Ahmet Refii Dener, Gastautor / 25.11.2023 / 16:00 / Foto: Pixabay / 15 / Seite ausdrucken

Warum die Deutschen plötzlich schlecht im Fußball sind

Die Stadt Frankfurt trat vor ein paar Jahren ihre Galopprennbahn an den DFB ab. Die Tribünen wurden abgebaut und stattdessen eine DFB-Akademie errichtet. Trotz Protesten wurde den Bürgern eine Freizeitattraktion genommen. Und seltsamerweise geht es seither mit dem deutschen Fußball bergab. Karma?

Karma bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese Folge muss nicht unbedingt im gegenwärtigen Leben wirksam werden, sondern sie kann sich möglicherweise erst in einem zukünftigen Leben manifestieren. Das folgende Beispiel ist noch in diesem Leben passiert.

Die Stadt Frankfurt konnte nicht anders, als 2014 ihre Galopprennbahn entgegen Bürgerprotesten an den Deutschen Fußball-Bund DFB abzutreten. Heute ist dort eine Fußball-Trainerakademie entstanden. Ich als Galoppsport-Fan sagte und schrieb auch überall, dass ich mir wünsche, dass der DFB keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt, keine Pokale mehr gewinnt und auch sonst eine Abwärtsspirale durchmacht. Und das für immer und ewig, schließlich würde die Galopp-Rennbahn auch nie wiederkehren.

Dass mein Wunsch so schnell in Erfüllung geht, hätte ich auch nicht gedacht. Denn direkt nach der Entscheidung für die DFB-Akademie ging nichts mehr mit der Nationalmannschaft, und so wird es auch bleiben, wie es ausschaut. Es gibt sie nicht mehr, die Starspieler mit deutschem Pass, die in ihren Vereinsmannschaften die ganze Mannschaft stemmen und immer mit der ersten Elf auf dem Platz stehen. Egal ob Hansi Flick, Nagelsmann & Co., kommen kann wer will, denn es wird nur einzelne Spiele geben, in denen die Mannschaft eventuell glänzen wird, aber ein Turnier durchstehen und ständig eine Top-Leistung auf internationalem Niveau, nein, das wird lange nicht möglich sein. Nur Einzelaktionen von einem Sane … eigentlich wollte ich weitere aufzählen, aber mir fällt kein anderer Spieler ein … könnten dazu beitragen, den Sieg einzufahren.

Immer gegen den Bürger handeln

Die Galopprennbahn in Frankfurt-Niederrad – eigentlich war nur der Eingang in Niederrad und die Anlage selbst in Sachsenhausen-Süd – wurde 1865 eröffnet, Anfang der 1980er mit Tribünen-Neubau modernisiert, 2015 geschlossen und 2018 dem Boden gleichgemacht. Wie gesagt, zugunsten des DFB. Laut Medienberichten zahlt der DFB eine identische Erbpacht (auf 99 Jahre) wie der Rennverein. Ein Betrag um die 36.000 Euro pro Jahr. Die Stadt Frankfurt verzichtete gerne auf Geld, nur um eine renommierte Marke wie den DFB dort zu haben, auf Kosten seiner Bürger. Der Rennverein hatte einen Pachtvertrag bis 2024 laufen.

Ein Freizeitvergnügen erster Güte ist damit den Menschen in Frankfurt abhandengekommen. Dort sei ein neun Hektar großer Bürgerpark entstanden, heißt es in der Werbung. Nur, vorher hatten die Bürger glatt 30 Hektar für sich, als die Rennbahn noch da war. Das Ganze heißt nun auch noch „Rennbahn Park“, aber ohne Rennbahn, ein Hohn. Auch steht in der Werbung geschrieben, dass man von einem Aussichtsturm aus auf die Skyline von Frankfurt schauen könne. Das hatte man, als es die Rennbahn noch gab, als Zuschauer von der Tribüne aus hervorragend tun können. Ein Aussichtsturm war nicht nötig.

Für die Menschen ist also alles schlechter geworden, nicht besser. So ist das, wenn die Politik was vorhat und es über die Köpfe der Bevölkerung hinweg umsetzt. Der Übergabezeitpunkt war der 1. Januar 2016. Eigentlich sollte 2018 die Eröffnung der DFB-Akademie sein, aber letztendlich wurde es 2022. Egal, das Karma setzte sofort ein, und Deutschland schied bereits 2018 bei der WM schon in der Vorrunde aus.

Vielleicht sollte der DFB über eine Rückabwicklung mit den Galoppern nachdenken, wenn er wieder erfolgreich sei will. Das ist natürlich nur ein Scherz. Soll sie doch verlieren, die Nationalmannschaft. Jetzt ist es nun mal passiert. Die nächste Vernichtung einer Rennbahn vollführten die Grünen in Bremen. Dort wurde ein Fußgängerweg quer über die Rennbahn geführt, nicht drumherum, wodurch das Freizeitvergnügen Rennbahn erhalten geblieben wäre. Immer gegen den Bürger handeln, das ist die Devise, und die Grünen mischen in der vordersten Reihe mit.

Am 15. November 2015 lief um 16:52 Uhr das letzte Rennen in Frankfurt-Niederrad. Der Renntag hieß „Auf Wiedersehen 2016“, aber es gab dieses Wiedersehen nicht mehr. Bezeichnenderweise gewann das letzte Rennen auf der Bahn ein Pferd namens „German Rules“ unter Maxim Pecheur. German Rules bedeutet Deutsche Regeln. Auf den Punkt gebracht!

 

Ahmet Refii Dener, geb. 1958, ist deutsch-türkischer Unternehmensberater, Blogger und Internet-Aktivist aus Unterfranken. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite.

Foto: Pixabay

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Karl-Heinz Böhnke / 25.11.2023

Die Bürger der DDR haben erlebt und ihre Nachkommen erfahren, selbst und gerade die Nutznießer, was es heißt, die eigene Regierung als größten Gegner und schlimmsten Feind gegen sich zu haben. Diejenigen der BRD allerdings wollen es mehrheitlich noch immer nicht begreifen. Galopper sind Reiche, Traber sind Wohlhabende, Golfer sind Neureiche und Tennisspieler Emporkömmlinge, kann alles weg, wenn es um’s sozial Gerechte geht, nämlich Fußball, was die Mehrheit will, weil sie irgendwie kicken kann, und wenn’s eine Schweinsblase war. Es geht um das Ausmerzen von Kultur als Wunsch zum Höheren. Ein hoffnungsvolles Gegenbeispiel ist vor unserer Tür die Wiederbelebung einer ehemals weit bekannten Galopprennbahn aus einem Tal hinauf in beglückende Höhen mittels Anwesenheit vieler großartiger Pferde, an denen wir auf dem Weg zum benachbarten Wald vorbei das Glück auch neben deren Rücken erleben. Möge sie sich über die dunkle Zeit hinweg erhalten. Jede Institutionalisierung einer Leidenschaft schafft selbige ab. Das geschieht seit der im Grunde unerwünschten Weltmeisterschaft 2014 planmäßig auch dem Fußball. Was bleiben soll sind der Volkslauf, der Fahrradhelm möglichst auf elektrisch und die Schnitzeljagd für erwachsene Kinder per GPS.

Ralf Pöhling / 25.11.2023

Völler hat recht. Den Deutschen fehlen die deutschen Tugenden, denn ein erheblicher Teil der Deutschen will nicht mehr deutsch sein und biedert sich bei jeder erstbesten Gelegenheit dem Ausland an. Die Deutschen haben eins vergessen: Was sie reich und einflussreich in der Welt gemacht hat, war ihr Deutsches Modell. Ein deutsches Modell was im Hinterkopf behielt, dass wir hier keine Bodenschätze haben. Das deutsche Modell basiert auf Fleiß, Bildung und Nationalgefühl. Wir waren mal nicht nur ein Land der Dichter und Denker, sondern auch ein Land der Tüftler und Erfinder. Bei uns stand immer das Produkt und nicht der Ertrag im Vordergrund. Der Ertrag kam dann natürlich auch, aber eben erst infolge des Verkaufs des guten und nicht selten einzigartigen Produktes. Die Produktqualität war unser Alleinstellungsmerkmal auf Erden. Das hat uns reich und zu Vorbildern in der Welt gemacht. Aber irgendwie sind die Deutschen nach der Wiedervereinigung dann auf die dumme Idee gekommen, man könne auf das deutsche Modell verzichten und einfach das angelsächsische Modell übernehmen, wo der Ertrag im Vordergrund steht und nicht mehr das Produkt. Direkt ausgedrückt: Das deutsche Modell macht aus Scheiße erst Gold und handelt dann damit. Das angelsächsische Modell handelt hingegen direkt mit der Scheiße und redet dem Kunden im Vorfeld ein, es wäre Gold, weil er die Scheiße ja sonst nicht kauft. Und wenn die Deutschen nun plötzlich auch Scheiße liefern und es mit dem Einreden die Scheiße wäre Gold nicht so haben wie die Angelsachsen, geht das natürlich schief. Die Welt erwartet von uns, dass wir wirklich liefern und nicht nur labern. Und das klappt nirgendwo in Deutschland mehr richtig. Weder im Fußball, noch in der Wirtschaft, noch in der Politik.

Werner Arning / 25.11.2023

Weder die Spieler noch die Fans scheinen sich noch mit ihrer Nationalmannschaft zu identifizieren. Da ist kein Herzblut. Es ist irgendwie alles egal. Nation will ja ohnehin keiner. Gewinnen ist ebenfalls doof. Irgendwie egoistisch, vielleicht sogar nazi. Hymne ist auch irgendwie nazi. Hymne singen ist irgendwie nazi. Deutsch ist irgendwie nazi. Komm, meld dich doch krank. Die Baustellen werden auch nie fertig. Der Zug kommt nicht. Demnächst machen wir pleite. Heizung ist teuer. Regnet nur. Tut allerdings dem Klima gut. Komm, wir kleben uns an. Ach was, ich bleib heute im Bett. Hundert Milliarden für den Krieg. Der alte Nachbar sucht im Müll nach leeren Flaschen. Deutschland verliert 0 : 2 gegen Österreich. Völlig egal. Wie schön war es damals - in der Rennbahn im südlichen Sachsenhausen. Einziger Lichtblick: Der Weinprobierstand an der Kleinmarkthalle.

W. Renner / 25.11.2023

Vielleicht sollte man die Nagelsknaller ja auf Pferden antreten lassen, gegen die Türken auf Kamelen? Das wäre sicher auch ein Freizeitspass. Allerdings aus Gründen des Tierschutzes nicht zu vertreten, weil nicht klar zu erkennen ist, wer auf dem Spielfeld die Kamele sind.

Wiebke Ruschewski / 25.11.2023

Auch ich bin ein Fan des Galopp-Rennsports und tieftraurig wenn eine lange existierende Bahn geschlossen wird. Allerdings ist das Pferderennen hier seit Jahrzehnten im Niedergang begriffen. Im europäischen Ausland-nicht nur in GB, sondern auch in Skandinavien und Frankreich- erfreut es sich größter Beliebtheit, kommt oft schon direkt nach Fußball. Die deutschen Rennvereine hingegen krepeln vor sich hin. Warum das so ist, weiß ich nicht. Wenn der deutsche Fußball vor die Hunde geht, ist mir das egal. Einmal wegen der Wokeness und Volkserziehung. Zum anderen weil es sich de facto um keine Nationalmannschaft mehr handelt. Wenn es sich nur noch um eingekaufte Leute handelt, die aber eigentlich mit D weiter nix am Hut haben ist das eher eine Art Publikumsverarsche. Sollen sie doch in den Sack hauen! Vergnügungen des Volkes werden übrigens immer zuerst platt gemacht. Schwimmbäder zum Beispiel. Für sowas ist komischerweise irgendwie nie Geld da. Für andere Dinge sehr wohl.

Stefan Riedel / 25.11.2023

Wie viele Deutsche spielen noch in der deutschen Bundesliga? Gut, die Frage ist nicht erlaubt! Rassismus, Nazi,...

Ulrich Viebahn / 25.11.2023

Was heißt hier “... an den Deutschen Fußball-Bund DFB abtreten.” Was heißt hier abtreten?? Zwischen den Zeilen der lokal berichtenden Medien schillerten alle Elemente einer Intrige. Hoffentlich kommen die Mauscheleien noch heraus.

Manfred Meier / 25.11.2023

Wenn das mit dem Karma so stimmt, Herr Dener, dann geht’s den Grünen aber im nächsten Leben so richtig dreckig. Nur, was nützt mir das hier und heute.  :-(

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