Statistiken stehen immer unter dem Misstrauensvorbehalt, man möge keiner trauen, die man nicht selbst gefälscht hat. Das gilt umso mehr, wenn die Statistik nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft abbilden soll. Ohne Glaskugel oder Kaffeesatz ist man auf mathematische Modelle angewiesen und nicht erst seit Corona oder der sogenannten Klimakrise wissen wir, wie wenig zuverlässig diese Modellierungen sind. Bei der Bevölkerungsvorausberechnung gelten die Vorhersagen zumindest im Trend jedoch als zuverlässiger. Das Deutsche Statistische Bundesamt (Destatis) hat nun in einer Vorausberechnung der Bevölkerungsentwicklung festgestellt, dass ein Schrumpfen der Bevölkerungszahl unausweichlich ist. Gleiches gilt für die Alterung der Bevölkerung. In allen 27 Varianten der Modellrechnung zeigt sich, dass weder mehr Migration noch steigende Geburtenrate diesen Effekt umkehren können. Die Zahl von 27 Varianten ist natürlich willkürlich, dennoch lassen sich damit die wahrscheinlichsten Entwicklungen abbilden.
Wenn man in Jahr 2035 auf die Straße geht, wird man nicht nur dem Altern der Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor zusehen dürfen. Auch jüngere Menschen werden dann zunehmend Seltenheitswert haben. Alle Varianten der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung, die Destatis in der vergangenen Woche bei einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt hatte, kommen zu dem Ergebnis, dass dann jeder vierte Mensch über 67 Jahre alt sein wird. Im vergangenen Jahr (2024) war nur jede fünfte Person im Rentenalter ab 67 Jahren. "Die Generation der Babyboomer befindet sich mitten im Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand.
Auf sie folgen deutlich kleinere Jahrgänge", sagte Karsten Lummer, Leiter der Abteilung "Bevölkerung" im Statistischen Bundesamt bei Vorstellung der Studie. Dies ist allerdings keine Neuigkeit, die überraschen sollte. Wir reden seit längerer Zeit über einen demografischen Wandel, der im Kern eine demografische Katastrophe ist. Statistik rechnet nur, sie wertet nicht. Die genauen Zahlen sind etwas anderes als die grundsätzliche Erkenntnis des Alterns und Schrumpfens der deutschen Bevölkerung. Die Zahl der 67-Jährigen und Älteren werde in allen Berechnungsvarianten bis zum Jahr 2038 beständig steigen, so Elke Loichinger, Leiterin des Referats "Demografische Analysen und Modellrechnungen, natürliche Bevölkerungsbewegungen". Je nach Zunahme der Lebenserwartung würden dann 20,5 bis 21,3 Millionen Menschen im Rentenalter sein. Das sind 3,8 bis 4,5 Millionen mehr als heute.
Durch Zuwanderung keine Milderung der Rentennotlage
Bereits jetzt, so die Berechnungen, kommen auf 100 Personen im Erwerbsalter 33 Personen im Rentenalter. Im Jahr 2070 werden es im günstigsten Fall 43 Personen im Rentenalter sein, im ungünstigsten Fall mit einer dauerhaft niedrigen Geburtenrate und niedriger Nettozuwanderung könnte der Altenquotient sogar auf 61 steigen. Wer also die Vorbehalte der Jungen Gruppe der Abgeordneten der Union bis dato nicht verstanden hat, mag sich diese Zahlen nun vor Augen führen. Realistisch gesehen kämen auf einen Leistungsempfänger aus den Alterssicherungssystemen weniger als zwei Einzahler. Damit ist ein auf Umlage basierendes Rentensystem nicht mehr finanzierbar. Ein weiterer Aspekt ist der durch die größere Zahl älterer Menschen in Relation zu den jüngeren die Entwicklung des Pflegebedarfs. Dabei richtet sich der Blick in der Bevölkerungsgruppe ab 67 Jahren auf die Entwicklung der Zahl der hochbetagten Menschen ab 80 Jahren.
Im Jahr 2023 war die Hälfte der ab 80-Jährigen in Deutschland pflegebedürftig. Dabei kommt es nun zunächst zu einer Entspannung, da in den nächsten fünf Jahren die Zahl der ab 80-Jährigen leicht sinken wird. Das ist die etwas kleinere Generation der unmittelbaren Nachkriegskinder. Die Alterung der Babyboomer wird die Zahl der hochbetagten Menschen ab Mitte der 2030er-Jahre dann von 6,1 Millionen im Jahr 2024 auf etwa 8,5 bis 9,8 Millionen im Jahr 2050 steigen lassen. Im Zeitraum von 2050 bis 2070 wird die Zahl der Menschen im hohen Alter voraussichtlich zwischen 7,4 und 10,0 Millionen liegen. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird damit drastisch steigen.
Die Zahlen der Alten sind für sich genommen nur wenig aussagekräftig. Erst der Vergleich mit den jüngeren Einwohnern des Landes ergibt sich ein abgerundetes Bild. Die Zahl der Menschen im Erwerbsalter von 20 bis 66 Jahren, so die Vorhersage, wird bis Mitte der 2030er-Jahre aufgrund des Ausscheidens der stark besetzten Babyboomer-Jahrgänge und des Nachrückens der zahlenmäßig kleineren jüngeren Jahrgänge stark sinken. Im Jahr 2024 waren 51,2 Millionen Menschen in Deutschland im Erwerbsalter von 20 bis 66 Jahren. Bei einer moderaten Entwicklung der Geburtenrate und der Lebenserwartung bei gleichzeitig hoher Nettozuwanderung wird die Zahl der 20- bis 66-Jährigen im Jahr 2070 voraussichtlich 45,3 Millionen Personen betragen.
Bei moderater Nettozuwanderung wird die Erwerbsbevölkerung bis 2070 auf 41,2 Millionen und bei einem niedrigen Wanderungssaldo sogar auf 37,1 Millionen Personen zurückgehen. Ein geringerer Rückgang würde sich nur bei deutlich steigender Geburtenrate in Kombination mit einem hohen Wanderungssaldo ergeben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bislang einen Einwanderung hauptsächlich in die sozialen Sicherungssysteme stattfindet. Selbst wenn die Kinder der Migranten sich in die Zahl der Erwerbstätigen einreihten, wird die Zuwanderung in der jetzigen Form keine Milderung der demografischen Problematik unseres Landes bringen können.
Ein deutlicher Schrumpfungsprozess
Ein Blick auf das Ende des Prognosezeitraumes zeigt, dass im Jahr 2070 in Deutschland aller Voraussicht nach deutlich weniger Menschen leben werden als heute. Bei einer moderaten Entwicklung der drei demografischen Komponenten Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo hätte Deutschland dann 74,7 Millionen Einwohner. Zu einem leichten Bevölkerungswachstum kommt es nur bei zwei der 27 Vorausberechnungsvarianten, denen jeweils ein hoher Wanderungssaldo und eine deutlich steigende Geburtenrate zugrunde liegen. Beides ist sehr unwahrscheinlich. Insgesamt ergibt sich für das Jahr 2070 eine Spannweite in der Bevölkerungszahl von 63,9 bis 86,5 Millionen Menschen. Im Vergleich mit der 15. Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2022 zeigt sich der Schrumpfungsprozess sehr deutlich. Die damals prognostizierte Bevölkerungszahl im Jahr 2070 lag je nach Variante zwischen 70,2 bis 94,4 Millionen Menschen. Ursachen für die Abweichungen sind die veränderte Ausgangslage infolge der gesunkenen Nettozuwanderung und der erneut gesunkene Geburtenrate. Damit sinken die Zahlen für alle angenommenen Varianten deutlich.
Die Fertilitätsraten geben einen Blick zusätzlichen auf die weitere Entwicklung. Die jährliche zusammengefasste Geburtenziffer bewegt sich seit Mitte der 1970er-Jahre in einem relativ engen Korridor zwischen 1,3 und 1,6 Kindern je Frau. Nach Ende der Geburtsjahre der sogenannten Babyboomer ging die Zahl der Kinder pro Frau stetig zurück, stabilisierte sich aber in dem genannten Korridor. Abweichungen von diesem Niveau gab es dann erst in den 1990er-Jahren als die Geburtenziffer bis auf 1,24 Kinder je Frau im Jahr 1994 sank. Zwischen 2016 und 2021 erlebte Deutschland eine Phase mit relativ hoher Geburtenhäufigkeit zwischen 1,55 und 1,61 Kindern je Frau. Seit 2022 sank die Geburtenziffer jedoch deutlich und betrug 2024 nur noch 1,35 Kinder je Frau, was etwa wieder dem Niveau des Jahres 2009 entspricht (1,36). Eine durchschnittliche Anzahl der Kinder pro Frau in einer Bevölkerung bei 1,35 bedeutet, dass die Bevölkerung altert, was seit dem Pillenknick in den 1960er Jahren durchgehend der Fall ist. Seitdem liegt die Fertilität deutlich unter dem Ersatzniveau von mehr als 2,1 Kindern pro Frau im Durchschnitt. Um die Bevölkerungszahl zu erhalten sind im Durchschnitt 2,1 Kinder pro Frau erforderlich, um die Zahl der Sterbenden auszugleichen.
Die Vorausberechnung kann natürlich nur auf Basis von Annahmen aus der Vergangenheit erfolgen. Ein Krieg oder eine Naturkatastrophe könnten alle Annahmen zunichtemachen. Zukunftsangst kann die Fertilität negativ beeinflussen. Die Beispiele sollen zeigen, dass lang- und mittelfristig alles anders kommen kann, aber Bevölkerungsentwicklung ist ein langfristiges Phänomen, darum sind die gegenwärtigen Zahlen bis in die 2040er Jahre auf jeden Fall recht zutreffend und sollten nicht nur aber vor allem für die Wirtschafts- und Sozialpolitik ein Signal sein.
Ferner können auch Anreize geschaffen werden, mehr Kinder zu bekommen. Das in der EU ungeliebte Ungarn macht in dieser Hinsicht einiges richtig, was man in Deutschland vielleicht nicht eins zu eins kopieren, aber als Ideengeber verwenden könnte. Bevölkerungspolitik, das sollte die wichtigste Einsicht sein, ist Familienpolitik, denn nur aus Familien, die aus Vater und Mutter bestehen, gehen Kinder hervor. Realistische Hoffnung und Zuversicht können – neben politischen Anreizen, Kinder zu bekommen, starke Faktoren für die Bevölkerungsentwicklung sein. Auch hier scheint es Reformbedarf zu geben. Auch ohne Panikmache kann man die 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung als Warnsignal ansehen.
Der Bub fragt seinen Papa, für den Staatsbürgerkundeunterricht in der Schule, kannst du mir Politik erklären? Ja, ich bringe das Geld ins Haus, bin also das Kapital. Deine Mutter ist die Regierung, sie verwaltet das Geld und gibt es aus. Anna, unsere Haushaltshilfe ist die Arbeiterklasse, der Opa, der noch im Haus wohnt schaut, dass alles mit rechten Dingen zugeht, er ist die Gewerkschaft. Und für wen das alles? Für dich, denn du bist das Volk, dein kleiner Bruder, der noch in den Windeln liegt, der ist die Zukunft. Hast du das verstanden? Ja, sagt der Bub, ich muss aber nochmal darüber schlafen. Nächtens wacht er auf, weil sein kleiner Bruder schreit, hat wohl die Windeln voll. Er geht deshalb ins Schlafzimmer, findet dort aber nur seine Mutter, die schläft fest, schnarcht, er kriegt sie nicht wach. Dann geht er zu Anna, die liegt aber mit seinem Vater im Bett, der Opa schaut von außen zu. Frustriert geht er wieder ins Bett, der kleine Bruder ist wieder eingeschlafen. Beim Frühstück die Frage, hast du es nun verstanden? Der Bub: Ja, das Kapital missbraucht die Arbeiterklasse, die Regierung schläft, die Gewerkschaft schaut zu, das Volk wird ignoriert und die Zukunft bleibt liegen in der Scheiße.
hi, der Rückgang gleicht sich durch den Zuzug aus und wird auf Dauer überkompensiert. Das geht nur gut, wenn die Eroberer den Gott der Bibel finden. Merkel und Macron sind sicher dafür schon am beten.
@dr. gerhard giesemann
Sollte Wohnraum billiger…… Sorry, von was Träumen sie. Deutschland hat den Familiennachzug von ca. 100 000 in diesem Jahr noch zu verkraften. Und ca. 100 von 500 000 abzuschiebenden werden Deutschland vorübergehend verlassen.
M.G.
Zum Vergleich : USA , 7, 8 Millionen Quadratkilometer Fläche in den „ Lower 48 “ , 99% der Gesamtbevölkerung ,
330 Millionen Einwohner . – Wenn Sie ein passabler Mathematiker sind , rechnen Sie das einfach mal runter auf die Bundesrepublik oder fragen Sie Madam KI . – OK , nur die Ruhe , war ein Scherz ! Wir brauchen mehr Nachwuchs ,
dann wird alles wieder gut . 2070 . Ahoi !!!
Die Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter ist – mit Verlaub – völlig bedeutungslos. Relevant ist nicht mal die Zahl der tatsächlich Erwerbstätigen, sondern derer mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (da zählen die Beamten nicht dazu) – (und davon eigentlich auch nur der Teil in Vollbeschäftigung, da ansonsten kein positiver oder nennenswerter Beitrag in das Rentensystem erzielt wird). Wir haben derzeit bereits über 26 Millionen Rentenempfänger in Deutschland, bei aktuell 34,8 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Das bedeutet, dass derzeit schon 1,3 Beschäftigte einen Rentner unterhalten. Oder, wie Sie es ausdrücken: 100 Arbeitnehmer bezahlen 75 Rentner. Das bedeutet, dass es Stand jetzt schon wesentlich schlimmer um das System bestellt ist, als Sie in Ihrem „schlimmsten Szenario“ für 2070 beschreiben mit 100 Arbeitnehmern und 61 Rentnern … Aber das spielt keine weitere Rolle, denn ob das Rentensystem „zerstört“ ist, oder „gänzlich zerstört“ ist nur Haarspalterei.
Das Foto zeigt nur Buben, die da am Fallschirm hängen; das sind aber die demografischen Blindgänger, entscheidend ist die Netto-Geburtenrate, und das sind allein die Mädchen. In der demografischen Statistik unterschiedet man daher zwischen Brutto- und Nettogeburten – es ist wie beim Gehalt, auf das Netto kömmt es an. Generell tauchen in derlei Statistiken zur Demografie die männlichen Teilnehmer erst gar nicht auf, es ist lediglich die Zahl der Kinder pro Frau, die zählt. Der männliche Faktor ist eine Konstante, die beim Integrieren aufpoppt, beim Differenzieren aber wegfällt, Null, kapiert? Deshalb hält sich der verständige Hirte nur wenige männliche Exemplare für seine Herde aus weiblichen Tieren, zu Zuchtzwecken. Denn die geben keine Milch, legen keine Eier, werfen keine Jungen. Sondern sie fressen zu viel, nerven nur und stinken. Fett werden sie auch nicht, kannste deinem Herrgott opfern. Es gibt nur das Lamm/agnus Dei/Gottes, nicht die agna Dei, als Osterlamm. Kann man also bedenkenlos verheizen, im Krieg etwa, macht nix. Die übriggebliebenen Heimkehrer haben es umso besser, vllt. sind Kriege deshalb so beliebt – bei den älteren Männer. Stichwort: „men-sharing“. GBS: Hüte dich vor alten Männern, denn SIE haben nichts zu verlieren. Ganz im Gegenteil, merkt euch das, ihr Jungkrieger. Seid nicht allzu dumm … . Wie räumt man ein Minenfeld? Mit den Stiefeln eines Bataillons, nach Georgi Schukow. reddit:/r/QuotesPorn/comments/56gpte/if_we_come_to_a_minefield_georgy_zhukov_850x400/?tl=de.
Die kinderlosen und gebärunwilligen Generationen – beispielhaft hierfür der Beitrag des Lesers Rolf Mainz, der archetypisch ist für die Mischung aus Illusion und Dreistigkeit, werden niemals zugeben, daß sie hochgradig asozial waren und gelebt haben. Ihre Altersarmut ist gewiß und vollkommen gerecht, mit ihnen muß auch niemand Mitleid haben. Fatal aber ist, daß unverändert den jungen Menschen die in den Abgrund führende Selbstverwirklichungskultur beigebracht wird. Zwar werden die kollabierende Versorgungsysteme möglicherweise in rund 10 Jahren zuerst zu Erkenntnisgewinnen führen, ob daraus aber eine Verhaltensänderung erwächst, ist völlig offen – nicht, solange man gerade am Rentensystem festhält, anstatt es abzuschaffen. Demographische Effekte haben lange Vorläufe und Nachläufe. Selbst eine unmittelbar jetzt steigende Geburtenrate würde die Generationen Boomer und X nicht mehr retten. Aber wenn es bleibt, wie es ist, sind die Deutschen um 2100 als Volk nicht mehr existent.