Von Konrad Adam.
Auch das noch: Leif-Erik Holm ist bei den Oberbürgermeisterwahlen in Schwerin Zweiter geworden, Robert Sesselmann bei der Landratswahl im Kreis Sonnenberg sogar Erster. Und beide keine Kegelbrüder, sondern AfD. Die politische Klasse reagiert panisch.
„Freunde, es wird ernst!“, hatte Peter Glotz, der ehemalige SPD-Generalsekretär, vor Jahr und Tag ausgerufen. Was war geschehen? Ein Intellektueller, der Dramatiker Botho Strauß, hatte sich Gedanken über die höchst inhumanen Folgen der damals schon und heute immer noch humanitär genannten Außenpolitik gemacht. Er hatte daran erinnert, dass fremde Menschen nicht nur ihre Arbeitskraft mit sich bringen, sondern auch Ansichten und Verhaltensweisen, die dem, was hierzulande üblich ist, handfest widersprechen. Im Unterschied zu unseren roten, grünen oder schwarzen Kulturpolitikern hatte Strauß das Wort Kultur ernst genommen, und das bekam ihm schlecht.
Glotz verkündete die Mobilmachung, und seine Gefolgsleute waren unanständig genug, ihm zu folgen. Was hätte er heute gesagt? Heute geht es ja längst nicht mehr um die alltägliche, es geht um die politische Kultur, um das also, was ein gewöhnlicher Parteisoldat im Kopf hat, wenn er von Politik redet: um Geld und Stellen für sich selbst, für Freunde und Freundinnen, für Trauzeugen, Netzwerker, Geschäftsfreunde und so weiter.
Und nun dies: Leif-Erik Holm ist bei den Oberbürgermeisterwahlen in Schwerin Zweiter geworden, Robert Sesselmann bei der Landratswahl im Kreis Sonnenberg sogar Erster. Und beide keine Kegelbrüder, sondern AfD. Die Medien haben sich alle Mühe gegeben, das Ereignis kleinzureden – „AfD-Kandidat scheitert knapp“ –, aber auch sie sehen zum ersten Mal der Gefahr ins Auge, dass mit den Boni, den Spesen, den Beraterverträgen, den tariflichen und den übertariflichen Zusagen Schluss sein könnte. Jetzt wird es wirklich ernst für sie und ihre Gönner. Die politische Klasse, eine Klasse im ursprünglichen Sinne des Wortes, reagiert panisch.
Der CDU-Vorsitzende im Lande Thüringen bittet die Wähler, es mit dem einmaligen Protest genug sein zu lassen und nun wieder brav den Wahlempfehlungen des Parteienkartells zu folgen. Offenbar hat er vergessen, dass die Thüringer Wähler schon einmal protestiert hatten, ziemlich deutlich sogar, indem sie einen Landtag wählten, der dann Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten wählte. Frau Merkel passte das nicht. Sie setzte sich selbst an die Stelle der Wähler und fuhr ihnen über den Mund: ein klarer Verfassungsbruch, der aber ohne Folgen blieb, zumindest für Frau Merkel und die sie stützenden Parteien. Soll man es den Wählern verdenken, dass sie noch einmal protestieren wollen, um endlich zu erfahren, ob in Deutschland das Grundgesetz gilt oder die Laune von irgendwelchen Parteischranzen?
Sie werden auch zum dritten und zum vierten Male und noch viel öfter protestieren, wenn die Kartellparteien fortfahren, sich selbst an die Stelle der Wähler zu setzen. Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow, links und fromm, hat das noch immer nicht verstanden. Er kultiviert das Weltbild der SED: Nicht er hat versagt, sondern die Bürger. Die Wähler sind anzuklagen, weil sie falsch gewählt haben, die Nichtwähler, weil sie der Wahl ferngeblieben sind. Der Gedanke, dass er und seine Kartellbrüder mit ihrer törichten Aus- und Abgrenzungspolitik den Erfolg des AfD-Kandidaten geradezu provoziert haben könnten, kommt ihm nicht im Traum. Genauso wenig wie der CDU, die immer noch nicht verstanden hat, dass man sich die Errichtung von Brandmauern gut überlegen sollte. Und sich ihre Lage, wenn man sie denn bauen will, nicht vom politischen Gegner vorschreiben lassen darf.
Konrad Adam ist Journalist und Publizist. Er war von 1979 bis 2000 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und dann bis 2007 Chefkorrespondent und Kolumnist der „Welt“.
Beitragsbild: Pixabay
Wenn der politische Gegner in Panik gerät, hat man das (Schach)spiel fast schon gewonnen…
Redet und empört euch, menstruiert oder kotzt darüber ab, soviel wie ihr wollt – die Zukunft wird wieder rational und menschengerecht – weil es die AfD gibt! MfG
Viele hier glauben bereits „das Volk steht auf, der Sturm bricht los“ – Schau´n mer mal…
Die SED als diktatorische Partei hat kaum ein Verbrechen ausgelassen, hat nicht nur die DDR vollkommen ruiniert, sondern hat mit einem Netz von Stasiagenten, die bis in die höchsten Positionen vorgedrungen waren, die Bundesrepublik unterwandert, um sie zu destablisieren. Sie wollte Westberlin militärisch mit Stasi und NVA überfallen, um sich das dortige Vermögen anzueignen und mit den Bürgern als Geiseln Bonn erpressen. Sie baute ab 1971 in Westberlin ein Drogennetz auf, um einerseits Devisen damit zu generieren und andererseits junge Menschen in die Abhängikeit zu treiben. Halbe Kinder haben das nicht überlebt, wobei das Buch „Die Kinder vom Bahnhof Zoo“ die Hintergründe außen vor lässt. Kaum war die Mauer gefallen, die Ungeheuerlichkeiten bekannt geworden, da wollten die beiden SPD-Politiker „Lichtenberger Nacktarsch“ (Ost) und „Kreuzberger viel zu späte Lese“ (West) mit dieser in der Zwischenzeit umbenannten kriminellen Vereinigung koalieren. Der Regierende Partymeister Wowereit machte das Ungeheuerliche dann tatsächlich wahr, worauf viele Berliner aus der Stadt flüchteten. Aber dafür wurde Ersatz in den Staaten des Nahen Ostens gefunden, mit dem Unterschied, dass für die das Amt die Mieten bezahlt. Die AfD wird uns nicht aus dem Schlamassel helfen, aber wer mit den Linken und den Grünen koaliert, der hat jedes Recht verwirkt, über andere Parteien zu richten.
Verdammt noch mal, und Konrad Adam war Mitgründer der AfD. Das Kraftwort gilt der Achse.
In Sonneberg feiert gerade die Nationale Front der DDR, die „im demokratischen Block vereinten Parteien und Massenorganisationen“ (heute NGO), fröhliche Urständ. Ich hoffe, dass die Sonneberger, die die Wahlen vor 34 Jahren noch als Zettelfalten erlebt haben und bei denen der Gang zur Wahlkabine in der hintersten Ecke des Wahllokals argwöhnisch beäugt und von den bekannten Stellen registriert wurde, dieses als ersten Schritt in eine überwunden geglaubte Vergangenheit erkennen. Wann begreifen CDU und FDP in Thüringen, dass sie für die Links-Grünen nur nützliche Idioten sind, deren Nutzen bald überflüssig sein wird. Da fällt einem nur Pastor Niemöller ein: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen.; … als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
Die Zeitenwende im deutschen Wahlsystem erfolgte zur BTW 2017. Man hatte bei dieser Richtungswahl eigentlich nur zwei Möglichkeiten, entweder den Merkel-Einheits-Parteienblock zu wählen oder die AfD. Der Einheitsblock unter der Führung der Grünen hat sich seitdem noch verfestigt und allmählich dämmert es auch den letzten Schlafmützen, dass es vollkommen egal ist, ob man die CDU, die FDP, die SPD oder die Linken wählt, sie sind 100% kompatibel zur Politik der Großen Grünen Transformation. Und diese maoistische Idiotie führt zum irreparablen wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands. Sie wollen die ganze Welt retten (bevormunden), sie wollen dir vorschreiben, was du isst und wie du heizt, was du sagst und was du denkst, aber sie sind zu blöd staatliche Kernaufgaben zu erfüllen, z.B. in Berlin Wahlen zu organisieren. Wenn sie die AfD verbieten, können sie auch die Wahlkabinen abschaffen.