden Begriff und Konzept eines umfassenden Umweltschutzes erst zu Beginn der 1970er Jahre vom damaligen US-Präsidenten Richard Nixon und der NATO in die Welt gesetzt – nicht zuletzt, um vom Desaster des Vietnam-Kriegs abzulenken. Doch hatten schon gegen Ende des großen Krieges einige Pioniere, die sich nicht Wissenschaftler nannten, damit begonnen, die bedeutende Lücke in unserem Weltbild zu schließen.
Zu ihnen gehört neben dem Österreicher Hans Hass der Franzose Jacques-Yves Cousteau, der zwischen den 1950er und den 80er Jahren mithilfe von über 100 Kino- und TV-Filmen weltweit ein Millionen-Publikum in die Geheimnisse des Meeres einführte. Cousteau, der am 11. Juni 1910 in Saint-André-de-Cubzac bei Bordeaux geboren wurde, entstammte ausgesprochen soliden bürgerlichen Verhältnissen. Seine Großeltern betrieben eine Apotheke, sein Vater war ein international tätiger Business-Anwalt, der einen wichtigen amerikanischen Klienten betreute. Deshalb verbrachte Jacques-Yves einen Teil seiner Kindheit in den USA. Wegen seiner schmächtigen Erscheinung wäre er dort beinahe vom Schwimm-Unterricht ausgeschlossen worden.
Zur Leidenschaft des Tauchens gelangte Cousteau in den 1930er Jahren zwischen Marseille und Toulon in Südfrankreich, wo seine Eltern sich niedergelassen hatten, eher zufällig. Als Abgänger der Marineschule von Brest in der Bretagne wollte Cousteau eigentlich Marine-Flieger werden. Doch ein schwerer Verkehrsunfall vereitelte seine Pläne. Nach vollendeter Genesung im Kriegshafen von Toulon wurde der Fähnrich Cousteau im Jahre 1936 auf den Panzerkreuzer „Condorcet“ versetzt. Bei seinen Schwimm-Übungen zur körperlichen Wieder-Ertüchtigung lernte er dort den Marine-Offizier Philippe Taillez kennen, der ihn mit einer Art Taucherbrille vertraut machte. Von dem, was Cousteau da sah, war er so fasziniert, dass er entschied, das Tauchen und Filmen unter Wasser zu seinem Beruf zu machen. 1937 heiratete Cousteau Simone Melchior, die 17-jährige Tochter eines früheren Konteradmirals der Marine und späteren Direktors des französischen Industriegas-Konzerns Air Liquide in Japan, was sich für seine Pläne als sehr nützlich erweisen sollte.
Zunächst musste Jacques-Yves sich als Mitglied des Marine-Geheimdienstes im Kampf gegen Mussolinis italienische Armee bewähren. Dafür bekam er sogar eine militärische Auszeichnung. Doch ein älterer Vorgesetzter zieh ihn später der Feigheit vor dem Feind. Ein erster schwarzer Fleck auf der Weste des Mannes, der später in der ganzen Welt als Held gefeiert wurde? Durch die französische Kapitulation vor der deutschen Wehrmacht im Jahre 1940 bekamen die französischen Marinesoldaten in Toulon unverhofft Beinahe-Urlaub, und Cousteau bekam Zeit und Muße, zusammen mit Philippe Tailliez und dem Unterwasser-Jäger Frédéric Dumas als Drittem im Trio endlich seiner Leidenschaft frönen zu können. Allerdings gab es bis gegen Ende des Krieges kein befriedigendes Tauchgerät. Die wenigen, die das Tauchen wagten, hielten einfach die Luft an oder benutzten dafür nahe der Wasseroberfläche primitive Schnorchel oder in größerer Tiefe schwere eiserne Glocken und Helme, die über Schläuche von Schiffen aus mit Luft versorgt wurden. Solche Geräte hatten den Autor Jules Verne zu seinem bekannten Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ inspiriert.
Cousteau als Erfinder
Cousteau musste sich im Verein mit erfahrenen Ingenieuren zunächst als technischer Erfinder betätigen, wozu er durchaus begabt war. Entscheidend wurde seine Bekanntschaft mit dem Ingenieur Émile Gagnan vom Konzern Air Liquide. Die beiden entwickelten bis 1943 aus Vorgängern einen automatischen Druckregler, bekannt als Aqua Lung, der es erlaubte, über einen Schlauch aus Pressluftflaschen normal zu atmen und sich unter Wasser je nach Tiefe (der Luftverbrauch steigt mit dem Wasserdruck) stundenlang schwimmend frei zu bewegen. Cousteau und Gagnan ließen sich diesen Druckregler, der mit leichten Abwandlungen noch heute gebräuchlich ist, zusammen mit der Filiale Spirotechnique von Air Liquide patentieren und kassierten dafür Jahrzehnte lang Lizenzgebühren in aller Welt. Neben dem bewährten Druckregler entwickelte Cousteau in Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Léon Vèche auch eine brauchbare Unterwasser-Kamera. Er blieb noch weitere Jahre in der französischen Kriegsmarine, die er 1949/50 mit dem Grad eines Korvettenkapitäns verließ. Während dieser Zeit drehte Cousteau mit seinem Trio an der zerklüfteten Felsenküste vor Marseille, Cassis und La Ciotat, bekannt als „Calanques“, die später samt des vorgelagerten unbewohnbaren Archipels zum französischen Nationalpark erklärt wurden (ich lebe dort, wenn auch nicht ständig, seit den 90er Jahren), seine ersten Unterwasserfilme. Diese drehten sich zunächst weniger um die Meeresfauna, sondern um die zahleichen dort liegenden Wracks römischer Galeeren und auch modernerer Schiffe, die an den zahlreichen Felsen gekentert waren. Grüne warfen Cousteau später vor, dort mit der deutschen Kriegsmarine zusammengearbeitet zu haben.
Es gibt weitere schwarze Flecken in Cousteaus Biografie. In seinem deutschen Wikipedia-Eintrag wird Cousteau als „Mitglied der Résistance“ bezeichnet. In Wirklichkeit stand er, wie sein Bruder Pierre-Antoine, eher auf der Seite des besatzerfreundlichen Vichy-Regimes. Pierre-Antoine, der während der deutschen Besatzung Frankreichs die antisemitische Publikation „Je suis partout“ leitete, wurde nach dem Krieg zum Tode verurteilt und erst 1954, nach prominenter Intervention, begnadigt. Ein besonderes Kapitel ist der Umgang Cousteaus mit seiner Ehefrau Simone. All das tut aber seinen Verdiensten um die Meeresökologie keinen Abbruch.
Mit der „Calypso“ zu weltweiter Bekanntheit
Das Trio Tailliez, Cousteau und Dumas machte bald von sich reden. Cousteaus Aufstieg zum internationalen Medienstar begann damit, dass ihm Loel Guinness, der Chef der bekannten irischen Brauerei, das in Amerika gebaute und nun ausgemusterte britische Minensuchboot namens „Calypso“ für einen Franc im Jahr überließ. Mit diesem zum schwimmenden Labor umgebauten Schiff mit neuesten Navigationsgeräten und zahlreichen Spezialvorrichtungen für das Tauchen (viele Informationen vermittelt die Online-Leseprobe der deutschen Fassung des posthum zusammen mit seiner Ghostwriterin Susan Schiefelbein veröffentlichten Testament Cousteaus unter dem Titel „Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus. Mein Leben für die Erforschung und Bewahrung unserer Umwelt“) konnte Cousteaus Mannschaft die ganze Welt umrunden. Zunächst standen dabei archäologische Objekte im Vordergrund. Flora und Fauna lieferten eher das Dekor. Zusammen mit dem bekannten Cineasten Louis Malle drehte die Equipe Cousteau, zu der neben Frédéric Dumas, Albert Falco, André Laban, Claude Wesly, Jacques Ertaud, Pierre Laban, André Galerne und weitere gehörten, im Jahre 1955 einen Dokumentarfilm über Tauchgänge im Mittelmeer, im Roten Meer, im Indischen Ozean und im Persischen Golf mit dem Titel „Le Monde du Silence“ (Die schweigende Welt), der 1956 auf dem Filmfestival von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. 1957 wurde Cousteau zum Direktor des berühmten Ozeanografischen Museums von Monaco berufen. Er übte das Amt bis 1988 aus. Gleichzeitig wurde er in die National Academy of Sciences (NAS) der USA aufgenommen.
In den 60er und 70er Jahren widmete sich Cousteau verstärkt technischen Innovationen, die alle mit der Beziehung zwischen den Menschen und dem Meer zu tun haben. Dazu gehören die „Taschen-U-Boote“ SP-350 und SP-500 und schließlich der 1966 in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Meeresforschungsorganisation CNEXO (heute IFREMER) entwickelte Bathyskaph SP-3000, mit deren Hilfe die Equipe Cousteau unzählige Tiefsee-Aufnahmen zwischen 350 und 3.000 Metern Tiefe gedreht hat. Deren Synthese zu einem Dokumentarfilm mit dem Titel „Le Monde sans Soleil“ (Die Welt ohne Sonne), der 1965 in Los Angeles den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann. Cousteau und seine Leute setzen ihre Mini-U-Boote zu Beginn der 70er Jahre aber auch bei der Errichtung der ersten Unterwasser-Gas-Pipeline zwischen Algerien und Frankreich und später auch bei der Öl-Exploration im Persischen Golf im Auftrag des Ölkonzerns BP ein. Die Verteufelung der „Fossilen“ lag diesen Öko-Pionieren damals also fern.
Simone Melchior, Cousteaus erste Ehefrau, galt als der wirkliche Kapitän der Calypso. Sie war die einzige Frau an Bord und verbrachte mehr Zeit auf dem Schiff als ihr weltberühmter Ehemann, hielt sich als Taucherin, Entdeckerin und Geschäftsfrau aber im Hintergrund. Sie starb Ende 1990 in Monaco an Krebs. Cousteau heiratete sieben Monate später seine frühere Geliebte Francine Triplet (geb. 1946), mit der er bereits zwei uneheliche Kinder (Diane Elisabeth und Pierre-Yves) gezeugt hatte. Ein nicht sehr katholischer Lebenswandel. Hinter vorgehaltener Hand machen Insider Francine zum Teil für den späteren Abstieg Cousteaus und seiner Stiftung verantwortlich.
Aber zurück zur großen Zeit mit der Calypso. Im Jahre 1973 gründete Cousteau in Amerika die Cousteau Society mit Ablegern in Europa. Diese noch heute von Cousteaus zweiter Ehefrau Francine geleitete Gesellschaft diente der Werbung und dem Fund Raising für Cousteaus Projekte. Im Jahre 1975 entdeckte Cousteau vor Griechenland in 120 Metern Tiefe das Wrack des Schwesterschiffes „Britannic“ der „Titanic“. Dieses zum Lazarettschiff umfunktionierte imposante Schiff war im November 1916 auf eine deutsche Mine gelaufen. 1975 startete die Cousteau Society auch eine abenteuerliche Expedition in die Antarktis, wobei der „Calypso“ schwer beschädigt wurde. Dort drehte Cousteau mit seinen Leuten den letzten abendfüllenden Dokumentarfilm mit dem Titel „Voyage au bout du Monde“ (Reise ans Ende der Welt).
Erste Rückschläge
Ende Juni 1979 kam Cousteaus zweiter Sohn Philippe, geboren 1940 in Toulon, in Portugal beim Einfliegen des reparierten Wasserflugzeugs PBY Catalina Calypso ums Leben. Für Cousteau ein schwerer Schlag, denn er hatte Philippe als Erben seines Geschäfts auserwählt. Sein älterer 1938 ebenfalls in Toulon geborener Sohn Jean-Michel, mit dem er sich weniger gut verstand, musste einspringen. 1985 nahm Cousteau im Hafen von La Rochelle das experimentelle Segelschiff Alcyone mit rotierenden Zylindern statt Flächen-Segeln (bekannt als Magnus-Effekt) in Betrieb. Der Bau eines zweiten Segelschiffes nach diesem Prinzip wurde nach Cousteaus Tod im Jahre 1997 sofort eingestellt.
Zusammen mit seinem Sohn Jean-Michel inaugurierte Cousteau im Juli 1989 im Pariser Forum des Halles mit einem Aufwand von 120 Millionen Francs (über 18 Millionen Euro) das Projekt eines Parc Océanique Cousteau, das nicht gefangen gehaltene Meerestiere, sondern nur Bilder sprechen lassen sollte. Das war Cousteaus Antwort auf die wachsende Kritik an einem Teil seiner Filme, auf denen grausame Jagden und Tierquälereien zu sehen sind. (Cousteaus „Cheftaucher“ Albert Falco aus Marseille schildert in seinen auch auf deutsch veröffentlichten Memoiren ein Blutbad unter Haien, zu dem sich die Taucher hinreißen ließen.) Die Ausstellung zog zwar in zwei Jahren über 900.000 Besucher an. Das reichte aber nicht, um die Erwartungen der Investoren zu befriedigen. Der Bilder-Park musste einem Großkino Platz machen. Immerhin sammelte Cousteau in den 1980er Jahren etliche renommierte Auszeichnungen ein, darunter 1985 die Liberty-Medaille aus der Hand von US-Präsident Ronald Reagan. Schon viel früher war er von US-Präsident John F. Kennedy empfangen worden. Im November 1988 schließlich wird Cousteau als erster Seemann in die altehrwürdige Académie française gewählt.
Cousteau und seine Leute hatten kein Problem mit der zivilen und militärischen Nutzung der Kernenergie. Im Gegenteil: Noch im Jahre 1987 sprang er beim unbewohnten französischen Mururoa-Atoll in Französisch-Polynesien im Südpazifik ins Wasser, um der Welt zu zeigen, wie harmlos die dort von Frankreich durchgeführten Atomversuche waren (so DIE WELT zu Cousteaus 100. Geburtstag im Juni 2010). Er bescheinigte den zuständigen französischen Behörden und der Weltöffentlichkeit, dass die mithilfe eines Mini-U-Boots gezogenen Wasserproben keine Auffälligkeiten zeigten und dass die strahlenden Rückstände der Atomversuche problemlos in den Basaltfelsen des Atolls endgelagert werden können. (DER SPIEGEL hat im Oktober 1990 mit Hinweis auf amerikanische Quellen über schreckliche Gesundheitsfolgen für das Personal der französischen Atombombenversuche berichtet.) Dafür erntete Cousteau heftige Kritik seitens der inzwischen auch in Frankreich erstarkten Grünen Bewegung, mit der Cousteau lange nichts zu tun haben wollte. Dennoch musste er in den 90er Jahren schrittweise vor der Grünen Ideologie kapitulieren, zumal er es in dieser Zeit kaum noch schaffte, genügend industrielle Sponsoren für eigene Projekte zu finden. Den Wendepunkt markiert, wie ich es sehe, die berühmt-berüchtigte Mammut-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro, zu der Cousteau als einziger Nicht-Politiker geladen war. Diese Konferenz verabschiedete u.a. die Klima-Rahmen-Konvention UNFCCC, auf die sich bis heute die sogenannte Klimapolitik beruft.
Cousteau und der Malthusianismus
Nach dem „Weltgipfel“ von Rio gab Cousteau immer mehr den zeitgeistigen Einflüsterungen seiner wichtigsten Grünen PR-Berater Susan Schiefelbein in Amerika und Yves Paccalet in Europa nach. Er schloss sich gegen Ende seines Lebens wohl der im Bürgertum ohnehin dominierenden Ideologie des Malthusianismus an. Sein französischer Ghostwriter Yves Paccalet zitiert ihn in seinem Buch „L’Humanité disparaîtra, bon débarras !“(Paris, 2006) mit folgenden Worten: „Une terre et une humanite en équilibre, ce serait une population de cinq cents millions de personnes mais éduquées et capables d’auto-subsistance. Le viellissement de la populationn’est pas le problème. C’est une chose terrible à dire mais pour stabiliser la population mondiale, nous devons perdre 350.000 personnes par jour. C’est une chose horrible à dire mais ne rien dire l’est encore plus.“ (Übersetzung: Eine Erde und eine Menschheit im Gleichgewicht bedeutet eine Bevölkerung von 500 Millionen gut erzogener und zur Selbstversorgung fähiger Personen. Die Alterung der Bevölkerung ist kein Problem… Um die Weltbevölkerung zu stabilisieren, müssen wir täglich 350.000 Menschen verlieren. Das ist schrecklich, aber darüber zu schweigen wäre noch schrecklicher.)
Aus diesem Statement spricht m.E. der Alterspessimismus eines ansonsten äußerst kreativen und erfolgreichen Abenteurers, Entdeckers und Entwicklers nach einigen Rückschlägen. Für sein ganzes höchst produktives Leben gilt eher, was seine hier bereits zitierte Biografin Susan Schiefelbein etwas überschwänglich schreibt: „Ich bin überzeugt, die Quelle seiner Energie lag in seiner Entschlossenheit, bei allem, was er tat, Spaß zu haben.“ Er hätte sich mit der heute amtlich vorgeschriebenen Straf-Ökologie wohl nie angefreundet. Es ging ihm nicht primär um die Angst vor einer Katastrophe und die Weltrettung durch „Global Governance“ und die „Große Transformation“, sondern darum, sein Publikum mit seiner eigenen Begeisterung anzustecken und damit nebenbei seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Während die staatlich verordnete „Energiewende“ wie die gesamte Straf-Ökologie dabei sind, an ihren eigenen Widersprüchen zu scheitern, zeigt das inzwischen leider etwas in Vergessenheit geratene Lebenswerk Cousteaus und seiner Mannschaft, dass Ökologie auch anders geht.
Persönlicher Exkurs
Ich habe selbst in La Ciotat sehr viel später, d.h. in den 80er Jahren, als Landratte bei einem Tauchlehrer mit dem Kosenamen Gabi (bürgerlicher Name Gabriel Bérenger), einem früheren Mitglied der Équipe Cousteau, das Tauchen mit Pressluftflaschen erlernt und die nötigen Prüfungen abgelegt, obwohl ich es dabei nicht zur Meisterschaft bringen konnte. Das reichte aber, um als Berater an einem TV-Film des NDR über das Mittelmeer mitzuwirken. Als Wissenschaftsjournalist, der sich für den Schutz der Meere engagierte, wurde ich öfters von der Fondation des Pastis-Königs Paul Ricard auf dessen Privatinsel Les Embiez in der Nähe von Toulon eingeladen. Die Stiftung betrieb im alten Fort auf der Insel nicht nur ein eigenes kleines Forschungsinstitut, sondern auch Weinbau und in der Lagune zwischen Insel und Festland Aquakultur. Die Insel hatte bis zum Ende des Krieges als Sträflingskolonie gedient.
Nach dem Krieg schloss der französische Staat das heruntergekommene Häftlings-Lager, und der erfolgreiche Marseiller Spirituosen-Unternehmer Paul Ricard konnte die ganze Insel „für ’n Appel und ’n Ei“ erwerben. Philippe Tailliez und Jacques Cousteau, die dort ihre ersten Unterwasser-Film drehten, machten die rote Wollmütze, die die Häftlinge tragen mussten, um sich nicht am Kopf zu verletzen, wenn sie als Versuchskaninchen für Tests schwerer Tauchgeräte dienten, zu ihrer ID. Nicht die phrygische Zipfelmütze der revolutionären Sansculotten war also Vorbild für Cousteaus Markenzeichen.
Ich lernte im alten Fort und im Gesellschaftssaal der Insel nicht nur Philippe Tailliez, sondern auch etliche weitere Pioniere der Meeresforschung persönlich kennen und besitze noch einen Super-8-Film, der Paul Ricard mit meinen im November 1983 geborenen Sohn Boris auf dem Arm zeigt. Cousteau persönlich lernte ich erst um die Mitte der 90er Jahren kennen, als die Umweltstiftung WWF-Deutschland mich nach Paris schickte, um mit ihm über eine Zusammenarbeit der beiden Umwelt-Stiftungen zu diskutieren. Da war Cousteaus Stern schon am Sinken. Aber er schien mir noch immer voll kindlicher Begeisterung und Tatendrang. Sein Team war, nachdem es die meisten interessanten marinen Objekte einschließlich der Antarktis erkundet hatte, damals mit einer neuen Kampagne an der Donau beschäftigt. Dort hatte ich als Chefredakteur des WWF-Journal eine Mitarbeiterin der Cousteau Society kennengelernt, die mein Treffen mit Cousteau anbahnte. Cousteau verstarb im Juni 1997 in Paris an einem Herzinfarkt.
Ob Cousteau, Sielmann oder Grzimek, sie haben uns Natur und Tierwelt näher gebracht und uns dran teilhaben lassen. Auch wenn Natur und Tierwelt damals schon bedrängt waren und Arten schon auf der roten Liste, war es noch lange nicht so dramatisch wie heute, das ist nun mal Fakt.
„Die Ökologie war nicht immer eine Spaßbremse“, Ökologie sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber nicht dafür ,dass andere nur es als Vorwand benutzen irgendwelche Vorgaben und Gesetze zu erlassen, um einzuschränken und Bußgelder abzuzocken, die aber in der Realität nicht zu Verbesserung führen.
Dass wir eindeutig die Natur in die Knie zwingen durch unseren Lebensstil, sie viel zu sehr ausbeuten und viele Tierarten schon vor der Ausrottung stehen ist bittere Realität, wer das negiert ist ein Idiot oder will es nicht wahrhaben. Im Grunde ist so ein Lebensstil, den gerade auch Industriestaaten führen mit insgesamt über 8 Milliarden Menschen alles andere als gesund, sondern zerstört unsere Lebensgrundlage. Machtmissbrauch und Gier fördern das. Dafür braucht man nicht links oder grün sein, dafür braucht es nur gesunder Menschenverstand.
Man kann weder NATURGESETZE, noch ökonomische Gesetze dressieren, wenn man das tut, will man andere vorsätzlich betrügen und ausrauben. Das schlimmste ist die propagandistische Leugnung, das Mutter Erde ein lebendiger Planet im Universum ist, der sich selbst verändert, um Landraub (Bodenverwaltungsgesellschaften) und menschlich ideologischen Größenwahn zu rechtfertigen. (Stichwort GRÜNE Klimasekte.
Moin Herr Gärtner, Sie verteilen, genau, wie Ihre Gegner, Lob & Tadel nach dem Prinzip einer Günstlingswirtschaft. Die Entstehung Ihrer Ökologie ging natürlich einher mit dem Sozialdarwinismus, die Briten lebten den auch mit 20 Mio. Opfern des Opiumhandels, bzw -Kriegen, viele Holodomor, vor allem in Indien/Pakistan mit 140 – 160 Mio. Opfern bis in 1940/1953. Ebenso mit der Sicht 2 Weltkriege zur Ausschaltung Kontinental-Europas führen zu wollen. Da brauchen wir die Landnahme im USA-Projekt auch nicht ausnehmen. Der letzte Indianer-Krieg fand 1903 statt. Gerade die politische Linke konnte sich dem nicht entziehen, wollten doch bereits 1848/49 Marx & Engels die Schotten oder Basken ausrotten. Sie vergaßen auch das wesentliche staatspolitische Resultat der Ökologie in den Raum zu stellen, die Nationalsozialisten, die, abgesehen von Naturparks, die ersten legalen Regeln des Umwelt- & Tierschutzes entwarfen. Alle heutigen Ökologen, Grünen, sonstwas stehen in der Tradition des Nationalsozialismus, daran kommt keiner vorbei. Und Ihr Jaques Cousteau hat jedem vorgemacht, wie man aus der Ökologie ein messianisches Business macht & man hier nicht mal davor zurückschreckt, kostbare Wälder abzuholzen, während man gleichzeitig Regenwaldstaaten vorwirft, Regenwald zu Agrarflächen umzuwidmen. Sie, Herr Gärtner, schreiben & arbeiten in einem echten Exkremental-Business.
Zitat: „…an der deutschen Nordseeküste nach dem Vorbild der Austernzuchten an der französischen Atlantikküste künstliche Austernbänke anzulegen. Möbius erkannte, dass die Auster eines komplexen Beziehungsgeflechts zwischen verschiedenen Organismenarten bedarf, das an der Nordseeküste nur punktuell gegeben war. So musste er seine Auftraggeber enttäuschen.“ -
Die Enttäuschung ist einem florierenden Geschäftszweig gewichen: In der Schelde und auf Sylt wurde die Pazifische Auster (Crassostrea gigas) als Ersatz für die fast ausgestorbene Europäische Auster (Ostrea edulis) kommerziell in Zuchtbetrieben vermehrt („Sylter Royal“ für die Edel-Fressgemeinde). Seit den Neunzigern hat sich diese robuste Auster, die nicht zu Fuß aus dem japanischen/russischen Pazifikraum kam, aus dem Sylter Zuchtbetrieb im gesamten deutschen Wattenmeer (Nationalpark und Weltnaturerbe) ausgebreitet und verdrängt dort die heimische Miesmuschel (Mytilus edulis), deren Muschelbänke sie überwuchert. Das wiederum hat Auswirkung auf die Nahrungsgrundlage der Eiderente, die sich u.a. von Miesmuscheln ernährt, aber die hartschalige Pazifische Auster nicht verwerten kann. Auch weitere Vogelarten des Wattenmeeres wie der Alpenstrandläufer, der Austernfischer oder der Knutt finden in den betonharten Bänken der Pazifischen Austernur nur schwer Nahrung. So führte das lustfördernde lukullische Verlangen zu ungeahnten Auswirkung auf das Ökosystem Wattenmeer. Oder plakativer: Geile Gourmets als Ökosystemkiller….
Heute fragt das „SPEIGEL“: „Tut sich was? In den Köpfen?
Denken die Menschen um, wenn die Sonne knallt und der Regen fehlt? Ich habe mich bei uns auf dem Land umgehört.“ Jaja, wir sind sicher in der Lage, sämtliche Klimaveränderungen im Alleingang zu stoppen. Die richtige Frage wäre: „Sind wir auf dem Holzweg?“ (JYC war übrigens ein Tierquäler…)
Leider erwähnt Herr Gärtner nicht, dass die Vertreter der „Strafökologie“ sehr oft mit gefälschten Daten* argumentieren.
Gefälschte Daten liefern nämlich keine „Pseudo-Argumente“ – eine üble Verharmlosung dieses Sachverhaltes – sondern sondern stellen schlichtweg Betrug und Manipulation dar.
*Z.B. Messstellen-Positionierung entgegen den festgelegten Normen oder weglassen von Werten (bzw. deren „Korrektur“), die den politischen Zielen widersprechen.
Man darf nicht vergessen, dass der „Mensch selber ein Stück Natur ist“ (Planck, 1949: VI, 5. Aufl.). Es würde deshalb der Bedingung des Menschseins (conditio humana) nicht genügen, in der Gattung etwas Äußerliches zu sehen. Fraglich wäre dann, ob allen voran die sogenannte écologie punitive dadurch einen eigenen Begriff vom wirklichen Leben nicht völlig vermissen lässt? Fehlt es daran weiterhin, könnte es ansonsten sein, dass es sich bloß um einen schieren Wahn handelt, wie der Schweizer Arzt Kurt Blatter spätestens im Jahr 1993 kritisiert hat.