Alle vier Jahre findet ein Ereignis statt, das die Bundesrepublik Deutschland in Atem und Euphorie versetzt. Namen fliegen durch den Raum. Ideen, Mannschaftsaufstellungen werden kontrovers diskutiert, wer zieht ein, wer fliegt raus, wer gewinnt - und jeder weiß irgendwie Bescheid! Nicht nur im Supermarkt, überall sind deutsche Fahnen zu sehen, an Autos, Fahrrädern und Schulranzen, manchmal sogar in Gesichtern. Die Medien sind voll von Berichterstattungen, Expertenanalysen und Talkrunden. Stars werden geboren und Stars sterben. Nein, nicht die Bundestagswahlen sind gemeint, sondern DIE Weltmeisterschaft.
Am 11. Juni 2026, im Jahre 2 der Kanzlerschaft des Friedrich Merz, ist es wieder so weit: Der Beginn der Fußballweltmeisterschaft in den USA und Mexiko. Und, geben Sie es zu, es war Ihnen völlig entfallen und wenn es Ihnen nicht entfallen war, war es Ihnen völlig egal. Vielleicht hat Sie das ein- oder andere Panini-Sammelpäckchen an der Kasse vom Rewedekaldinetto daran erinnert, dass „da noch was war“ und irgendwie ein sportliches Großereignis stattfinden soll, bevor ihre Waren über den Scanner gezogen wird.
Irgendjemand hat mal gesagt – und ich zitiere wörtlich aus dem Gedächtnis: „Die Deutschen identifizieren sich über drei Dinge: D-Mark, Wirtschaftswunder und Fußballweltmeisterschaft“. Nun, die D-Mark haben sie uns Alten genommen und durch eine Weichwährung ersetzt, die die Pizza- und Eisbällchenpreise hat explodieren lassen. Was das Wirtschaftswunder angeht, besteht unser Hauptexport in Entwicklungshilfe, klugscheißerischen Moralnachhilfen, Annalena Baerbock und 176 Geschlechts- und Geisteskrankheiten. Bezüglich des Weltmeistertitels, dessen vier Sterne solche Koryphäen wie Antonio Rüdiger eher weniger als mehr stolz auf dem Trikot tragen: Den haben wir uns neben der Deutschlandfahne seit 2018 auch abgeschminkt. Da sind „wir“ in der Vorrunde ´rausgeflogen.
Die deutschen Kinder durften sich auslachen lassen
2022 sind „wir“ dadurch aufgefallen, dass „uns“ in Katar nichts wichtiger war, als ein Regenbogenbändchen am Arm herumzutragen und, als „uns“ das Tragen der Moralbinde verboten wurde, „wir uns“ beim Mannschaftsfoto vor dem ersten Gruppenspiel demonstrativ und gratismutig die Hand vor den Mund hielten. Das Spiel selbst gegen Japan verloren „unsere diversen Regenbogenjungs“ mit 1:2. Daran änderte später auch die bunte Damenarmbinde der unnachahmlichen Nancy Faeser auf der Besuchertribüne nichts. „Wir“ flogen nach der Vorrunde nicht einmal als „Moralweltmeister der Herzen“ nach Hause. Die deutschen Kinder packten die schwarz-rot-goldenen Schminkstifte wieder ein und durften sich auslachen lassen.
Seitdem sind das Ansehen und die Beliebtheit der deutschen Fußballnationalmannschaft der Herren ungefähr auf dem Niveau von Friedrich Merz angekommen. Selbst, wenn einmal in den kinderlosen Öden dieses Landes sich ein paar Jungs zum Kicken zusammenraufen – also, so richtig, ohne am Handy gegeneinander zu daddeln – so ruft da garantiert keiner „ich bin Rüdiger“ oder „ich bin Nmcha, oder, warte, lieber Undav“ über den Bolzplatz. Falls es noch einen gibt, der nicht einem „Integrationszentrum“ zum Opfer gefallen ist. Oder eine Nanny anwesend ist, die ein aufmunterndes „lasst doch die Selina auch mitspielen“ in die Gruppe maunzt und meint, man solle doch auf das Tore zählen verzichten, weil doch im Grunde jeder ein Gewinner ist.
Woran denken wir, wenn wir uns an „die deutsche Nationalmannschaft“ erinnern, die jetzt nur noch schnöde „Mannschaft“ genannt wird und in den Pausen Skodas und Hyundais verkaufen will? Wer waren „wir“? Es gab diese schönen Sätze: „Wenn Du wirklich sicher sein willst, gegen Deutschland gewonnen zu haben, dann musst Du sie nach dem Schlusspfiff noch bis in die Kabine verfolgen“ oder auch „WM ist, wenn 48 Mannschaften gegeneinander spielen und am Ende Deutschland gewinnt!“
Diese sicher spöttisch, aber auch bewundernden Sätze sagten im Grunde eines aus: „Die Deutschen“ mögen nicht den schönsten und filigransten Fußball spielen, das bleibt Spaniern und Brasilianern vorbehalten, aber es gab wenig Mannschaften – die Engländer vielleicht – die derart diszipliniert, verbissen und stur darum kämpften, ein Spiel auch zu gewinnen. Oder wenigstens ehrenvoll unterzugehen. Selbst, wenn es in die Verlängerung oder sogar ins Elfmeterschießen (fragen Sie da einen Engländer Ihrer Wahl) ging. Ein Gegner hatte erst mit dem Schlusspfiff gewonnen. Nicht vorher. Nie vorher.
Umschalten zur Hobbyhorsing-Meisterschaft
Das war aber zu einer Zeit, in der Leistungswille und sportlicher Ehrgeiz sowie ein gewisses Ehrgefühl, „für Deutschland“ spielen zu dürfen, noch wichtiger waren als „Diversität“, „Toleranz“ und „Respekt“ wie ein buntes Eckfähnchen vor sich herzutragen. Manche Trainer nahmen „die besten Fußballer“, manche „die beste Mannschaft“ zu den Turnieren mit, günstigstenfalls beides. Und das völlig unabhängig von Hautfarbe, Religion oder Herkunft, was im Fall Boateng ein Glücksgriff und im Fall Özil, der doch viel lieber für die türkische Mannschaft gespielt hätte, ein Griff ins Klo war.
Heute hat der ungeneigte Zuschauer das Gefühl, dass die fußballerischen Fähigkeiten und die Identifikation mit dem zu vertretenden Land eher zweitrangig hinter Hautfarbe, Religion und sexueller Ausrichtung zurückstehen müssen und sollen. Gerade die Politik scheint ein gesteigertes Interesse daran zu haben, keine „Nationalmannschaft“, sondern einen möglichst breiten und bunten Querschnitt der Republik auf den Heiligen Rasen der Stadien abbilden zu wollen. Ob sich die Zuschauer, pardon, natürlich auch „Zuschauer*Innen", sorry, „Zuschauenden“ mit der wilden Mischung aus Individuen mit Farbhintergrund bei der größten sportlichen Leistungsmesse der Welt, die den ganzen Bums aus ihren „Demokratieabgaben“ finanzieren, auch identifizieren, scheint die Macher und Verwerter der „Mannschaft“ in etwa so zu interessieren wie Bärbel Bas die Lebenswirklichkeit der „Schon-länger-hier-Lebenden“.
Oppa erzählt vom Kriech: Früher habe ich jedes – und ich meine JEDES – Spiel, nicht nur der deutschen Mannschaft, nach Möglichkeit angesehen. Wenn „die Deutschen“ gespielt haben, haben wir uns das im Freundeskreis bei Bratwurst, Bier und Kartoffelsalat angetan und mitgefiebert. Menschen bekamen da beim Elfmeterschießen Herzinfarkte! Oder in der Kneipe ein Freibier.
Heute bin ich knapp Sechzig, es ist 2026, und ich halte es mit Theodor Heuß: „Nun siegt mal schön“. Mir doch egal. Ich schalte jetzt rüber zu den Hobbyhorsing-Meisterschaften. Die sind wenigstens lustig. Ich will auch keinen Hyundai kaufen. Eigentlich schade. Wegen des Hyundai.
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Diese seelenlose Truppe darf meinetwegen direkt sang- und klanglos untergehen. Ich gönne denen schnell und viel Urlaub, wo sie doch in der abgelaufenen Saison für ihre kassierten Millionengehälter so unverschämt viel geleistet haben. Inwieweit die Abgezockten hierzulande und Geschädigten der „Green Deal Zwangs-de-Industrialisierung“ das für sich einordnen, vermag ich nicht zu beurteilen. Und da habe ich zum Ort der Veranstaltung noch gar nichts formuliert.
Die WM findet auch in Kanada statt. Das das niemand auffällt, zeigt wie wenig Interesse besteht. Zurecht meines Erachtens.
Aber ich möchte mal den Undav verteidigen. Der ist noch einer der wenigen mit Witz und Meinung. Außerdem reißt der sich für jedes Ten, wo er mitspielen darf den Arsch auf. Der is einer der letzten Straßenecke. Zugegeben bekommt auch er ein Haufen Geld.
Lieber Herr Schneider, immerhin hat sich der Kapitän der Mannschaft Kimmich lange gegen die vereinsinterne Zwangsimpfung gestemmt, bevor sich Hoeneß mit dem Hintern auf ihn setzte: Eingesessen ist der ja.
Ich bin „Generation 1974“, das war noch Fußball und selbst heute kann ich den westdeutschen Kader von 1974 noch komplett aufzählen. 1974 war Helmut Schmidt Bundeskabzler, womit belegt ist, daß die SPD den Titel von 1974 erst möglich machte, was mal gesagt werden muß!
Mir geht es nicht anders. Die Mannschaft ist mir doch völlig egal.Wenn mir eine Nationalmannschaft bei dieser WM zusagt, dann Curacao. Hoffentlich gehen die nicht ähnlich unter, wie bei WM 1974 Haiti oder Zaire. Damals war ich 11 Jahre alt und es war die erste WM,die ich voll wahrgenommen habe. 2026 sind auch Haiti und die DR Kongo erstmals wieder dabei. Schaun mer mal wie sie dieses Mal abschneiden. Wer noch meine Sympatien hat ist Norwegen. Aber die Mannschaft, nein es reicht.
Lieber Herr Schneider,
schön, dass Sie hier wieder schreiben, nachdem wir uns ordentlich um das Thema AfD gerauft haben :-)
Ich schlage vor die „Mannschaft“ nur noch auf „Schaft“ zu reduzieren, um ein Zeichen gegen die „Toxischen“ zu setzen.
In vier Jahren streichen wir dann das „schaf“ weil es ausgrenzend ist und nach Arbeit klingt. Zurück bleibt die T, das in manchen Regionen wie „D“ ausgesprochen wird. Das muss reichen.
Früher habe ich mir WM- und EM-Spiele auch immer gerne angesehen. Mittlerweile interessieren mich die Spiele einen absoluten Sch… Ich habe tatsächlich erst letzte Woche festgestellt, dass demnächst wohl wieder Fußball-WM ist. Es ist noch gar nicht mal so lange her, da war die baldige WM bereits Wochen zuvor allein daran erkennbar, dass man plötzlich öfter als einmal im Monat eine D-Fahne gesehen hat. Was die moralin-geschwängerten Kampagnen betrifft, so gibt es Anti-Rassismus-Bekundungen zu Beginn eines Spiels ja schon länger. Ich war davon früher schon genervt, da ich tatsächlich zu den Sonderlingen gehöre, die meinen, Sport dürfe nicht politisch sein. Aber mittlerweile, wo selbst beim Rewe die Regenbogenflagge flattert, ist das Ausmaß der Volkspädagogik absolut unerträglich und intelligenzbeleidigend geworden. Wer seine Gesundheit schützen will, tut sich diesen Dreck nicht an!
P.S. Es gibt übrigens auch das noch albernere Hobby-Dogging. Da führt man ein leeres Halsband an der Leine spazieren. Aber das immerhin noch weitgehend unpolitisch!