Achtung! Aufgepasst! Was will Söder?

Immer öfter liest man in den Medien, die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen, die Bundeskanzlerin und ihr Kabinett würden die Freiheit des Volkes im Zuge der CORONA-Krise einschränken und administrativ in das Leben der Bürger eingreifen. Stimmt nicht.

Richtig ist vielmehr, dass die Politiker die Gestaltung unseres Privatlebens schon längst zu ihrer Sache gemacht haben, von der Wiege bis zur Bahre, vom morgens früh bis in die Nacht hinein. Wer diese Fürsorge für übergriffig hält, musste sich jetzt von Markus Söder die Leviten lesen lassen, als der einstige Kofferträger Stoibers und Seehofers von einer „Radikalisierung“ der Kritiker der Corona-Einschränkungen in Deutschland sprach, kurzerhand bestimmte, es bestehe die Gefahr, "dass sich aus dem Umfeld der AfD heraus in Deutschland ein Corona-Mob oder eine Art Corona-RAF bilden könnte“. So nachzulesen in der letzten WamS.   

Verstärkt hat sich die Sorge des bayerischen Regenten durch die Erstürmung des Capitols in Washington. Wie er darauf kommt, weshalb er glaubt, die Ereignisse in Amerika sprudelten aus derselben Quelle wie das, was in Deutschland noch gar nicht geschehen ist, verrät er nicht. Ihm genügt es, „Mob“ und „RAF“ zu rufen, um Öl ins Feuer zu gießen. Was er sich davon verspricht, klingt nebenbei an. Um der beschworenen Radikalisierung Einhalt zu gebieten, verlangt es Söder nach einer vorauseilenden Radikalisierung des Staates. 

„Deswegen“, sagt er, „müssen wir auch in Deutschland nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen für die demokratischen Institutionen verbessern, sondern grundlegend die sektenähnliche Bewegung der ‚Querdenker‘ und anderer vergleichbarer Gruppierungen in den Blick nehmen“. 

An die Stelle des demokratisch gezügelten soll der omnipräsente Überwachungsstaat rücken, der Versorger aller, die für ihre planwirtschaftliche Absicherung nicht mehr als das bisschen Freiheit hergeben müssen, das ihnen noch zukommt. Man ahnt, welche Frage dem ersten Mann im Freistaat auf den Lippen liegt. Lange wird er das Wasser nicht mehr halten können.

Sobald sich eine Gelegenheit bietet, wird es aus ihm herausplatzen: Wollt ihr den totalen Staat? Die finale Frage klingt peinlich vertraut. Sie ist der letzte Pfeil, den aus dem Köcher zieht, wer mit dem Rücken zur Wand steht. Wer sich dazu versteigt, ist schon verloren, dazu verdammt, dereinst in einer Fußnote der Geschichte als lächerlicher und gleichwohl gefährlicher Schreihals zu versauern. Nehmen wir es heiter zuversichtlich: 

Söder, ade! Scheiden tut weh

Aber Dein Scheiden macht, dass mir mein Herz jetzt lacht 

Foto: Hofmann/Ludwig/Hermetiker CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia Commons

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Karlheinz Patek / 13.01.2021

Kann sein dass dem Autor und uns die Heiterkeit und Zuversicht noch vergeht. Was Söder will? Er benennt schon mal die Schuldigen. Er ahnt wohl dass die Leute den verschärften Schwachsinn nur mit immer mehr Widerwillen befolgen und aufmüpfig werden könnten. Damit ist der Schuldige jetzt klar und die ÖRR plus versiffte Presse haben den Wink schon verstanden. Dort werden wir es demnächst lesen können. Die Antwort auf seine Frage “Wollt ihr den totalen Staat” weiss ich jetzt schon.  J A A A A . Nur noch eine versprengte Minderheit kann mit Begriffen wie “Übergriffigkeit des Staates” was anfangen. Die Mehrheit träumt von Vollversorgung und wird sie bekommen, aber nicht so wie sich die verblödete Hammelherde das vorstellt.

W. Kolbe / 13.01.2021

@Roland Winkhart, Sehr gut beschrieben dieses FFP2 Folterwerkzeug. Hatte heute früh ein med. Behandlungstermin. Musste die Maske ununterbrochen 1 1/2 Stunden tragen. Hatte irgendwann so nach 45 Minuten das Gefühl, dass die Sauerstoffsättigung im Blut sehr stark nach unten ging. Symptome. leichte Kopfschmerzen, Drehschwindel. Vermutlich werden durch den Söder-Geistesblitz mehr alte Menschen Notfallbehandlungen in Anspruch nehmen müssen, als den Rettungsdiensten lieb ist. Aktionismus pur, sonst nichts.

Elias Schwarz / 13.01.2021

Aber den Umfragen zufolge, bekäme Söder 48%, seine gründe Freunde 19% und alle anderen wären einstellig. Wenn das Volk der Bajuwaren das will…

Markus Viktor / 13.01.2021

Es gibt ein Leben nach Söder.

F. Michael / 13.01.2021

Herr K. aus der FDP hat ihn Corona-Napoleon benannt, wie wahr. Heute hat der BR in der Rundschau gebracht, wie die Zustimmung zur CSU gestigen sei, ich hoffe, dass ist nur Populismus oder ?

Karl Vogel / 13.01.2021

Typen wie den Söder gabs (besonders in der deutschen Geschichte) schon öfter und wird es wohl immer geben. Aber dass so einer hierzulande Ministerpräsident sein kann und seinen freiheitsfeindlichen und hetzerischen Quatsch über alle Kanäle verbreiten kann, ohne dass ihm ein derartiger Widerstand entgegen bläst, dass es ihm sofort umhaut, das ist ein Riesenproblem. Es sagt aus, dass mit dem Land nichts mehr los ist, es scheint reif für die Übernahme durch einen lederbehosten Westentaschentyrannen. Man regt sich über den Trump auf, während ein Ministerpräsident verbal Amok läuft. Nicht zu fassen.

Roland Hübner / 13.01.2021

Auch Stalin hatte Verfolgungswahn, in der Folge ließ er alles, was er in seinem Wahn als Konterrevolution sah. beseitigen. Zum Glück kann das der Herr Söder noch nicht - ich hoffe dass das auch noch so eine Weile bleibt.

Ulrich Viebahn / 13.01.2021

Wahrscheinlich ist Hr. Söder so undemokratisch nicht: Umfragen aus der Bevölkerung (welcher Qualität auch immer ...) geben ihm und seinen willigen Helfern die Sicherheit, es ohne Konsequenzen (für sich) immer verrückter zu treiben zu können. Fr. Merkel und die SPD folgen sicher den gleichen Umfragen. Nichts Neues: Ganz offen vorgemacht hat das Regieren nach Zahlen New Labour, d.h. die Mannschaft um Tony Blair. Nachzulesen, Tag für Tag, auf 1250 Seiten bei Andrew Rawnsley. Ist unterhaltsam zu lesen, weil: eine Art Realsatire.

Kurt Müller / 13.01.2021

Epigonenhafte ‘alternativlos’-Rhetorik. Nun, man muß ja kein AfD-Fan sein, aber man staunt, was alles herausgekramt wird. Ich wünschte, es gäbe diese Kreativität auch für die Lösung sonstiger politischer Fragen. Moment mal, was ist nun eigentlich mit der täglich beschworenen Vielfalt? Gilt das nun auch für die Politik oder dann doch nicht? Also im Umgang mit Trump zum Beispiel, den hätte man mit Hilfe der Kategorie ‘besonders vielfältig’ auch schon vor vier Jahren so sehen können, daß jemand mit einem unkonventionellen Stil, der sich an Recht und Ordnung hält, durchaus auch einen positiven Beitrag zur Vielfalt leisten kann, denn es war per sé nicht alles schlecht gewesen, was er angezettelt hat. Alle bestehen auf Individualität, aber wehe, dann kommt ein wirklich Individueller, dann war’s das mit der Toleranz. So aber hat man sich mit großen Worten gemeinsam in ein seltsames Desaster reingequasselt. Im Umgang mit dem ausscheidenden amerikanischen Präsidenten hätte man seine täglich beteurte Toleranz auch mal glaubhaft machen können ... doch das ist über vier Jahre ausgeblieben. Hoffentlich kommt sowas im Superwahljahr jetzt nicht wieder monatelang mit der AfD. So erbarmt euch doch und seid gnädig, ihr Christen! Und außerdem, bevor die nächten populistischen Hetzkampagnen gegen politische Gegner losgehen, soll die CSU doch erstmal die von ihr erreichten Ziele vorzeigen: was wurde angekündigt, und was davon wurde überhaupt erfüllt, und weshalb ist es besser als andere Konzepte, seien es rote, blaue oder grüne? Fakten bitte! Ehrlich, sonst lasse ich den Fernseher bis 31.12.2021 aus und auch jede Zeitung zu.

Horst Kruse / 13.01.2021

Söders Vorgänger Drehofer hat sich nach Kräften gegen diesen Alpen - Mussolini gewehrt und ihn diverser ” Schmutzeleien ” bezichtigt .  Der Mann wusste wohl , wovon er sprach .

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