Zu Beginn eine Zusammenfassung des nicht nur deutschen Grundwissens über Israel: Der jüdische Staat stellt »tagtäglich seine Überlegenheit als Besatzungsmacht demonstrativ zur Schau«, indem er »palästinensische Häuser zerstört, palästinensischen Grund und Boden beschlagnahmt, die Palästinenser demütigt und ihnen unmenschliches Leid zufügt«. (1) Grund für diese Anmaßung ist der zutiefst völkische Charakter von Israels Staatlichkeit: »Unter den modernen Staaten hat Israel nicht etwa deshalb eine Sonderstellung, weil es ein jüdischer Staat ist, den irgendwer den Juden missgönnen würde (wie die eher paranoiden Anhänger Israels behaupten), sondern weil es ein jüdischer Staat ist, in dem sich eine Volksgruppe – eben die jüdische – über die anderen erhoben hat. Obwohl heute für einen solchen Staat eigentlich kein Platz mehr ist.« (2) Zu erklären sind diese Brutalität und Israels notorische Sonderrolle historisch, und zwar folgendermaßen: »Unter den Gründern Israels waren viele Juden, die vor dem Nationalsozialismus aus Europa nach Palästina geflohen waren und deshalb nicht einfach ›Zionisten‹ waren, sondern die oft nach traumatischen Erfahrungen (viele hatten nächste Verwandte in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern verloren) die Gründung eines jüdischen Staates als existentielle, überlebensnotwenige Forderung betrachteten, die aus dem Genozid, den die Nazis an Europas Juden verübt hatten, ein unbestreitbares Recht auf Palästina ableiteten und zu Kompromissen mit anderen Ansprüchen nicht bereit waren. Nur hieraus sind Massaker an der palästinensischen Bevölkerung im Zuge des Unabhängigkeitskrieges zu erklären.« (3) Aber trotz dieses traumatischen Urgrundes der israelischen Kompromisslosigkeit und Grausamkeit gibt es seit ein paar Jahren auch kleine Hoffnungsschimmer, denn inzwischen kann man sich »innerhalb des Gaza-Streifens frei bewegen und ist nicht mehr der täglichen Willkür der israelischen Armee ausgeliefert«. (4) http://jungle-world.com/artikel/2013/17/47604.html