Ali, Name geändert, war eine ehrliche Haut. Zumindest galt er irgendwann als eine. Die Geschichte spielt in den 1980er Jahren, einer Zeit, in der die Türkei offiziell arm war und inoffiziell erfinderisch. Wer damals als Tourist ins Ausland reiste, durfte nicht mehr als umgerechnet 300 D-Mark mitnehmen. Der Staat wusste genau, dass man damit nicht auskommen konnte. Er wusste auch, dass jeder, der reisen wollte, zwangsläufig auf den Schwarzmarkt ausweichen musste. Das System war darauf angelegt, Illegalität zu erzeugen und sie moralisch zu überdecken.
In diesen Jahren besuchten mein Onkel, meine Tante und meine Cousine aus Istanbul uns in Köln. Meine Tante hatte einen klaren Wunsch. Sie wollte sich einen Nerz kaufen. Budget: 10.000 D-Mark. Das Geld hatte sie nicht dabei. Sie verließ sich auf mich. Ich war Student und arbeitete nebenbei als Übersetzer und Dolmetscher für islamische Organisationen. Organisationen, die auffallend wenig Geldprobleme hatten, eigentlich zu viel Geld hatten.
Gemeinsam mit einem Steuerberater hatte ich ein kleines Büro eröffnet und machte Lohnsteuerjahresausgleiche für Türken. Nicht zufällig lag das Büro in unmittelbarer Nähe einer Moschee. Die Lage war gut, das Geschäft lief. Ich war mittendrin in der türkischen Community Kölns. Für meine Familie war klar, dass ich den Geldumtausch regeln würde.
Die Moschee war meine erste Anlaufstelle. Ich fragte einen Mann, von dem ich annahm, dass er dort etwas zu sagen hatte. Er verwies mich sofort an Ali, den Schatzmeister. Ich rief an. Der Termin war schnell gemacht. Der Grund meines Anliegens war Ali bereits bekannt. Er bat mich, am Nachmittag bei ihm in Köln-Kalk vorbeizukommen.
Ali erklärte mir, er habe den rechten Weg gefunden
Wir fuhren zu dritt hin. Meine Mutter, meine Tante und ich. Als Ali die Tür öffnete, war das Staunen auf beiden Seiten groß. Meine Tante schrie förmlich vor Überraschung. „Ali, du hier?“ „Abla, du hier?“ Abla sagt man zur älteren Schwester, aber auch zu Frauen, denen man Respekt erweisen will.
Ali trug einen langen Bart und eine Kippa ähnliche Kopfbedeckung. Er sah aus wie das, was man sich heute unter einem strenggläubigen Islamisten vorstellt. Er bedeutete uns mit einer Handbewegung, einzutreten. In einem Raum saßen seine Frau und mehrere Kinder. Später erklärte meine Tante, woher sie Ali kannte. Eine Geschichte, die mir schon vertraut war.
Ali hatte früher im Gewürzladen des Vaters meiner angeheirateten Tante im großen Basar von Istanbul gearbeitet. Der größte Laden seiner Art. Und Ali war derjenige gewesen, der dort regelmäßig Geld und Ware gestohlen hatte. Er wurde entlassen, nicht angezeigt, aus Güte wieder eingestellt. Er versprach Besserung. Er hielt sich nie daran. Diese Geschichte kannte ich aus meiner Jugend. Und plötzlich saß dieser Mann vor mir. Als Schatzmeister einer Moschee in Köln.
Männer und Frauen wurden in seiner Wohnung getrennt. Um uns zu verständigen, musste wir daher schreien. Ali erklärte mir, er habe den rechten Weg gefunden. Er sei jetzt ein vertrauenswürdiger Gläubiger. Dann fragte er, wie viel Geld wir bräuchten. „Zehntausend D-Mark“, sagte meine Tante.
„Was mir ist, ist auch dir.“
Ali zog eine Schublade aus einem Schrank. Was ich sah, beeindruckt mich bis heute. Die Schublade war groß, schwer und randvoll mit Geldscheinen. Vor allem Tausender. Er trug sie mit beiden Armen ins Zimmer der Frauen und stellte sie auf den Boden. Darunter war eine weitere, ebenfalls voll. Es mussten Millionen gewesen sein. Ungesichert. In einer Wohnung, in der Wohnung des Ali, dem Vertrauenswürdigen.
„Nimm, was du brauchst“, sagte Ali. „Was mir ist, ist auch dir.“ Der Satz fiel beiläufig. Und er sagte alles. Das Geld war Vereinsgeld. Spenden. Gelder, über die er frei verfügte. Meine Tante nahm zehn Scheine. Mehr wollte sie nicht. Ali drängte. Sie lehnte ab. Schließlich nannte er ein privates Konto für die Rückzahlung in der Türkei. So lief das damals.
Wir verabschiedeten uns. Später erzählten mir meine Mutter und meine Tante, wie sie versucht hatten, ihre kniehohen Röcke herunterzuziehen, um sich zwischen den verschleierten Frauen nicht entblößt zu fühlen. Ali erklärte stolz, seine Familie sei nun auf dem rechten Weg. Er rief seinen ältesten Sohn: „Was haben wir mit dem Fernseher gemacht?“ Der Junge antwortete: „Mein Vater hat ihn aus dem vierten Stock geworfen.“
Jahre später hörte ich, was aus Ali geworden war. Ein Kunde erzählte mir beiläufig, der Mann sei bei einem Unfall in der Türkei ums Leben gekommen. Er nannte ihn einen Hund. Ich fragte, warum. Da erfuhr ich, dass Ali einen Millionenbetrag unterschlagen hatte. Wie viel genau, wusste niemand. Niemand wusste, wie viel jemals da gewesen war.
Ich habe danach viele Alis kennengelernt. Der Name ist austauschbar. Die Struktur nicht. Der politische Islam funktioniert genau so. Er liefert einen moralischen Deckmantel, unter dem Geld, Macht und Kriminalität gedeihen. Wer fragt, gilt als Ungläubiger. Wer profitiert, gilt als fromm.
Während ich das schreibe, sehe ich Videos von den Söhnen der iranischen Führungsriege, wie sie in Monaco und Dubai ihr Leben feiern. Reichtum, Luxus, Dekadenz. Und im Hintergrund die gleiche Geschichte. Religion als Tarnung. Macht als Ziel. Die Ehrlichen zahlen. Die Frommen kassieren.
Beitragsbild: Almanbet Janışev - Eigenes Werk, CC0, via Wikimedia Commons

Ja, Islam ist der schlimmste Feind der Moslems – vor allem der der Frauen&Mädchen. Auch wenn mal ein paar Tausender für sie abfallen.
Abrahamitische, antik-marxistische Religionen sind böse. Goethe hat es Mephisto definieren lassen. Hinzu, Herr Dener, kommt bei Ihren Volksangehörigen der Ursprung in der mit uns nicht kompatiblen Nomadenkultur. Nomaden ist immobiler Besitz nicht heilig & mobilen Besitz darf, ja muß man klauen, weil zB kein Araber seine Lieblingsstute verkauft. Und Mord ist auch anders als bei uns, siehe die Blutrache, uns kulturfremd. Wenn wir Mitteleuropäer überleben wollen, müssen wir 99% Ihrer Mischpoke loswerden, Herr Dener.
Religion kann man nicht erzwingen. Die heiligen Bücher sind ausgelaugt wie ein alter Teebeutel nach dem 5. Aufguss.
Die großen Zeiten sind vorbei. Wahrscheinlich klammert man sich daran, weil es die innere Leere überdeckt.
Und es begab sich vor ca. 25 Jahren, daß in einer „kleinen Großstadt“ mit damals noch etwas Papierindustrie vor den östlichen Toren Kölns eine „richtige“ Moschee gebaut wurde, um aus den damals vielfach üblichen Hinterhof„garagen“ in ein repräsentables Gebäude umzuziehen. Der Bau zog sich hin, beobachtet immer relativ kleine „migrantische“ Kolonnen, die mit auswärtig bekennzeichneten Transportern anreisten. Es ging das Gerücht, daß zur Bezahlung am Ende jeder Arbeitswoche jemand mit einem Geldkoffer anreiste und in dem der Baustelle gegenüber gelegenen gleichgfalls „migrantisch“ geführten Lokal „ bar auszahlte. Mit der Finanzverwaltung gab es offenbar nie Probleme, anders als mit “normalen„ hier ansässigen “Bauhanseln„, wie man immer mal hörte. Wie man sieht, heute schon mal diskutierte “Besonderheiten„ rund um “Migration„ sind keine “neuzeitlichen„ Entwicklungen, zB der merkelschen “Migrationspolitik„ geschuldet. Auch der inzwischen vielerorts erkennbare Immobilienbesitz ganzer städtischer Straßenzüge fällt ja nicht “vom Himmel„.
Also alles wie im Wertewesten, nur eben unter dem Label Christentum.
„Nimm, was du brauchst“, sagte Ali.„ Dieser Ali scheint ein naher Verwandter von Gerd, Erika, Fritz und Lars zu sein. Die sagen und nehmen dies nämlich auch.
„Religion als Tarnung. Macht als Ziel.
Die Ehrlichen zahlen. Die Frommen kassieren.“
Ganz ähnlich wie bei uns Herr Dener. ;-)
‚Politik als Tarnung. Macht und Geld als Ziel.
Die Ehrlichen wählen. Die Oben gängeln und kassieren.‘ :-(
Bei einer Machtübernahme durch den Islam
wird sich also nicht all zu viel ändern.