Von Andrea de Martino und Marie Wiesner.
Das TV-Duell von Alice Weidel und Sahra Wagenknecht zeugte von der Schwierigkeit des BSW, sich von der AfD zu distanzieren, obwohl man sich in vielem durchaus nahe ist.
Gestern verbrachten wir den Abend vor dem Fernseher und schauten das TV-Duell bei Die Welt zwischen Sahra Wagenknecht und Alice Weidel. Mit Wein und Snacks machten wir es uns auf der Couch bequem, während wir zusahen, wie sich unsere Geschlechtsgenossen stritten. Wer braucht schon Germanys Next Topmodel oder Netflix, wenn frau auch so gut unterhalten werden kann?
Das Gespräch war in verschiedene Bereiche unterteilt – wobei die beiden Politikerinnen gerne über andere Themen gesprochen hätten als der Moderator. Doch dazu später mehr.
Am Anfang ging es erst mal um die wirtschaftspolitischen Standpunkte beider Frauen. In diesem Bereich hatten die beiden die größten offenkundigen Differenzen – zu denen beide auch bereit waren zu stehen. Allerdings ist an dieser Stelle zu vermerken, dass Wagenknecht im Gegensatz zu Weidel den Sozialstaat weiter ausbauen wollte, um beinahe im gleichen Atemzug zu behaupten: „Ich bin keine Kommunistin!“
Sie sprach sich für einen starken Investitionsstaat, aber gleichzeitig gegen Staatsverschuldung aus. Ist das nicht ein Widerspruch? Falls die Keynesianer jetzt entgegnen, dass es ja sinnvolle Investitionen gäbe, bleibt dennoch die Frage: Ist ein Staat wirklich geeignet, langfristig und effektiv zu planen? Zu Wagenknechts Ehrenrettung muss man allerdings klarstellen, dass Weidel, wenn auch zurückhaltend, ihr zustimmte. Sie sprach von „langfristigen Investitionen“. Allerdings ohne zu erklären, was das genau bedeutet.
Nächstes Thema waren die Kriege in Israel und der Ukraine. In dieser Hinsicht waren sich beide Damen ungewollt einig. Beide Politikerinnen plädierten für einen Verhandlungsfrieden. Weidel war der Ansicht, dass Deutschland die Möglichkeit eines Vermittlers im Ukraine-Konflikt zeitlich verspielt hatte. Im Hinblick auf den Nahostkrieg sprach sich Sahra Wagenknecht für ein Waffenembargo aus, da Israel so am schnellsten verhandeln müsste. Weidel plädierte für das Recht auf Selbstverteidigung – allerdings ohne Waffen aus Deutschland. Eigentlich hatten beide die gleichen Postionen, obwohl vor allem Wagenknecht diese Ähnlichkeit nicht gefiel und sie ständig bemüht war, sich von Alice Weidel zu distanzieren.
Eigentlich wären AfD und BSW sich gar nicht so uneinig
Da sowohl Wagenknecht als auch Weidel nicht gewillt waren, Putin als Massenmörder anzuprangern, unterstellte der Moderator ihnen Putin- und Russlandfreundlichkeit. Wäre ich Feministin, würde ich ihm Mansplaining vorwerfen. Jedenfalls sah sich der gute Mann zu einem Themenwechsel inspiriert. Er fragte, welchen US-Präsidenschaftskandiaten sie bevorzugen würden. Weidel wäre eher Team Trump, während Wagenknecht weder Trump noch Harris favorisieren würde.
Trotzdem war das Ursprungsthema noch nicht vom Tisch. Weidel unterbrach den Moderator, indem sie erfolgreiche historische Beispiele für Verhandlungen aufzählte, wie zum Beispiel Helmut Kohl mit Gorbatschow, und – das war der lustigste Schachzug – sie band Wagenknecht in ihren Standpunkt mit ein. Wagenknechts Gesichtsausdruck sprach Bände, Begeisterung sieht anders aus.
Kommen wir nun zum unterhaltsamsten Part der Debatte. Dem Teil, in dem es um Remigration ging. Denn wie bekannt ist, wählen viele das BSW, weil diese Partei angeblich auch für eine geregelte Migration und Integration steht. Eigentlich wären AfD und BSW sich gar nicht so uneinig, wenn Wagenknecht sich nicht ständig von der AfD distanzieren würde. Sie übernimmt zwar gern deren Vorstellungen in einigen Abwandlungen, distanziert sich aber gleichzeitig und führt so ihre eigene Position ad absurdum.
Höcke-Bingo
Zwischenzeitlich änderte Wagenknecht ihre Strategie und drosch verbal auf Höcke statt auf Weidel ein, obwohl dieser gar nicht anwesend war. So häufig wie sie seinen Namen in den Mund nahm, fragten wir uns, ob sie eine heimliche Obsession mit ihm hatte? Wir entschieden uns allerdings gegen die Idee eines Höcke-Bingo-Trinkspiels – am Ende wären wir für das Schreiben dieses Artikels noch zu betrunken gewesen. Aufgrund des „Höcke-Flügels“ könne man auch nicht mehr mit der AfD zusammenarbeiten, hieß es von Wagenknecht. Nicht mehr? Pardon, wer wollte denn jemals mit der AfD zusammenarbeiten?
Auch der Seitenhieb von Weidel in Richtung Wagenknecht auf die Frage des Moderators, ob sie eigentlich neidisch auf Wagenknecht aufgrund des politischen Erfolgs ihrer jungen Partei sei, hatte etwas. Sie erklärte, dass Wagenknecht schon einen längeren Lauf hätte und sie unter anderem ja auch schon in der SED gewesen sei.
Ein bisschen entäuscht waren wir schon. Die gegenseitigen Nachfragen fehlten. Insbesondere auch deswegen, weil Alice Weidel Sahra Wagenknecht nicht direkt darauf angesprochen hatte, warum sie – wie die Altparteien – ebenfalls eine Brandmauer zur AfD errichtet.
Andrea de Martino, Jahrgang 1995 stammt aus Neapel und ist Molekularbiologin.
Marie Wiesner, Jahrgang 1999 stammt aus Sachsen und ist gelernte Ergotherapeutin.

Zum Dank empfangen die Kontrahentinnen daheim Liebkosungen einer jungen Ceylonesin und eines alten Saar-Luis… Gewinner innen gibt’s da ganz eindeutig!
Frau Wiesner hat hier einen Gastbeitrag abgeliefert, der in comedyhafter Oberflächlichkeit seinem Thema leider nicht gerecht wird. Das passiert auf diesem Portal ansonsten eigentlich eher selten.
BSW…. für mich ein trojanisches Pferd! Sammelbecken von ewig-gestrigen Kommunisten und solchen, die in ihrer „alten“ Partei nix geworden sind! Und um auf Stimmenfang gehen zu können, wird das Mäntelchen erst mal in den Wind gehängt…
In welchen Punkten soll dieses BSW der AfD denn nah sein? Richtiger wäre: Das BSW gibt vor, der AfD in vielen Punkten nahe zu sein. Sahra Wagenknecht, Lafontaine und die Stasi Brigade im Hintergrund, sind nur schlauer als SPD und andere. Sie haben nämlich verstanden das ihr kommunistisches One World Geschwätz und ihre Vorstellungen von Wirtschaft, welche übrigens gerade von der Ampel praktiziert werden, niemanden hinter dem Ofen hervor locken. Also hat man sich auf die FDP Methode der letzten 8 Jahre verlegt: Vor den Wahlen sagt man das halbe AfD Programm auf, sowie die Mandate im Sack sind, setzt man das eigentliche Werk fort.
Das BSW nimmt hier ebenfalls nahtlos die Rolle der FDP ein. Mitregieren um jeden Preis. Man muss nur genügend Wähler täuschen, denn solange die CDU die linke Brandmauer gegen AfD und vor allem die Wähler aufrecht erhält, brauchen sie Partner, um den derzeitigen Kurs weiter zu führen. Um nichts anderes geht es.
Für Menschen, die ernsthaft glauben, mit einer Mohammed Ali oder einer Linksextremen, wie Katja Wolf, ließe ich eine kapitalistische Wirtschaft betreiben oder illegale Migration begrenzen, für den reicht der Terminus Naiv eigentlich nicht mehr aus. Long Story Short: Wagenknecht lügt! Kommunisten/Sozialisten lügen grundsätzlich immer. Es sind Feinde von Demokratie, Fortschritt, Freiheit und Bürger. Darum passen sie auch so wunderbar zur CDU, SPD und den Oliv-Grünen.
Och nee, Sahras syrischen Schutzsuchenden, der tagsüber in einer Fabrik arbeitet und nachts Taxi fährt, um sein Haus abbezahlen zu können und Frau und ein(!) Kind bezahlen zu können, hat ihr bestimmt Claas Relotius ins Ohr geflüstert. Welche Bank gibt eigentlich einem Asylanten ohne Pass einen Immobilienkredit? Märchenerzähler sind für mich unwählbar.
Vielen Dank an die beiden Autorinnen für die sachlich-heitere Zusammenfassung dieses „Rede-Duells“. Mein Mann und ich mussten schon nach 5 Minuten abschalten. Zu sehr regte uns die Aggressivität der Stalinistin und die voreingenommene Moderation auf.
Eigentlich war dieses Duell seit Jahren überfällig. Und dass es nur bei Springer möglich ist, zeigt wie kaputt die Pressefreiheit hierzulande ist, (und wie obsolet die ÖffR Medien sind, aber ok, das waren sie auch schon vorher).