Nachdem offenbar auch die Pandemie-Besessenen in staatlichen und überstaatlichen Stellen nicht besonders viel Vertrauen in die langfristige Durchführbarkeit ihrer zwar medial gepuschten, aber doch allzu offensichtlich potemkinschen „Hanta-Pandemie“ hatten, wird gerade mit Ebola die nächste, bereits mehrfach aufgewärmte Sau durch’s Dorf getrieben. Und nicht zu knapp. Am 28.5. spekulierte Spiegel online bereits: „Wird dieser Ebolaausbruch der größte, den es je gab?“ Und einen Tag später klärte Zeit online seine Leser auf „Ein Arzt berichtet: Darum gerät Ebola im Kongo gerade außer Kontrolle.“ Natürlich regelmäßig illustriert mit Personen in Schutzanzügen, als wären sie direkt Wolfgang Petersens Film „Outbreak“ entsprungen.
An dieser Stelle ist es sinnvoll, an eine Kennzahl zu erinnern, die der 2017 verstorbene Hans Rosling, Autor des Buches „Factfulness: Ten Reasons We're Wrong About the World – and Why Things Are Better Than You Think“, 2009 angesichts des Medienrummels um die „Schweingrippe-Pandemie“ eingeführt hat: die Anzahl an Nachrichtenmeldungen zu einer bestimmten Infektionskrankheit, geteilt durch die Anzahl der durch diese Krankheit verursachten Todesfälle („News-to-Deaths Ratio“). Für die Schweinegrippe lag diese Kennzahl 2009 bei 8176, während sie für Tuberkulose unter 0,1 lag.
An letzterem Wert dürfte sich nicht viel geändert haben, denn damals wie heute starben und sterben laut WHO rund eine Million Menschen weltweit an Tuberkulose, alleine rund 300.000 davon in Afrika. Und auch wenn Malaria öfter in den Nachrichten sein dürfte als Tuberkulose, sind Meldungen zu Malaria angesichts von – ebenfalls laut WHO – rund 600.000 jährlichen Todesfällen vergleichsweise selten. Außer natürlich, wenn gerade einmal wieder die neueste, diesmal aber ganz sicher und wirklich wirksame – also bis zum Einsatz in der Realität – Impfung einen kurzlebigen, medialen Hype auslöst, aber das ist eine andere Geschichte. Über 90 Prozent der Malaria-Todesfälle ereignen sich übrigens in Afrika, also deutlich über eine halbe Million.
Insgesamt sind diese beiden Erkrankungen damit für weltweit rund 1,6 Millionen Tote verantwortlich, gut die Hälfte davon in Afrika. Damit liegen sie aber vermutlich immer noch deutlich unter der Anzahl an Todesfällen, die weltweit von Krankenhauskeimen verursacht werden, denn daran sterben allein in Deutschland geschätzt zwischen 15.000 und 45.000 Menschen jährlich.

Die ganze Absurdität der Berichterstattung
Vergleicht man diese Zahlen mit denen für Hantaviren oder Ebola, so wird die ganze Absurdität der Berichterstattung deutlich. Beginnen wir mit Hantaviren. Dabei handelt es sich um eine ganze Gruppe von Viren, die weltweit vorkommen. Laut einer Übersichtsarbeit von 2008 erkranken weltweit geschätzt 150.000–200.000 Menschen jährlich an verschiedenen Hantaviren. Zum Vergleich, die Zahl der weltweiten Malariaerkrankungen liegt laut WHO bei 282 Millionen. Es gibt allerdings vergleichsweise wenige Originalarbeiten zu Hantaviren, viele Veröffentlichungen sind Übersichtsarbeiten, die die immer gleichen Studien zitieren. Eine der wenigen Originalarbeiten, die immer wieder zitiert wird, stammt aus dem Jahr 2010 und hat für die Jahre 1997–2007 für Schweden 5.282 Erkrankungsfälle mit dem dortigen Vertreter der Hantaviren, dem Puumalavirus, zusammengetragen, von denen 21 tödlich ausgegangen sind – also ungefähr zwei Todesfälle pro Jahr. Damit ergibt sich eine Fallsterblichkeit (die Autoren schreiben explizit „case-fatality rate“) von schreckenerregenden 0,4 Prozent. Die Infektionssterblichkeit liegt bei solchen Erkrankungen stets niedriger, dürfte also für diese Variante der Hantaviren ungefähr im Bereich der altbekannten Influenza liegen.
Aber, wird der Pandemie-Besessene nun einwerfen, auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius wütete das viel gefährlichere Andes-Virus, mit einer Infektionssterblichkeit von 40 Prozent, und auch noch übertragbar von Mensch zu Mensch. Betrachten wir also dieses gefährliche Killervirus. Das Andes-Virus kommt, wie der Name vermuten lässt, normalerweise nicht auf Kreuzfahrtschiffen vor, sondern vor allem in Südamerika. Allerdings gab es bisher keine Meldungen von entvölkerten Dörfern oder menschenleeren Regionen in dieser Weltgegend. Das ist auch kein Wunder, denn laut der erwähnten Übersichtsarbeit werden für ganz Amerika pro Jahr gerade einmal rund 200 Erkrankungen aufgrund dieses Virus nachgewiesen. Gut, die Fallsterblichkeit liegt bei den medial weit verbreiteten 40 Prozent, aber in absoluten Zahlen sind es damit eben doch nur 80 Todesfälle pro Jahr in einer Region, die von Chile bis Kanada reicht.
Und auch die Übertragung von Mensch zu Mensch, die in den Medien immer wieder erwähnt wurde, ist alles andere als sicher nachgewiesen. Im Gegenteil, eine Meta-Analyse, also eine Übersichtsarbeit vorhergehender Forschungsarbeiten, kam 2022 zu dem Schluss, dass die einzige Arbeit, die glaubt, eine Übertragung von Mensch zu Mensch nachgewiesen zu haben, methodisch nicht wirklich verlässlich ist. Insgesamt gesehen, war der mediale Hype um 3 (in Worten drei) angebliche Todesfälle durch Hantaviren ähnlich absurd wie der von vielen schon vergessene „globale Gesundheitsnotstand“ aufgrund der Affenpocken (heute politisch korrekt mpox genannt), der überlappend mit der angeblichen Covid19-Pandemie ausgerufen wurde.
17 angeblich bestätigte Todesfälle durch Ebola
Aber, ruft hier der bereits erwähnte Pandemie-Besessene (Leser mögen hier gerne ihren Lieblingsnamen einsetzen) wiederum, Ebola ist eine ganz andere Hausnummer. Hämorrhagisches Fieber, Blutungen aus Haut und Augen, 50 Prozent Infektionssterblichkeit (hier bitte Luft holen), das muss man doch ernst nehmen. Nun, das beste Mittel gegen Panik sind immer noch Zahlen. In der aktuellen „Ebola-Pandemie“, die örtlich momentan auf den Osten der „Demokratischen Republik Kongo“ beschränkt ist, gab es laut Spiegel online bis Sonntag, den 24. Mai, mehr als 900 Verdachtsfälle und angeblich 200 Todesfälle.
Schon das ist nicht besonders dramatisch angesichts der Tatsache, dass in der Provinz Ituri geschätzt 4,4 Millionen Menschen leben. Das heißt, bei einer (laut Internet) Lebenserwartung von etwa 62 Jahren sterben in dieser Provinz grob überschlagen zwischen 1.200 und 1.400 Menschen pro Woche. Noch interessanter wird es, wenn man die sogenannten „confirmed cases“ betrachtet, sprich die Fälle bei denen ein PCR-Test auf ein Stück Erbgut des Ebola-Virus positiv war (was auch immer das bedeutet). Dann landet man nämlich, um aus der relevanten ECDC-Meldung zu zitieren, bei „125 confirmed cases, which included 17 deaths“, Stand 29. Mai 2026. Um es noch einmal zu betonen: 17 angeblich bestätigte Todesfälle durch Ebola innerhalb eines Monats in einer Region, in der jeden Monat mindestens 5.000 Menschen an allen möglichen Ursachen, einschließlich der verschiedensten Infektionskrankheiten sterben. Und nicht nur das, bei 125 Infektionen und 17 Todesfällen (vorausgesetzt, diese Zahlen sind verlässlich) liegt auch die Fallsterblichkeit nicht bei den medial gerne erwähnten 50 Prozent, sondern bei rund 14 Prozent.
Aber bleiben wir bei den bestätigten Todesfällen. Malaria ist, wie oben erwähnt, für gut 550.000 Todesfälle jährlich nur in Afrika verantwortlich. Um auf 17 Todesfälle zu kommen, benötigt Malaria also Afrika-weit gut 16 Minuten. Bei 300.000 Todesfällen jährlich benötigt Tuberkulose dafür Afrika-weit immerhin eine knappe halbe Stunde – weltweit mit 1 Million Todesfällen allerdings weniger als 10 Minuten. Oder gehen wir nach Deutschland und betrachten Krankenhauskeime. Hier dauert es zwischen 3 1/2 und 10 Stunden (je nachdem, welche Schätzung der Todeszahl man annimmt), bis in Deutschland 17 Menschen an Krankenhauskeimen verstorben sind. Dennoch sterben damit pro Tag immer noch mehr Menschen an Krankenhauskeimen nur in Deutschland, als innerhalb eines Monats während der neuesten „Pandemie“ an Ebola gestorben sind.
Vorbereitung tendenziell totalitärer Maßnahmen?
Egal wie man es dreht und wendet, auch wenn sie im Gegensatz zu Hantaviren oder Ebola kaum Aufmerksamkeit in den Nachrichten bekommen, so verursachen Tuberkulose, Malaria und Krankenhauskeime dennoch weitaus mehr Todesfälle. Rational betrachtet, sollten Letztere also viel stärker in den Medien vertreten sein, weil die Wahrscheinlichkeit, an einer dieser Erkrankungen zu versterben, wenn sie auch absolut betrachtet nicht besonders hoch ist, so doch wesentlich höher ist, als die Wahrscheinlichkeit, an Ebola oder Hantaviren zu versterben.
Ob die mediale Hysterie, die allen Zahlen zum Trotz, gerade zu Ebola ausgebreitet wird, einfach nur Clickbait und damit quasi gewohnheitsmäßige Panikmache ist oder doch der Vorbereitung tendenziell totalitärer Maßnahmen und Gesetze dient, bleibt abzuwarten. Dass Gesundheitsministerin Nina Warken in diesem Zusammenhang von einem „Gesundheitssicherstellungsgesetz, das derzeit in Vorbereitung sei“ und in dem es auch darum gehe, „wie zum Beispiel Patienten bei kriegerischen Auseinandersetzungen verlegt und Verwundete aufgenommen werden könnten“ spricht, lässt auf alle Fälle nichts Gutes ahnen. Ohne jeden Zweifel aber dürfte der wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenbruch, den deutsche Politiker seit 20 Jahren vorantreiben, für die Menschen in Deutschland weitaus gefährlicher sein als sämtliche medial gehypten „Pandemien“ zusammengenommen.
Andreas Zimmermann ist promovierter Naturwissenschaftler und lehrt an einer deutschen Hochschule. Er schreibt hier unter einem Pseudonym.
Beitragsbild: Pixabay
Um’s mal fußballfilosophisch Auszudrücken: Nach der Pandemie ist vor der Pandemie…
90% der Bürger sind vollkommen zahlenblind, daher funktioniert es und wird auch weiter so genutzt. Wäre das in der Bevölkerung nicht so, gäbe es weder Klimamaßnahmen, noch Migration oder Pandemiemaßnahmen.
Der Mensch stirbt. Das Leben ist zu 100% tötlich.
Natürlich geht es WHO, Karl der Verrückte, und anderen International-Sozialisten nur um autoritäre Machtinstrumente und Ladenhüter der Pharamindustrie in Umlauf bringen zu können.
Danke, Herr Ziegler, für die Zahlen und die Erinnerung an Hans Gosling. Gosling ist mein absoluter Irritieren-durch-Zahlen-Zauberer. Funktioniert bei Pessimisten, Naiven, Öffentlich-Rechtlich-Gläubigen und so manchem Idioten.
Hallihallo, die Schwundparteien leiden, wenn des Volkes Panik Schwindsucht hat. Der Exitus ist leichter zu ertragen, wenn die Todesängste möglichst vielen Schultern aufgebürdet werden.
Die deutschsprachige Erregungsgemeinschaft hat 2011 und bundesweit in allen Gazetten, Talkshows und unter allen Sofas, die Hempels je besaßen, fieberhaft nach einem EHEC-Erreger gesucht und nachdem schlussendlich derselbe in Salatsprossen eines Biohofes dingfest gemacht wurde, die Berichterstattung so schlagartig wie das Leben einer Eintagsfliege nach der Fortpflanzung beendet. Dreistellige Millionenbeträge erhielten europäische Gurkenhersteller, die zu Unrecht beschuldigt wurden und dadurch Absatzeinbußen auszubaden hatten. Zwar sind die Lebensmittelskandale bakterieller Natur und meldepflichtig, aber das mangelnde Interesse an dem Erreger nach seiner Entdeckung bleibt heute noch erklärungsbedürftig, vielleicht auch, weil der beteiligte Komplex der Bio-Nahrungsproduzenten eine heilige Kuh ist. So wie die Qualität der Rückverfolgung damals gering war, so bescheiden fällt Sie jetzt aus: Ein halbes Jahr Bundesnotbremse, danach wünscht Dir die Dich fortan Duzende Regierung zusammen mit dem Respektkanzler gute Weiterreise. Ähnlich der Bahn ist die Kommunikationspolitik und das reale Interesse an Gefahrenabwehr und Ursachenforschung fast so katastrophal wie die Umstände der AKW-Abschaltung, die derzeit gar keinen Ausfall des Stromnetzes erlaubt. Wie groß das Problem wirklich ist, erfährt man nur aus Foren, welche die Regierung am liebsten unter Quarantäne setzen ließe und als gar schröckliche Haßverbrechen gelten lassen würde.
Dient dieser „Artikel“ der Vorbereitung die Pressefreiheit einschränkenden Massnahmen? Die AfD könnte nach ihrer Machtergreifung argumentieren, die Medien (ausser achgut, Tichy, Antispiegel, Nius, Junge Freiheit, X und Praline) haben mit der deutschen Regierung totalitäre Gesetze vorbereitet und gehören verboten. Bis dahin freue ich mich, dass solcher Unsinn noch berbreitet werden darf. Aber auch darüber, dass Medien nicht von Einzelpersonen vorgeschrieben bekommen können, in welchem Umfang sie worüber berichten. Der „Artikel“erinnert mich auch an die monatelange Bewerbumg eines Reitschusterbuches mit „Kaufen Sie es, bevor es verboten wird“. Das Buch des nach seiner angeblichen Vertreibung längst zurückgekehrten Autors gibt es noch immer.