Vera Lengsfeld / 28.02.2017 / 14:30 / 3 / Seite ausdrucken

Alaaf, wir kapitulieren!

Früher war alles schlechter. Da ging es beim Karneval noch darum, einmal so richtig unkorrekt zu sein und alles anders zu machen, als die Herrschenden sich das sonst einfordern. Respekt vor kirchlicher Doktrin und politischer Obrigkeit wichen den Freuden des Fleisches und ätzendem Spott.

Vor der neuen Doktrin der Politischen Korrektheit und ihren Hohepriestern an den Universitäten knicken die Karnevalsgesellschaften heute aber glücklicherweise schnell ein. In Fulda zum Beispiel verzichtete ein Verein auf das traditionelle Kostüm des "Negers vom Südend", weil "Mitglieder der Hochschule in Fulda" Rassismusvorwürfe erhoben. Böses "Blackfacing" soll ab jetzt nie wieder vorkommen in Fulda, man will in Zukunft schließlich wieder ohne Polizeischutz auftreten können.

Doch der "Neger" war nur ein Anfang. Alle Verkleidungen als "Randgruppen" müssen über kurz oder lang aus den Faschingsumzügen verschwinden. Die Kampagne "Ich bin kein Kostüm" weist schon einmal in die richtige Richtung. Sie will die Leute dazu bringen, endlich auf Kostümierungen als Indianer, Geisha oder Mann in Frauenkleidern zu verzichten. Danke Amadeu Antonio Stiftung, Antidiskriminierungsverband Deutschland und DIE LINKE e.V.! Und danke deutscher Steuerzahler für die Finanzierung der Kampagne.

Die Jecken goutieren diese absolut notwendigen Einschränkungen der Narrenfreiheit, indem sie die Anhänger von Oppositionsparteien fertigmachen und die außenpolitische Perspektive der Regierung propagieren. Sie zeichnen Trump als Vergewaltiger der Freiheit, während sie vor den Vergewaltigern der Silvesternächte durch besondere Sicherheitsmaßnahmen geschützt werden. Was für Narren.

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Sepp Kneip / 28.02.2017

Wie schön war doch das Narrentreiben an den närrischen Tagen in früheren Zeiten. Spass an der Freude und den Tollheiten, die die Fastnachtstage oder der Karneval für einen bereit hielten. Spass daran, den Obrigkeiten den Narrenspiegel vorzuhalten. Aus und vorbei. Die Narren machen sich selbst zu Narren, indem sie vor der Obrigkeit kriechen und deren Kritiker regelrecht zerfetzen. “Mainz, wie es singt und lacht” ist hierür das beste, oder besser gesagt das unrühmlichste, Beispiel. Aber auch Köln steht dem nicht viel nach. Helau und Alaaf!!

Dietrich Herrmann / 28.02.2017

Die Teufelchen und Engelchen und Clowns(!) haben mich schon immer gestört.

Horst Lange / 28.02.2017

“...Denn einige Kostüme stärken rassistische und stereotype Bilder. Europäer_innen benutz(t)en diese Bilder, um Ausbeutung und Unterdrückung von bestimmten Menschengruppen zu rechtfertigen. Dies ist den wenigsten Träger_innen der Kostüme bewusst. Die Zeit des Kolonialismus und der sogenannten „Entdeckungen“, die mit Massenmorden und anderen Gräueltaten einhergingen, wird bislang nicht ausreichend aufgearbeitet….” Wow, da wird ja wirklich eine dicke Keule geschwungen. Warum haben die Initiatoren_innen* dieser Aktion eigentlich immer den Gedanken, dass hier Menschen herabgesetzt werden sollen? So müsste doch jede Art von Komik verboten werden, denn wir lachen doch meist über bestimmte Gruppen oder mindestens Missgeschicke, wobei diese dann auch gerne mal von einem Mann oder einer Frau vorgetragen werden. Traurig, eben diese Gleichschaltungsmaschinerie wäre es wert gewesen auf´s Korn genommen zu werden. Oder eben die Vergewaltiger und ihre Kraft_losen Jäger aus NRW. Und das Bild der Pressemitteilung… “Das bin nicht ich und das ist nicht okay…” Wäre es dem Jungen lieber, ihn hätte man mit Bombengürtel abgelichtet? Und darf, nein muss nicht auch eben eine karnevalistische Schelte eben in diese Richtung gehen und aufzeigen, dass Teile dieser Gruppe offensichtlich ein Problem mit der Gewalt haben?

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