Ich bin seit ein paar Tagen nun offiziell keine Schülerin mehr. Ich habe mein Abitur und eine orangene Rose in die Hand gedrückt bekommen und dem alten Schulgebäude den Rücken zugedreht. Somit habe ich meine Karriere als Gymnasiastin erfolgreich beendet. Und doch, oder gerade deshalb, fühle ich mich schon fast gezwungen, Kritik an unserem Bildungssystem zu üben.
Fakt ist, dass unser Bildungssystem viel zu wenig auf Fortschritt und Erfolg ausgelegt ist. Dafür, dass wir in einem Land leben, das über keine Ressourcen verfügt, ist das verheerend. Deutsche Erfindungen und Forschungen haben die Welt in der Vergangenheit mehr als einmal verändert. Robert Koch erfand die Bakteriologie, Karl Benz und Gottlieb Daimler das Automobil. Die Röntgenstrahlung, das Aspirin, die Zahnpasta, das Tonband, das Düsentriebwerk, der Hubschrauber – alles deutsche Erfindungen. Die Kernspaltung, der Scanner und der Computer kommen auch aus Deutschland. Was ist aus dem Land der Dichter und Denker geworden? Welcher bedeutende Erfinder kommt heutzutage noch aus Deutschland? Und wenn mal jemand dabei ist, wie viele von ihnen bleiben auch tatsächlich hier, statt nach Amerika, Japan oder Südkorea auszuwandern – dahin, wo ihre Fähigkeiten gefördert und angemessen gewürdigt werden?
In meiner Schulzeit war der Unterricht immer nur darauf ausgelegt, uns irgendwie durch zu bringen. Es ging nie darum, ob der Klassenschnitt gut war, sondern dass er ausreichend war. Zielstrebigkeit wurde uns von den Lehrern nahezu aberzogen, genauso wie der Spaß am Lernen, sofern der denn vorhanden war. Wenn der Lehrer selbst schon kein Interesse am eigenen Fach hat, weil er es nur studiert hat, weil es dafür keinen NC (numerus clausus) gab, dann hält sich die Motivation der Schüler auch in Grenzen. Wenn ein Lehrer seine Schüler verständnislos anschaut, wenn die sich über eine Note drei ärgern, weil sie nicht so ehrgeizig sein sollten, weiß man, warum die Schüler so gleichgültig sind.
Man hat mit pubertierenden, aufmüpfigen Kreaturen zu tun
Viele unserer Lehrer waren gar nicht kompetent genug. Als Lehrer sollte man eine grundlegende Sozialkompetenz aufweisen können. Man darf nicht vergessen, dass man hauptberuflich mit pubertierenden, aufmüpfigen Kreaturen zu tun hat, die in erster Linie mit sich selbst beschäftigt sind. Und mit denen muss man nicht nur klarkommen können, nein, die muss man auch noch dazu überzeugen, irgendwelche Lateinvokabeln in sich rein zu prügeln, wenn sie doch nichts lieber täten, als zu schlafen. Dafür sollte von Lehrern erwartet werden können, dass sie in der Lage sind, als Respektspersonen auftreten zu können. Wenn ich mir meine Lehrer so anschaue, scheint das allerdings zu viel verlangt.
Meine ehemalige Englischlehrerin war zum Beispiel nicht in der Lage, zu der ganzen Klasse zu sprechen. In unserer Sitzordnung gab es in der Mitte des Klassenraumes einen Durchgang – in den stellte sie sich mittig rein, drehte sich zu einer Hälfte und drehte der anderen für den Rest der Stunde den Rücken zu. Sprach man sie darauf an, reagierte sie gereizt, bewegte sich zurück zum Pult, nur um innerhalb von nur wenigen Sekunden wieder auf ihre ursprüngliche Position zurückzukehren.
Von einer Frau, die Englisch studiert hat, sollte man vielleicht auch erwarten können, dass sie gut Englisch sprechen kann. Doch ihre Aussprache und ihre Grammatik waren sogar schlechter als unsere, und wir mussten sie oft verbessern. Außerdem war sie nicht in der Lage, uns frei zu unterrichten und auf Zwischenfragen einzugehen. Das hat man immer dann gemerkt, wenn der Unterrichtsverlauf mal ein bisschen vom Plan abgewichen ist. Und wenn ich Plan sage, meine ich das wörtlich. Denn die gute Frau hatte immer einen Stapel Zettel dabei, auf dem sie alles, was sie sagte, in ganzen Sätzen vorher aufgeschrieben hat und den sie auch Wort für Wort vorlas. Wenn auf ihre vorgeplanten Fragen eine Antwort kam, mit der sie nicht gerechnet hat, dann stellte sie sich entweder taub, oder beantwortete ihre eben gestellte Frage einfach selbst, um weiter vorlesen zu können. Wie sollen wir eine Lehrerin ernst nehmen, die vor uns steht, um uns zu belehren, wenn wir ihr noch etwas beibringen könnten? Einen Text vorbereiten und vorlesen kann so ziemlich jeder, dafür muss man nicht lange studieren und dann teuer von Steuergeldern bezahlt werden.
Schüler mittels Notengebung mundtot machen
Das Schlimmste an so unfähigen Lehrern ist, dass man so ziemlich gar nichts gegen sie tun kann – sind sie erst einmal verbeamtet, wird man sie nicht mehr los. Wir hatten eine kommunistische Geschichtslehrerin, die allen, die nicht Stalin verehrt haben, das Abitur versaut hat. Die einzige Konsequenz war, dass sie nicht mehr in der Oberstufe unterrichten durfte. Dass sie aber verfassungsfeindliches Material verbreitet hat, blieb ohne Konsequenzen, dabei war das an unserer Schule jedem bekannt.
Dass bei unserer Chemielehrerin von sechs Prüfungen fünf genehmigt werden mussten, war auch egal. Und Genehmigungen sind eigentlich der absolute Härtefall; es bedeutet, dass die Klausurergebnisse im Schnitt bei allen ungewöhnlich schlecht ausgefallen sind, die Schulleitung sie aber trotzdem zulässt und die Noten regulär ins Zeugnis fließen. Ansonsten müsste die Arbeit wiederholt werden. Ein Referendar an unserer Schule, der vorher schon durch zwei Prüfungen durchgefallen ist, konnte seine Prüfung in Mathe nochmal versuchen – und durfte dafür unsere Klasse unterrichten, die in der Einführungsphase vor dem Abitur stand. Unsere nachfolgenden Mathelehrer hatten danach große Mühen, die Lücken wieder aufzuarbeiten. An diesen Fällen kann man doch ganz gut erkennen, dass Lehrer sich kaum rechtfertigen müssen, weil sie auch kaum kontrolliert werden und keine Konsequenzen zu erwarten haben.
Das Bildungssystem bietet den Lehrkräften auch Möglichkeiten, Schüler mittels Notengebung mundtot zu machen. Das fängt beispielsweise mit den mündlichen Noten an. Die mündlichen Noten geben den Lehrkräften eine immense Macht, die nicht wenige von ihnen ausnutzen. Denn die zählen in den meisten Fällen zwischen 60 und 70 Prozent der Zeugnisnoten und können – da für sie von Seiten der Lehrer keinerlei Beweise erbracht werden müssen – fast vollkommen willkürlich vergebenen werden. Der Lehrer darf im Grunde machen, was er will. Das gibt Schülern nicht nur das Gefühl, unfair behandelt zu werden, es nimmt ihnen auch die Motivation.
Der „pädagogische Spielraum“, der den Lehrern zur Verfügung steht, würde nur Sinn ergeben, wenn Lehrer tatsächliche Pädagogen wären. Um noch einmal auf meine Englischlehrerin zurückzukommen – wie soll sie sich ein vernünftiges Bild von jedem einzelnen Schüler in der Klasse machen, wenn sie die Hälfte gar nicht sieht, weil sie ihr den Rücken zudreht? Außerdem ist das Problem bei dieser Art der Bewertung, dass sie nur einem Typ von Schüler in die Hände spielt. Denn diejenigen, die in unserem Bildungssystem profitieren, sind die aufmüpfigen, selbstbewussten Schüler, die keine Angst haben, etwas Falsches zu sagen.
Und natürlich haben diejenigen, die eine rege mündliche Beteiligung aufweisen, auch eine gute mündliche Note verdient. Aber dafür, dass die mündliche Note sich mit zum Beispiel selbstbewusstem Auftreten zu einem ausschlaggebendem Anteil aus Faktoren zusammensetzt, die nichts mit der schulischen Leistung zu tun haben, zählt sie im Endergebnis eindeutig zu viel. Im schriftlichen Teil geht es um Fakten, im mündlichen um Auftreten – man braucht sich über die gegenwärtige politische Stimmung im Land nicht zu wundern, denn sie wird geradezu herangezüchtet.
Lange keinen Klassenraum mehr von innen gesehen
Als nächster Faktor wirken die Lehrpläne. Die werden scheinbar von Leuten geschrieben, die lange keinen Klassenraum mehr von innen gesehen haben. Da der Lehrplan bindend ist, können unsinnige Umstellungen schwere Folgen haben. In meinem Profil ist das Hauptfach Biologie gewesen, der Lehrplan hierfür wurde zu Beginn meiner Oberstufe geändert. Statt erst Genetik durchzunehmen und dann Evolution, wurde beides umgedreht. Das führte dazu, dass alles durcheinander unterrichtet wurde. Obwohl wir die Genetik erst später haben sollten, mussten einige Dinge schon nach vorne gezogen werden, da man die Wirkung der Evolution nicht verstehen kann, wenn man nicht weiß, was überhaupt passiert ist. Am Ende verloren unsere Lehrer den Überblick, und wir lernten einige Sachen doppelt und manche gar nicht. Da allerdings alles, was im Lehrplan steht, abiturrelevant ist, mussten wir uns viele Sachen selbst beibringen.
Auf der anderen Seite ist der Lehrplan für manche Fächer trotzdem sehr weit auslegbar. Ein kleines Beispiel: Meine Deutschlehrerin in der Mittelstufe hat es geschafft, ein ganzes Jahr lang um den Lehrplan herum zu unterrichten. Ein komplettes Schuljahr über hat sie mit uns Jugendsprache behandelt. Nur waren wir dabei eher die Versuchskaninchen als die Schüler, denn sonderlich viel konnte eine fünfzig Jahre alte Frau einem Haufen Jugendlicher nicht über eine Sprache erklären, die diese selbst gestaltet haben. Doch das hielt die Gute nicht davon ab, mit uns alberne Adoleszenzromane zu lesen und die „Bravo“ zu analysieren. Es war eine wirklich grauenhafte Zeit, die mir doch die eine oder andere Gehirnzelle raubte.
Nun stand im Lehrplan zwar, dass sie gezwungen ist, von uns ein Gedicht als Leistungskontrolle abzufragen – „Gedicht“ war nur leider Gottes nicht näher definiert, und so kam sie auf eine der brillantesten Ideen ihrer Karriere. Während es uns natürlich auch freistand, Gedichte von Goethe oder Schiller vorzutragen – was allerdings nicht gern gesehen war –, durften wir auch einen deutschen Rap wie ein Gedicht vortragen, den wir zuvor analysiert haben. Ich stand dort also mit meinem Schiller, den ich vortrug, wie man Gedichte eben so vorträgt. Dann kamen die ganzen Mädchen dran, die sich auf den Rap gestürzt hatten. Darin ging es, grob gesagt, um ein drogensüchtiges Paar – die Frau ist bei einem Unfall gestorben und der Mann „singt“ darüber. Eine sehr emotionale Angelegenheit also. Keine von ihnen hielt das ganze Lied durch, denn sie fingen alle nacheinander an zu heulen und bekamen ihre Note 1 mit Sternchen – alle anderen, die sich in ihrer Freizeit dem Handschuh oder dem Zauberlehrling gewidmet haben, wurden aufgefordert sich an diesen Darstellungen ein Beispiel zu nehmen.
Solche Lehrpläne führen zu immensen Bildungslücken – ich bin, wie gesagt, in Lübeck zur Schule gegangen. Das Buddenbrookhaus war in der Nähe, trotzdem haben wir in der gesamten Schulzeit nicht einmal Thomas Mann behandelt – hätte ich keine außerschulische Allgemeinbildung, wüsste ich gar nicht, wer das ist. Die deutschen Dichter und Denker, die wir behandelt haben, kann ich an einer Hand abzählen.
Dass das Bohrsche Atommodell schon seit Jahrzehnten überholt ist, hindert die Physik- und Chemielehrer nicht daran, ihren gesamten Unterricht bis ins Abitur hinein darauf aufzubauen. Wo sollen die Fortschritte der Naturwissenschaften denn herkommen, wenn die Professoren ihren Studenten erstmal erklären müssen, wie so ein Atom überhaupt aufgebaut ist. Der Name Hayek ist im Wirtschaftsunterricht nie gefallen, dafür wurde Keynes uns als Heilsbringer vermittelt. Die Hälfte meiner Klasse weiß nicht mehr, wie Prozentrechnung funktioniert, weil wir das seit der Unterstufe nicht mehr gemacht haben, dafür können wir ganz tolle Hüte aus Zeitungspapier und Kleister basteln.
Innerhalb der letzten drei Jahre insgesamt 24 Lehrerwechsel
Aber selbst wenn wir die kompetentesten Lehrer und die besten Lehrpläne gehabt hätten, wäre unser Wissensstand noch nicht ausreichend gewesen. Das liegt ganz einfach daran, dass wir sehr viel Ausfall und viel zu viele Lehrerwechsel hatten. In einer Informationsveranstaltung für die Oberstufe hatte sich der Oberstufenleiter vor uns gestellt und versprochen, dass wir in den letzten drei Jahren keine Lehrerwechsel mehr haben werden. Die Lehrer, an die wir uns in der Einführungsphase gewöhnen sollten, würden uns auch durchs Abitur führen. Nun, wir hatten als Klasse innerhalb der letzten drei Jahre insgesamt 24 Lehrerwechsel. Und natürlich sind Krankheiten, Todesfälle und meinetwegen auch Schwangerschaften nicht vorhersehbar.
Aber wenn sich eine Schule einen Lehrer nur für ein Jahr ausleiht, kann ich ihn nicht als Klassenlehrer in die Oberstufe stecken. Wenn ein Lehrer in anderthalb Jahren in Rente geht, kann man ihn nicht in die Oberstufe stecken. Wenn eine Lehrerin schon schwanger ist, kann man sie nicht in die Oberstufe stecken. Wenn ein Lehrer nicht ausreichend qualifiziert ist, um Abiturprüfungen abnehmen zu dürfen und die Klasse ihn deshalb kurz vor eben dieser Prüfung abgeben muss, kann man ihn – oh Wunder – nicht in die Oberstufe geben.
Außerdem müsste man, zumindest an unserer Schule, den Unterricht gar nicht schwänzen, um Freitags demonstrieren zu gehen – denn der ist schon von alleine ausgefallen. Hier kommt es natürlich auch sehr auf den Lehrer an. Mütter zum Beispiel sind immer doppelt so oft krank. Dazu kommen die ganzen unproduktiven Fach- und Wandertage, Lehrerfortbildungen, die man natürlich nicht in die Ferien legen kann, und zwei Wochen vor der Zeugnisausgabe wird bei den meisten schon kein Unterricht mehr gemacht, sondern gespielt und gefrühstückt. Für das unsinnige G8-Experiment ist schon viel Unterrichtszeit verloren gegangen. Aber ich glaube, dass noch mindestens ein halbes Jahr mehr nur allein durch Freistunden draufgegangen ist, wenn man die alle zusammenzählt.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass man wahrscheinlich das komplette Schulsystem überarbeiten müsste, wenn man jemals zu den anderen Ländern aufschließen möchte. Vielleicht sollten auch zumindest die weiterführenden Schulen ein Stück weit aus der Hand des Staates genommen werden. Dass man die Bildung durch Steuergelder finanziert, ist vielleicht keine schlechte Idee, aber dass die Lehrpläne und Schulsysteme mit jedem Regierungswechsel geändert werden, ist ganz sicher falsch.
Außerdem sollte das Ziel des Unterrichts nicht sein, die Schüler auf Prüfungen, sondern auf das Leben vorzubereiten. Welche Schichten ein Vulkan hat, vergisst ein Siebtklässler innerhalb von wenigen Wochen. Doch dass Zehntklässler glauben, dass Deutschland eine freie Marktwirtschaft ist, ist eindeutig weltfremd. Die Politik müsste mehr in die Bildung investieren, statt für viel Geld irgendwelche Gadgets anzuschaffen. Was bringt mir AppleTV und eine hochmoderne Sprechanlage in jedem Klassenraum, wenn man nicht einmal eine Tafel hat, weil die falsch eingebaut wurde? Wenn unser Land eines Tages nur noch aus Gender-Studies-Professoren und Musik-Studenten besteht und keiner mehr die Steuern zahlen kann, weil wertschaffende Arbeit langsam aber sicher unmöglich gemacht wurde und auch von jungen Leuten nicht mehr angestrebt wird, wird es zu spät sein. Zum Glück hab ich das ganze Kapitel Schule erstmal hinter mir!
Elisa David ist 18 Jahre alt, stammt aus Lübeck und hat gerade Ihr Abitur gemacht (Wir gratulieren!). Dieser Beitrag erschien gestern auch auf dem Jugend und Schülerblog Apollo-news.
Beitragsbild: Gary Dee CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia

Ich selbst hatte in der Schule bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Ich hatte in der 10. Klasse im Religionsunterricht auf einen Aufsatz über das Naturrecht 10 Punkte bekommen (Ich war ein relativ guter Schüler, solche Noten waren für mich eher schlecht). Da mir das komisch vorkam, habe ich in der letzten Klausur in der 12. Klasse mal die Probe auf's Exempel gemacht & den ganzen Unsinn geschrieben: Wenn wir uns nur alle lieb haben und miteinander teilen, dann bricht auf der Welt der Frieden aus. Für diesen unreflektierten Quatsch habe ich 15 Punkte bekommen.
Das Atommodell von BOHR ist nicht überholt. Es ist aber eben nur ein Modell und hat, wie alle Modelle zumindest in den NW, nur einen bestimmten Gültigkeitsbereich. Mit dem Schalenmodell kann man einfache Theorien z.B. der chemischen Bindung gut erklären, mit der SOMMERFELDschen Erweiterung Reaktionen der Übergangsmetalle. Im naturwissenschaftlichen Unterricht der allgemeinbildenden Schule soll ein Grundverständnis für Theoriebildung und -bewertung entwickelt werden. Die Autorin hat in vielem Recht, allerdings auch hin und wieder ein wenig verzerrt aus der Sicht einer Schülerin ( was auch gut so ist) . Aber ich könnte genau so auch berichten von Schülern, die das Lernen von Fakten und die Auseinandersetzung mit konkurrierenden Theorien ablehnen, von Eltern, die bei Note 4 abendfüllende Veranstaltungen organisieren. Ein großes Problem ist die absolut negative Einstellung zum Leistungsdenken in der Schule und einer geradezu feindseligen Einstellung zu NW und Ma in der Gesellschaft.
Ich ignoriere den steten "garnicht"-Dauerfehler und empfehle allgemein einmal diese Kopfrechenaufgabe zu stellen: ++++> Ein Produkt kostet 120 Euro; es wird mit 30% Rabatt angeboten. Wie hoch ist der zu zahlende Preis?
Mein Berufswunsch ebenfalls war Lehrer. Meine Lehrer in der Oberstufe (Abi Anfang der 1970er) waren Vorbilder für mich, sie gaben mir das Rüstzeug mit und lehrten mich den Gebrauch, mit dem man durchs Leben kommt. Sie lehrten mich, und das ist das Wichtigste, zu lernen, sie zeigten, dass Lernen nicht ungeliebte Arebit ist, sondern Vergnügen am Wissen mit sich bringt. Sie lehrten mich, kritisch zu hinterfragen, auch die eigene Meinung. Sie zeigten, was Respekt und Anstand bedeutet. Sie lehrten mich, was Steve Jobs als Vermächtnis hinterlassen hat: bleibt neugierig. Ich habe vor dem Examen die erste Ausfahrt genommen, weil mir klar war, dass das "reformierte" Schulsystem mit meinen Vorstellungen vom Lehramt inkompatibel ist. Wie recht ich hatte! Die linksgrün versiffte Lehrerschaft von heute (Ausnahmen bestätigen die Mehrheit, und nein, die Mehrheit verdient weder Respekt noch Achtung) handelt verantwortungslos, wenn sie den jungen Menschen Schwänzen für das Klima beibringt, statt ihnen zu erläutern, was Klima bedeutet und warum wir Menschen darauf so gut wie keinen Einfluss haben, dass wir mit unserer Umwelt sorgsam und respektvoll umgehen müssen, was aber auch nichts mit dem Klima zu tun hat. Die Lehrer von heute machen die jungen Menschen zu willfährigen Marionetten einer dummen, gefährlichen, linksgrünen Ideologie. Es wird dieser Generation schwer fallen, die Last der "Schulbildung" abzuwerfen und die ideologischen Ketten, die jedes freie Denken be- und verhindern, abzuwerfen.
Danke für diesen erhellenden Bericht! Neulich beim Zahnarzt: Ich musste für 5 Minuten meinen Mund halten und bat die junge Zahnarzthelferin um eine Bewertung ihrer Schulzeit. Sie hatte offensichtlich Spaß daran und keiner vorher hatte sie je danach gefragt. Kernproblem bei ihr: eine ekelhaft anbiedernde Freundschaft aller Lehrer, jeglicher Respekt vor ihnen sei weg, keiner hätte sie je FÜR etwas motiviert oder Selbstständigkeit gelehrt. Addiere ich das mit dem von Elisa Gesagten, hallt in mir ein großes Contra: i.e. Emotionen gegen alles, den Kapitalismus, die Traditionen, klassische Bildung, Leistung – heute summierend abgefedert im großen Pro: Klima und Multikulti. Damit würde alles gut. Tatsache aber ist: wir verlieren die ehemals vorhandene Bildungs- und Innovationsfähigkeit, ein Volk auf dem Schulkult- und Klimatrip. Es fährt ein Zug nach Nirgendwo....
Personen, welche die von der Autorin geforderten Top-Qualiäten aufweisen, werden sich wohl kaum auf die Arbeitsbedingungen einer öffentlichen Schule einlassen. Dazu sind sie leider einfach zu clever.
Da alles zusammenhängt, muß die Frage, warum es Deutschland besser gehen soll, als anderen Ländern, wie zum Beispiel Italien, erlaubt sein. Außerdem halte ich es für ein Gerücht, daß Deutschland das Land der Erfinder, Dichter, Denker, etc. ist. Es gibt genug seriöse Studien, die mit diesem Gerücht oder Mythos aufräumen. Es gibt etliche Erfindungen, die von Italienern, Franzosen oder von Deutschland, Deutschland über alles, beansprucht werden. Tatsache ist, daß Deutschland, Deutschland über alles von Jahr zu Jahr immer mehr verblödet. In der letzten Dekade hat diese Entwicklung an Fahrt zugenommen und ist in erster Linie auf die seit einiger Zeit hier lebenden „Fachkräfte“ und „Fachkräfte-Neuzugänge“ zurückzuführen. Wer es hier zum Akademiker schafft wird in erster Linie als „Funktionär“ (auch Jasager, Vasale, Schreibtischtäter, ewiger Fruchtzwerg genannt) seine Brötchen verdienen und nicht als ernstzunehmender Wissenschaftler, Forscher oder Berufener. Letztlich hängt das auch mit der Infantilisierung unsere Gesellschaft zusammen. Islamische Gesellschaften (siehe schon länger lebende Fachkräfte: Huldigung des einzig wahren Gotts, bei gleichzeitigem frönen oder versumpfen im Konsum als einzige Freizeitbeschäftigung. Dafür bedarf es ein kindliches Gemüt, das Allahs Söhne und Schwestern unaufgefordert und bereitwillig (umsonst) mitbringen. Viele Grüße an die Achgutgemeinde und keine Angst ich komme wieder. Ihr Donald Adolf Murmelstein von der Böse.