Bernhard Lassahn / 03.03.2019 / 06:28 / Foto: Superbass / 55 / Seite ausdrucken

Aloa, Aloa: Prantl geht als Relotius

Hat die ‚Süddeutsche‘ auch einen Nachrichten-Fälscher in den eigenen Reihen? Hat sie etwa auch einen Relotius? Das haben sich in letzter Zeit verschiedene Blätter gefragt und inzwischen kennt man auch die Antwort: Ja, das haben sie. Die ‚Welt‘ meldet, dass sich die ‚Süddeutsche‘ von einem nicht namentlich genannten, preisgekrönten Journalisten getrennt habe, der überführt worden ist, sich Personen ausgedacht zu haben, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Richtig so. In dem Punkt sollte ein Qualitätsblatt keinen Spaß verstehen. Das finde ich auch.

Ich kann noch einen nennen, der sich Personen ausgedacht hat, die es nicht gibt. Die hat er dann in besonders schäbige Lumpen aus der Mottenkiste seiner Vorurteile gekleidet. Ich meine Heribert Prantl. Er ist – oder war – der wahre Relotius der ‚Süddeutschen‘, was sich besonders deutlich in seinem letzten Video zeigt, das er zu seinem Abgang veröffentlicht hat und den Titel trägt „Wie der Staat säumige Väter entwischen lässt“. Da sieht man es. Da hört man es: Er verachtet die Wahrheit und verachtet die Menschen.

Das sind heftige Anschuldigungen, die ich nicht so stehen lassen kann und untermauern muss. Ich will es in einem Vergleich zum Fall Relotius deutlich machen. Beide lügen wider besseres Wissen, beide tun es vorsätzlich, oder wie der Schwabe sagt: mit Fleiß. Beide sind „böse Menschen, die Schlechtes tun“. Das sind heftige Worte. Sie stammen von Max Goldt und beziehen sich auf Journalisten, die für die ‚Bild‘ arbeiten. Das taten Relotius und Prantl nicht. Gilt das dennoch für sie?

Ja. Die so genannten Qualitäts-Medien, die sich für etwas Besseres halten, haben inzwischen den Lautstärkeregler so weit aufgedreht, dass jedes Sowohl-als-auch übertönt wird. Sie sind schamlos und sensationsgierig. Sie sind nicht besser. Sie halten sich nur für besser. 

Prantl und Relotius gehörten nicht zu den Billig-Journalisten, die sich aus Feigheit und Faulheit angepasst haben oder aus Not anpassen mussten; sie waren Premium-Journalisten, sie gehörten zu den Größen der Branche. Sie waren keine durchschnittlichen Mitläufer, sie stürmten voran. Sie sind nicht entschuldigt. Man sollte ihnen nicht verzeihen, denn sie wussten sehr wohl, was sie taten. Beide waren Wiederholungstäter.

Wie kommt es zu der Bösartigkeit?

Aus dem gehobenen Journalismus ist ein abgehobener Journalismus geworden, aus der Wirklichkeits-Verweigerung wurde Wirklichkeits-Verachtung. So kam das Böse in die Presse, so entstand die Menschenfeindlichkeit; denn in der flächendeckenden Verachtung der Wirklichkeit ist die Verachtung des Menschen enthalten, sie ist sozusagen im Preis inbegriffen. 

Wenn die Verachtung von der Leine gelassen wird und die Lust an der Denunziation dazukommt, dann entstehen solche Texte wie die von Prantl und Relotius. Sie berichten nicht etwa über tatsächliche Gegebenheiten, vielmehr werden die Formulierungs-Künste eingesetzt, um Feindbilder aufzubauen. Sie informieren nicht über Zustände, sie hetzen gegen Menschen. Sie sagen nicht, was ist – sie geben Menschen zum Abschuss frei.

Wie hat es Relotius gemacht? Sein Feind war der Umweltsünder und Frauenfeind, der mit dem Gewehr in der Hand Migranten zurückweist und Trump gewählt hat. So jemanden hat er sich ausgedacht – und zwar so: Er nahm sich einen Bürgermeister, den er namentlich nennt, und dichtete ihm in beispielsloser Schamlosigkeit alles Mögliche an und schrieb, dass er noch nie ein Verhältnis mit einer Frau hatte und auch das Meer nicht kennt. Darauf muss man erst einmal kommen. Das hat mich schwer beeindruckt: Was für ein literarisches Gespür, um einen Menschen mit elementaren Defiziten zu zeichnen! Dazu gehört was. Das kann nicht jeder. 

Man versteht, warum Relotius Preise gewonnen hat. Wie konnte man auch ahnen, dass er nicht nur die Ideale des journalistischen, sondern auch die des literarischen Schreibens verraten hat!? Es war alles gelogen. Ohne Not gelogen. Auch dazu gehört etwas. Auch das kann nicht jeder. 

Prantl kann es nicht ganz so gut. Sehen wir uns sein Video an. Ich habe den Text abgetippt. So fängt es an:  

„Jeder zweite getrenntlebende Vater zahlt nicht für sein Kind. Keinen Cent, keinen Euro, keinen Knopf an Unterhalt. Sie protzen auch noch damit. Viele tun es, manche tun es; sie protzen auch noch damit, dass sie nichts zahlen. Sie empfinden das als gelungene Rache an der Mutter und sie feixen über die Tricks, mit denen es ihnen gelingt, sich arm zu rechnen und sich der Unterhaltspflicht zu entziehen.“

Da war es nur noch einer …

Der Fehler, der hier vorliegt, liegt im unlauteren Umgang bei der Behandlung einer Gruppe im Unterschied zu einer Einzelperson. Prantl hat zunächst eine Gruppe gebildet: die Gruppe der getrenntlebenden Väter, die etwas gemeinsam haben: Sie zahlen nicht. In Ordnung. Doch nun dichtet er dieser Gruppe weitere gemeinsame Eigenschaften und weitere gemeinsame Verhaltensweise an (sie protzen, sie feixen …) – und da beginnt die Täuschung. 

Vielleicht ist Ihnen die seltsame Rhetorik aufgefallen, die vom Großen zum Kleinen führt, so wie bei … ich trau mich gar nicht, es zu sagen, doch es ist wie in dem Lied „Zehn kleine Negerlein“. Es werden immer weniger: „Viele tun es, manche tun es …“ Mir kam das gleich verdächtig vor. Ich mag diese Masche nicht. So entsteht der Tonfall des Pfarrers aus dem Radio, der immer so nett mit dem Sargdeckel winkt. Prantl spricht wie ein gutmütiger Feingeist, der differenzieren kann, das wirkt vertrauenswürdig. Doch es ist ein Eigentor, denn gleichzeitig fängt er an, seine frisch gegründete Gruppe zu demontieren. „Sie protzen“, heißt es zunächst, was so klingt, als wären alle gemeint; „viele tun es“, heißt es wenig später, das sind dann nicht mehr alle, aber immer noch viele; „manche tun es“, heißt es, es sind also doch nicht so viele. 

Wie groß ist die Gruppe überhaupt? Wie viele sind es? Um es vorwegzunehmen: Es ist nur einer – und der gilt nicht. Anders gesagt: Prantl redet über einen Personenkreis, den es gar nicht gibt. Er muss nicht – im Unterschied zu Relotius – eine real existierende Person aufsuchen und so tun, als hätte er die kennengelernt und könnte sie charakterisieren, Prantl hat sich ein leeres Blatt Papier geschaffen, auf dem er nach Belieben herumkritzeln kann.

Angenommen ich wollte über den F.C. Bayern München berichten, dann dürfte ich nicht sagen, dass die Spieler protzen und feixen; es sei denn, es gäbe einen, der im Namen aller sprechen darf und verkündet, dass sie aufgrund ihrer jüngsten Erfolge protzen und feixen. Ich müsste mir schon jemanden als Beispiel vornehmen, der so etwas wie ein Bürgermeister ist, einen Verantwortlichen. Prantl tut das nicht. Es ist, als würde er über den F.C. Bayern berichten, aber nur einen Hooligan kennen – und den nicht einmal richtig. 

Alarm: Frauen und Kinder sind bedroht – und keiner kümmert sich darum

Sehen wir weiter.

„Eigentlich ist die Unterhaltsverletzung eine Straftat, aber kaum jemand kümmert sich darum. Die Staatsanwaltschaften auch nicht. Sie empfinden Anzeigen wegen Unterhaltsverpflichtungen als lästig, zu komplex, heißt es, zu persönlich, heißt es, zu intransparent, zu schwer zu ermitteln. Das stimmt alles.“

Nein, das stimmt nicht. Man merkt es an dem nebulösen „heißt es“, das gleich zweimal auftaucht und wie ein Refrain wirkt. Was soll das heißen? Es soll heißen, dass Prantl keine Beispiele und Quellen nennen kann. Das heißt es. Oder glaubt jemand, Prantl hätte bei der Staatsanwalt Umfragen gemacht? Doch ehe ich weiter ins Detail gehe, noch schnell ein Paukenschlag, der uns an die Sein-oder-nicht-sein-Frage aus ‚Hamlet‘ erinnert:

„Aber es geht tatsächlich um die Existenz, es geht um die Existenz von alleinerziehenden Müttern, es geht um die Existenz von Kindern, die ohne Vater aufwachsen.“

Oh, weh! Da dachte ich gerade noch, dass die ansonsten gesunde Bevölkerung in Bayern durch Feinstaub dahingerafft wird, nun muss ich erfahren, dass es feixende Unterhaltspreller sind, die Frauen und Kinder an den Rand ihrer Existenz bringen.

Und dann war es nicht mal einer … 

Relotius hatte sich Horrorgeschichten über den Untergang des Südseeparadieses ausgedacht und von Kiritimani berichtet, wo die Siedlungen Namen haben, die noch von James Cook stammen und nun, wie er fälschlicherweise behauptet, verloren sind: „jetzt standen London, Paris, Polen zur Hälfte unter Wasser“. 

Der „Spiegel“, der sich scheinheilig damit brüstet, eine Aufarbeitung zu leisten, korrigiert die Meldung in einer Kleinigkeit und hält damit die große Lüge aufrecht – und so heißt es: „Als Siedlung aufgegeben wurde jedoch nur Paris – Polen und London sind nach wie vor bewohnt“. Das klingt, als wäre die Welt wieder in Ordnung

Worin besteht die Lüge? In der Unterstellung, dass in der Südsee der Meeresspiegel angestiegen ist und einige Siedlungen bereits unter Wasser stehen. Dafür mussten Beispiele her. Die gibt es nicht. Also hat sie Relotius ausgedacht. Immerhin kann der „Spiegel“ melden: Eine Siedlung – nämlich Paris – wurde tatsächlich aufgegeben.

Verschwiegen wird der Grund. Paris wurde nicht aufgegeben, weil der Wasserspiegel angestiegen wäre, der ist nicht angestiegen, die kleine Siedlung liegt sowieso auf einer Anhöhe. Sie wurde aus Gründen aufgegeben, die nichts mit unserer eifrigen Suche nach Schäden durch menschengemachten Klimawandel zu tun haben. Aber die Korrektur wirkt auf den ersten Blick, als hätte Relotius, der seine Südseereise sowieso nur vorgetäuscht hatte, wenigstens einen Treffer erzielt. Doch nicht einmal das hatte er.

So ist das auch mit den Vätern, die nicht zahlen und damit protzen. Das ist Prantls große Lüge. Um sie glaubwürdig erscheinen zu lassen, schränkt er sie freiwillig ein und versucht gönnerhaft, sie etwas kleiner zu machen: „viele tun es, manche tun es“. Wenn nun die „Süddeutsche“ auch so eine Aufarbeitung anstreben würde, wie es der „Spiegel“ versucht hat, könnten sie sagen: Wir haben recherchiert und festgestellt, dass es die Männer, von denen Prantl spricht, gar nicht gibt, wir haben nur einen Protzer gefunden. Es ist Leutnant Dino (Künstlername), richtiger Name Detlef Bräuning. Er taugt allerdings nicht als Feigenblatt. So wenig wie Paris.

Die Lüge über den wahren Grund

Es ist alles gelogen: Es gibt keine Siedlungen in der Südsee, die wegen dem Klimawandel im Meer versinken. Nicht eine. Es gibt keine Männer, die damit protzen, dass sie sich der Unterhaltspflicht entziehen. Nicht einen. Relotius hat sich das Anschauungsmaterial ausgedacht, Prantl auch. 

Soll ich auch mal in dieser Art über die „Süddeutsche“ schreiben? Das ginge dann so: Es ist ein Schundblatt. Die Artikel sind miserabel. Viele sind es, manche sind es … äh … wie viele sind es denn nun?

Die Lügen liegen in beiden Fällen in den falschen Angaben zu den Gründen. Paris ist nicht geräumt worden, weil der Wasserpegel angestiegen wäre. Die Väter zahlen nicht deshalb keinen Unterhalt, weil sie nicht wollen, wie Prantl in dem Video ernsthaft behauptet: „ ... es ist Tatsache, dass viele Väter schlichtweg nicht zahlen wollen.“

Unterhaltszahlungen sind nicht freiwillig, sie erfolgen nicht nach Selbsteinschätzung. Sie werden mit aller Härte eingetrieben. Hier werden falsche Rückschlüsse vorgenommen: Wenn Siedlungen auf Kiritimani aufgegeben wurden, kann das nur den Grund haben, dass der Meeresspiegel angestiegen ist. Wenn Unterhaltszahlungen nicht geleistet werden, kann es nur den Grund haben, dass die Väter nicht zahlen wollen. So lügen sie beide. 

Aloa, Aloa

Eine persönliche Zwischenbemerkung: Ich habe ein Südsee-Faible, ich war auf einigen Inseln, habe ein wenig darüber geschrieben und viel dazu gelesen. Ich kenne auch Männer, die Unterhalt zahlen müssen. Auch darüber habe ich geschrieben und viel dazu gelesen. Ich bin einigermaßen im Thema. Das geht so weit, dass ich als „Männerrechtler“ bezeichnet werde (zuletzt im Magazin der ‚FAZ‘), was ich selber nicht so sagen würde. Ich mag das Wort nicht. Ich bin nicht der Meinung, dass Männer aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit irgendwelche Rechte haben sollten. Ich sehe das eigentliche Drama darin, dass Väter, die sich um die Kinder kümmern wollen, daran gehindert werden, ihre Pflichten wahrzunehmen. Dieses Drama wird unter den Titeln „Umgangs-Vereitelung“, „Kindesentzug“ oder „Kindesmitnahme“ täglich in deutschen Familiengerichten aufgeführt. Es ist existenzgefährdend. Die Väter bringen sich um. Viele tun es. Manche tun es. Zu viele tun es. Von einer auffällig hohen Selbstmordrate unter geschiedenen Männern berichtet die Zeit.

Weg mit der Wirklichkeit!

Zwar war ich nicht selber in Paris auf Kiritimani und ich kenne auch Leutnant Dino nicht persönlich, doch von der Südsee und von der Unterhaltsproblematik habe ich eine gewisse Ahnung. Deshalb fallen mir die Falschmeldungen sofort auf. Die Lügen über den wahren Grund, die mir die Herren Relotius und Prantl auftischen wollen, blenden mich so stark, dass ich beim Lesen eine Sonnenbrille bräuchte. Vielleicht sticht es anderen nicht so krass in die Augen. Mir schon. Die Lügen beleidigen mich geradezu, denn ich kann in etwa einschätzen, wie weit sie von der Realität entfernt sind. Sie sind sensationell weit davon entfernt. 

Alles, was ich an Büchern, Artikeln, Wikipedia-Einträgen kenne, kennt Relotius auch. Was macht er? Er schiebt das arrogant beiseite – weg damit! –, singt das Pippi-Langstrumpf-Lied und macht sich seine eigene Welt und dichtet, dass Paris schon halb unter Wasser steht und die Umweltkatastrophe bereits angefangen hat. Es stimmt nicht, aber es beeindruckt sicher die empfindlichen Gemüter unter den „Spiegel“-Lesern, da müssen die kleinen Mädchen weinen und werden wütend auf die Erwachsenen, die ihnen die Zukunft stehlen. 

Am 11.10. vorigen Jahres hat die IG Jungen und Väter zu einem Pressegespräch nach Berlin ins Haus der Bundespressekonferenz eingeladen zu einer Präsentation unter dem Titel: „Väter sind keine Unterhaltspreller. Väterverbände weisen auf die prekäre Lage vieler Väter hin“. Die „Süddeutsche“ war vertreten, die Journalistin konnte anschließend einen Stick mit nach Hause nehmen, auf dem die wichtigsten Daten gespeichert waren. Was macht Prantl? Er schiebt das arrogant beiseite – weg damit! –, singt das Pippi-Langstrumpf-Lied und macht sich seine eigene Welt. Es stimmt nicht, aber es gefällt den Frauen in der SPD. 

Da Prantl schriftstellerisch nicht so begabt ist wie Relotius, reicht es bei ihm nur zu den üblichen Klischees von Männern, die „protzen“ und „feixen“. Er ist eben nur der Schlagersänger unter den Lügnern, Relotius ist der Jazzvirtuose unter den Lügnern.

Die Dinos sind ausgestorben, die Wölfe werden geschützt

Wenn Prantl einen Satz mit „Sie“ anfängt („Sie protzen …“), sollte man denken, dass es sich dabei um einen handfesten Plural handelt, also um mindestens zwei Personen. Doch diese beiden Personen gibt es nicht. Ich weiß natürlich nicht, in was für Kreisen Prantl verkehrt, aber Beispiele aus dem persönlichen Bekanntenkreis, die sonst niemand kennt, würden sowieso nicht gelten. Er müsste schon jemanden nennen können, der mit seiner Protzerei irgendwie an die Öffentlichkeit oder zumindest an die digitale Gegenöffentlichkeit getreten ist. Da gibt es nur den erwähnten Dino.

Der wurde einst in einer Talkshow als berühmtester deutscher Unterhaltspreller vorgestellt. Ich vermute, dass Prantl von dem Fall irgendwie gehört und – obwohl er ihn nicht richtig verstanden hat – daraus die Berechtigung für seine pauschale Verdammnis abgeleitet hat. Ein anderes Beispiel gibt es nicht – oder? Doch selbst an diesem Fall stimmt etwas nicht. Das müsste eigentlich jedem auffallen.

In Spitzbergen darf man keine Eisbären erschießen, weil sie unter Naturschutz stehen. In Finnland darf man aus eben diesem Grund keine Wölfe töten. Nun hatte in einer Talkshow ein Großmaul geprotzt, dass er schon acht Wölfe erlegt hätte. Was ist daraufhin passiert? Wurde der Mann verklagt? Nein. Er hatte nämlich zugegeben, dass er nur geprotzt hatte und in Wirklichkeit keinen einzigen Wolf auf dem Gewissen hätte. Bestraft werden kann man nur für Taten, die man begangen hat, nicht dafür, dass man seine Klappe zu weit aufreißt.

Leutnant Dino ist auch so ein Maulheld. Warum zahlt er nicht? Weil er nicht muss (die „Brigitte“ berichtet). Anders ist es nicht möglich. Hätte er in der Talkshow damit angegeben, dass er gegen Gesetze verstoßen hat, wäre er nicht ungeschoren davongekommen. 

Wie stellt sich Prantl das vor? Dass jemand im Fernsehen verkündet, dass er das Gesetz bricht – und nichts passiert? Was glaubt er, wie viele Anwälte vor dem Bildschirm sitzen und mit den Hufen scharren? Die Öffentlichkeit ist hoch sensibilisiert und stürzt sich auf jeden, den sie als Sexisten oder Frauenfeind angreifen kann. Eine einzige dumme Bemerkung kann das gesellschaftliche Aus bedeuten. Da will uns Prantl ernsthaft erzählen, dass man in so einer Stimmung mit existenzbedrohenden Straftaten gegen Frauen protzen kann, ohne dass einem was passiert?! 

Die Probe aufs Exempel

Ich gebe ein Beispiel aus dem wirklichen Leben. Nicht aus einer Talkshow. Da zahlt jemand zwei Monate lang vorsätzlich keinen Unterhalt. Er will damit Druck auf seine Ex ausüben, die sich dagegen verschließt, dem gemeinsamen Kind die notwendige medizinische Behandlung zukommen zu lassen. Eine Verzweiflungstat. Mit Ansage. In Gewerkschaftskreisen würde man das als „Warnstreik“ bezeichnen. Er wurde verklagt und zahlte sofort, noch vor dem Gerichtstermin. 

Dennoch kostete ihn diese Aktion etwa 2.000 Euro Strafe wegen verspäteter Unterhaltszahlung und brachte ihm die Erkenntnis, dass der Boykott von Unterhaltszahlung kein geeignetes Druckmittel ist, um etwas gegen den Willen einer Mutter und ihr festgefahrenes Weltbild durchzusetzen. Das Ergebnis seines Versuches ist eindeutig: Ein Boykott von Unterhaltszahlung ist nicht möglich. Umgangs-Boykott ist weit verbreitet.

Das war nur ein Beispiel. Ich kenne noch mehr. Ich könnte auch auf Literatur zu dem Thema hinweisen und Zahlen auftreiben. Prantl hat nichts. Nicht einmal ein Feigenblatt, nicht einmal ein exotisches Paris oder einen ausgestorbenen Dino. 

Prantl redet nicht von realen Männern, nicht einmal von Männern im Allgemeinen, er eröffnet uns lediglich einen Blick in die Mördergrube seiner Vorurteile. Deshalb werde ich die Gelegenheit nutzen und über Männer im Allgemeinen reden. Diesmal aber richtig. Ich hole etwas aus.

Was ist der Mensch? Was ist der Mann? 

Der männliche Mensch (die Formulierung klingt seltsam, aber es wird gleich klar, warum ich sie verwende) ist unverhältnismäßig mütterlich. Etwa im Vergleich zum männlichen Eisbären. Umgekehrt kann der weibliche Mensch besonders väterlich sein. Es ist eine der Besonderheiten der Menschen, dass sich ein Geschlecht in seinem Verhalten sehr stark dem anderen annähern kann. Warum? Wegen der Kinder, dieser entzückenden, aber auch nervenraubenden späten Nestflüchter, die eine äußerst anspruchsvolle Aufzucht erfordern. Die Vaterliebe, die dabei eine große Rolle spielt, hat jedoch zurzeit eine schlechte Presse. Nicht nur in der „Süddeutschen“.

Vaterliebe fällt nicht unmittelbar auf, weil die Mutterliebe so großartig und so offensichtlich ist. Die Hingabe, die Mütter dabei an den Tag – und an so manche nicht durchgeschlafene Nacht – legen können, ist einfach umwerfend. Doch auch Väter haben ihre Art der Hingabe. Sie ist eher strategisch, weniger taktisch. Ich war auch mal in einer Talkshow und habe (weil es mir spontan einfiel) gesagt: „Die Stunde der Väter kommt später“. Ich habe Väter mit Langstreckenläufern und Frauen mit Kurzstreckenläufern verglichen. Mal ist die Mutter zu nah dran, mal ist der Vater zu weit weg – gut so, ein Kind braucht beides.

Natürlich gibt es Beispiele für Fehlbesetzungen, doch die verblassen vor dem Hintergrund der größeren Wahrheit, dass Vaterliebe Standard ist. Ein Mann, der in der Lage ist, etwas für Frau und Kind zu tun, kann seine Leistungsfähigkeit vervielfachen und ist zu erstaunlichen Opfern in der Lage. So ist das. 

Ohrfeigen für den Lügner

Ich wollte das nur kurz andeuten, aber unbedingt erwähnen, weil ich der niederträchtigen Darstellung von Prantl etwas entgegenhalten möchte. Ich komme mir dabei vor, wie der Mann, über den Relotius im „Spiegel“ geschrieben hatte, dass er keine Frauen und auch das Meer nicht kennt. Dieser Mann postet nun alte Bilder auf Facebook, die zeigen, wie er mit einer schönen Frau am Strand spazieren gegangen ist. Das machen andere Facebook-User auch. Aber in diesem Fall sind die Fotos spezielle Ohrfeigen für Relotius. So sind sie gemeint. Deshalb bringt er die. Der „Spiegel“ sollte sie nachdrucken.

Wenn Prantl die Väter pauschal als feixende Verbrecher darstellt, die mutwillig die Existenz ihrer Kinder gefährden, dann hat er auch solche Ohrfeigen verdient. So, wie er sie karikiert, sind Väter nicht. Männer sind Retter und Beschützer der Kinder – eine Vision, die immer wieder in ihren Träumen aufscheint. Weil Väter ihre Kinder schützen wollen, schonen sie auch die Mütter, die sie in den Augen des Kindes nicht herabmindern wollen, selbst dann nicht, wenn das Verhalten einer Mutter fragwürdig ist. Viele machen das. 

Manche machen es nicht. Das sind die Männer, die auffällig werden. Es gibt durchaus Fälle, da lässt sich ein Vater anmerken, was er von der Mutter hält – und macht dabei eine traurige Figur. Dazu gehört auch der legendäre Dino. Er gehört auch zu den Vätern, die ihre Kinder nicht sehen dürfen. Er gehört zu den Wenigen, die sich aus der Deckung wagen und dazu was sagen. Womöglich ist er sogar der Einzige, weil er schon seit Jahren durch Talkshows tingelt, als gäbe es keinen anderen. 

Die Männer schweigen. Viele tun es. Fast alle tun es. Mutterschutz und Mutterverehrung sind nach wie vor Trumpfkarten. Es gibt in der Literatur kein Beispiel für einen Muttermord (jedenfalls fällt mir gerade keins ein), Vätermorde gibt es jede Menge.

Ich finde solche Männer, wie Prantl sie beschreibt, weder irgendwo repräsentiert, noch finden sie sich in meinem engeren und weiteren Bekanntenkreis (der ziemlich weit reicht und international verzweigt ist), und so langsam mache ich mir doch Gedanken über die Männer, die Prantl kennt. Woher nimmt er seine Anschauung? Er muss in einer Männerwelt leben – oder eine kennen –, die mir gänzlich fremd ist. 

Die Männerwelt, die ich kenne

Die Männerwelt, die ich kenne, sieht so aus: Kein Mann – kein einziger – rächt sich an einer Frau, erst recht nicht an einer Mutter, wenn so eine Aktion indirekt dem Kind schaden könnte. Kein Mann – kein einziger – protzt damit, dass er so etwas tut, keiner – nicht einer – würde es jemals als „gelungene Rache an der Mutter“ empfinden. Männer – und zwar alle Männer – haben eine völlig andere Vorstellung von dem, was sie als „gelungen“ ansehen. Je länger ich über die Worte von Prantl nachdenke, um so mehr gruselt es mich. Was hat er nur für ein Menschenbild?!

Es gibt Ratgeberbücher und Frauenkrimis, die grenzwertige Tipps geben, wie Frauen sich auf dezent fiese, normal fiese oder extrem fiese Weise an Männern rächen können. Im umgekehrten Fall gibt es so etwas nicht. Männer tun das nicht. Keiner tut es. Die Kultur der Männer bringt weiterhin Frauenlob in vielfältigen Varianten hervor. Zugegeben: Manches davon ist tapsig, rührend hilflos, manches wirkt trottelig; unterm Strich ist nur wenig davon gelungen, aber es ist stets wohlmeinend. 

Wenn ich in Männerkreisen damit protzen würde, wie ich eine Frau übervorteilt oder einem Kind geschadet hätte, würde ich sofort was auf die Nüsse kriegen. In solchen Kreisen verkehre ich. Zu jeder Frau, die von einem Mann schlecht behandelt wird, gibt es mindestens einen Mann in den Startlöchern, der sie retten will. Das ist ein abgewandeltes Zitat von Martin van Creveld, das ich gerade nicht wörtlich parat habe. So ist das.

Also: Was ist böse, was ist schlecht? Ich habe hier vorrangig die bösartige Seite des Presseversagens am Beispiel von Prantl und Relotius herausgestellt. Die spürt man vermutlich auch so, ohne dass man dazu einen Faktencheck bräuchte. Einer kritischen Überprüfung hält der Prantl-Text nicht stand. Dass er obendrein schlecht ist, dass er sich von der Wahrheit entfernt und sich zum am anderen Ufer durchgeschlagen hat – das wäre eine gesonderte Betrachtung wert.

Relotius wird mir in Erinnerung bleiben durch die Erfindung des Mannes, der das Meer nicht kennt. Prantl wird in Erinnerung bleiben durch seine Erfindung der feixenden Männer, die Frauen und Kinder in der Existenz bedrohen. Es bleibt dabei: Es sind böse Menschen, die Schlechtes tun. 

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Leserpost

netiquette:

Ivan de Grisogono / 03.03.2019

Männer die Prantl auf den Pranger stellt gibt es wohl! Im wirklichem Leben ist so etwas keine Seltenheit .  Prantl ist ein nicht überzeugender linker Propagandist und Agitator aber was nich zahlende Väter betrifft ist er unschuldig. Aus mir bekannten Fällen scheint eher, dass sich der Autor mit seiner endlosen Analyse in die Relotius-Nähe begibt! Bin gespannt auf Meinungen und Erfahrungen der Leserinnen!

Walter Neumann / 03.03.2019

Prantl’s Stilmittel “heisst es” ist ja nicht neu in der SZ. Klassische Formulierungen dieser Zeitung sind z.B. “Einer aus dem engsten Führungskreis der CSU, der seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen will, sagt ...” Den Mann gibt es natürlich nicht, das dann folgende Zitat ist eine reine Erfindung des SZ-Schreiberlings. Oder “Es gibt viel Kritik an Söder in der CSU, verlautet auch aus höchsten Parteikreisen”. Welche höchsten sind das, wer hat Kritik geäußert ? Etc. Etc. Insofern ist Relotius ja nichts Neues. Nicht zu vergessen Prantl’s legendäres Interview mit Vosskuhle, wo er dem Leser vorgaukelt, mit Vosskuhle gemeinsam in dessen Küche gekocht zu haben. War reiner Fake.  Danach war einige Wochen Prantl Funkstille in der SZ, war selbst denen zu peinlich. Apropos “Pfarrer”. Was nur wenige wissen, das ist jetzt kein Fake: Prantl steigt gelegentlich in einer Münchner Kirche auf die Kanzel und erzählt dann von oben denen unten von Jesus. Deswegen, vermute ich, hält er sich ja auch für einen Heiligen. Schade: Jetzt geht Prantl ja in Rente, gibt seine offiziellen Jobs (“Mitglied der ChRed”) auf, bleibt seinen Fans und Nicht-Fans als Kommentator aber noch lange erhalten. Na denn.

Holger Sulz / 03.03.2019

Herzlichen Dank, Bernhard Lassahn! Die besondere Niedertracht des Schmocks von der Alpen-Prawda liegt vor allem darin, daß er als Jurist es besser weiß! Er kennt haarklein die gnadenlosen Justizmühlen, denen unterhaltspflichtige Männer ausgeliefert sind und sie in zahllosen Fällen die bürgerliche Existenz gekostet haben, dazu gehört auch jener Leutnant Dino, der als Parvenu durch die Talkshows tingelt. Ich erinnere eine, in der er die Horde geifernder Hyäninnen mit einem schlichten “Ich habe diese Gesetze nicht gemacht” ausbremste. Aus einmal aufgelaufenen Unterhaltsschulden kommt man nie mehr heraus und zudem sind sie verbunden mit einem Rattenschwanz an zusätzlichen Geldforderungen, harten Strafen und nackter Willkür- Matthias Matussek hat es bereits Ende der 90er genau beschrieben- der Staat als gnadenloses Inkassobüro der Kindesbesitzerinnen. Sein Buch “Die vaterlose Gesellschaft” war ein Menetekel und genau so ist es gekommen- hemmungsloser Hedonismus, Verantwortungsverweigerung, Auflösung der Werte, Verarmung als Folge der kulturmarxistischen Vernichtung der Familie durch Eliminierung der Väter, denen jetzt als “Alte weiße Männer” der Todesstoß versetzt werden soll und mit ihnen verschwinden all ihre Errungenschaften- die Bildung, Wohlstand, Recht. Undenkbar noch vor wenigen Jahren, daß eine vorlaute grüne Göre dreist von “Stromspeicherung im Netz” daherdelirieren hätte können oder ein Politiker die Öffnung aller Grenzen befielt. Schlag nach bei Klonovsky: “Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.”     

Jakob Mikl / 03.03.2019

Sehr geehrter Herr Lassahn! Ich bin Vater und habe gegen den Widerstand meiner Exfrau eine höhere als die gesetzlich geforderte Unterhaltszahlung an meine Kinder durchgesetzt. Außerdem habe ich einen guten und regelmäßigen Kontakt zu meinen Kindern und unterstütze sie, wo es nur geht. Ich danke Ihnen für die Verteidigung des meiner Meinung nach zutreffenden und realistischen Vaterbildes und Ihren Mut einem von Ideologie triefenden, realitätsfernen und männerfeindlichen Journalismus entgegenzutreten.

W.Schneider / 03.03.2019

Da Herr Dr. Heribert Prantl als Anwalt, Richter und Staatsanwalt tätig war (Wikipedia), sollten ihm eigentlich die juristischen Details in Familienprozessen und Vaterschaftsklagen einigermaßen geläufig sein.  Alles weitere siehe im Text.

Sabine Schönfelder / 03.03.2019

Prantl ist ein selbstgerechter Besserwisser. Ein Mann, der seine Erfolge nicht seiner journalistischen Kompetenz, sondern seiner ideologischen Hartnäckigkeit und seinem engstirnigen Sendungsbewußtsein verdankt. Er fühlt sich als Gallionsfigur linken Umverteilungs-und Gerechtigkeitsdenkens. Er ist ausgestattet mit nahezu richterlich-salomonischem Weitblick. Er vertritt die politische Wahrhaftigkeit. Für seine hehren Ziele sind Manipulation, Propaganda und Relotiutieren erlaubt, nein, es sind geradezu notwendige Stilmittel! Das gemeine Volk muß auf den rechten Weg geführt werden ( hallo Faschismus) für die gute, die einzig richtige, alternativlose sozialistische Idee. Herr Prantl gehört in diesem seinen Weltbild natürlich in den geistigen Überbau, keine Frage, denn wer könnte ihm, der über soviel geistige Potenz verfügt, denn sonst das Wasser reichen? Allenfalls sein Kollege Hans Leyendecker, dieser verfügt über ähnliche Unfehlbarkeit und Präzision bezüglich politischer Beurteilungen. Auch im privaten Bereich bündelte Prantl linke mediale Schlagkraft und widmete sein Liebesleben der Augsteinerbin und konnte damit sowohl im Süden, als auch im Norden des Landes Einfluß zum Nutzen linker Meinungsmache etablieren, sich dafür verantwortlich und effektiv zeigen, als großer Führer des Meinungsressorts Deutschland. Es ist deshalb müßig sich mit Details seiner unzähligen agitatorischen Statements auseinanderzusetzen, die ‘warums’ und ‘weshalbs’ zu eruieren. Es präsentiert sich ein seit Jahrzehnten auf linke Propagandaarbeit abgerichtetes Gehirn, das sich nur einer Aufgabe verbunden fühlt, dem’ Agitör ist nichts zu schwör’.  Die Realität, ist der Feind des linken Visionärs!

Jens Keller / 03.03.2019

Sehr schön, dass Sie den Genossen Leutnant hier so ausgiebig würdigen! Der Kollege Prantl ist tatsächlich etwas unehrlich, wenn er davon spricht, es sei eigentlich eine Straftat keinen Unterhalt zu zahlen. Das ist es bei Zahlungsunfähigkeit zumindest bisher natürlich nicht. Auch wenn Prantl und seinesgleichen den Schuldturm mit allen Konsequenzen wieder einführen möchten. Bis dahin kann allen männlichen Trennungsopfern nur empfohlen werden statt Selbstmord Selbstbestimmung und Weitermachen zu wählen. Dinos Ratgeber steht einem hier mit vielen sinnvollen Informationen zur Seite.

Achim Greif / 03.03.2019

Es ist nicht alles gelogen! Eine Kurzrecherche im Internet ergibt folgende Hinweise: Weil viele Väter nach der Trennung von der Familie ihre Unterhaltsverpflichtungen nicht erfüllten, mussten Bund und Länder im Haushaltsjahr 2014 Unterhaltsvorschuss in Höhe von etwa 840 Millionen Euro leisten. Diese Zahl nennt das Bundesfamilienministerium. Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA), die bei der Auszahlung von Hartz IV einspringt, wenn Unterhaltspflichtige nicht zahlen können oder wollen, zeigen, dass der Großteil der Unterhaltspreller nicht unter Geldnot leidet. Von etwa 510.000 Unterhaltspflichtigen, für die die BA zum August 2014 nach eigenen Angaben aufkam, waren nur 87.000 nachweislich nicht leistungsfähig. Das Forschungsinstitut Prognos hat ermittelt, dass 70 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland Schwierigkeiten haben, ihre Unterhaltsansprüche durchzusetzen. Diese Zahlen legen den Verdacht nahe, dass eine Gruppe von Eltern Ihre Beziehungsprobleme zu Lasten ihrer Kinder der Gemeinschaft der Steuerzahler aufbürdet. Und die zuständigen staatlichen Behörden scheinen zu versagen.

Jochen Wegener / 03.03.2019

Wie schrieb die SZ noch so treffend:  “Die Süddeutsche Zeitung hat am 10. Juli auf Seite Drei unter dem Titel ‘Der Verfassungsschützer’ ein Porträt über Andreas Voßkuhle veröffentlicht, den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts. Darin schildert der Autor, Heribert Prantl, eine Szene, die zu Hause in der Küche Voßkuhles spielt. Bei dieser Schilderung konnte der Eindruck entstehen, Prantl sei selbst Gast im Hause Voßkuhle gewesen. Das war nicht der Fall. Der Autor hat sich die Szene vielmehr von Teilnehmern der Küchenrunde schildern lassen, ohne dies ausdrücklich kenntlich zu machen. Die Redaktion bedauert diesen Fehler.” Nun ist er ja weg, der Chef des Meinungsressorts, mit dem die SZ natürlich dem geneigten Leser keine Meinung vorgeben, sondern nur so aufzeigen wollte wie die Dinge zu betrachten sind, eben so und nicht anders.

Anders Dairie / 03.03.2019

Herr PRANTL war früher selbst Richter. Aber offenbar kein besonders guter. Unterhaltsschuldner machen sich nach § 170 (1) StGB strafbar. Bis zur Verurteilung, die ein komplexes Netz aus straf- und zivilrechtlichen Tatbeständen berücksichtigen muss,  ist es für die Staatsorgane ein schwieriger und zeitraubender Weg.  Die Parteien erhalten dazu Prozesskostenhilfen.  Es hätte Herrn Prantl gemäß seiner Berufsausübung angestanden, statt zu moralisieren, die Wege für das zu 90% unkundige Publikum darzulegen.  Ganz einfach,  in einer aktuellen Fachzeitung von einem aktiven Familienrechtler Fakten abzuschreiben.  Erstens sollte der “Vater” Vater sein, zweitens soll es die Mutter Stütze nötig haben, drittens der Vater nicht finanziell überfordert werden und letztens, der Instanzenweg verkürzt sein. Wenn der “Vater” die Vaterschaft nicht anerkennt und schweigt, muss ihm der Staat alles (!)  nachweisen.  Es gilt solange der Rechtsgrundsatz “in dubio pro reo” (im Zweifelsfall…) . Man kann das Problem der Nichtzahlung überall erleben. Auch bei Firmenrechnungen.  Was ist günstiger, das Ermitteln und Verurteilen oder gleich staatl. Unterhaltshilfe?  Die Mutter wird die Staatsknete gern nehmen, da sie immer ankommt.  Schande gibt es nicht mehr.

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