Die EU hat ein neues Betätigungsfeld gefunden, nämlich die europaweite Preisbeobachtung. Ab heute werden die Preise für Konsumgüter in ganz Europa von der EU-Kommission gesammelt und verglichen. Damit wollen die Brüsseler Bürokraten auf Preisunterschiede innerhalb der EU hinweisen. Dies soll dem Verbraucherschutz dienen, aber auch in Kartellverfahren als Beweismaterial herangezogen werden können. Darüber hinaus gebe es keine Pläne bei der EU-Kommission, die gewonnenen Informationen zu verwenden, wurde eilig versichert. Insbesondere an eine zentrale Brüsseler Preisaufsicht sei nicht gedacht.
Eine Garantie dafür, dass sich diese Art der Marktbeobachtung verselbständigt, gibt es natürlich nicht. Und wenn es nur der Durchsetzung des Binnenmarktes dient, dann wird die Kommission schon noch einen Grund dafür finden, von Lappland bis Sizilien die Preise für Milch, Nudeln und iPods festzulegen. Am besten natürlich gleich noch die Produktionsziele dazu, in Fünfjahresplänen. Alles natürlich nur zur Sicherung des unverfälschten Warenverkehrs und ohne jedes bürokratische Eigeninteresse. Die Befürchtungen des konservativen Europaabgeordneten Syed Kamall sind daher vollkommen unbegründet: “The commission should only act if there are obvious cases of cartel-like action. I fear that the EU’s trading partners may see this as a pre-cursor to more Soviet-style price fixing.”