Was passiert, wenn öffentlich-rechtliche Medien unsauber arbeiten, aber die Zahlung erzwingen, mit der Behauptung, nur so könnten Sie objektiv sein und Fehler vermeiden? Den Schaden hat, wer auf solche Fehler hinweist. Eine Erinnerung.
Wenn öffentlich-rechtliche Sender ihre Sicht der Dinge senden und ihre gut bezahlten Journalisten Geschichten, Zahlen und Geschehnisse erfinden, dann kann die Achse des Guten noch so sehr mit Bildern, Fakten und Berichten kommen, um zu zeigen, dass da etwas nicht stimmt. Die Achse des Guten wurde als „rechtspopulistisch“ ausgemacht und solchen Gestalten ist nicht zu trauen.
Es ist gut, der Achse des Guten nicht zu trauen. Die Achse wünscht sich Kritik, denn kritische Geister vertrauen nicht einfach so. Sie trauen sich vielmehr, ihren eigenen Verstand zu nutzen. Kritik macht uns besser. Die Frage ist allerdings, wer misstraut den öffentlich-rechtlichen Medien und vor allen, wie gehen diese Medien mit dem Misstrauen um?
Ich berichte mal über eine typische Situation der Diffamierung, in die ich geriet, nachdem ich dem WDR mit meinem Blog Tapfer im Nirgendwo Fake News nachgewiesen hatte.
Im Juni 2017 fand auf dem Kölner Neumarkt eine Demonstration unter dem Titel „Nicht mit uns! Muslime und Freunde gegen Gewalt und Terror“ statt. Über die Demonstration schrieb ich in dem Bericht „Ohne Worte“:
„Heute fand in Köln die Demonstration der Muslime gegen islamischen Terror statt. Erwartet wurden 10.000 Menschen. Es kamen weniger als 1.000!“
Geschmacklose Vorwürfe auf triftige Kritik
Die Zahl hatte ich ermittelt, da ich selbst vor Ort gewesen war und gezählt hatte, was aufgrund der geringen Anzahl von Demonstranten problemlos möglich war und weil ich in Anwesenheit von Henryk M. Broder bei der Polizei nachgefragt hatte, die vor Ort allerdings eine noch kleinere Menge angab. In späteren und offiziellen Angaben sprach die Polizei dann von 1.000 Teilnehmern zu Spitzenzeiten. Die Tagesschau sprach jedoch von über 2.000 Menschen und der WDR sah sogar über 3.000 Menschen. Ich stellte daraufhin in meinem Artikel „Handwerkliche Mängel“ die Frage:
„Wer zählt da eigentlich bei der ARD? Darf ich ab sofort auch 7,50 Euro Rundfunkgebühren monatlich bezahlen und behaupten, es seien 17,50 Euro?“
Daraufhin erhielt ich einige geschmacklose Vorwürfe, wie diese:
„Herr B., die AfD hat bestimmt noch einige Mitarbeiterposten für Sie frei – oder auch die Neonazi-Vereinigung „Identitäre Bewegung“ für Marktschreier wie Sie. Na, Interesse?“
„Polizeiangaben sind um 3.500. Du hättest auch ordentlich recherchieren können. Aber offenbar ist Dir Propaganda wichtiger.“
Die Polizei hatte eine solche Angabe nie gemacht. Die Veranstalter hatten lediglich behauptet, die Polizei hätte das gesagt. Als ich daher erwiderte, ich sei vor Ort gewesen und könne belegen, dass die Zahl falsch sei, kam die Antwort:
„Tja, ich wohne ein paar hundert Kilometer weg und muß mich auf offizielle Zahlen verlassen.“
Die offiziellen Zahlen kamen vom WDR und von der Tagesschau. Sie waren falsch, sorgten aber dafür, dass meine Aussagen als Lügen, Propaganda und Neonazigerede bezeichnet wurden.
Parfürmiert mit Düften, die mit Gewalt finanziert werden
Das passiert, wenn öffentlich-rechtliche Medien unsauber arbeiten, aber die Zahlung erzwingen mit der Behauptung, nur so könnten Sie objektiv sein und Fehler vermeiden. In diesem Fall waren sie es nicht. Sie machten einen Fehler. Ich aber musste mir die Beleidigungen gefallen lassen.
Als Blogger hat man es schwer, gegen die angeblich sauberen Männer und Frauen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu bestehen und ihren Schmutz zu kritisieren. Dabei sind sie gar nicht sauberer. Sie sind nur extremer parfümiert und zwar mit Düften, die mit Gewalt finanziert wurden. Bezahlen müssen nämlich allen Menschen, die eine Nase haben und aufgrund dieser Nase zu der Entrichtung von Gebühren gezwungen werden, angeblich, damit es weniger stinkt.
Blogger gelten als polemisch, undifferenziert und einseitig, wenn sie es wagen, die herrschenden Medien zu kritisieren. Das bekommt auch die Achse des Guten immer wieder zu spüren.
Menschen tendieren dazu, jene als polemisch, undifferenziert und einseitig zu bezeichnen, deren Meinung sie nicht teilen. Ihnen werfen sie vor, die Themen zu verflachen. Es fällt Menschen leicht, mit jenen zu kommunizieren, die die Dinge ähnlich sehen. Diese halten sie für intelligent und sympathisch. Schwieriger wird es, wenn Menschen sich uneinig sind, dann heißt es gleich, man sei nicht objektiv.
Die eigene Subjektivität zu dementieren, ist verlogen
Es gibt keine objektive Berichterstattung. Jede Nachricht ist zugleich auch Meinung. Jede Nachricht ist allein schon deshalb Meinung, weil vorher entschieden wurde, über dieses Ereignis zu berichten, während andere Ereignisse unter den Tisch gefallen sind. Nehmen wir nur mal die Tagesschau. Sie hat ganze fünfzehn Minuten, um die Nachrichten der Welt für ein deutsches Publikum zu präsentieren. Wer die Weltgeschehnisse mit Schwerpunkt auf Deutschland und Fußball auf fünfzehn Minuten zusammenstaucht, kann unter keinen Umständen objektiv sein. Die verschiedenen Tageszeitungen in Deutschland beweisen, wie unterschiedlich der Blick auf die Welt ausfallen kann. Objektivität ist bestenfalls die Summe aller subjektiv berichtenden Medien.
Es gibt keine Neutralität. Jedes Buch, jeder Verlag, jeder Blog, jeder Sender wird von Interessen geleitet. Auch die Tagesschau ist subjektiv. Sie wird von Menschen gemacht. Menschen haben Meinungen, Einstellungen und Interessen. Die eigene Subjektivität zu dementieren, ist verlogen. Ich habe daher wenig Angst vor Leuten, die ihre Interessen offen artikulieren, sondern vor jenen, die behaupten objektiv, differenziert und neutral zu sein. Sie erinnern mich an Fundamentalisten, die behaupten, Gott verstanden zu haben. Sie begegnen allen anderen Menschen mit einer unsäglichen Überheblichkeit. Kritik ist für sie sofort Polemik und ein Witz eine unentschuldbare Beleidigung.
Der Achse des Guten wird immer wieder vorgeworfen, andere Menschen zu beleidigen, nur um sodann die Achse bei den sozialen Medien zu melden und eine Sperrung der Seite zu erwirken. Erst vor ein paar Tagen wieder wurde die Achse für ein paar Stunden bei Twitter gesperrt, weil sich einige Nutzer*innen über die Inhalte beschwert hatten.
Der Buchdruck presste Antisemitismus in den Mainstream
So wie heute mit dem digitalen Angebot der Achse des Guten umgegangen wird, ging die Kirche einst mit sogenannten hetzerischen und ketzerischen Schriften um, nachdem der Buchdruck erfunden worden war. Die Pessimisten sahen damals in dem Buchdruck das Ende der Welt nah und beklagten sich über einen Verlust des guten Anstands. Der Buchdruck, so raunten die Kritiker, würde das Gewöhnliche, Ordinäre und Schundhafte fördern und so war es auch. Mit dem Buchdruck erlebte die gossenhafte, polemische und pornografische Literatur einen Aufschwung, wie ein paar Jahrhunderte später durch das Internet.
Der Buchdruck machte zudem den Beruf des Kopisten überflüssig. Vor dem Buchdruck vervielfältigten Kopisten in Handarbeit Schriften. Sie waren überwiegend Mönche. Mit der Erfindung des Buchdrucks verlor die Kirche diesen großen Herrschaftsanspruch über die Verbreitung von Wissen. Die Kirche wehrte sich daher verständlicherweise und unkte, mit dem Buchdruck verschwimme die Grenze zwischen relevantem und unnützem Wissen. So wie die kirchlichen Kopisten damals in dem Buchdruck das Ende des anständigen Wissens sahen, so gerieren sich heute die staatlich geförderten Fernsehsender bei dem Internet als die Bewahrer des sittlichen, guten, anständigen Journalismus‘. Oft haben sie dabei nichts als Verachtung übrig für die Schmuddelkinder vom Internet.
Natürlich ist das Internet auch ein Ort des Schmutzes. Das sind Bücher aber auch. Martin Luther zum Beispiel konnte dank des Buchdrucks nicht nur seine Thesen der Reformation vervielfältigen, sondern auch seine judenfeindlichen Traktate. Genauso werden judenfeindliche Schriften heute massenhaft im Internet geteilt. Dank des Buchdrucks und des Internets bekamen nicht nur viel mehr Menschen Zugang zu Bildung, es konnten auch mehr Menschen ihre Meinung veröffentlichen, und zwar unabhängig vom Inhalt. Der Buchdruck presste den Judenhass in den Mainstream, so wie heute das Internet.
Was Staatsaufgabe ist
Ein WDR-Redakteur sagte einst, er sei stolz, dass die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ein so hohes Vertrauen genießen. Es sei froh, dass die Bürgerinnen und Bürger an die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten glaubten. Vertrauen und Glauben sind jedoch höchst religiöse Prinzipien. An Wissen und Information soll man jedoch nicht glauben. Der Motor der Wissenschaft ist nicht Glauben, sondern Zweifel. Ein Medium, an das man glauben können soll und das auch noch vorgibt, das Gewand der Objektivität zu tragen, obwohl es nackt ist, sollte uns alle beunruhigen.
Objektivität ist nicht etwas, das mit Zwang und staatlicher Gewalt geschaffen werden kann. Der Staat kann Objektivität nicht schaffen, sondern nur schützen, indem er als Hüter der Grundrechte aller auftritt. So schwer es auch fällt, der Staat muss das Recht auf freie Meinung verteidigen, auch wenn die Meinung nicht allen Bürgerinnen und Bürgern gefällt.
Es ist die Aufgabe des deutschen Rechtsstaates, das Recht auf freie Meinung zu verteidigen, auch und besonders wenn diese der aktuellen Regierung dieses Rechtsstaats nicht passt.