Adieu, Monsieur! – Die Welt eines Franzosen

Von Georg Etscheit. 

 „Je quitte“ – „Ich gehe.“ Mit diesen Worten empfing mich Monsieur bei unserem ersten Treffen nach der Corona bedingten Schließung des Institut Francais in München, das in einem schönen Palais in der Kaulbachstraße am Englischen Garten residiert. Ganz überrascht war ich nicht, denn in Zeiten wie diesen entledigen sich private und öffentliche Institutionen gerne ihrer Altlasten. Und Monsieur hat das Rentenalter längst erreicht. Offenbar hatte man ihm ein Angebot gemacht, das er nicht ausschlagen konnte. Schon vor zwei Jahren schien es, als müsste ich mir einen anderen Französischlehrer suchen. Doch irgendwie erwirkte Monsieur, mein „Superprof“, eine Verlängerung, was ein Schlaglicht auf das Rentensystem unseres Nachbarlandes wirft, welches Angehörige mancher Berufsgruppen in nachgerade jugendlichem Alter nach Hause schickt, während andere lebenslang an ihren Sesseln kleben. 

Vom ersten Tag an sprach Jean-Pierre – ich kannte jahrelang nur seinen Vornamen – mit mir, dem blutigen Anfänger, nur Französisch. Dabei konnte ich nicht einmal ein Verb im Präsens konjugieren, vom gefürchteten Subjonctiv ganz zu schweigen. Er verbot mir alle Hilfsmittel, nur meinen Kopf sollte ich zur wöchentlichen Konversationsstunde mitbringen. Zweisprachige Wörterbücher gehörten in den Müll. „Poubelle“ („Müll“), verfügte er apodiktisch und wies auf den Papierkorb in der Ecke des Zimmers, das er für sich in Beschlag genommen hatte. Nur in seltenen Ausnahmefällen, wenn es gar nicht anders ging, benutzte er die Tafel, um ein schwieriges grammatikalisches Problem zu erläutern.

Monsieur arbeitete seit 30 Jahren im französischen Kulturinstitut in München und nannte sich, ganz unbescheiden, „l’éminence grise de l’institut“. Auf seinem Tisch stapelten sich die Geschenke seiner Verehrer: diverse Tafeln hochprozentiger schwarzer Schokolade, Bücher und Weinflaschen, darunter „un Pfalz“, den er monatelang nicht angerührt hatte. Eine ihm gewidmete Autobiographie des notorisch erfolglosen bayerischen SPD-Politikers Franz Maget zeugte davon, dass er auch Münchner Prominente in die Geheimnisse und Schönheiten seiner Muttersprache eingeweiht hatte. Gelesen hatte er Magets Erinnerungen nicht, deutsche Bücher, befand er, seien ihm zu dick. 

„Die Deutschen haben Regeln, keine Ordnung“

Franzosen, so lernte ich schnell, sprechen lieber als sie lesen, daher das endlose Geplapper in den Kinofilmen und ihre Vorliebe für Comics, die so etwas wie eine Zwischenform von gesprochener und geschriebener Sprache darstellen. Anders als die Deutschen pflegen die Franzosen ihre Sprache und verteidigen sie gegen Eindringlinge. Monsieur verabscheut Anglizismen, und der Brexit war für ihn Anlass, eine Extraflasche Wein zu öffnen, natürlich französischer Provenienz. Der hundertjährige Krieg, ausgefochten zwischen Briten und Franzosen vor einem halben Jahrtausend, ist nicht vergessen. 

Und dann gab es diese merkwürdige Sammlung kleiner Gegenstände auf seinem Tisch, mit denen man ein Psychogramm meines Lehrers hätte erstellen können. Ein kleines Segelschiff aus Papier stand für seine Liebe zum Meer, ein Miniatur-Geburtstagskuchen aus Plastik wohl für die Freuden der Völlerei. Und eine Porzellanplakette mit der Silhouette einer Eule symbolisierte für Monsieur die Allgegenwart des Teufels. Fast wie Dr. Faustus schien es, als habe mein Lehrer einen Pakt mit Mephisto geschlossen, um aller Genüsse dieser Welt teilhaftig zu werden. Andererseits beschloss er viele seiner klugen Betrachtungen über die Welt und das deutsch-französische Verhältnis („Die Deutschen haben Regeln, keine Ordnung“) mit einem bedeutungsvollen Hinweis auf die Errungenschaften der Aufklärung: „Les lumières“.

Nach einer Chinareise ließ er sich zum Entsetzen seiner deutschen Freunde und Kollegen nach Art der chinesischen Kaiser die Fingernägel wachsen. Monsieur liebt China, obwohl es eine lupenreine Autokratie ist. Er liebt die Aura der Macht, zugleich aber deren Antithese, die Anarchie. Die Franzosen können ihre mächtigen Präsidenten, die ja so etwas sind wie Monarchen auf Zeit, wie Halbgötter verehren, aber sie jagen sie wie räudige Hunde vom Hof, wenn sie ihren Erwartungen nicht entsprechen. 

Für Monsieur war Francois Mitterand der letzte „echte“ Präsident seines Landes. Der hatte sich wirklich wie ein König aufgeführt, diverse Mätressen eingeschlossen. Doch er verkörperte die Idee der „Grandeur“, der französischen Exzeptionalität, wie vor ihm nur Charles de Gaulle und nachher keiner mehr. Dabei hatte Mitterand als linker Oppositionsführer die von de Gaulle geschaffene Präsidialverfassung eigentlich reformieren wollen. Doch er fand – wie auch Emmanuel Macron – schnell Geschmack am Bürgerkönigtum der Fünften Republik, und er wusste um die Befindlichkeit seiner Landsleute, die trotz des allgegenwärtigen Kults um die Revolution das Lebensgefühl des Ancien Régime nie ganz abgelegt haben – es besteht weiter, etwa im Zeremoniell der großen Gastronomie, wo immer auch eine Auswahl gut gereifter Käsesorten bereit steht. De Gaulle fragte einmal seufzend, wie man ein Land regieren solle, das so viele Käsesorten habe wie das Jahr Tage. Was bedeutet das, im Umkehrschluss, für ein Land, das nicht viel mehr als Allgäuer Emmentaler und Rotkäppchen-Camembert hervorgebracht hat? 

Das gegenseitige Unverständnis ist eher noch gewachsen

Als autochthoner Franzose verehrt Monsieur nicht nur de Gaulle, der in seinen früheren Jahren ein überzeugter Imperialist und Antidemokrat war und in Deutschland längst vom Sockel gestürzt worden wäre, sondern natürlich Napoleon, den „Retter der Revolution“, schamlosen Despoten und skrupellosen Feldherren, der auf seinem sinnlosen Russlandfeldzug mehr als eine Millionen Angehörige der „Grande Armée“ geopfert hatte. Dabei ist Monsieur ein Kind der 68er-Bewegung, die in Frankreich noch anarchischer und gewalttätiger war als in Deutschland.

Monsieur berichtete mir einmal stolz, wie er als Student einer Pariser Universität – seinen Lebensunterhalt verdiente er damals mit dem Schleppen von Schweinehälften in den Pariser Hallen – den landesweiten Generalstreik mit organisiert hatte, der den Staatschef kurzzeitig außer Landes trieb. De Gaulle flog per Hubscharuber unter strenger Geheimhaltung nach Baden-Baden, um sich im Hauptquartier der französischen Streitkräfte auf deutschem Boden beim legendären General Jacques Massu Rat zu holen. Dass Massu im Algerienkrieg und auch sonst nicht zimperlich war, ist für Monsieur, der unter ihm gedient hatte, kein Grund, sein Andenken nicht in Ehren zu halten. Für viele Franzosen ist die Armee nach wie vor ein Garant republikanischer Freiheiten und nationaler Identität. Für Deutsche unvorstellbar, die ihre Streitkräfte unter dem Oberkommando militärisch ahnungsloser Hausfrauen mehr oder weniger abgeschafft haben und sich in nationaler Selbstzerfleischung üben im Zuge einer nicht enden wollenden „Aufarbeitung“ ihrer eigenen Geschichte.

Langsam tauchte ich ein in seine Welt, in die Welt eines Franzosen. Und bald schien mir, als beruhe die deutsch-französische Freundschaft, die auch von Madame Merkel und Monsieur Macron zu jedem sich bietenden Anlass wortreich bekräftigt wird, auf einem großen Missverständnis. Auf dem Missverständnis nämlich, dass im vereinten Europa die Menschen doch alle sehr ähnlich dächten und handelten, dass wir in einem Boot säßen und Unterschiede kaum mehr eine Rolle spielten. Ich behaupte, dass sich die beiden Völker nicht viel näher stehen als Deutsche und Chinesen, trotz fettiger Aufback-Croissants bei fast jedem deutschen Bäcker. Und dass das gegenseitige Unverständnis in jüngerer Zeit eher noch gewachsen ist. Vielleicht liegt das daran, dass viele Leute denken, die Nationalitätenfrage sei ein Auslaufmodell im vereinten Europa und dass man sich mit schlechtem Englisch ja auch verständigen könne. Ich bezweifle das. Außerdem wäre es schade, wenn es keine Menschen mehr gäbe wie Monsieur.

Naturliebe primär eine Frage der Ästhetik

Jean-Pierre ist groß, etwas beleibt, ein stattlicher Mann mit sauber rasiertem Schädel und stets gut gebräunt, weil er zwischen München und dem südfranzösischen Nimes, seinem Heimatort, hin und her pendelt. Wenn in München das Thermometer auf sagenhafte 25 Grad klettert und die Zeitungen über eine Hitzewelle schwadronieren, ist für Monsieur noch Vorfrühling. Bei ihm beginnt der Sommer ab 35 Grad im Schatten. Dass sich die Deutschen, die sich heute vor nichts mehr fürchten, als dass ihnen das Klima auf den Kopf fällt, über einen verregneten Tag freuen, weil „die Natur das braucht“, grenzt für Monsieur an Masochismus. 

Für Franzosen wie Monsieur ist die Natur vor allem eine Bühne, eine Kulisse, ihre Naturliebe primär eine Frage der Ästhetik. Wenn ich von meinen stundenlangen Wanderungen im Hochgebirge berichtete, fragte Monsieur ungläubig: „Sieben Stunden? Vouz êtes fous – Sie müssen verrückt sein!“ Was uns schon früh nahe brachte, ist unsere gemeinsame Abneigung gegen Windräder zu Lande, die auch in Frankreich leider schon manch schöne Aussicht ruiniert haben, obwohl es Atomstrom in Hülle und Fülle gibt. Monsieur liebt „le nucléaire“ und übrigens auch den in Südfrankreich nach spanischem Vorbild gepflegten (echten) Stierkampf, bei dem die stolzen Tiere in nicht gerade tierfreundlicher Weise zu Tode kommen. Er ist auf diesem Feld – erkennbar sind die Stierkampffans an einem diskreten Anstecker am Revers – ein Gesinnungsgenosse des neuen französischen Justizministers Éric Dupond-Moretti, dessen erfrischende politische Unkorrektheit sich auch in dessen Aversion gegen die Metoo-Bewegung äußert. „Ich stehe auf gutem Essen und Trinken und zwar in Frankreich“, sagte er einmal. Dieser Satz könnte auch von Monsieur stammen. 

Für meinen Lehrer gehören Tiere „auf den Teller“ und sonst nirgendwohin. Mehrfach fragte er mich, warum ich meinen Hund nicht endlich erschlagen habe. Für ihn ist es schwer zu verstehen, dass man sein Leben dem Willen eines Tieres unterordnet, das nicht Milch, Eier oder Fleisch liefert. Wir Deutschen suchen dagegen in der Natur stets den tieferen Sinn und unser romantischer Geist, und unser permanent schlechtes Gewissen führt uns zuweilen auf schreckliche Abwege.

Bonne santé et une longue vie ! 

L’Allemagne ist für viele unserer westlichen Nachbarn immer noch das weniger geliebte als respektierte, manchmal bewunderte, manchmal gefürchtete Land wirtschaftlicher Prosperität, technischer Errungenschaften und politischer Stabilität. Wenngleich der Glaube an die deutsche Ingenieurskunst bei Monsieur stark gelitten hat, nachdem er zum x-ten Mal seinen Flug nach Paris verpasst hatte, weil die Münchner S-Bahn wieder einmal ausgefallen war. Und es irritiert Monsieur, wenn sich politische Stabilität in Deutschland heute darin manifestiert, dass, wie in Thüringen geschehen, eine demokratische Wahl auf allerhöchste Order rückgängig gemacht wird.

In unserer letzten Stunde präsentierte mir Monsieur mit triumphierender Geste eine Fotokopie, einen Auszug aus dem französischen Adelslexikon. Dort las ich, Zweifel ausgeschlossen, den Namen seiner Familie. Er, der überzeugteste aller Republikaner, ein heimlicher Angehöriger jener Klasse, die von den Revolutionären der Guillotine überantworten wurde? Welch wunderbare Pointe! Adieu monsieur ! Bonne santé et une longue vie ! 

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Leserpost

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Werner Arning / 19.07.2020

Liebe Petra Kehr, ich bin Ihrer Meinung. Ich persönlich halte die französische Küche nicht für besonders. Da gibt es andere : italienische, indische, thailändische, peruanische (sogar die deutsche) Küche. Ich wollte damit sagen, dass die Franzosen selber ihre Küche für die beste halten. Und es gibt weltweit dieses positive Vorurteil gegenüber der französischen Küche. Ich teile dieses jedoch nicht.

Ralf Pöhling / 19.07.2020

@Andreas Rochow Wo lesen Sie bei mir was von einem Ruf nach mehr “EU-ropa”? Wir haben viel zu viel EU, die sich wirklich in alles einmischt und alles über einen Kamm schert, was innerhalb der EU kreucht und fleucht. Darum ja auch meine Ausführungen vor “ich wiederhole mich”. Der Sinn einer EU muss es sein, ihren Mitgliedern ein sicheres Umfeld zu bieten, in dem sie nach eigenen Vorstellungen leben, wachsen und gedeihen können. Und dabei geht es mir in erster Linie darum, ein Abschreckung aufzubauen, die fremde Interessen von der Einflussnahme abhält, damit Franzosen Franzosen bleiben können, Deutsche Deutsche, Cyprioten Cyprioten und Letten eben Letten. Abschreckung bedeutet nicht zuvorderst Intervention. Abschreckung bedeutet zunächst einmal Verteidigung. Die gemeinsame Verteidigung des jeweils eigenen Lebensumfeldes. In der NATO ist dies ja nicht anders. Nur ist die NATO eben kein speziell auf europäische Verhältnisse ausgelegtes Bündnis, sondern ein weltumspannendes, weshalb hier andere politische Interessen eine Rolle spielen, die teils mittlerweile sogar gegenläufig agieren und so zu einem Problem werden. Wer sich an der Verteidigung Europas nicht beteiligen will, sollte einfach darüber nachdenken, dass er alleine selbst viel mehr militärisches Risiko fährt als innerhalb eines Bündnisses. Und von “migrantisch rekrutierten Söldnerheeren” habe ich auch nirgends gesprochen. Die Bundeswehr ist ja bekanntermaßen eben keine Fremdenlegion. in den meisten anderen EU Staaten dürfte es genauso sein. Was die Schweiz betrifft: Das Interesse an einer Mitgliedschaft in einem Bündnis, was die Schweiz Schweiz sein lässt und sich nicht permanent in innere Angelegenheiten der Schweizer einmischt, dürfte weitaus größer sein, als das Interesse an einem Bündnis, was aus Schweizern einen gleichgeschalteten Haufen seelenloser Europäer machen will, die fortwährend nur ihr Portemonnaie hinhalten sollen.

Jochen Lindt / 19.07.2020

Die französischen Firmen mit denen unsere Firma zusammenarbeitet sind bürokratische Monster, geführt von dünkelhaften und selbstgefälligen Pedanten.  Gemessen daran ist jede deutsche Behörde ein Hort von Kreativität und Lockerheit. (Frankreich ist zumindest stellenweise ganz anders als vom Autor beschrieben).

Geert Aufderhaydn / 19.07.2020

Ihr Superprof scheint ein bißchen verwirrt zu sein; mehr kann ich Ihren enthusiastischen Elogen nicht entnehmen.

Gabriele H. Schulze / 19.07.2020

“Douce France, cher pays de mon enfance… ” Es gibt ein Video mit Trenets Lied, das diverse villages und Vistas zeigt, sehr schön. Manchmal, wenn ich merke, ich bin dabei, mich teutonisch in etwas hineinzusteigern, entsinne ich mich des unnachahmlichen französischen Schulterzuckens. “Bof” - was soll’s. Oder des italienischen Äquivalents, das ich in Bonn kennengelernt habe: die Hand mit der Innenfläche nach hinten kurz gen Schulter geschleudert. Bei den Fingernägeln und der Tierquälerei würde das allerdings nicht funktionieren…Bon, ben, bref, danke für den Artikel!

alma Ruth / 19.07.2020

@Liebe Gabriele klein - ich finde Ihren Kommentar ganz großartig! Fast alles Wesentliche ist da zu finden. Ich kann und will auch nicht irgend etwas hinzufügen. Ich würde es nur verderben. Haben Sie sehr vielen Dank für Ihre Zeilen! lg alma Ruth

Thomas Taterka / 19.07.2020

3 Wörter sind nötig , um Frankreich und Deutschland auf ewig zu verbinden : Jules und Jim .

Frances Johnson / 19.07.2020

@ Siegfried Etzkorn; “Die Entfremdung von Deutschen und Franzosen mag teilweise darauf zurückzuführen sein, dass zur Zeit die deutsche Politik wieder in Preußen stattfindet und überwiegend von Preußen gemacht wird.” Ich halte das für richtig. Als die deutsch-französische Freundschaft begann, war das ganz anders. Wir hatten einiges wieder gut zu machen und lernten, Frankreich neu wahrzunehmen und zu bewundern. Wir machten eine zweiwöchige Klassenreise nach Dieulefit, in der Nähe von Orange, und hatten fast jeden Tag Französichunterricht mit Geschichte. Wir bekamen ein wunderbares viergängiges Essen in einem alten Gemäuer und waren überrascht von den vielen attraktiven Käsesorten. Etwas später Paris, Stichwort Rue de Mouffetard. Es gab Dinge, die hier noch nicht bekannt waren, z.B. Artischocken und Obst von erlesener Qualität, den hier unbekannten Apfel Reine de Reinette, ein Gedicht, und Reneclauden. Es war wie eine neue Welt. Es war wunderbar. Jenen Politikern bin ich dafür dankbar. Wir waren verschiedene Kulturen und lernten, uns zu schätzen. Die Liebe zu Frankreich kam ganz leicht, über den Magen. Hinzu kam Werbung wie für die Ente, offen, oben ragten Baguettes raus. Überhaupt die Baguettes und die Croissants! Wer rauchte und frankophil wurde, rauchte eine Zeitlang Gauloises. Französische Freunde luden mich nach Thonon-les Bains ein. Das wirkt heute etwas heruntergekommen, Bésancon ebenfalls. Auch Toulouse hat sich negativ verändert. Es ist schade. Sie bräuchten einen Trump, make La Grande Nation great again.  Aber nicht einen, der an einem Virus scheitert. Alles, was Trump geschafft hat, ist dahin, Arbeitslose en masse, eine Katastrophe. Trotzdem denke ich manchmal, wir leiden nicht an Preußen, sondern an sinoformer Gleichmacherei.

Fritz kolb / 19.07.2020

Liebe Frau @Sabine Schönfelder. Ich bezweifle, daß der politische Wille zur Gleichschaltung der europäischen Völker erfolgreich weiter umgesetzt werden wird. Auch wenn die handelnden Politlemuren das so gerne hätten. Es geht jetzt ans Geld der Steuerbürger, es geht an die freie Meinungsäußerung, es geht um die Verzwergung des EU-Syndikats gegen die wirklich machtvollen Großmächte dieser Welt. Es geht um Rentengerechtigkeit in Bezug auf das Eintrittsalter und auf die Besteuerung. Da sind europäischen Staaten weiter denn je auseinander. Genau wie in der Fiskalpolitik, in der Steuermodelle wie in Island und in Holland diametral anders und egoistischer als in den übrigen Ländern konstruiert werden. Im hellen Licht der sich weiter verstärkenden Wirtschaftskrise und der horrenden Verschuldung zukünftiger Generationen wird das alles zutage treten, für jeden Interessierten sichtbar, und all das pampern und nudging des Syndikats wird das nicht mehr zudecken können. Ich verbringe mehrere Monate im Jahr in Südfrankreich an meinem Zweitwohnsitz, habe viele Freunde dort und alle um mich herum sehen eine Renationalisierung ihres Landes als sehr notwendig an.

Otto Nagel / 19.07.2020

2 Anmerkungen bitte. @ Siegfried Etzkorn,  ” die deutsche Politik wird in Preußen überwiegend von Preußen gemacht”.  Darüber kann man nur den Kopf schütteln !  Die deutsche Politik wird in BERLIN und überwiegend von nichtpreußischen Quotenfrauen gemacht ! Abgesehen, daß Berlin mindest zur Hälfte aus Beutedeutschen und Merkelgästen besteht. Zur deutsch-französischen ” Freundschaft” :  Auf der Fahrt nach Spanien wurde ich nachts bei leerer Fahrbahn geblitzt und wegen Geschwindigkeitsübertretung von 1 km/h, ( in Worten EIN KM ! ! ! ), mit 140 €  Strafe belegt !

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