Es ist ein stiller, aber eindeutiger Trend: Junge Menschen in muslimischen Ländern verlieren mehr und mehr ihren Glauben. Was steckt dahinter? Ich sprach mit drei 17-jährigen Schülern aus der Türkei über ihre religiösen Zweifel.
Die drei besuchen ein deutschsprachiges Gymnasium in einer türkischen Großstadt – nicht die berühmte Deutsche Schule Istanbul, aber ein renommiertes privates Institut. Ihre Deutschkenntnisse sind hervorragend, ihr Denken scharf, ihr Misstrauen tief. Als ich sie zum Gespräch traf, baten sie mich nur um eines: Bitte nichts aufnehmen. „Nur Notizen, Abi (älterer Bruder) – sonst reden wir nicht.“ Ich habe ihnen das versprochen. Kein Tonband, keine Kamera. Nur mein Notizbuch.
Ich: Bevor wir anfangen: Keine Sorge, Jungs. Ich zeichne nichts auf. Ich schwöre auf –, ja auf was eigentlich? Ich werde nur mitschreiben. Das war's.
Kemal: Ey, das ist gut. Wir haben alle ein bisschen Schiss, dass das irgendwie gegen uns laufen könnte.
Ali: Du weißt ja, wie’s hier läuft. Ein Satz falsch gesagt – und du bist durch.
Mehmet: Aber du bist cool, Abi. Deshalb reden wir überhaupt so offen.
Die stille Abkehr vom Glauben
Ich: Ihr habt vorhin gesagt, ihr glaubt nicht mehr so wirklich – oder gar nicht. Warum?
Kemal: Weil ich irgendwann aufgehört hab, mich verarschen zu lassen. Ich frage etwas – und die Antwort ist immer: „Frag nicht.“
Ali: Religion wurde bei uns zu Hause wie 'ne Liste geführt. Beten, fasten, ja, nein, haram, helal. Kein Gefühl, kein Verstehen. Nur: Mach das – sonst Hölle.
Mehmet: Ich glaub schon, dass es was gibt. Aber nicht so, wie’s mir erklärt wurde. Das war immer Macht, Kontrolle, Angst. Nicht Liebe.
Israel, Hamas – und die Blockade im Kopf
Ich: Wenn’s um Palästina und Israel geht – auf wessen Seite seid ihr?
Alle drei: Natürlich Palästina!
Ich: Für mich sind Hamas und Palästinenser eins. Habt ihr den 7. Oktober gesehen Geiseln, Tritte, Jubel? Das war keine Armee – das war Ekstase.
Ali: Das war schlimm, klar. Aber Israel ist auch nie unschuldig. Die Juden lenken doch die Welt.
Ich: Wenn ihr in Sachen Religion alles hinterfragt – warum nicht auch hier? Wisst ihr, dass eure Medien ausschließlich pro Hamas berichten? Habt ihr je Israel anders gesehen?
Kemal: Nee. Bei uns ist immer Palästina gut, Israel böse. Fertig.
Mehmet: Wer was anderes sagt, ist sofort Zionist.
Ich: Ich will euch was zeigen. Eine einzige Frage. Ehrlich antworten, ja? Die Bilder aus Gaza – abgemagerte Kinder, nur Haut und Knochen. Ich sage: Die meisten sind gestellt. Es gibt Hunger, ja – aber viele Bilder sind Fake. Meine Frage: Würde eine muslimische Mutter ihr Kind hungern lassen?
Alle drei gleichzeitig: Nein, natürlich nicht!
Ich: Also … was heißt das?
(Stille.)
Ali (leise): Aber die Bilder… die wirken echt.
Ich: Warst du dabei? Nein? Dann denk nach. Wie bei Religion – einfach mal selbst denken.
Deutschland als Sehnsuchtsort
Ich: Wisst ihr, was in Deutschland los ist?
Ali: Klar. Nicht so viele Flüchtlinge wie hier, aber alles extremer.
Kemal: Meine Cousine studiert in Karlsruhe. Die haben echt überall angerufen, um rauszufinden, wo’s am wenigsten Flüchtlinge gibt. Die wollten was „Sicheres“.
Mehmet: Wir würden alle lieber da studieren. Aber ehrlich? Von den Invasoren haben wir hier schon genug gesehen.
Letzte Worte
Ich: Jungs – ich werde über unser Gespräch schreiben. Kein Name, keine Aufnahme. Aber das hier muss gesagt werden.
Kemal: Abi, du bist korrekt. Wir wissen, dass du’s nicht gegen uns verwendest.
Ali: War das erste Mal, dass wir so gesprochen haben. Ohne Filter.
Mehmet: Vielleicht bringt’s ja was. Vielleicht liest es jemand, der wirklich zuhört.
Die stille Abkehr – ein globaler Trend
Drei Jugendliche. Drei Köpfe. Drei innere Kämpfe. Sie glauben nicht mehr – zumindest nicht an das, was man ihnen als Glauben verkauft hat. Aber sie denken. Sie fragen. Sie haben nicht kapituliert. Vielleicht ist das – in einer Welt der Echokammern – der erste Akt von echtem Glauben: Sich trauen zu zweifeln. Danke, Jungs.
Was Kemal, Ali und Mehmet erzählen, ist kein Einzelfall. Studien und Umfragen belegen seit Jahren, dass sich immer mehr muslimische Jugendliche – vor allem in urbanen, bildungsnahen Milieus – vom Islam distanzieren. In einer repräsentativen Studie des Pew Research Center (2017) gaben zum Beispiel 42 Prozent der jungen Türken (18–29 Jahre) an, Religion spiele in ihrem Leben „wenig oder gar keine Rolle“.
Eine Studie der Konda Research (Türkei, 2020) zeigte, dass sich der Anteil religiöser junger Menschen innerhalb von zehn Jahren halbiert hat. Der iranische Thinktank GAMAAN veröffentlichte 2020 eine groß angelegte Online-Studie unter über 50.000 Iranern: Nur 32 Prozent identifizierten sich noch als Muslime – bei den Jüngeren lag der Anteil deutlich darunter.
Auf Plattformen wie TikTok, Reddit oder YouTube trendet unter jungen Arabisch- und Türkischsprechenden der Hashtag #exmuslim – begleitet von kritischen Reflexionen über religiöse Dogmen, Doppelmoral und fehlende Freiheit. Diese Bewegung ist leise, aber massiv. Sie hat keine Organisation, keine Führer – nur Fragen. Und sie findet kaum Gehör. Umso wichtiger, dass man zuhört, bevor das Schweigen endgültig wird.
Ahmet Refii Dener ist Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram.

Der Islam ist ein Rachemedium für die eigene Unzufriedenheit geworden. Der Glaube an die Moral bringt aber keine wirkliche Erkenntnis. Deshalb verfällt der. Man macht das, weil Mohammed das sagt, und nicht aus innerer Überzeugung. Der Islam ist nur Mittel zum Zweck. z.B. für Rassismus. „Migranten aus bestimmten Herkunftsländern sind in diesen Statistiken deutlich überrepräsentiert – insbesondere bei schweren Delikten wie Körperverletzung, Raub oder Sexualstraftaten. Algerier sollen bei gefährlichen Körperverletzungen überrepräsentiert sein. “ Berliner Zeitung Die Tagesschau ergänzt ganz gegen ihre Natur mit einem Artikel über die Grauen Wölfe: „Die Grauen Wölfe sind in Deutschland laut Experten eine der gefährlichsten Extremismus-Bewegungen.“ Ist ja auch mal interessant? Ich dachte, das ist Frau Weidel? / Der Mensch hat einen moralischen Kompaß. Den muß man ihm nicht anerziehen. Gewalt, Lüge, Mord lösen Gewissenkonflikte aus und böse Träume. Wer kriminelle Energie in den Genen hat, der wird auch als getaufter Christenmensch sein Eldorado finden, oder wie LeBon sich ausgedrückt hat, wenn man Kriminelle bildet, dann werden die keine besseren Menschen, dann hat man gebildete Kriminelle. / Die Religion ist zwar auch da, um ein gemeinsames Wertesystem zu schaffen, aber mit dem Bilderverbot hatte der Islam sich ausgebremst. Deshalb blieb der Orient stehen (was nicht das schlechteste sein muß). Ich denke, Glaubensverfall und Reaktion sind die Nachbeben des Untergangs des Osmanischen Reichs. Der Islam vereinigt jetzt nur noch gemeinsame Interesse und macht sie sakrosankt. Und nicht umgekehrt. Wer genau hat denn den Himmel gesehen, außer Mohammed? Das wissen alle. Im übrigen hat Norman Mailer sein Buch über den heiligen George W. Bush und seinen Irak-Überfall nicht umsonst „Kreuzzug Amerika“ genannt. George hat genervt mit seiener Beterei im Kabinett. Die Christen haben auch ihren IS, der heißt US Armee. Würde man sagen, die Ölkriege sind ein Nachlaß Jesus Christus?
Eigentlich dgeht es gar nicht um Religion, es geht bei den meisten um ein testosterongeladenes Verhalten und so so wie beim „Arierpass“: man ist zwar ein Looser, aber durch die Gruppenzugehörigjeit den anderen per se überlegen und man hat ihnen zu dienen.
Die Medien fügen sich dem schon gut, ja sogar die meisten Politiker, Appeasement…
Ungläubige Muslime passen nicht in das Jihad-Weltuntergangsgeheul hier im Kommentariat.Der Autor ist ein Spielverderber!
Aktuell gerade wieder bei Web de, MSN und logischerweise auch bei Tagesschau. >>Auf der A57 an der deutsch-niederländischen Grenze ist ein Ferrari mit über 340 km/h unterwegs gewesen. Die Polizei ist machtlos.<< ## Für wie dämlich halten uns eigentlich diese Typen. dass sie uns da auch noch den Zusatz anbieten: Die Polizei ist machtlos. Was für eine unverschämte Lüge, dass die Polizei keine Macht hat! Sie haben kein INTERESSE daran, ihren Job zu machen. Und selbst die Erzählung, dass dort auf dem kurzen Stück A57 keine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt, ist ungeheuerlich! Erzählen die uns das, uns rechten Hetzern und Koronaleugnern, dass dort keine Begrenzung gilt, weil wir es angeblich nicht wollen? Was bezwecken die damit? Wozu erzählen die uns das, statt ihren JOB ENDLICH ZU MACHEN? Oder ist der Staat auf der BUNDES-Autobahn etwa nicht dafür zuständig, ob Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten oder nicht? Die VERHÖHNEN UNS!
@Gerd Quallo, dem stimme ich uneingeschränkt zu. Ich würde es auch nicht als Eiertanz bezeichnen, denn die Musik spielt in der Türkei. Auch die zweite und dritte Generation verbringt ihren mehrwöchigen Urlaub Jahr für Jahr ausschließlich in der Türkei. Warum ich das weiß? Weil es „Serkan“, „Erkan“, „Meltem“ bildungsunabhängig genauso berichten, wenn man sich auf der Straße nachbarschaftlich unterhält. Trotz perfektem Deutsch und Jobs ohne „Bürgergeld“ samt kleinen Kindern geht es nur in die Türkei. Von mir eine entspannte pragmatische Sicht, wenn sogenannte Deutsch-Türken unter sich bleiben.
Der Autor sollte versuchsweise drei arabische Jugendliche in Deutschland auf gleiche Weise befragen. Er wird kaum glühendere Verfechter des Islam finden können. Seine Hoffnung auf einen an Zustimmung und Bedeutung verlierenden Islam kann er spätestens seit 2015 aufgeben.
Sehr geehrter Herr Dener,
1. Sie sind cool.
2. Ich hoffe, von den drei jungen Männern gibt es bald viel mehr.
Mfg
Nico Schmidt