Jedes Jahr am Silvestertag bekomme ich Post vom Allensbacher-Institut für Demoskopie (IfD). So auch heute. Ich schätze die darin enthaltene Umfrage ungemein. Seit dem Jahr 1949 stellt das Institut für Demoskopie Allensbach jedes Jahr zum Jahresende in einer Bevölkerungsumfrage die Frage „Sehen Sie dem kommenden Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen?“
Was ursprünglich als spielerische Idee begann, hat sich dann im Laufe der Jahre und im Abgleich mit der Realität als ein erstaunlich zutreffendes Umfrage-Instrument erwiesen. Die Ergebnisse nehmen nämlich mit auffallender Regelmässigkeit die Konjunkturaussichten des Folgejahres vorweg und geben auch Auskunft über den Grad der Verunsicherung der Bevölkerung. Inwieweit es sich dabei um eine selbsterfüllende Prophezeihung handelt und in wie weit die „Weisheit der Vielen“ eine Rolle spielt, weiss ich nicht. Ist aber eigentlich auch egal. Es handelt sich bei diesem Stimmungsbarometer der Bevölkerung jedenfalls bisher um einen recht zuverlässigen Blick auf das kommende Jahr.
Das aktuelle Ergebnis auf die Frage „Sehen Sie dem kommenden Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen?“ ist deutlich besser, als viele es erwarten würden. 46 Prozent der Deutschen sagen im Dezember 2016, dass sie dem kommenden Jahr mit Hoffnungen entgegen sehen. Der Wert liegt etwa im Mittelfeld der Ergebnisse der letzten 20 Jahre und deutlich über dem Niveau von 2015 als auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise mit 41 Prozent ein vergleichsweise niedriger Wert herauskam. Die absoluten Tiefpunkte waren übrigens 1950 (Korea-Krieg, 27 Prozent Hoffnungen), 1973 (Ölkrise, 30 Prozent) und 2002 (bevorstehender Irak-Krieg, 31 Prozent).
Gegenüber den letzten beiden Jahren hat sich die Stimmung also wieder etwas erholt – und das ist doch eine gute Nachricht. Die Wahrnehmung der Bevölkerung scheint mir deutlich gedämpfter zu sein, als allzu aufgeregte Schlagzeilen, die natürlich auch darauf beruhen, dass Ihre Verfasser sich mit nichts anderem befassen, während die Bevölkerung sich gleichsam nur in Teilzeit mit den aktuellen Krisen beschäftigt.
Ich jedenfalls wünsche uns allen, dass die aktuelle Allensbach Prophezeiung sich 2017 als stichhaltig erweisen möge.
Beitragsbild: Historiograf CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

2017 gibt es tatsächlich Grund zur Hoffnung: Donald Trumps Amtsantritt, Wahlen in den Niederlanden, in Frankreich und Italien und ganz große Optimisten haben die Hoffnung, dass die Person, über die die Welt verächtlich lacht, aus der Regierungsverantwortung entfernt wird.
Viele sehen dem Jahr 2017 mit Hoffnung entgegen, nicht weil sich die Stimmung verbessert hat, sondern weil die Chance besteht das Richtige zu wählen, um diesem Wahnsinn die rote Karte zu zeigen.
Allensbach, ist klar ne. Wie auch immer: Egal wo ich lese, die Reaktionen der Leserbriefe spiegeln diesen Optimismus nicht wieder. Liegt aber vielleicht auch daran, dass Allensbach die Umfragen via Festnetz-Telefonumfragen durchführt. Wer, bitte schön hat heute noch einen Festnetz-Anschluss und wofür ?