Gunter Frank / 10.02.2022 / 06:00 / Foto: Achgut.com / 68 / Seite ausdrucken

Achgut-Umfrage: Jetzt reden die Mitarbeiter des Gesundheitssystems (1)

In einer großen Online-Umfrage bat Achgut.com Pflegekräfte und Mitarbeiter medizinischer Berufe um ihre Erfahrungen während der Corona-Pandemie. Fast 1.000 machten innerhalb einer Woche mit. Dr. Gunter Frank, der die Umfrage initiierte, präsentiert in einer vierteiligen Serie die wichtigsten Ergebnisse. Hier Teil 1 mit den Erkenntnissen aus den ersten fünf Fragen.

Die Achgut-Umfrage stand eine Woche online zur Teilnahme bereit. 936 Personen haben daran teilgenommen. Diese Umfrage war nicht repräsentativ, steht also im Ergebnis nicht für die Meinung aller Pflegekräfte. Sie war außerdem anonym, weshalb nicht ausgeschlossen werden kann, dass Teilnehmer außerhalb der Zielgruppe ebenfalls Fragen beantwortet haben. Die Fragen sind teilweise implizit gestellt. All dies ist uns bewusst. Gäbe es Umfragen, die bezüglich dieser Einschränkungen methodisch hochwertiger erstellt und durchgeführt worden wären, dann fänden wir das toll, und wir wären auf die Ergebnisse sehr gespannt. Im Grunde machen wir hier etwas, was staatliche und berufsständische Stellen längst getan haben sollten. Doch eine solche professionellere Umfrage gibt es unserer Kenntnis nach nicht. Wir halten dies für eine sträfliche Unterlassung, denn niemand ist näher am erkrankten Menschen dran als das medizinische Personal vor Ort.

Deshalb halten wir es für legitim, sich die Ergebnisse unserer Umfrage genauer anzuschauen und daraus Erkenntnisse abzuleiten. Beispielsweise, um Hypothesen darüber zu ermöglichen, was tatsächlich in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern in den letzten zwei Corona-Jahren vorgefallen ist. Dabei erscheint das Geschilderte oft gegensätzlich, je nachdem, wo die Betroffenen arbeiten, manches wird aber auch übergreifend ähnlich gesehen.

Bei der Frage des Covid-Schutzes durch die neuartigen Covid-Impfstoffe beispielsweise gehen die Meinungen und Erfahrungen auseinander, während die Lücke bei der Erfassung von Impfnebenwirkungen von fast allen Teilnehmern gesehen wird. Fachfremde, nichterwünschte Teilnehmer-Trolle haben sich, meiner Einschätzung nach, zumindest in die Kommentare kaum eingeschmuggelt. Was jedoch stark auffällt, ist, dass es doch sehr vom jeweiligen Krankenhaus und dessen Führung abhängt, wie objektiv und wie umfangreich dokumentiert wird. Das spricht gegen die Vorstellung, Meldesysteme würden die Wirklichkeit abbilden, denn vielfach bilden sie lediglich die Einstellung der verantwortlichen Leiter ab. Auch dies ein Plädoyer für professionell durchgeführte repräsentative (Stichproben-)Studien, die dieses Problem umgehen würden. Doch auch nach zwei Jahren werden keinerlei Anstrengungen unternommen, diese Wissenslücke anzugehen.

Selbstverständlich sind dies alles keine handfesten Beweise, aber es sind in vielen Fällen authentische Frontberichte, wie man sich die Situation vor Ort vorstellen könnte. Frontberichte genau aus den medizinischen Bereichen, deren drohende Überlastung stets als Begründung für die Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite diente. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Dies gilt es zu berücksichtigen, wenn wir Ihnen nun in vier Beiträgen die Antworten auf die 20 Multiple-Choice-Fragen vorstellen, zusammen mit einer Auswahl der ca. 3.000 Zusatzergänzungen. Wir tun dies weitgehend unkommentiert und mit nur sehr sparsamen Anmerkungen.

Hier schon einmal vorweggenommen meine zusammenfassende Erkenntnis zu den Antworten auf die ersten fünf Fragen, die wir im Folgenden dann noch im Detail dokumentieren. Zusätzlich publizieren wir eine Auswahl von hochinteressanten individuellen Anmerkungen, die die Befragten (zusätzlich zu den in den Kuchengrafiken dokumentierten Multiple-Choice-Angaben) machten. Diese zusammenfassenden Erkenntnise von Dr. Gunter Frank lauten:

  • Eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems, anders als in den Vorjahren, haben die Teilnehmer dieser Umfrage im Wesentlichen nicht erlebt.
     
  • Inwieweit Corona als dramatisch empfunden wurde, hängt sehr stark vom Arbeitsplatz ab. In zentralen intensivmedizinischen Covid-Stationen sind schwere Verläufe jedoch regelmäßig aufgefallen. Die Wahrnehmung des Schweregrades ist sicher aber auch eine andere als in den Grippewellen der Vorjahre, über die kaum in den Medien berichtet wurde.
     
  • Wie bereits von führenden Lungenmedizinern angemahnt, scheint insbesondere in den ersten Wellen die unnötige, invasive Beatmung ein schwerwiegendes Behandlungsproblem darzustellen. Inwieweit auch Abrechnungsanreize zu unnötigen Todesopfern geführt haben, ist eine wichtige, unbedingt zu klärende Frage. Dies betrifft jedoch ganz sicher nicht alle Krankenhäuser.
     
  • Die Situation auf den Intensivstationen ist sicher sehr komplex. Viele ausländische Patienten oder auch symptomarme Covidpatienten verfälschen die Statistik. Und: Welcher Patient intensivpflichtig ist, hängt anscheinend immer auch vom Belegungsgrad und finanziellen Anreizsystemen ab. Auch gibt es zur Frage, inwiefern sich die Altersstruktur 2020-2022 geändert hat, unterschiedliche Angaben und Erklärungen. Impfungen? Bessere Behandlung? Bereits in der ersten Welle verstorbene Alte? Kurz: Die Intensivbelegung ist multifaktoriell, stark interessengetrieben und spiegelt oft nicht den tatsächlichen Bedarf wider. 

Frage 1:

Wo arbeiten Sie?

Über 38 Prozent der Teilnehmer sind in einem Krankenhaus beschäftigt, jeweils um die 10 Prozent in einem Pflegeheim, der ambulanten Pflege oder im Rettungsdienst.

Frage 2: 

Die Belegung mit an Covid Erkrankten insgesamt im Vergleich zu Zeiten anderer viraler Epidemien in den Vorjahren ist… 

(Die Frage bezieht sich auf reine Belegung, nicht auf den Pflegeaufwand.)

Die größte Gruppe schätzt die Bettenbelegung im Vergleich zu Vor-Covid-Zeiten als ähnlich ein, fast 30 Prozent  berichten von bereitgehaltenen, jedoch meist leerstehenden Betten, 17 Prozent  sogar geringer, nicht einmal 17 Prozent als schlimmer oder gar dramatisch schlimmer.

Eine Auswahl aus den ergänzenden und individuellen Einschätzungen zu Frage 2:

"Unterbelegung im März 2020; kurzfristiger, regionaler Engpass im Winter 2020 / 2021 inkl. dramatischem Mangel an qualifiziertem Personal in allen Sektoren. Eventuell vergleichbar mit der Grippewelle aus dem Jahr 2018."

"In 2 Jahren bei 50 versorgten Patienten 3 Patienten mit mildem Coronaverlauf"

"Begutachtungen im Pflegeheim: viele genesen, Anzahl der Kranken abhängig von Qualität der Pflege"

"RSV-Infektion ist schlimmer."

"Durch Schließung von Betten aufgrund von Personalmangel, war/wurde die Auslastung der Betten hoch/ hochgehalten."

"Vergleichbar zur Grippewelle 2018, aber mit doppeltem Zeitfenster und damit höheren Patientenzahlen und längerer Belastung des Personals – gilt für Welle 2 und 3. Welle 4 ähnlich einer Grippewelle."

"Es wurde massiv bei der Bettenanzahl betrogen, um Gelder zu bekommen. Wir werden stark unter Druck gesetzt und dürfen nichts nach außen tragen, sonst sofortige Kündigung."

"Es werden aber auch gnadenlos alle aufgenommen, gibt ja Geld pro Patient. Einige könnten auch zu Hause bleiben."

"Es gab während der Erkältungszeit Covid Patienten. Im Sommer waren keine Patienten im Haus. Teils wurden Patienten aus dem Ausland aufgenommen. Die Covid-Station war nie völlig ausgelastet."

"Im Rahmen der Reihentestung auch bei komplett asymptomatischen Patienten waren die Stationen schon gut ausgelastet und belegt. Leider lagen die Patienten wochenlang hier, bis sie wieder negativ getestet waren. Unter normalen Umständen wären sie längst entlassen worden."

"Die meisten Patienten waren über 75 Jahre alt und wegen diverser Vorerkrankungen hier, nicht wegen Corona. Das wurde dann noch von den nicht getesteten Angehörigen eingeschleppt."

"Eine allgemeine Überlastung in den Häusern nicht festgestellt, eher teilweise massive Unterbelegung bzw. Stilllegungen ganzer Abteilungen/Stationen"

" 'Covid-Station' mit 24 Betten über den gesamten Zeitraum des 2-monatigen Bestehens in 2020 komplett leer. Eine Station für „Psychosepatienten" wurde zur „Covid-Station" erklärt, die regulären Patienten wurden zu diesem Zweck auf andere Stationen verlegt bzw. nach Hause entlassen."

"Im ersten Jahr gab es eine Corona Station mit sechs Betten, die waren wechselhaft belegt. Seit dem Sommer 2021 wurde die Station „aufgelöst“ wegen des Personalmangels (da nur geliehen von anderen Stationen). Seitdem nicht mehr in Betrieb genommen und in ein anderes Krankenhaus verwiesen."

"Bis 12/21 deutlich geringer, seit Omikron dramatisch angestiegen ist."

"Ich arbeite in der Anästhesie in einem Maximalversorgenden-Krankenhaus. Im OP kriegt man wenig mit von Corona-Patienten, außer dass regelmäßig OPs verschoben werden müssen wegen fehlender Intensivbetten. Es müssen aber auch OP-Säle gesperrt werden wegen fehlender OP-Pflege, wegen fehlender Anästhesiepflege und fehlenden Anästhesieärzten".

"Es wurden 4 Betten für evtl. Isolationsfälle freigehalten. Soweit ich weiß, waren 2 davon für einen kurzen Zeitraum wegen positiven Tests belegt. Aber ohne nennenswerte Symptome."

"Von 21 Bewohnern 20 positiv, davon 18 vollständig geimpft, davon 1 Geboosterte. Nicht Delta-Positiv 1 in 12/20 an Alpha erkrankter, im Herbst vollständig geimpft."

" Sechs Intensiv-Betten, im Winter 20/21 in der Regel 1-2 Covid-Patienten kontinuierlich, im bisherigen Winter 21/22 3 Covid-Patienten insgesamt, mit wesentlich kürzerem Intensivaufenthalt. Auch was die Zahlen an Covid-Patienten auf der peripheren Station betrifft, diesen Winter deutlich geringer."

"Eröffnung einer Covidstation, nie voll belegt."

"Es werden auf Normalstation Betten gesperrt. Diese sind aber selten voll belegt."

"Die Belegung ist gleichgeblieben".

"Normale Belegung."

"Ich kann in 20 Berufsjahren als OA nur attestieren, dass die Angst und Panik vor der Grippesaison vor allem unter den jungen Kollegen deutlich zugenommen hat. Wären die Hygienemaßnahmen nicht, könnte ich keinen Unterschied zu vergangenen Jahren feststellen."

"Haus der Maximalversorgung, es wurde eine Covidintensiv aufgemacht mit Personal, was vorher schon nicht da war. Patienten wurden mit Vorwand einer ECMO-Therapie oft 100 km und mehr herverlegt."

"Ich bin 67 Jahre alt und nun ambulant tätig. Während Jahrzehnten hatten wir jeweils im Winter Belegungen von 110% und dies über Wochen und niemanden hat das gestört."

"In den Jahren 2018 /2019 war die Belegung wesentlich höher."

"In diesem Klinikverbund wurden in 2020 diverse Stationen geschlossen, die über Wochen leer standen. Das Personal sollte unbezahlten Urlaub nehmen. Auch in 2021 waren teilweise Stationen geschlossen oder waren leer, Betten wurden abgebaut. Da passt sehr gut, dass Niedersachsen in den nächsten Jahren etliche Kliniken schließen will."

"RS Virus war mehr vertreten und die damalige Grippewelle 2018 war massiver."

"Durch die strikte Isolation dieser Patienten wird es bewusster gemacht, wobei es immer schon Patienten mit Infekten und resp. Insuffizienz bis hin zum ARDS gab."

"Fünf von 20 Betten werden nicht planmäßig belegt aufgrund von Personalmangel."

"Bei Influenza-ARDS waren es max. etwa 6-10 Patienten, bei Covid-ARDS max.ca.20-25 Patienten, die pro Tag betreut wurden."

Wie in jedem Jahr, sind in der kalten Jahreszeit tendenziell ein paar mehr Fälle zu verzeichnen, im Frühjahr und Sommer hatten wir mehrere Wochen am Stück KEINE Fälle...

"Sechs Normalstationen wurden in Welle 2 zu Coronaisolierstationen, bei jeweils hygienebedingter (Schleusen, getrennte Essenräume des Personals etc.) halber Patientenbelegung."

"In unserem Klinikum gab es zu keiner Zeit eine Überlastung wegen Covid-19. Neue Stationen, die extra wegen COVID umgebaut wurden, mussten wegen fehlender Patienten geschlossen werden. Es gab insgesamt weniger Patienten."

"Im ersten Jahr der Pandemie wurde die ganze Station freigeräumt, um sie evtl. mit Covid Patienten zu belegen. Es kam nie zustande."

"Es gab Zeiten im Jahre 2021 mit relativ vielen „Coronapatienten", aber genauso Zeiten mit viel Leerstand auf Coronastationen."

"Erst war die Covid-Belegung etwas schlimmer als letztes Jahr, zum Start von Omikron aber deutlich entspannt (d.h. ab Jahreswechsel)."

"Außer bei Norovirus wurden in vergangenen Jahren Patienten nicht isoliert, schon gar nicht wurden dafür eigene Isolationsbereiche geschaffen. Sondern sie wurden in Einzelzimmern auf der Normalstation isoliert. Weshalb die Einschätzung schwerfällt, denn auf der Covid-Isolierstation summieren sich jetzt die betroffenen Patienten sowohl aus dem eigenen KRH als auch aus dem Umland."

"Im Vergleich zum letzten Jahr ist jetzt schon zu sehen, dass wir ca. die Hälfte weniger Pat. auf der Station haben. Auch werden die Belegungszahlen künstlich hochgehalten: Die Pat. werden erst entisoliert oder als genesen entlassen, wenn ihr CT-Wert bei 45 liegt. So kommt es, dass wir Pat. isolieren müssen, die draußen nach 10 oder 14 Tagen als genesen gelten. Weil ihr CT-Wert jedoch unter 45 bzw 40 liegt, kommen sie auf die Covidstation."

Anmerkung Dr. Gunter Frank:

Eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems, anders als in den Vorjahren, haben die Teilnehmer dieser Umfrage im Wesentlichen nicht erlebt.

Frage 3: 

Wenn man die Covidpatienten mit früheren Patienten anderer viraler Atemwegserkrankungen vergleicht, dann ist Covid…

Der Löwenanteil (gut 57 Prozent) der Teilnehmer schätzt Covid in etwa gleich mit anderen Atemwegserkrankungen ein, gut 27  Prozent halten es für etwas schlimmer und gut 9 Prozent sogar für weniger schlimm. Weniger als 7 Prozent halten Covid für „viel schlimmer".

Eine Auswahl aus den ergänzenden und individuellen Einschätzungen zu Frage 3:

"'Etwas schlimmer"' bezieht sich auf manche Verläufe. Subjektiv geht es schwer erkrankten Patienten schlechter als schwer an der Grippe erkrankten Patienten. Andererseits kommen mir (Ärztlicher Kollege) auch immer wieder Patienten über 90 zum Katheterwechsel in der Notaufnahme unter, die in der Anamnese Covid 11/2020 o.ä. haben."

"Die Covid-Patienten, die ich in OP sehe, sind alle symptomfrei."

"Ohne medizinische Bewertung der Erkrankung beziehe ich mich auf Fälle, die in kritischem Zustand in die Klinik kamen. Wenn ein Patient ursächlich durch eine Coviderkrankung in die Klinik kam und kommt, scheint die Erkrankung aus meinem Blickwinkel bedeutend schlimmer zu verlaufen."

"Im Vergleich raschere symptomatische Verschlechterung."

"Leiden länger."

"Hausinterne Auswertung zu codierten Viruspneumonien zeigte keine Unterschiede hinsichtlich Beatmungspflicht, Mortalität und Beatmungs-und Liegedauer auf Intensiv zu 2018".

"Thromboembolische Komplikationen vermehrt."

"Seit Omikron ist sie gleich. Auf ITS schlimmer, Normalstation eher gleich."

"Nur zum Jahreswechsel 2020\2021. Jetzt nicht mehr (weniger schlimm)."

"Covid 19 ist meist (90 Prozent) Begleiterkrankung, nicht Aufnahmegrund."

"Die Patienten sind älter und brauchen mehr Zeit zum Regenerieren und liegen deshalb auch länger auf Intensiv."

"Zumeist mild, bei bestehenden Vorerkrankungen zumeist schwer im Verlauf ähnlich Influenza, jedoch andere Symptomlage"

"Die Verläufe sind mit einer mittelschweren Influenza vergleichbar."

"Die meisten Positiven oder Erkrankten haben unsere Hilfe gesucht, weil sie Angst hatten."

"Schlecht zu beurteilen, da sich früher keiner so viele Gedanken gemacht hat über virale AWE. Krank war krank, und schwer krank war schwer krank. Heute ist ALLES 'dramatisch'".

"Viele der Patienten, die zu unserer Intensivstation verlegt wurden, entwickelten ein fulminantes ARDS. Sofern eine gute Compliance bezüglich nicht invasiver Ventilationsmaßnahmen bestand, wurden Intubationen erst spät erwogen. Nach dieser Eskalationsstufe wurde in den meisten Fällen auch die ECMO-Therapie nötig, worunter leider auch die meisten Patienten verstorben sind."

"Auch bei anderen respiratorischen Erregern gab es viele Fälle und es sind auch viele daran direkt oder danach verstorben, Grund war oftmals Altersschwäche bedingt durch Alter und multiple Vorerkrankungen."

"Grippaler Infekt."

"Unter Berücksichtigung der potenziellen Folgen anderer Therapieschemata im Vergleich zur Influenza."

"Wir hatten relativ milde Verläufe und keine an oder mit Covid Verstorbenen".

"Durch den hohen Personalschwund ist die Qualität der Behandlung dramatisch gesunken und unqualifizierte Pflege in Verbindung mit der ärztlichen jungen Krabbelgruppe macht es schlimmer."

"Alle positiven Corona-Patienten auf Station, die ich erlebt habe, waren asymptomatisch und wegen anderer Diagnosen stationär."

"Die positiv getesteten Patienten, die ich erlebt habe, waren durch SarsCov-2 nicht stärker beeinträchtigt als durch eine andere Erkrankung der Atemwege".

Anmerkung von Dr. Gunter Frank:

Inwieweit die Erkrankung als dramatisch empfunden wurde, hängt sehr stark vom Arbeitsplatz ab. In zentralen intensivmedizinischen Covid-Stationen sind schwere Verläufe jedoch regelmäßig aufgefallen. Die Wahrnehmung des Schweregrades ist sicher aber auch eine andere als in den Grippewellen der Vorjahre, über die kaum berichtet wurde.

Frage 4: 

Werden Patienten, insbesondere sehr alte Menschen, zu häufig invasiv beatmet, obwohl es eigentlich nicht notwendig wäre?

Mehr als 38 Prozent sagen, dass Fälle von invasiver Beatmung vorkommen, die eigentlich unnötig sind, weitere 24 Prozent sagen sogar: eindeutig. Nur gut 38 Prozent können das nicht oder eher nicht bestätigen.

Eine Auswahl aus den ergänzenden und individuellen Einschätzungen zu Frage 4:

"Besonders in der Frühphase der Pandemie wurde krankenhausintern heftig über diesen Umstand diskutiert. Leider in der Regel aus den gängigen hierarchischen Strukturen heraus und weniger auf der Inhaltsebene."

"Die nichtinvasive Beatmung gestaltet sich aufgrund der mangelnden Bereitschaft und Compliance der alten Patienten sehr schwierig. Daher wird schneller intubiert."

"Von unseren Patienten wurde keiner bis zum jetzigen Zeitpunkt beatmet."

"Patienten-Verfügungen werden einfach ignoriert, viele Pat. wollten dies gar nicht, leiden dadurch länger."

"Wenn man zum Beispiel an seinem Dienstwochenende als OA zurückhaltend mit der ITN war, kommt am Montag in der Frühbesprechung sofort vorwurfsvoll die Nachfrage, warum noch kein Tubus liegt! Ich sage dann immer: Auch der Everest wird mit 70er Sättigungen bestiegen. Also kann bei 88% pO2 und normalem CO2 kein Grund zur ITN vorliegen. Offensichtlich sehen das die jungen Spielkinder anders. Vor allem monetäre Gründe scheinen auch eine Rolle zu spielen. Zu 90% sterben die Patienten an der Beatmung dann nach langem, für alle beteiligten quälenden Verlauf. Kein einziger zur ECMO verlegter Patient hat überlebt. Schon Sauerbruch schien mehr Ahnung von den Folgen hoher Sauerstoffkonzentrationen und Druckschäden am Gewebe zu haben. Ja, Sauerstoff ist toxisch! Die wenigsten Ärzte wissen dies."

"Outcome auf Normal-isolierstation sehr gut bei straffer Organisation. Behandlung Dexam. Und Heparin nach neuer Studienlage".

"Ca. 50% unserer Pflegebedürftigen werden überversorgt, obwohl bei den meisten ersichtlich ist, dass diese nun sterben werden. Aber anstatt in Würde und Anstand palliativ sich von den Angehörigen verabschieden zu können bzw. versorgt zu werden, kommen doch sehr viele noch in die Klinik und sterben unter Umständen alleine."

"Beginn 2020 u.U. zu großzügig invasiv beatmet, inzwischen wird NIV in der Regel ausgereizt."

"Man ist sogar angehalten, eine Beatmung zu dokumentieren, obwohl der Patient spontan atmet. (Abrechnung)"

"Laut Aussage eines verärgerten Hausarztes über seine 2 Patienten, die im Krankenhaus behandelt wurden. Auf seine Nachfrage, warum diese Menschen grundlos beatmet wurden, hat er die Antwort bekommen: die wurden gar nicht beatmet, aber man hat das im Bericht angekreuzt, weil das besser abgerechnet wird."

"Stark davon abhängig wer Leiter der einzelnen ICU`s ist."

"Kein Fall bekannt."

"Internistisch-pneumologisch geführte Intensivstationen intubieren bei gleichem Patientengut wesentlich seltener als anaesthesiologisch geführte Intensivstationen. Ein guter Freund und Kollege, exzellenter Pneumologe, roch schon im März 202 den Braten und überprüfte alle seine „Staubsauger" (CPAP/BiPAP-Geräte für Schlafapnoiker), ob sie auch für die nichtinvasive Beatmung geeignet sind, und kaufte zusätzliche O2-Konzentratoren. Er hat sicher vielen mit diesem wenig invasiven Vorgehen das Leben und die Lunge gerettet."

"Das ist ja zwischenzeitlich auch korrigiert worden."

"Besonders am Anfang der Pandemie haben wir viel zu oft intubiert."

"Am Anfang der Pandemie ist es wohl vorgekommen."

Anmerkung von Dr. Gunter Frank:

Wie bereits von führenden Lungenmedizinern angemahnt, scheint insbesondere in den ersten Wellen die unnötige, invasive Beatmung ein schwerwiegendes Behandlungsproblem darzustellen. Inwieweit auch Abrechnungsanreize zu unnötigen Todesopfern geführt haben, ist eine wichtige, unbedingt zu klärende Frage. Dies betrifft jedoch ganz sicher nicht alle Krankenhäuser.

Frage 5:

Die Covidsterberate ist derzeit sehr niedrig. Viel niedriger als im Frühjahr 2020. Dennoch gibt es fast so viele Intensivpatienten wie während der schweren Welle im Januar 2021 und die Hälfte davon wird sogar invasiv beatmet (2020 starben 78  Prozent der beatmeten Über-80-Jährigen). Das passt nicht zusammen. Wie erklären Sie sich dies?

Die Diskrepanz zwischen der hohen Zahl der Intensivpatienten und der aktuell sehr niedrigen Sterberate erklärt sich fast die Hälfte (48 Prozent) der Teilnehmer mit finanziellen Anreizen, die Krankenhäuser zum Tricksen verleiten. Mehr als ein Viertel traut sich kein Urteil zu, eine weitere große Gruppe hält die gestiegene Zahl jüngerer Patienten, die keinen tödlichen Verlauf hätten, für ursächlich.

Eine Auswahl aus den ergänzenden und individuellen Einschätzungen zu Frage 5:

"Ich fürchte, dass vor allem an kleinen Krankenhäusern die Krämerseele der Verwaltungen und die Trotzhaltung der seit Jahren ausgenutzten Anästhesisten als Leiter der Intensivstationen zusammenkommen. Soll heißen: Ich traue es vielen leitenden Anästhesisten zu, „fünfe gerade sein zu lassen" bei der Aufnahme von Patienten auf die Intensivstation, da sie sagen: „Wenn wir die Prämie vom Staat bekommen können, dann holen wir uns die auch." Außerdem, schätze ich, kennt und nutzt jeder koordinierende Intensivmediziner das Prinzip der „Joker"-Fälle. („Gerade eben rechtfertigbar, ihn auf Intensiv zu behandeln, kann aber bei Aufkommen von schwereren Fällen sofort auf Normalstation verlegt werden.") Damit lassen sich auch hervorragend die >70% Auslastung einhalten."

"Grundsätzlich dürfte sich die Behandlung deutlich verbessert haben. Für Außenstehende ist es schwer zu beurteilen, aus welchen medizinischen Gründen eine Intensivbehandlung nötig ist."

"Entlassbriefe von Covidpatienten haben ein Dutzend Diagnosen, Covid nie an erster Stelle."

"Viele Patienten mittlerweile post-COVID und werden weiterhin beatmet"

"Auch ausländische Patienten werden eingeliefert und behandelt."

"Die aktuellen Covid-Patienten sind viel jünger und überleben einen schweren Verlauf viel besser."

"Intensivstationen müssen voll belegt sein, damit sie rentabel sind."

"23 Jahre Neurochirurgie, 23 Jahre die ewige Frage: Haben wir ein Intensivbett!?

"Bei uns gibt es im Moment keine Corona-Intensivpatienten. Die finanziellen Anreize sind nicht zu leugnen. War im Januar 21 sehr gut zu erkennen."

"Sehr viele ausländische Patienten/Migranten."

"Die Behandlung hat sich verbessert, es werden nicht mehr alle direkt beatmet."

"Auffällig ist, dass vermehrt ausländische Patienten mit normalen Infektsymptomen in der ZNA aufschlagen, die direkt mit positivem Test aufgenommen werden. Es kommt kein deutscher Bürger mit Husten in eine ZNA. Die bleiben daheim und kurieren sich aus."

"Bei uns werden Begleitmütter oft als Patienten geführt, um das Geld zu bekommen."

"Während der ersten Welle waren Coronapatienten entweder sehr alt oder Typ1 Diabetespatienten. Seit der Impfung hat sich das geändert und es müssen auch jüngere Patienten auf Intensiv versorgt werden."

"Auch Covidpatienten aus dem Ausland werden aufgenommen, um Betten belegt zu haben."

"Einige Patienten kommen in unsere Rehaklinik mit z.n. Covid ohne nähere Definition der einweisenden Klinik. Die meisten haben nur noch geringe oder keine Beschwerden. Die Alterszusammensetzung ist gemischt, bzw. der Anteil der Älteren ist etwas höher."

"Ein Großteil der Patienten hat Migrationshintergrund. Oft haben sie sich auf großen, eigentlich verbotenen Feiern angesteckt. An Quarantänemaßnahmen wird sich oft grundsätzlich nicht gehalten. Stirbt dann ein hochbetagter Patient aus einem Clan, entsteht dann massiver Stress durch Drohungen und Vorwürfe. Ein weiterer neuer Stressor, der seit Jahren aber zunimmt."

"Es werden auch Patienten mit anderen Grundleiden Corona zugeordnet. Gibt höhere Vergütung."

"Der Hintergrund und Zusammenhang ist für mich nicht erklärbar. Die Patienten mit sehr schweren Verläufen auf unserer Intensivstation werden seit Anfang 2020 bei uns bis auf das Wegfallen von Hydroxychloroquin unverändert behandelt. Nur Bronchoskopien werden nun häufiger durchgeführt (Anfang 2020 wurden diese möglichst vermieden, um zusätzliche Aerosole im Zimmer zu verhindern, um Mitarbeiter zusätzlich zu schützen), wobei diese eher nur dem Erregernachweis bei (den häufigen) zusätzlichen bakteriellen Infektionen dienen."

"Viele Vulnerable sind schon verstorben und der Rest ist oftmals immunisiert, entweder durch Impfung oder Infektion."

"Zudem sind die Patienten meist jünger und verkraften eine Erkrankung besser."

"Patienten mit positivem Test werden als jederzeit verlegungsfähiger „Joker" auf Intensivstation behalten."

"Einerseits sind Intensivstationen immer „gut" belegt, dazu kommt ein Konglomerat aus Bettenabbau (gut finanziert) und Personalmangel."

"Meine persönliche Wahrnehmung ist, dass wir derzeit viele schwer und schwerst vorerkrankte Pat. von der Intensivstation zurückverlegt bekommen. Insgesamt ist der Allgemeinzustand oftmals so schlecht, dass ich nicht differenzieren kann, was welchem Umstand zuzuschreiben ist. Seit etwa Dezember haben wir z.B. vermehrt Pat. mit Zustand nach Lungenarterienembolien. Viele Pat. lagern auffällig oft Wasser ein, die über das übliche Maß hinausgehen, haben schwer einstellbare Blutdrücke o. Blutzucker und zusätzliche Infektionen wie Harnwegsinfekte. Dyspnoe ist deswegen m.M.n. überwiegend nicht ausschließlich auf Covid zurückzuführen, sondern Teil schon vorhandener schwerer Herz-, Nieren- und Lungenvorerkrankungen, die „plötzlich" eine starke Verschlimmerung erfahren. Wir betreuen durchschnittlich 14 bis 15 Pat. auf unserer Station. Mittlerweile sind davon bis auf 1 max. 2 Pat. alle geimpft, ein Viertel geboostert."

"Das ausländische Pat. vermehrt intensivmedizinisch behandelt wurden, kann ich bestätigen, allerdings verlief diese Phase auch in Wellen."

"Sicher kann ich nur sagen, dass viele Patienten „Covid" nur als positives Testergebnis haben, aber in der Diagnoseliste wird das aufgeführt. Z. B. eigentliche Behandlung nach Knie-TEP, im Befund steht dann irgendwo, dass der Patient zu keinem Zeitpunkt Symptome hatte, Schlaganfallpatienten, die zeitweise fast täglich getestet wurden, und irgendwann einmal positiv waren..."

"Für die alten Patienten ist die Impfung sicher nützlich."

"Es wurde zu früh intubiert, bei der ersten Welle starben schon mehr, vor allem alte Menschen, die sicherlich nicht unbedingt intubiert hätten werden sollen! Jetzt ist das Patientengut jünger, aber kaum ohne Vorerkrankungen und wir intubieren weniger rasch."

"Meine Vermutung ist, dass die nicht plausiblen Statistiken mit dem DRG System zusammenhängen, d.h. mit Zusatzentgelten für PCR pos. Patienten. Will sagen, es ist m. E. völlig verständlich, dass die PCR pos. Patienten als C-Patienten abgerechnet werden. Wenn Geimpfte dann aber in die RKI-Statistiken als „Ungeimpfte“ eingehen, weil ihr Impfstatus als „abgelaufen“ gilt oder sie asymptomatisch sind (PCR pos. Test allein gilt ja nicht als „Impfdurchbruch“), dann kommt es zu einem falschen Bild."

"Nicht nur die Behandlung ist eine bessere, auch die vorherrschende Mutation trägt dazu bei. Eine Mutation, die weniger stark die Lunge befällt, lässt auch die Überlebenschance erhöhen nach einer Beatmung, wenn diese überhaupt notwendig ist."

"Alle Punkte spielen eine Rolle (außer Pkt. 5, das halte ich nicht für ein regelmäßiges Phänomen)."

"Großes Thema, Covid als Zufallsbefund sehr häufig. Zusätzlich aber auch schonendere Beatmung. Impfung... Bei uns sind immer fast alle Patienten geimpft."

"Die Intensiv muss möglichst voll sein und ich vermute, dass es für Covid-Pat. zusätzlich Geld gibt. Auf jeden Fall ist das bei 'Iso-Patienten' so."

"Ich höre so etwas von mit mir zusammenarbeitenden Intensivpflegekräften, die zum Schweigen verpflichtet sind. Im Übrigen weiß man, dass die Entscheidung 'intensiv' oder 'normal" je nach Auslastung etc. pp. willkürlich sein kann. Dasselbe gilt für die Indikation zur Beatmung."

"Es sterben weniger Patienten an Covid, weil die Risikopatienten, die in vorherigen Wellen verstorben sind, jetzt größtenteils geimpft sind. 2020/21 war ein halbes Stockwerk mit multimorbiden und hochbetagten Covidpatienten belegt, jetzt sind die Hochbetagten geimpft."

"Auch in Risikogruppen wie Migranten aus dem Ex-Jugoslawien und Albanien ist die Impfquote jetzt wohl eher höher, nachdem diese Gemeinschaften gesehen haben, dass einige Ungeimpfte in der Sommerwelle 2021 verstorben sind."

"Da spielen mehrere Punkte eine Rolle. Sicher wird die Beatmung von Patienten auch schonender eingesetzt, Patienten sind evtl. auch mit Entwicklung des Virus jünger geworden."

"Als Hauptgrund sehe ich aber positiv getestete Patienten, die wegen anderen Erkrankungen auf der Covid Station landen."

"Tatsächlich sind auf unserer Intensivstation viele ausländische, junge, ungeimpfte Patienten. Jung bedeutet in diesem Fall: Unter 65"

Anmerkungen von Dr. Gunter Frank:

Die Situation auf Intensiv ist sicher sehr komplex. Viele ausländische Patienten oder auch symptomarme Covidpatienten verfälschen die Statistik. Und: Welcher Patient intensivpflichtig ist, hängt anscheinend immer auch vom Belegungsgrad und finanziellen Anreizsystemen ab. Auch gibt es zur Frage, inwiefern sich die Altersstruktur 2020–2022 geändert hat, unterschiedliche Angaben und Erklärungen. Impfungen? Bessere Behandlung? Bereits in der ersten Welle verstorbene Alte? Kurz: Die Intensivbelegung ist multifaktoriell, stark interessengetrieben und spiegelt oft nicht den tatsächlichen Bedarf wider. 

Lesen Sie morgen Teil 2 der vierteiligen Umfrage-Auswertung.

 

Foto: Achgut.com

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A. Ostrovsky / 10.02.2022

Ich finde das seltsam. Wenn ich z.B. mit einem pensionierten Beamten, höherer Dienst, spreche oder mit einer PR-Beraterin oder mit dem Chef einer IT-Abteilung einer Versicherung, dann haben die sich vor allem deshalb pustern lassen, weil sie einen kennen, der einen Klinikchef kennt, der röchelnd und mit herausquellenden Augen beschrieben / vorgespielt hat, wie die Covid-Toten sterben. Einige gaben auch einen Cousin oder Bruder an, der lange Zeit Chefarzt in der Chirurgie war, der auch das Röcheln der Todeskandidaten gut nachmachen kann. Sind die dann alle Deppen? Einer meiner Nachbarn hat sich jedes Jahr die Grippeschutzimpfung geben lassen, ist dann kurz darauf mit Grippe erkrankt, schwört aber, dass er nur deshalb noch lebt, weil er geimpft war. Ich kann da überhaupt nicht anstinken, weil ich weder genau weiß, wie Corona-Sterbende die Augen verdrehen, noch hat mich jemals ein grippeartiges Virus zu mehr als 38,5 Grad, Husten, triefende Augen, Kopf-, Hals-, und Gliederschmerzen verleitet. Aber besonderen Todesmut habe ich da nicht gebraucht. Werde ich von den Viren etwa diskriminiert? Oder ist das ein psychologischer Effekt, dass ich die Todesgefahr immer verdränge, wenn ich doch nochmal knapp überlebt habe. Mit meinem Hausarzt kann ich das nicht klären, der lässt mich nicht mehr in seine Nähe und meine Krankenakte will er mir auch nicht aushändigen, wegen Persönlichkeitsrechten und Datenschutz. Immerhin hat er ja eine DSGVO-Belehrung erhalten und mit Unterschrift bestätigt und steht deshalb mit einem Bein im Zuchthaus, sagt er. Bin ich vielleicht verrückt? Das wäre ja eine Erklärung, dass ich einen bisher nicht diagnostizierten Relotius-Schub erleide. Ich muss mal beim Karl anrufen und die Symptome vergleichen. Den Viehdoktor rufe ich lieber nicht an. Der ist nur zu den Tieren ehrlich, mich belügt der. Das darf er auch, weil er eine zentrale Figur bei den Anstrengungen der Bundesregierung ist, also neuer Adel.

Christoph Kaiser / 10.02.2022

Zu Fragen 2., 3. und 5. : Stichworte: Testgenauigkeit bzw. -eignung, Differentialdiagnose!!! Die Problematik sollte klar sein…..... Der TEST, die Mutter aller Probleme!

j. heini / 10.02.2022

Wir Leser könnten uns auch beteiligen, indem wir unser privates Umfeld befragen. Meine Ergebnisse: Unterhaltung mit einem Arzt hat bereits vor Jahren ergeben, dass er bedauert, viel zu viel Verwaltungsarbeit bewältigen zu müssen. Die Behandlung der Patienten sei seine eigentluche Aufgabe. Aber die Zeit werde weggefressen. Unterhaltung mit einer Krankenschwester ergab das gleiche. Zudem kommt Personalabbau hinzu. Unterhaltung im Altersheim: Es gibt Pflegekräfte, die arbeiten, obwohl sie über ihren Partner ihr finanzielles Auskommen haben. Bei Einführung der Impfpflicht für ihren Beruf dürften sie nicht mehr beschäftigt werden. Das Altersheim ist personell auf Kante genäht, die Pflege beschränkt sich bereits auf das körperliche Grundwohl. Die Frage “Wie geht es Ihnen” wird schon lange nicht mehr gestellt, denn wenn ein Bewohner Unwohlsein äußert, muss sich der Pfleger die Zeit nehmen, sich mit denjenigen zu unterhaöten. Und die Zeit ist nicht da. Wenn in dieser Situation eine noch so geringe Zahl von Pflegern wegfällt, lassen sich noch nicht mal mehr die körperlichen Grundbedürfnisse Aufstehen, Waschen, Anziehen, Toilettengang, Mahlzeiten vernünftig erfüllen. Ich sehe natürlich, dass all Pflege im Altersheim oder immer perfektere Pflege im Krankenhaus ein Wohlstandsdienst ist. Wer kann sich überhaupt die Bezahlung dieser Dienstleistung leisten? Dazu schaue sich jeder seinen Nettostundenlohn an und überlege, wie lange er arbeiten muss, um eine Stunde Bruttolohn zu bezahlen. Egal, ob Handwerker oder Pflege. Ärzte wurden verteufelt als zu gut bezahlt. Und eben, wie unser gesamtes Leben, zugemüllt mit Verwaltungsaufgaben. Manche Leistungen lassen sich eben nicht in Billiglohnländer auslagern, um hier dem Mythos Mindestlohn frönen zu können. Wobei Auswanderung, damit die Rente reicht ansatzweise ja bereits beworben wird. Aber dazu muss das internationale Steuerrecht angepasst werden. Es muss sichergestellt werden, dass D auch von den Auswanderern Steuern bekommt.

Dieter Kief / 10.02.2022

Manfred Prenzel, Sie haben irgendwie natürlich recht. aber im speziellen Fall haben sie vermutlich nicht recht. Es waren in Freiburg und in Mannheim/HD und an anderen Kliniken Covid-Patienten .a.u.s. .d.e.m. .A.u.s.l.a.n.d. (Elsaß, Italien, Lothringen, Pas de Calais, Seine/ Sainte Denise)...Patienten aus Italien in Bayern…die die zusätzliche Arbeit verursacht haben. Außerdem gibt es in Heidelberg einen erheblichen Medizintourismus aus den Golfstaaten usw. - das sehen sie dort auch, wenn sie schlicht durch die Einkaufsstraßen laufen…Wie der bei Corona zu Buche schug, weiß ich aber nicht zu sagen.

Heidi Falkenberg / 10.02.2022

Wer medizinisches Personal in seinem familiären Umfeld und/oder Freundeskreis hat, kann viele der Antworten vom Hörensagen bestätigen. Dadurch entstand schon frühzeitig das Gefühl, dass hier etwas so gar nicht im Einklang mit der medialen Berichterstattung stand. Natürlich waren das dann Eindrücke, die einzeln für sich genommen standen, aber je öfter man sie von weiteren Personen hörte, desto mehr konnte man sich ein Bild von der Lage machen, die offensichtlich medial völlig verzerrt und propagandistisch aufgebauscht wurde. Solche Umfragen, solche Erhebungen, die von der Regierung - ich behaupte: absichtlich - unterlassen wurden, bestätigen nur die gewonnenen Eindrücke. Danke an Dr. Frank, der einmal mehr das tut, was “von oben” nicht gewollt ist, weil es das Narrativ erschüttert! Die Dominosteine fallen!

T. Schneegaß / 10.02.2022

“Welcher Patient intensivpflichtig ist, hängt anscheinend immer auch vom Belegungsgrad und finanziellen Anreizsystemen ab.” Beispiel dafür in der eigenen Familie. Schwiegersohn hat plötzlich Bauchschmerzen. Hausarzt macht Sonographie und weist sofort in Krankenhaus ein (Einweisungstest negativ), wo ihm am selben Nachmittag der Blinddarm entfernt wird. Als er aufwachte, fand er sich auf der ITS wieder. Das war an einem Dienstag. Auf die Frage wieso, die Antwort: da muss noch etwas “abgeklärt” werden. Da lag er dann putzmunter und wir chatteten mehrfach am Tag miteinander. Am Donnerstag wurde er ungeduldig und fragte erneut nach der ITS-Notwendigkeit. Die Antwort in einer umwerfenden Offenheit: er kommt auf Normal, sobald sein ITS-Bett benötigt wird. Als er vorsichtig dagegen protestierte (man ist ja den Göttern in weiß komplett ausgeliefert), erklärte man ihm, dass er dann eben “morgen” verlegt würde, auch wenn sein Bett nicht benötigt würde. Der Freitag kam und nichts passierte, ebenso am Samstag und Sonntag. Am Montag Mittag wurde er dann auf Normal verlegt und am Mittwoch früh, knapp zwei !!! Tage nach Verlassen der ITS als genesen nach Hause entlassen. Wunder gibt es immer wieder. Ob er als Covid-Patient auf ITS in die Statistik einging, wissen wir nicht.

S. Bollinger / 10.02.2022

sehr informativ und interessant, tut gut mal etwas objektives von “der Front” zu erfahren. Unter dem Strich: wir brauchen einen Reset und zwar dringend bei dem durch und durch korrupten Abrechnungssystem unserer “Verstümmelungs-Fabriken”. Was mir Sorge bereitet ist die Tatsache wie unkritisch die meisten aus dieser Branche sind, das wird durch die Umfrage nicht ganz so deutlich. Ärtze und Pfleger haben das Spiel mitgespielt, und teilweise in betrügerischer Absicht gehandelt. Zynischerweise muss man zugestehen dass es im Gesundheitssystem schon vorher so zu ging und keiner sich an einem System zu stören scheint das offensichtlich komplett fehlgesteuert wird. Achja, unsere “Lipobay-Heulboje” war doch massgeblich für die “Fallpauschale” verantwortlich, na - das nenne ich “den Bock zum Gärtner machen”. Gier und Angst, damit lässt sich eben alles steuern.

Arno Josef / 10.02.2022

Das deckt sich mit meinen persönlichen Gesprächen - auch auf Spaziergängen! Danke!

Silvia Orlandi / 10.02.2022

Danke sehr, für ihre Arbeit.Sie stellen die richtigen Fragen.

Chris Groll / 10.02.2022

Hallo Herr Dr. Frank, immer wieder Dank für Ihre Mühe und Aufklärung zu diesem Thema.

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