In einem schwindelerregenden Moment haben wir eine Zeitreise zurück ins Mittelalter unternommen. Vorläufig, und wer weiß wie lange, leben wir in kleinen, ängstlichen und semi-abgeriegelten Dörfern. Wenn wir noch Gräben hätten, würden wir jetzt die Zugbrücken hochziehen.
Auf allen Kontinenten sind die Grenzen geschlossen worden. Ich bezweifle, dass die Europäische Union noch dieselbe sein wird, nachdem diese schreckliche Belagerung vorbei ist. Diejenigen, die sich in der Vergangenheit geweigert haben, ihre Grenzen für Wirtschaftsmigranten und Dschihadisten zu schließen, sind nun aus einem anderen lebensbedrohlichen Grund dazu gezwungen worden.
Bezüglich der Situation in den Vereinigten Staaten sagte mir ein Gegner Donald Trumps tatsächlich dies:
Dieser verrückte mexikanische Präsident rät den Menschen, so weiterzumachen wie bisher. Er führt den Vorsitz bei einem Totentanz. Ich wünschte, Trump hätte diese Mauer hochgezogen!
Meine Stadt füllt sich mit Zelt-Leichenschauhäusern und Leichen-Kühlwagen. Wie mittelalterlich ist das? Nun, nicht so sehr, noch nicht, wir werfen die Leichen noch nicht in Gruben und/oder verbrennen sie alle, und die Polizei hat unsere Wohnungen nicht abgeriegelt.
Gefangen in der Reha
Und wie wirkt sich dieser Wahnsinn auf die Ärzte und Patienten in meinem persönlichen Leben aus?
Ich habe eine sehr liebe Freundin, praktisch ein Familienmitglied, die von Beruf Ärztin ist. Die Kollegen, mit denen sie an der Front gearbeitet hat, sind gefallen; einer ist gerade gestorben. Sie befürchtet nun, dass auch sie das Wuhan-(Corona-)Virus haben könnte.
Noch jemand, mit dem ich sehr eng befreundet bin, ist zum schlimmstmöglichen Zeitpunkt in der Geschichte in einer Reha-Einrichtung gefangen. Er hat Krebs, er ist gestürzt, und vielleicht hatte er auch einen Schlaganfall. Niemand durfte ihn im Krankenhaus besuchen, und auch im Reha-Zentrum sind die Türen für Besucher geschlossen. Seine Krankenakte und sein Bevollmächtigter in gesundheitlichen Dingen scheinen buchstäblich auf der Strecke geblieben zu sein. Ich bin bestürzt über sein Schicksal.
Ob er in einer Einrichtung oder zu Hause sicherer ist, wurde ich gefragt. Meine Antwort lautet wie folgt: Alle Krankenhäuser und alle Reha-Einrichtungen sind schon in normalen, nicht pandemischen Zeiten Orte des Grauens. Man braucht eigentlich immer private Hilfe, wenn nicht sogar eine Krankenschwester, was sehr teuer ist. Ein Familienmitglied kann eine 8-Stunden-Schicht übernehmen, aber nicht rund um die Uhr da sein. Das Personal in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen ist überlastet, unterbezahlt, mürrisch, nachtragend, inkompetent und nachlässig – gelegentlich auch engelsgleich. Sie haben weder die Zeit noch die Lust dazu, allzu häufig die Bettwäsche zu wechseln oder jemanden zur Toilette zu begleiten.
Man kann sich vorstellen, wie vielen Patienten es noch so ergeht. Und wie hart die Mitarbeiter an der Front – die Krankenwagenfahrer, Sanitäter, Apotheker, Arzthelfer, Krankenschwestern, Ärzte und Freiwillige – arbeiten müssen, und das unter solchem Risiko. Man kann sich nicht vorstellen, wie überwältigt sie sein müssen.
Wir sind nicht nur in der Zeit zurück, sondern in gewisser Weise hat sich der Westen auch mehr den „Entwicklungsländern“ angenähert. (Das ist der politisch korrekte Ausdruck für gescheiterte Staaten oder Tyranneien, die in enormer Armut stecken und in denen kein Gesetz gilt). In Teilen des Nahen Ostens, Asiens, Afrikas und Südamerikas wird von den Familien erwartet, dass sie die Bettlaken und Decken sowie die Nahrungsmittel für ihre hospitalisierten Angehörigen bereitstellen; oft müssen sie auch die Medikamente kaufen – wenn sie verfügbar sind. Es gibt nur wenige Ärzte und noch weniger Krankenschwestern. Die Familienmitglieder verlassen entweder ihr erkranktes Mitglied oder kümmern sich selbst um die Versorgungsschichten. Wird New York künftig ein bisschen mehr wie Kabul?
Jeden Abend um 19 Uhr versammeln sich große Menschenmengen (hoffentlich unter Beachtung des sozialen Distanzierens), um diese mutigen Seelen anzufeuern. Ich höre es aus fast einem Block Entfernung. Den ganzen Tag und die ganze Nacht höre ich auch die Sirenen der Krankenwagen.
Wird das Chaos ausbrechen?
Die sehr reichen Amerikaner werden immer gut zurechtkommen. Aber hier einige beunruhigende Fragen:
Wie werden diejenigen von uns, die früher Arbeitsplätze und Sicherheitsnetze hatten, es psychologisch schaffen, sich eine ganze Zeit lang an begrenzte Möglichkeiten anzupassen?
Was ist, wenn die sogenannte „Unterschicht“, die sich nun täglich vergrößert, kein Geld mehr für Lebensmittel hat? Wird das Chaos ausbrechen? Wird es zu Plünderungen kommen?
Was können wir dagegen tun, dass immer noch so viele Menschen darauf bestehen, große Gottesdienste zu besuchen?
Was werden entlassene Straftäter tun?
Werden Terroristen diesen Moment enormer Verwundbarkeit nutzen, um zuzuschlagen? Genau so etwas tun Terroristen.
Was meinen Sie dazu?
Auf der anderen Seite: Laut einem Arzt von der Front, mit dem ich gesprochen habe, nimmt die Zahl der täglich neuen Fälle in NYC ab.
Das Problem ist, dass wir nicht rechtzeitig im Voraus gewarnt wurden und dass wir keine Struktur für den Umgang mit einer Pandemie hatten. Dies wird – oder besser: sollte nie wieder passieren.
Unsere Welt wurde schon häufig von Epidemien heimgesucht. Die Menschheit hat überlebt. Die Sonne ging noch immer jeden Tag auf. Zweifellos wird sie das immer wieder tun.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung eines Textes, der ursprünglich auf israelnationalnews.com erschienen ist.
Beitragsbild: Pixabay
Moin Herr Prof. Murmelstein. Mal eine verwegene Frage nach Ihrer Sichtweise auf folgendes Phänomen: Was halten Sie von den sich anbahnenden bösen Streitereien zwischen I und NL bezüglich der Rettung durch Eurobonds? In NL wird diesbezüglich bereits hart agitiert. Der NL Böhmermannverschnitt Arjan Lubach hat diesem Spektakel letzten Sonntag knapp ein drittel seiner Sendezeit geopfert und kommuniziert nun mit I über die Frankfurter Tagespresse. Ich selbst weiß nicht so recht, was ich davon zu halten habe. Grundkonsens NL ist: I pfeift auf EU, warum soll EU I nun retten? Meinerseits wird nicht müde, NL wieder zu erden und nachzufragen, inwiefern EU für I denn in den letzten 20 Jahren bezüglich der illegalen Migration bei ~2500km Küste hilfreich war und das ich die Wut von I auf EU nachvollziehbar finde. Zwei Fragen: Wer, denken Sie, wird sich bei der Eurobondsfrage durchsetzen und 2. Wird an dieser Frage die EU zerplatzen? Freue mich auf Ihre Antwort, denn der Murmelstein irrt nicht. Hochachtungsvoll, SL
Es soll wirklich nicht überheblich sein, aber wir müssen auch mal Dinge aushalten, sonst können wir gleich ganz aufhören. Also spätestens wenn der Horror in der Dritten Welt ausbleibt, ist klar, dass wir uns kollektiv in Psychotherapie begeben sollten ( V.a. Angststörung/Hypochondrie/Psychosomatische Beschwerden).
Vielleicht noch etwas zur Bevölkerungszusammensetzung von Bergamo. Die Einwohnerzahl von Bergamo beträgt 122380 Menschen. Davon sind 31% in Bergamo geboren. Zirka 70% stammt aus anderen Regionen Italiens, vernehmlich aus Süditalien (Apulien, Campagna, Kalabrien, Sizilien). Etwa 20000 Menschen sind keine italienischen Staatsbürger (hauptsächlich Han-Chinesen, Marokkaner, Albaner, Bangladescher, Senegalesen etc.) – inoffiziell dürften es das doppelt so viele sein. (istat.it). Bei den Corona-Opfern handelt es sich (also) überwiegend um betagte Süditaliener, die in Zeiten des „Italienischen Wirtschaftswunders“ Ende der 50er Jahre nach Norditalien zogen um dort unter menschenunwürdigen Bedingungen am Arbeitsplatz frühzeitig ihre Gesundheit ruinierten und unter Anfeindungen der einheimischen Bevölkerung (Rassismus) ihr Leben fristeten. - Soviel zu den Vorzügen (einer) der modernen Gesellschaft.
@ G.Kramler: Großartige Idee. Es gab nur Hostals für Pilger. Dort kam man unter und wurde medizinisch versorgt. Klöster hatten immer einen Kräutergarten. Ein Roboter bei mir zu Hause wäre bedeutend beliebter bei mir als lauter mürrische, gehetzte Fremde um mich herum.
@ Flutz: Sterbefälle Italien im Jahre 2018: 633.133. Sterbefälle in jedem westlichen Land: Ein Prozent, schwankend um 10/1000. Einwohner Lombardei: Etwas über zehn Millionen, die meisten um Milano, das Umfeld von Bergamo (außer der Altstadt) gehört praktisch zum Großraum Mailand. Sterbefälle mit Corona Lombardei in meiner Liste aus La Repubblica vom 1.März bis 5. April: Um 9.000. Normalbefund. Ob sonst noch jemand in signifikanten Zahlen gestorben ist, werden wir sehen. Unterschiedlich ist hauptsächlich, dass uns Sterbende auf dem Bauch liegend auf Intensiv als degoutantes Bildmaterial vorgeführt werden, um Angst zu erzeugen. Ansonsten wird anscheinend so gestorben. Man kann seine eigenen Schlüsse daraus ziehen. Vielleicht wird davon ausgegangen, dass der Eine oder Andere in Zukunft alles tut, um Krankenhäuser zu meiden. Dann muss man nicht so viel Geld reinstecken.
@ Herrn Schuster - Die totale Leere im Osten gab es nun auch wieder nicht, z.B. optische Industrie (Jena), Erfindungen wie Elektronenmikroskope (M. Dardenne)...
@F.Lutz: Welche Besonderheiten Bergamo - Italien als Ganzes oder Spanien - aufweist weiß ich nicht. Wenn, dann orientiere ich mich an den weltweiten Zahlen. Schließlich geht es hier um einen weltweiten Shutdown. Und da kann Corona heute mit rd. 1/10 der jährlich üblichen Grippezahlen und Todesopfern "auftrumpfen". Was nichts Anderes heißt, als daß der Corona-Shutdown eigentlich schon unser ständiger Begleiter der vergangenen Jahre hätte sein müssen. Wenn er das bei 500.000 Toten nicht war frage ich mich, warum er das bei 100.000 sein sollte. ++ Ob "an" oder "mit" Corona gestorben wird: ich hab's zwar mal geschrieben, im Endeffekt ist es aber völlig belanglos. Ein Bruchteil der jährlichen Grippeopfer läßt "die Erde stillstehen". Ich sehe in den Folgen dieses Shutdowns eine erheblich größere Gefahr (Faktor 100 bis 1000 oder sogar mehr) für die Welt als in dem Corona-Virus. Sie mögen das anders sehen - das ist Ihr gutes Recht - würde aber ein Ignorieren der bekannten Zahlen voraus setzen.