Volker Seitz / 10.02.2021 / 15:30 / Foto: Pixabay / 6 / Seite ausdrucken

Afrika-ABC in Zitaten: Überlegenheit / Unterschiede in den Ländern

Überlegenheit

Chimamanda Ngozi Adichie in einem Interview mit Jeune Afrique Nr. 3082 vom 2.–8. Februar 2020:

„Die Nigerianer glauben, dass sie den Ghanaern überlegen sind, aber es ist in Ghana, wo die Signalanlagen funktionieren.“

(„Les Nigérians ont l'impression d'etre supérieurs aux Ghanéens, mais c'est au Ghana qu'on a des feux de signalisation qui fonctionnent.“)

Unterschiede in den Ländern

Die Herausgeberin der Zeitschrift „Africa Positive“, Veye Tatah, besuchte 2016 zum ersten Mal die Länder Ruanda, Uganda und Kenia. Sie war positiv überrascht von der Entwicklung in Ruanda. „Infrastruktur, Sicherheit und Sauberkeit werden großgeschrieben. Die Gesetze werden befolgt, und es gibt eine große Vision hinsichtlich der Beschleunigung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Uganda war eine reine Enttäuschung. In großen Teilen der Hauptstadt Kampala gab es kaum Straßenlaternen. Überall saßen Frauen, Männer und Kinder mit Taschenlampen und Kerzen und wollten Waren verkaufen, um über die Runden zu kommen." (vgl. Informelle Wirtschaft)

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Leserpost

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Volker Franzen / 10.02.2021

Auch ich empfehle dringend, die gesammelten Werke aus der Reihe “Afrika-ABC in Zitaten” in einer Buchausgabe zu publizieren. Ich vermute, Volker Seitz könnte die bisher erschienene Reihe noch durch viele gute Beispiele ergänzen. Gerade für Leute, die sich nicht anhand mehrerer Fachbücher über diese Thematik informieren können oder wollen, ist diese Form der Darstellung sehr hilfreich und deshalb empfehlenswert. Die Betrachtung der Probleme aus einem besonderen Blickwinkel erleichtert meines Erachtens den Zugang.

Joerg Machan / 10.02.2021

“Meine Schwester, die Serienmörderin ... mit viel schwarzem Humor.” Gibt es eigentlich einen afrikanischen Humor, so wie es vielleicht einen jüdischen Humor gibt?

Gerhard Maus / 10.02.2021

Sehr geehrter Herr Seitz, Ihre Zitate-Sammlung ist wohl zu Ende. Vielen Dank für die zahlreichen, teilweise sehr aufschlussreichen Kostproben der afrikanischen Autoren. Nicht selten wird dabei deutlich, dass die (insbesondere wirtschaftliche) Misere in diesen Ländern nicht in der unzureichenden Entwicklungshilfe der “reichen Länder”, sondern in der Kleptokratie der korrupten Regierungen und teilweise auch in der - vorsichtig ausgedrückt - nicht gerade überschwänglichen Leistungsbereitschaft der Bevölkerung begründet liegt. Leider geht Ihre Expertise unseren in der Entwicklungshilfe tätigen Politikern am Allerwertesten vorbei. Bleiben Sie dran!

Kurt Gerhardt / 10.02.2021

Da das Ende des Alphabets offenbar bald erreicht ist, möchte ich vorschlagen, die gesammelten Beiträge in gedruckter Form zu publizieren. Vielleicht wäre es sinnvoll, die weitere ebenfalls sehr gute und im letzten Jahr erschienene Reihe über “60 Jahre Unabhängigkeit” afrikanischer Staaten dazu zu nehmen. Das wäre eine nützliche Ergänzung.

Wolfgang Kolb / 10.02.2021

Hallo Herr Seitz, Bitte bringen Sie Ihr Afrika-ABC als ein Buch heraus, gerne ergänzt mit weiteren Autorinnen und Autoren. Es ist erfrischend zu sehen wie Afrikaner Ihren Kontinent sehen und einschätzen.

Volker Seitz / 10.02.2021

In den letzten Wochen haben mich einige Leser um Buchtipps gebeten. Das mache ich sehr gerne. Das Afrika ABC in Zitaten ist ja keine Empfehlungsliste. Jetzt möchte ich meine Vorschläge von 2017 ( Achse 13.10.2017 “Lest endlich die Bücher afrikanischer Frauen!”) ergänzen: Adaobi Tricia Nwaubani: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy, dtv 2011 (eine humorvoll-satirische Geschichte aus dem modernen städtischen Nigeria); Oyinkan Braithwaite: Meine Schwester, die Serienmörderin, Blumenbar, 2020 ( Ein unterhaltsamer Kriminalroman mit viel schwarzem Humor); Teju Cole: Jeder Tag gehört dem Dieb, Hanser 2015 ( Der nigerianisch - amerikanische Autor beschreibt anschaulich die Erlebnisse seiner Reise in die Heimat); Emmanuel Dongola: Gruppenfoto am Ufer des Flusses, Hammer, 2011 ( Dongola schildert spannend die Situation von Frauen im Kongo. Leider ist der Autor in Deutschland noch weithin unbekannt.) José Eduardo Agualusa : Das Lachen des Geckos, A 1 Verlag, 2008 ( Felix Ventura erfindet für Minister, Generäle und Menschen der angolanischen Oberschicht eine glanzvolle Vergangenheit) ; Tsitsi Dangarembga: Aufbrechen, Orlanda 2019   (Der zähe Kampf eines Dorfmädchens in Simbabwe um Bildung) [ Das Buch ist bereits 1992 unter dem Titel “Preis der Freiheit ” im Rowohlt Verlag erschienen und antiquarisch erhältlich) Meja Mwangi, Warten auf Tusker, Hammer, 2017 (Eine vergnügliche und lehrreiche Geschichte aus Kenia über seltsame Hilfprojekte , Korruption und Lethargie ) Afrikanern wird gerne von der Betreuungsindustrie und Moralwächtern mit aufgedrängter Fürsorge ein Etikett verpasst. Afrikaner können für sich selbst sprechen, deshalb empfehle eines dieser Bücher zu lesen. Ich hoffe, für jeden Geschmack ist etwas dabei.

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