Die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich an diesem Wochenende erneut als richtige Wahl für die Spitze der CDU erwiesen. Jedenfalls dann, wenn es das Ziel der Partei sein sollte, sich nach der SPD endgültig vom Status einer Volkspartei zu verabschieden, die mehr zu bieten hat, als bedingungslos der Merkel-Linie zu folgen.
Die „FAZ“ spricht von der „Selbstmontage einer Volkspartei“, FAZ-Mann Plickert tweetet: Mann, Mann, was für ein Chaos @akkmit ihren #Maaßen-Aussagen angerichtet hat in der CDU. Kretschmer distanziert sich. Und das zwei Wo vor der #LtwSn19 Konstantin von Notz (Grüne) schüttelt auf Twitter, frei von parteipolitischer Häme, den Kopf: Es ist tatsächlich eine relevante Frage, warum die Verteidigungsministerin ausgerechnet jetzt das Risiko einer SarrazinDebatte in den eigenen Reihen eingeht. #Maaßenhttps://twitter.com/bild/status/1162500863304355845 … WamS-Chefredakteur Boie findet: „Kramp-Karrenbauers Vorstoß ist strategisch instinktlos.“
Was steckt dahinter? Im Konrad-Adenauer-Haus und im Bundeskanzleramt herrscht angesichts der sich abzeichnenden Wahldebakel im Osten Panikstimmung. Merkel ist erkennbar nicht bereit, von ihren kontroversen Positionen in der Migrationspolitik abzuweichen, wie ihr jüngster unsinniger Vorstoß zur „staatlichen Seenotrettung“ zeigt. Denn warum lässt man die Menschen dann überhaupt aufs Meer und nimmt sie nicht gleich an Land auf, damit sie gar nicht erst in Seenot geraten aus der man sie dann retten muss?
Gleichzeitig trifft diese Haltung insbesondere im Osten auf erhebliche Abneigung bei den Wählern. Maaßen, der für die CDU eben dort Wahlkampf macht, kritisiert den Merkel-Kurs scharf. Weil man ihn argumentativ nicht glaubt, stellen zu können, hat Merkel jetzt AKK in die Manege geschickt, um ihn mit dem Ruf nach einem Parteiausschluß zu diskreditieren und einen Sündenbock für die absehbaren Wahlniederlagen zu finden. Wie konnte sich AKK so übertölpeln lassen? Sie wirkt wie ein willfähriges Werkzeug der Kanzlerin.
Selbst wenn man die geboten zurückhaltenden Erwartungen anlegt, die bei AKK geboten scheinen, ist der aktuelle Vorstoß eine intellektuelle und strategische Kapitulationserklärung eigener Art. Und was für eine Vorlage für Maaßen. Er muss sie nur verwandeln. AKK hat gleich drei schwere Fehler gemacht:
1. Ein Parteiausschlußverfahren gegen Maaßen ist ohne jede Aussicht auf Erfolg. AKK erscheint ahnungslos und inkompetent.
2. Konservative und missliebige Stimmen mundtot zu machen, steht in völligem Widerspruch zu dem, wofür sich die CDU als Volkspartei immer stark gemacht hat. Ihr neuerdings auch gestörtes Verhältnis zur Meinungsfreiheit hat die Partei mit dem NetzDG ja bereits hinreichend dokumentiert.
3. Der Ruf zur Entfernung von Parteimitgliedern, die rechts von Merkels Kurs stehen, wird für die CDU fatale Auswirkungen auf die Entscheidungen der Wähler im Osten haben. Wahlen haben Konsequenzen, liebe CDU-Mitglieder. Die Frage scheint nicht, ob AKK aus ihrem Amt gemobbt wird, sondern nur noch, wann das geschieht und ob sie mit Merkel zusammen gehen muß. Oder auch nicht, denn bisher ist die Union noch immer eingeknickt. An Maaßens Stelle hätte ich die Samthandschuhe ausgezogen und in etwa so reagiert:
„Ich bin bestürzt, wie wenig vertraut Frau Kramp-Karrenbauer mit den Regularien eines Parteiausschlussverfahrens zu sein scheint. Mit einem so erkennbar aussichtslosen Vorschlag auch noch an die Öffentlichkeit zu treten, schadet der Union und diskreditiert sie als Vorsitzende. Die Union, als große Volkspartei der Mitte, stand stets dafür und war stolz darauf, ein breites bürgerliches Meinungsspektrum abzudecken. Diese Prinzipien gelten auch dann fort, wenn die derzeitige Vorsitzende sie in Frage zu stellen scheint. Schließlich ist der Versuch von Frau Kramp-Karrenbauer, konservative Stimmen auszugrenzen und zu stigmatisieren, auch deswegen so unglücklich, weil die Parteivorsitzende damit den zahlreichen Wahlkämpfern der Union in den ostdeutschen Bundesländern in den Rücken fällt. Sie macht mit dieser erneuten Ungeschicklichkeit Wahlkampf für den politischen Gegner.“
Siehe zu diesem Beitrag auch Joachim Steinhöfels Blog hier.

Vom Prinzip her sollten die "Klar-Denkenden" und " Wahrheitsliebenden" vielleicht mal "sondieren" !? Das wäre doch mal endlich was Neues: eine Bewegung , in der Sarrazin, Maaßen, Petri und Wagenknecht vereint im Präsidium säßen. Mir würde das Spaß machen! Endlich mal Klartext ! Leider können die wahrscheinlich aber weder mit ihren eigenen PG noch miteinander und so bleibt eben alles "alternativlos" schön geteilt und weiter gut und voll beherrschbar. Schade , eigentlich. Wann wird man je versteh'n, wann wird man je versteh'n?
I Have A Dream: Vielleicht wird die Schikane der Werte-Unionisten in der CDU/CSU zur gleichen Zeit unerträglich, wie die Übernahmeversuche in der AfD durch den "Flügel" für die Liberalkonservativen dieser Partei unerträglich wird. Dann könnten alle Werteunionisten (wie Maaßen) aus CDU/CSU austreten, die Liberalkonservativen aus der AfD austreten, und beide Gruppen zusammen mit dem Personal der Liberal-Konservativen Reformer Luckes in einer neuen Partei zusammengehen, der Partei des Gesunden Menschenverstands. Wenn es dieser Partei gelänge, Nationalromantiker a la Höcke, die keiner braucht, ausnahmslos und auf Dauer draußenzuhalten, könnte sie eine großartige Zukunft haben, jedenfalls mindestens solange die Baby-Boomer noch auf Erden wandeln. I Have A Dream...
Lieber Herr Steinhöfel, wie recht Sie haben, aber nach meiner unbedeutender Meinung ist die Sache bereits abgefahren. Bereits kleine regionale Radiosender die nur gute Musik und bißchen Werbung senden, sich aber mit Politik gar nicht auseinander setzen, haben die Direktiven erhalten in Ihren stündlichen Nachrichten zu erwähnen, daß der abgesetzte Herr Maaßen wegen seiner "unwahren" Aussagen zur den dort stattgefundenen "rechtsradikalen" Vorgängen in Chemnitz gehen müßte. Staatliche (S)A-ntiFa Zeckenbiß auf allen Kanälen halt :-(
Fantomas sagt "AKK ist vielleicht die Kanzlerin..." ;-)
Jetzt outet sich AKK. Welcher Teufel reitet sie, so gegen Herrn Maaßen vorzugehen? Ohne Not. Ausgerechnet vor drei wichtigen Landtagswahlen in den neuen Bundesländern. Soll Maaßen der Sarrazin der CDU werden? Nun rächt es sich bitter, dass Friedrich Merz nicht Parteivorsitzender geworden ist!
Kramp-Karrenbauer fährt den CDU-Karren vollends in den Dreck. Merkel wird sich heimlich freuen und an ihrer Kampagne zur Bundestagswahl 2021 arbeiten, wenn ihr die Funktionärs- Klatschhasen nach AKKs baldigem Rücktritt eine neue Kandidatur anbieten werden.
Man bekommt eine Ahnung, wie es weitergehen wird. Mit der CDU. Mit der BRD. Und nach dem Wechsel im Verteidigungsministerium mit der Bundeswehr. Und damit auch mit der EU.