Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Doch für den Steuer- und Kirchensteuerzahler wirft das Spendenwesen einige grundsätzliche, zwischen Gewissen und Ratio angelagerte Fragen auf. Was würde wohl Martin Luther dazu sagen?
Dank Internet und digitalem Schriftverkehr besteht die Briefpost nun schon seit Jahren nur noch aus Reklamesendungen, Rechnungen, amtlichen Schreiben sowie Spendenappellen aller möglichen Organisationen und Institutionen. Datenschutz – ehedem ein grünes Herzensanliegen, ist im digitalen Zeitalter längst kein Thema mehr. Entsprechend häufen sich Briefe mit beiliegenden, antiquiert anmutenden Überweisungsvordrucken samt Spendenquittung.
Terre des Hommes und/oder des Femmes, Greenpeace, Ärzte und/oder Reporter ohne Grenzen, SOS-Kinderdörfer und so weiter decken den säkularen Bereich ab. Diakonisches Werk (für Katholiken Adveniat), Christoffel-Blindenmission und speziell „Brot für die Welt“ appellieren an mein christliches Gewissen. Für Bethel empfinde ich, sofern ich die Überweisung (online) nicht vergesse, nach wie vor große Spendenbereitschaft, auch für die Blinden. Bedenken kommen seit längerem bei „Brot für die Welt“ auf. Ich beschränke meine entsprechende Spende (unter Verzicht auf Quittung) in der Regel auf den Gottesdienst an Heiligabend, wo in der Kurzpredigt nach Lukas, 2 die Weihnachtsgeschichte meist ohne direkten Bezug auf Matthäus, 2 mit dem aktuellen Flüchtlingselend verknüpft wird.
Für den Steuer- und Kirchensteuerzahler wirft das Spendenwesen einige grundsätzliche, zwischen Gewissen und Ratio angelagerte Fragen auf. Natürlich gehöre ich mit Beamtenpension samt Beihilfe zur Krankenversicherung zu den Glücklichen in diesem Staat oder auch – im kirchlichen oder allgemein karitativen Politsprech – zu den gegenüber dem „globalen Süden“ (ehedem „Dritte Welt“) Privilegierten in „diesem reichen Land“. Ich könnte mich mit geläufigen, klassenkämpferisch angereicherten Parolen über die Superreichen, beispielsweise über die exorbitanten Einkommen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ÖRR) oder anderswo herausreden. Nein, das Wissen um soviel Elend in der Welt nagt an meinem Gewissen. Und eben darauf zielen die vielen Spendenappelle.
Maßgeblich getragen von der Kirchensteuer
Aus einiger Distanz betrachtet, handelt es sich beim kirchlichen und nichtkirchlichen NGO-Spendenwesen um die moderne, säkulare Form des spätmittelalterlichen, in die Kreuzzüge zurückführenden Ablasshandels. Zwar plagt uns keine Angst mehr vor der Hölle, schon gar nicht Sorge bezüglich der (nicht nur) von Protestanten ohnehin abgelehnten reinigenden Sündenstrafen im Fegefeuer, aber es tut der Seele gut, ein gutes Werk in Cash oder per Smartphone zu tätigen.
Das Spenden für gute Zwecke – und für ein gutes Gewissen – soll nicht gänzlich in Zweifel gezogen werden. Gleichwohl bleiben einige Fragen. Sie betreffen allgemein die von Eigennutz geprägte Struktur von Hilfsorganisationen. Welcher Anteil des Spendenflusses landet im von Selbstzweck gesteuerten Apparat, und wieviel landet in den Hilfsprojekten (wiederum abgesehen von deren nicht immer unzweideutigen Zielsetzungen)?
In concreto geht es hinsichtlich der kirchlichen Spendenaktionen (beispielsweise „Brot für die Welt“) um deren Funktion im Zusammenhang der kirchlichen Großorganisation EKD und ihrer Landeskirchen. Sie werden maßgeblich getragen von der Kirchensteuer. Auf deren budgetäre Zuweisungen hat das Kirchenmitglied, sofern nicht delegiert und engagiert in den Synoden, keinen Einfluss.
Das akute Beispiel ist die direkte und indirekte Zuweisung von Hilfsgeldern an die im Mittelmeer operierenden Rettungsschiffe für Migranten/und oder Flüchtlinge („Geflüchtete“ statt, semantisch richtiger, „Flüchtende“). Die Problematik von derlei Rettungsaktionen – de facto Unterstützung der hochkriminellen Schlepperbanden – ist unübersehbar. Rettungsschiffe wie Seawatch verdienten Unterstützung, wenn sie allein auf reale Rettung aus Seenot zielten – und nicht (unter der Parole „Open Borders“) auf Förderung illegaler Einwanderung in die „reichen“ Länder. Im übrigen geht es – angesichts der Vielzahl von Krisen-, Kriegs- und Armutsregionen – stets um selektive Hilfsaktionen, die am globalen Elend und dessen komplexen Ursachen vorbeizielen.
Inwieweit die Spenden für „Brot für die Welt“ und ähnliche Organisationen an den Zuständen „vor Ort“ sinnvolle Verwendung finden oder – als eine Art Nebenquelle – fragwürdige Unternehmungen der politisierten EKD indirekt mitfinanzieren, ist eine unbequeme, aber berechtigte Frage. Wer mit schlechtem Wohlstandsgewissen eine Spende aus dem Gehaltszettel abzweigt, bewegt sich im psychologischen Bereich des ehedem vom Reformator Luther dekonstruierten Ablasshandels. Und dies alljährlich zur Weihnachtszeit.
Beitragsbild: Lucas Cranach der Ältere gallerix.ru via Wikimedia Commons

Der €uro in der AmtsGechäfts-Kirchen Kasse klingt, die woke GRÜNE Seele in den Himmel springt.
P.S. An die AmtGeschäfts-Kirchen, die die menschenverachtende Coronapolitik mitgetragen und sogar befeuert haben, Glaubens-Appartheid betrieben und alte und sterbende Meschen isoliert haben verexxxx lassen: Keinen einzigen C€nt bekommt ihr von mir. Reißt das Kreuz endgülltig herunter, oder vesteckt es, wie einst die vorzüglichen „Götzenmänner, die auf dem Tempelberg ihre Pektorale gotteslästerlich versteckten, €thik-ettenschwindler.
„Das Spenden für gute Zwecke – und für ein gutes Gewissen – soll nicht gänzlich in Zweifel gezogen werden.“ Doch, sollte es.
Die einzigen Geld-Spenden, von denen ich weiß, dass sie wirklich im Ahrtal angekommen sind, das sind die der „Autodoktoren“ (Youtube). Die sind mit dem Koffer Geld dahingefahren und haben das direkt und in bar den Opfern in die Hand gedrückt. Nachdem ich irgendwann mal zufällig erfahren habe, wieviel der Spenden an Eigenbedarf eingesetzt werden kann und wie dick das Geschäft des DRK auch mit Blutspenden ist, war mir erstmal übel. Wieviele Menschen von einem betrügerischen, nein, kriminellen Koblenzer Blutplasma-Spendeverein mit HIV verseucht und umgebracht wurden, lässt sich im Nachhinein auch nicht mehr feststellen. Spenden? Im Leben gar nichts mehr… kaufe ich mir lieber ein Buch von Gunnar Kaiser.
Ein Schwabe ist in der Schweiz in eine Gletscherspalte gefallen und bibbert sich die Nacht durch bis zum frühen Morgen. Hilfe naht, die hinunterruft: Hier isch das Rote Krüz! Der Schwabe antwortet: Mir gebet nix.
Austreten und das Geld selbst verteilen. Was man mag. Ob man jetzt fernsten oder nächsten liebe vorzieht. Es ist eine Geschmackssache. Man kann bei fernsten liebe pro Euro mehr benefit erzielen. Andererseits ist der nächste näher. Falls Sie lieber Autor Seenot Retter suchen: DGzRS wäre mein Favorit. Ärzte ohne Grenzen bekommen nichts mehr von mir aber das muss jeder selbst wissen. Es gibt hier bei mir sowas wie Kartei der Not was sehr nahe Nächstenliebe ist.
Da fällt mir ein, das Almosen ist eine der fünf Säulen des Islam:
„… diese Abgabe soll einzig und allein aus Pflichtgefühl gegenüber Allah (t) gezahlt werden, nicht, um als grosszügiger Spender dazustehen, Dank zu erwarten oder gar andere in seiner Schuld zu wissen. Wie Beten und Fasten ist der Verzicht auf einen kleinen Teil seines materiellen Besitzes für den einzelnen ein Mittel zur seelischen Läuterung; denn es hilft ihm, sich von Habgier, Eigenliebe und Gewinnsucht zu befreien.“ (Quelle: islam.ch)